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Haiko
31.03.2003, 12:30
Moin²,

hatte das Wochenende teilweise im Zug verbracht und dort ein interessantes Buch gelesen: "Längengrad" von Dava Sobel.

Es ist die interessante Geschichte über die Mühen und unterschiedlichen Methoden der Bestimmung des Längengrades, vor allem auf See. Es gab einen Aufruf "Longitude Act" vom englischen Parlament aus dem Jahre 1714, in dem man 20.000 Pfund (damals waren das mehrere Millionen Euro) bekam, wenn man eine Methode fand, die den Längengrad auf See auf ein halbes Grad genau (30 Seemeilen) bestimmen konnte. Einige Wissenschaftler begannen, mit Sternenkarten und der Mondumlaufbahn das Problem lösen zu wollen. Niemand der besten Uhrmacher, hat versucht, einen Seechronometer zu bauen. Ausser einem englischen Tischler, der zunächst eine Pendeluhr baute und daraus dann eine Uhr (die H-1, benannt nach John Harrison) entwickelte, die alle Probleme bei der
Zeitmessung löste, wie z. B. die Temperaturschwankungen auf See, die
Schlingerbewegung des Schiffes, die Feuchtigkeit der Seeluft und so
weiter. Welche anderen Schwierigkeiten zu lösen waren, um die 20.000
Pfund und Anerkennung zu bekommen, wird in dem Buch auf sehr gute Art
und Weise beschrieben.

Heute geht die Navigation natürlich mit GPS ungemein schneller und einfacher. Aber es ist erstaunlich, dass vor noch gar nicht allzu langer Zeit bei der Längengradbestimmung ein richtig dickes Problem existierte.

Ahoi,
Haiko

Jörg Boldt
31.03.2003, 13:21
Hallo Haiko,

ich habe das Buch ebenfalls mit sehr großer Begeisterung gelesen.
Wir machen uns heute kein Begriff, was es bedeutet die exakte Zeit zu ermitteln..........

Gruß
Jörg

Haiko
31.03.2003, 14:13
Moin²,

nachdem ich den Text abgeschickt habe, fiel mir ein, dass ich noch eine weitere Buchempfehlung zu einem ähnlichen Thema für Euch habe: "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny. Interessant für alle "Entdecker" unter uns :)

Ahoi,
Haiko

Becks
31.03.2003, 15:06
Nur her mit den Buchtipps :)

Längengrad haben wir hier in der Bib *g* - leih ich mir gleich mal aus.

Alex

Findus
31.03.2003, 15:34
Nen anderes Buch, wo es um die Festlegung der Datumsgrenze (hat ja irgendwo auch was mit Laengengraden zu tun) von Umberto Eco "Die Insel des vorigen Tages". So wie alle anderen Eco-Romane absolut spannend und interessant zu lesen. Nur, wo hat der Typ diese phaenomenale Allgemeinbildung her? *staun*

Lisa

Birgit
31.03.2003, 17:04
Tja, das sind die Vorteile, wenn man ein paar Tage älter ist :bg:
Im Übrigen ist der Mann Hochschullehrer (Semiotik, Geisteswiss.)

Danke, Haiko, für deinen Tipp - ich werde mir das Buch mal besorgen, hört sich spannend an!

Gruß, Birgit

Haiko
31.03.2003, 17:25
Moin²,

Das Längengrad-Buch ist auf eine ganz besondere Art spannend. Nicht mit der Spannung zu vergleichen, die mich bei der Lektüre diverser Krimis befällt :wink:

Wie auch immer, ich hoffe, es gefällt Euch :)

Ahoi,
Haiko

Birgit
31.03.2003, 19:28
Nabend Haiko

So in etwa hab ich mir das auch gedacht angsichts deines Tipps bezüglich der "Entdeckung der Langsamkeit" (eins meiner Lieblingsbücher!).

Birgit

Friedjoff
31.03.2003, 22:07
Hallo,

zwar ein bisschen OT, aber trotzdem interessant:
in der aktuellen c't schreiben die von einem Programm (ftp://ftp.heise.de/pub/ct/ctsi/cthdnav.zip), das die Festplatte als Trägheitsnavigationsmittel misbraucht. Ich konnte das Teil aber leider noch nicht auf einem Notebook ausprobieren.

Gruß,
Friedjoff

Haiko
01.04.2003, 14:03
Moin²,

nachdem Alex noch weitere Buchtipps gefordert hat, hier mein bester und definitiv am besten passender Tipp:

"Clear Waters Rising- A Mountain Walk Across Europe" von Nicolas Crane. Ich bin nicht sicher, ob es davon ein deutsches Exemplar gibt. Ich habe es im Original gelesen und fand es auch mit meinen bescheidenen Englischkenntnissen sehr gut verständlich.

Nicolas Crane beschreibt wie er Europa von West nach Ost durchquert, immer auf den Gebirgskämmen der höchsten Gebirge Spaniens, Frankreich, Schweiz, Deutschland, etc. bis hin zu den Karpaten und Istanbul. Dort endet die Wanderung nach etwas über einem Jahr. Gelaufen ist er die ca. 10.000 km kurz nach der Wende in den osteuropäischen Ländern. Die beschriebenen Begegnungen mit den Leuten müssen also für beide Seiten _sehr_ interessant gewesen sein.

Ahoi,
Haiko