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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sächsische Schweiz (Elbsandsteingebirge)



Shirkan
14.03.2003, 11:28
hi,

ich mach mir grad Gedanken, wohin wir mit unserer Pfadfindergruppe fahren,
da wir dieses Jahr vielleicht zum 1.Mal wandern gehn wollen und nicht so weit weg fahren wollen (Kosten, Zeit ), kam mir gleich das Elbsandsteingebirge in Betracht !
Wir wollen wahrscheinlich 7-10 Tage wandern gehn und 10-20 Jährige Vollblutanfänger (was das mehrtägige Wandern betrifft). Deshalb stelle ich mir so ne Strecke von 100 - 150 km vor. vielleicht von Königsstein über Bad Schandau richtung Czech. Rep., vielleicht sogar über die Grenze !

Ich will mir nicht gleich ne Karte kaufen, deshalb folgende Fragen:
Gibt es dort ausreichend Wanderwege? Wie sieht dort das Höhenprofil aus (muss man dort viele Höhenmeter schrubben, um von A nach B zu kommen)? Kann man dort Biwakieren (Wild campen) ? Wenn nicht wie teuer sind dort die Zeltplätze? Wo sollte unbedingt so ne Tour langführen, kennt wer schöne Flecken dort ? Kommt man über die Grenze ohne einen Grenzübergang ansteuern zu müssen ? Gibt es vielleicht in Tschechien ein schönes Ziel ?

hab sicher noch einige Dinge vergessen, die ich dann noch nachreichen werde!
Schon mal im Voraus: Danke für eure Infos

cu
Sebastian

Alm-Öhi
14.03.2003, 14:55
Hi,

schau Dich mal hier um,Erzgebirge ist auch bei, Höhenprofile ect.:
http://www.wanderbares-deutschland.de/

Peter

Christian J.
14.03.2003, 15:27
@Shirkan: Gute Entscheidung. Das Elbsandsteingebirge ist mein Heimatrevier. Ich werde die Fragen bis spätenstens morgen Abend ausführlich beantworten. Ich muss bloss leider gleich wieder los und habe im Moment wenig Zeit.

Christian

gregor
14.03.2003, 16:30
Ist auch mein Heimatrevier und es gibt (fast) nichts Schöneres in D für mich. Vor allem außerhalb der Saison, in den hinteren und tschechischen Gebieten und zur Lausitz hin! Gute Entscheidung!!!
Christian wird Dir sicher gleich die Details näherbringen!

Gruß, Gregor

boehm22
14.03.2003, 18:46
Hi Christian und Gregor,

Ich suche noch einen netten Campingplatz in der Ecke, wo auch Motorradfahrer gerne gesehen sind.
Wir wollen im Sommer eine tour von uns hier in Franken los, dann mit einen Abstecher nach Tschechien in der Gegend bei Dresden einfliegen und uns dort etwas umsehen. Gibt es etwas in der Nähe der Bastei, bzw. wie komm ich da mit dem Mopped hin, wenn ich nicht stundenlang wandern kann mit den schweren Klamotten und Motorradstiefeln?
Ich will schon seit Jahren mal zur Bastei und es hat nie geklappt.

Christian J.
14.03.2003, 22:10
So, der Reihe nach:

@boehm:
Auf die Bastei kommst du auch als Rollstuhlfahrer. Da ist ein Parkplatz und du musst 15min mit 100000000 Menschen zusammen eine Asphaltstraße laufen. Null Problem.
Campingplatz:
Im Kirnitzschtal ist ein superschön gelegener, motoradmässig gut erreichbarer, aber etwas teuerer Platz.Der liegt in einem romantischen "Wildtal" Im Sommer ist es dort schön kühl. Außerdem gibt es in Königstein einen netten Platz direkt an der Elbe mit schönem
Sonnenuntergang hinter dem Lilienstein. Wenn du mir mal per PM deine Postanschrift zukommen lässt kann ich dir ein Prospekt, was hier irgendwo rumliegt, über die Campingplätze in der Säch.Sch. schicken.

@Shirkan:
Wieviele Leute seit ihr denn? Bei großen Gruppen dürfte es schwierig werden, in freier Natur zu übernachten. Die Boofen (Übernachtungsstellen) sind oft nicht auf sehr große Gruppen ausgelegt und am Wochenende auch oft belegt.
Zeltplätze sind auf deutscher Seite alle toll, auf tschechischer Seite musst du aufpassen. Das Angebot mit dem Prospekt gilt natürlich auch für dich, Aber in Böhmen kannst du auch sehr billig in Gasthäusern übernachten (Ist vielleicht mit Anfängern nicht so schlecht wenn die mal 'ne Dusche sehen).
Wege sind im Elbsandstein mehr als genug. Auf tscheischer Seite ist die Wegedichte geringer aber auf jeden Fall ausreichend.
Höhenmeter: kein Problem es geht zwar immer hoch und runter aber absolut nichts Ernstes. ich habe bis jetzt auch totale Antisportler lebend durch die Berge gebracht.

Einen Tourenvorschlag hatte ich für die Säch. Schweiz hier schonmal reingestellt. Hier ist er nochmal. ich kann ihn auch abändern/verlänger etc. Sag nur Bescheid:

Ok, los geht's.

1.Tag: (etwa 25 km--> früh aufstehen) Mit der S-Bahn (halbstündliche Verbindung nach Dresden)oder sonst irgendwie bis Wehlen. Von dort aus Richtung Norden 1,5km in den Wehlener Grund. Auf jeden Fall solltest du dir die Höhle im Teufelsgrund ansehen. Die ist die 15min Umweg wert. Dann weiter durch den Höllengrund zum Steinernen Tisch. Von dort aus gehts du weiter zur berühmeten Basteibrücke. Dort musst du ganz tapfer sein: dort werden dir ca. 100 Mio. Touristen begegnen. Ich wurd dort mal in feinstem Sächsich angesprochen als ich mit 60l Trekkingrucksack unterwegs war: "Waruom troogen siä den dän schwäeren Kroum so weet hoch? Hier gibbest doch ooch een Bus.?". Von dort aus Abstieg durch die Schwedenlöcher und weiter nach Rathen. Den Amselfall kannst du ignoriernen. Von Rathen nach Neuporschdorf. Dabei sollte man auf dem Gamrig hoch. In Neup. 500m entlang der Straße nach N und dann rechts ab zum Brand. Aussichtspunkt an den Hafersäcken beachten. Liegt ein paar Meter östlich vom eigenlichen Brand. Von dort aus Abstieg durrch den Tiefen Grund und dann 3km bis Bad Schandau an der Straße lang . Wenn du noch Zeit hast würde ich in Bad Schandau mir das Nationalparkhaus ansehen. Ziemlich informatives Museum mit klasse Diashows. Kümmer dich aber bitte direkt vor deiner Tour ob die wieder geöffnte haben. Bad Schandau wurde von dem Elbehochwasser diesen Sommer ziemlich übel mitgenommen. Von Bad Schandau dann zum Campingplatz Ostrauer Mühle und dort Übernachten.

2.Tag: (gemütliche 12km) Durch den Zahnsgrund zur Schrammsteinaussicht. Der Weg der dicch in den Zahnsgrund führt beginnt auf dem Zeltplatz neben dem Haus mit den Duschen. Von der Schrammsteinaussicht entlang des Gratweges (Wegmarkierung blauer Strich) bis links der Grüne Strich Richtung Frienstein abgeht. Kurz vor dem Frienstein findestz du eine Quelle. Das Wasser war aber als ich das letzte mal da war eher gelb als klar und deshalb sicher kein Trinkwasser. Unbedingt mal um den Frienstein rum zur Idagrotte gehen. Vo dort asu weiter Richtung kleiner winterberg und Abstieg zum Wettinplatz. Da kommst du kurz vor dem Wettinplatz an einer klaren Quelle vorbei. Die ist aber oft ausgetrocknet und wenn sie "sprudelt" sollte man für eine 1,5l Flasche 10 min einplanen. Also nicht drauf verlassen. Von dort aus läufst du weiter über die Zeughausstraße zum Hinteren Raubschloß (=Winterstein) Dort kannst du übernachten (natürlcih ohne Zelt unter einem Felsvorsprung). Auf der Nordseite findest du eine Freiübernachtungsstelle(beamtendeutsch für das sächsiche Wort Boofe). Die ist durch ein kleines grünes Schild gekennzeichnet. Du musst den normalen Aufstieg zum Winterstein nehmen und wenn es in diese riesige Höhle geht rechts abbiegen und auf dem 3m breiten Felsband um den Felsen rumherumlaufen. Da findest du die Boofe. Klingt schwerer als es ist.

3.Tag: (11km) Absteig zum Großem Zchand (Trockental) und weiter zum Zeughaus. Dann zur Thorwalder Brücke und erst mal ausgiebiges Waschen und Abwaschen in der Kirnitzsch. Du wirts es brauchen. Die Boofe hat einen Untergrund aus feinem Sand und aus Asche. Weiter entlang der Kirnitzsch vorbei an der Niederen Schleue bis rechts der "rote Strich" abzweigt und vorbei an Lindigthöhle und Brüdersteinen nach Hinterhermsdorf. Dort soll irgendwo ein Zeltplatz sein. Den kenne ich aber nicht und der steht in keiner Karte. Also mal kümmern!

4.Tag: (17km) Ich muss sagen das ich die Tour für den 4.Tag zum (kleinen) Teil noch nicht kenne und nur nach Karte beschreibe. Erst mal suchts du dir eine Weg zum Grenzübergang östlich von Hinterhermsdorf. Dort gehtst du dann auf tschechischer Seite den blauen Strich bis nach Zadni Jetrichovice Von dort aus weiter den grünen Strich nach Mezni Louka. Dort gibt es einen Zeltplatz. Aber bei den tschechischen Preisen sollte man überlegen ob man icht in einem der Gasthöfe übernachtet.

5.Tag: Von Mezni Louka über das Prebischtor nach Hrensko. Dann gibt es 2 Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Du läufst nach Osten in die Klamm der Kamenice und kommst über 2 Bootsfahrten auf Höhe Dolski Mlyn und läufst dann aus dem engen Tal über Ruzova und Janov wieder nach Hrensko. Von dort nutzt du die grenzüberschreitende Fähre und kommst so zum Bahnhof Schöna wo wieder die S-Bahn nach Wehlen oder nach Dresden fährt.
Möglichkeit 2: Du fähst über die Elbe und dann mit der S-Bahn nach Bad Schandau. Von dort aus läufst du über den Lilienstein nach Köngstein wo wieder die S-Bahn fährt.

An den letzten Tagen kannst du ja irgendwo in der Sächsichen Schweiz dein Basislager einrichten und Klettern gehen und/oder noch einige Sachen im Elbsandsteingebirge besuchen die ich jetzt nicht mit auf der Tour einbauen konnte.

Kartenempfehlung: "Topografische Karten" vom Landesvermessungsamt: spitze aber schwer zu bekommen (nur direkt beim Landesvermessungsamt in Dresden- könnte ich ggf. für euch erledigen)

Die Karten von Rolf Böhm sind schön gezeichnte aber für's Wandern oft zu detailreich und zu unübersichtlich. (die in 1:10.000 es gibt aber auch andere Massstäbe)


Interressante Orte (ungeordnet):
Schrammsteinaussicht
Festung Königstein - Riesige Festungsanlage die nie direkt an einer kriegerischen Handlung teilgenommen hat.
Prebischtor - größtes Felsentor Europas. Leider kann man nicht mehr auf das Tor drauf. Aber vom Aussichtspunkt neben dem Tor hat man einen schönen Blick auf selbiges. Leider wird Eintritt verlangt.
Kahnfahrt durch die Stille Klamm - Die Fahrer leiern zwar immer den selben Text runter und machen immer haargenau die selben Gags aber beim ersten Mal ist es noch lustig. Aber man fährt auch normalerweise nicht wegen des Ruderers sondern wegen der Natur.
Lilienstein
die alten Felsburgen - Hinteres und Vorderes Raubschloß, Arnstein etc. Prima um Spuren der mittelalterlichen Bebauung zu finden. Mal genau hinschauen.
Bielatal - Das Kletterparadies
Falkenstein - Auch ein Kletterparadies. Da führen unendlich viele Routen in allen Schwierigkeitsgraden rauf. Die Wiege des sächsischen Klettersports.
Gratweg (Schrammsteine) - führt an vielen Aussichtspunkten vorbei.
Kirnitzschtal - schönes Wildtal das leider größtenteil durch eine historische Straße versaut ist. Aber weiter oben noch genauso ruhig wie es früher irgendwann einmal gewesen sein muss.
Die Dörfer der Böhmischen Schweiz- ich habe keine rationale Erklärung aber mir gefallen sie halt einfach. Besonders die Kirchen.
Bastei - der Klassiker, auch für fußlahme Touris. Deshalb möglichst früh oder abends besuchen.
Kuhstall- große Felsenhöhle
Märzenbecherwiesen im Polenztal - dürften über Ostern wieder mit 1000den Märzenbechern bedeckt sein. Liegen halt etwas abseits vom Zentralgebiet.
Pfaffenstein mit Barbarine
Nationalparkhaus, Bad Schandau tolle Ausstellung mit schönen Diashows für Romantiker.
Hohnstein - schöne Stadt mit Burg (da war übrigens das erste KZ Deutschlands auch wenn das jetzt im Zusammenhan mit "schöne Stadt" zynisch klingt. Ist aber nicht so gemeint. Betrachte die Informationen bitte getrennt!)

Muss nicht sein:
Sebnitz, Neustadt - nichts als langweilige Nester
Stadt Königstein - wäre vorletztes Jahr fast die erste deutsche Stadt mit einem rechtsgerichteten Bürgermeister (NPD) geworden. Ich finde das sagt sehr viel.
Kirnitzschtalbahn - Bahnfahren ist man als Großstädter sowieso gewöhnt. Dieses Exemplar nennt sich historisch und ist teuer. Lieber den benachbarten Lehrpfad laufen.

sonstige Tipps:
- 2h vor Sonnenuntergang wird es im Elbsandsteingebirge schlagartig ruhig. Ich weiß auch nicht warum da alle zu den Zügen und ihren Autos sprinten aber so hat man selbst an den Tagen mit schönsten Wetter einige ruhige Stunden.
- Der Herbst ist am schönsten. Weiches Licht und bunte Blätter. Da juckt der Zeigefinger ständig auf dem Auslöser.
- Im Winter gibt es zahlreiche Eisfälle (@Becks und Saloon: Eisklettern möglich. Ich hab hier einen Zeitungsartikel der das bestätigt) und Eiszapfen

Das Elbsandsteingebirge hat einen winzigen Nachteil: Das Elbtal. Wenn man wie ich autoloser Schüler immer mit der S-Bahn anreist hat man als erstes unaufgewärmt einen harten Aufstieg und am Ende mit müden Fußsohlen einen ekeligen, stauchenden Abstieg. Besonders extrem in Schmilka wo das tiefe Elbtal direkt neben dem hohen Winterberg liegt. Lässt sich aber nicht ändern und ist auch nicht soooo schlimm.



@all: Wenn ihr einen Guide für das Gebiet braucht: Ihr wisst wie ich zu erreichen bin. In nächster Zeit stelle ich mal paar von meinen Elbsandsteinfotos hier rein um euch zu zeigen, wie geil das Gebiet ist.
Ich will übrigens Sonntag wieder in den Elbsandstein und habe noch kein festes Ziel. Wenn also einer "Forschungsaufträge" für mich hatt sollte er die ganz schnell hier veröffentlichen und sie werden, wenn machbar, am Sonntag erledigt.

Hab ich was vergessen? Noch Fragen? Immer her damit. ich hoffe ich habe euch mit der Textmenge jetzt nicht erschlagen.

Christian

Christian J.
14.03.2003, 22:33
Ach so: @Shirkan: Grenze kannst du nicht ohne Grenzübergang überqueren. Da gibt es Streß mit dem grünen Trachtenverein. Immerhin ist das (noch) eine EU-Außengrenze. Erst recht geht das nicht mit einer Kindergruppe für die du als Leiter verantwortlich bist durchs Gebiet schleichst. Es gibt dummerweise auch nicht viele Grenzübergänge. Aber wenn man das bei seiner Tourenplanung berücksichtigt ist das kein Problem.

Christian

boehm22
14.03.2003, 23:19
Hi Christan,
danke für die Infos - auch die, die speziell für Fußgänger gedacht sind. Das Gebiet ist echt geil.

gregor
15.03.2003, 00:43
@Christian
4.Tag: herrliche wildromantische Strecke, sehr empfehlenswert. Grenzstreifen nach meiner Erfahrung keinerlei Problem. Grenzübertritt geht (inoffiziell) auch gut vom Winterberg (nach Jetrichovice) bzw. offiziell in Sebnitz.
Tipp: mal einfach den Grenzpfad abwandern Richtung Lausitz bis Neustadt über den Unger (herrliche Buchenwälder!)

@Shirkan
Mezni Louka hat auf dem Zeltplatz auch (sehr einfache) Bungalows.
Tour Alternative oder Verlängerung: von Schmilka über Mezni Luka quer durchs Böhmische Mittelgebirge nach Jonsdorf/Oybin im Zittauer Gebirge. Dichte Wälder, verwunschene Täler, nur 2 oder 3 Dörfer in drei Tagen und das in Mitteleuropa! Kegelberge mit traumhaften Aussichten und alten Burgen (verfallen). Von Oybin (Basalt-Orgeln und Sandsteinfelsen) mit der dampfbetriebenen Schmalspurbahn nach Zittau (gute Verbindung nach Dresden).
Was das boofen betrifft: ist offiziell nur Kletterern der Dresdner Sektionen erlaubt und kann empfindlich geahndet werden (ebenso Feuer)! Also besser außerhalb der Nationalparksgrenzen halten (wird weniger kontrolliert), sehr spät und nicht an Wegen aufbauen und früh wieder weg. Selbstverständlich keinerlei Spuren zurücklassen. Ich selbst halte mich dazu am liebsten auf tschechischer Seite auf, gibt weniger Stress!

@Rosi
"erfahren" läßt sich die Sächs. Schweiz kaum, in die besten (und einsamsten) Ecken mußt Du laufen. Bastei kannst Du natürlich hochfahren aber `nen Turnschuh zum Wandern solltest Du mithaben! Übrigens auch toll (wiel durch Felsen, Aussichten und übersichtliche Tourlängen motivierend) für Kinder. Wenn Du Ruhe magst peil mal die Hinterhermsdorfer Gegend an .


Gruß, Gregor

Shirkan
15.03.2003, 09:57
hi,

erstmal danke für eure Tips Gregor und Christian!!!!! Danke!

hab mir noch nicht alles haargenau durchgelesen, aber war alles sehr interessant !

Wir werden denk ich maximal 15 Leute sein!
Das mit der Grenze war mir schon fast klar --> aber es gibt ja manchmal auch Fussgänger-Grenzübergänge!
Zum Biwakieren: sicher werden wir uns an die Regeln halten --> Früh ausstehn müssen wir eh, direkt am Wegesrand wird sowieso nicht gezeltet, und Müll läßt man als Pfadfinder sowieso nicht liegen.

Zeltplätze: wie teuer ist sowas heutzutage in Deutschland ? (war ich erst selten drauf, meistens von jemand anders bezahlt worden)

nach Karten werd ich mich wohl bald umschauen müssen, damit ich alles besser verfolgen kann!

also nochmal vielen Dank für alle Tips !

Christian J.
15.03.2003, 15:48
Was das boofen betrifft: ist offiziell nur Kletterern der Dresdner Sektionen erlaubt und kann empfindlich geahndet werden (ebenso Feuer)! Also besser außerhalb der Nationalparksgrenzen halten (wird weniger kontrolliert), sehr spät und nicht an Wegen aufbauen und früh wieder weg. Selbstverständlich keinerlei Spuren zurücklassen. Ich selbst halte mich dazu am liebsten auf tschechischer Seite auf, gibt weniger Stress!


Die Regelung ist etwas schwammig. Laut aktuellem Stand ist boofen nur in Verbindung mit der "unmittelbare Ausübung des Klettersports" gestattet. Das hat nichts mehr mit irgendwelchen Bergsportvereinen zu tun. Weiterhin sind 57 Stellen vorgeschrieben, an anderen Orten ist es streng (und vernünftigerweise) total verboten. Aber sicherlich lässt sich für deine Pfadfindergruppe eine Sonderregelung erreichen. Einfach mal mit der Nationalparkverwaltung in Kontakt treten. Die Jungs sind nett und unbürokratisch.

@Shirkan: Für 15 Leute könnte es schwierig werden. Ich werd mal am Sonntag einige Boofen aufsuchen, von denen ich vermute das sie groß genug sein könnten.
Es gibt übrigens 2 Fußgängerübergange: Bei Hinterhermsdorf und im Bielatal.

Christian

gregor
15.03.2003, 17:09
@Christian

Wann ist die Regelung mit dem boofen geändert worden und wo ist das geregelt? Wie kann man die 57 Stellen erfahren? Interssiert mich sehr, da ich mich öfters dort aufhalte!

Gruß, Gregor

Shirkan
15.03.2003, 17:28
nur noch mal so zur Erläuterung:
Boofen = Biwakieren ?

Christian J.
15.03.2003, 17:57
@Christian

Wann ist die Regelung mit dem boofen geändert worden und wo ist das geregelt? Wie kann man die 57 Stellen erfahren? Interssiert mich sehr, da ich mich öfters dort aufhalte!

Gruß, Gregor

die 57 Stellen sind im Netz nirgends zu erfahren. Ich stell heute abend mal die Liste hier rein (Stand einmal in der Zeitung).
Geregelt ist das in der letzten Bergsportkonzeption vom letzten Sommer. Danach ist der Grenzweg gespeert und wird kontrolliert.

Christian

Christian J.
15.03.2003, 19:52
Die Boofen sind jeweils duch ein kleines grünes Schild mit der Aufschrift "Freiübernachtungsstelle" gekennzeichnet

Schrammsteine:
- am Falkenstein/Knabe
- am Hohen Torstein, Ostseite, links+
- am Hohen Torstein, SW-Seite, unterhalb Knirpelwand
- am Hohen Torstein, Westseite
- an der Teufelsmauer

Schmilkaer Gebiet:
- am Teufelsturm
- unterhalb der Rauschengrundverschneidung
- unterhalb des Rauschengrundkegels
- Rauschengrundboofe, Höhle in der rechten Talseite
- auf dem Band nordwestlich der Falknertürme (2 Boofen)
- am Pionierturm, Ostseite
- auf dem unteren Band nordöstlich der Falknertürme
- auf dem oberen Band westlich der Rotkehlchenstiege
- unterhalb der Bussardwand
- Bussardboofe
- am Kleinen Kuhstall
- am Schwarzem Horn
- Untere Märchenturmboofe
- am Sprunghorn
- am Lehnriff, Südseite
- östlich vom Lehnriff (Besenboofe)
- Wurzelboofe

Affensteine:
- an Günther's Börnel
- im Nassen Grund
- Bauerlochboofe an der Häntzschelstiege
- unterhalb der Glatze/Frisör
- unterhalb des Wilden Kopfes
- auf dem Band unterm Sandlochturm
- Sachsenhöhle im Dom
- an der Lorenznadel
- im Winkel südlich vom Carolafelsen
- südlich vom Hentzschelturm

Wildensteiner Gebiet:
- am Alten Wildenstein, 3 Boofen an der Westseite
- am Alten Wildenstein, NO- Ecke
- am Alten Wildenstein, NW- Ecke
- an der Glocke
- westlich des Rabentürmchens (2 Boofen)
- am Kleinen Lorenzstein, Ostterasse
- am Kleinen Lorenzstein, NO- Seite, Wandfuß
- am Großem Lorenzstein, Südseite
- Kansteinboofe
- am Kanstein, Ostseite
- Goldbacchboofe
- an der Kleinsteinwand

Kleiner Zschand:
- am Nördlichen Gleitmannsturm
- in den oberen Hirschleckschlüchten
- an der Sammlerwand
- im Gleitmannsloch, rechte Boofe
- am Winterstein, Südwestseite
- am Winterstein, Ostseite [Wegebeschreinbung steht in meinem Tourenvorschlag oben]
- Obere Boofe am Winterstein, Ostseite [direkt über der Anderen, nur Kletternd zu erreichen]

Sponsord by GPS-Industrie. :bg: :bg:

Viel Spaß beim Suchen. Ich habe auch erst die Beiden gefunden (und noch nicht mehr gesucht)

Christian

Friedjoff
15.03.2003, 20:32
Hallo,

wie siehts denn mit Klettern im Elbsandsteingebirge aus?? Muss nichts großes oder besonderes aber auch nicht überlaufen sein. Kennt jemand dort (oder woanders) ein gutes Gebiet zum Klettern das vielleicht ein bisschen abseits liegt :wink:

Gruß,
Friedjoff

gregor
15.03.2003, 23:41
@Christian
Echt stark, die Liste! Danke!

Ich weiß, daß der Grenzweg gesperrt ist (wie alle nicht markierten Wege). Werde mich dennoch nicht damit abfinden und weiter durch die Wildnis schlurfen! Schließlich wird nicht 365 Tage im Jahr kontrolliert, vor allem wohl kaum überall. Außerdem ist in D fast alles verboten. Wenn man sich da nach allem richten sollte...
Vielleicht laufen wir uns dort mal über den Weg?

Gruß, Gregor

PS: Bist Du Elbsandstein-Kletterer? Ich hab da noch kaum Erfahrung.

Christian J.
15.03.2003, 23:47
Bin gerade dabei, ein Elbsanddsteinkletterer zu werden. :wink: Muss noch etwas üben bis ich an den richtigen Fels kann.
Ich werde mich an das Verbot halten. Wenn wie in D so viele Menschen auf so wenig Raum leben muss man der Natur halt per Gesetz Freiräume schaffen.
Klar, vielleicht laufen wir uns mal (geplant?) über den Weg. Ich bin der Bekloppte der mehrere Kilo Fotoausrüstung und ein Stativ im bzw. am Rucksack hat. :bg:

Christian

gregor
16.03.2003, 12:45
Hallo Christian,

gibt es eigentlich einen Klettergarten o.ä. dort? Problem für Anfänger sind ja vor allem die strengen Regeln für das Anbringen von Sicherungen (woran ich mich strikt halte, in diesem Fall :D ) .
Wenn ich wieder mal Zeit finde runterzufahren werd ich mal hören lasse. Zur Zeit hab ich leider zu viel zu arbeiten... Früher hab`ich auch mal so viel Fotoausrüstung rumgetragen. Ist aber weniger geworden, jedenfalls für Kurztrips. Irgenwann hast Du soviele Fotos, daß Du einen eigenen Archivar brauchst! :bg: :bg: :bg:

Gruß, Gregor

Friedjoff
16.03.2003, 13:23
ich hab leider davon keine Ahnung:
was ist den das besondere am Elbsandsteinklettern, bzw. Anbringen von Sicherungen??

Gruß,
Friedjoff

Christian J.
16.03.2003, 18:17
Ich muss auch sagen, dass meine Elbsandsteinklettererfahrungen gegen null gehen. Die Sicherungsringe sind in weitem Abstand. Dazwischen wird nur mit Bandschlaufen gesichert. Klemmkeile und Friends sind wie Magnesia u.ä. verboten.
Ich glaube es gibt einen Klettergarten in einem Tal bei Pirna. Die ersten Elbsandsteinerfahrungen würde ich auf jeden Fall zusammen mit einem Gebietskenner oder mit einem Kletterkurs machen da die Sicherung und auch die Klettertechnik selbst z.B. mit Franken nicht zu vergleichen ist. (Gibt's woanders sowas wie "Bauen" wo man seinen Kletterpartner zum Weiterkommen benutzt und z.B. auf seine Schultern steigt?)

Christian

Haiko
05.04.2003, 02:30
Moin²,

aus meinen bescheidenen Klettererlebnissen heraus möchte ich trotzdem behaupten, dass die Sächsische Schweiz gerade für Kletter-Anfänger sehr gut geeignet ist. Man muss zwar auf Friends und Magnesia verzichten, aber wenn man einen IVer Weg macht, braucht man das sowieso nicht. Jeder halbwegs sportlich fitte Mensch kann durchaus eine VIIa, zumindest im Nachstieg, mit viel Mut auch im Vorstieg machen. Am besten ist es, wenn man sich einen Kletterführer besorgt und die ganzen Alten Wege macht. Die sind meistens im IVer Bereich und relativ einfach. Grösste Schwierigkeit ist manchmal, sich nicht zu verlaufen :o

Zu empfehlen sind Falkenstein und Gans. Gan_s_ persönliche Meinung...

Ahoi,
Haiko

Christian J.
25.04.2003, 13:03
Übrigens, wer Gründe sucht in die Säch.Schw. zu fahren sollte sich mal diese Fotos (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/8073) ansehen. *träum*

Christian

ToP
26.04.2003, 12:52
@Christian J.

Mir ist letztens bei der Mitteilung über die Rucksäcke bei Karstadt aufgefallen, daß du wohl nahe DD wohnst. Ich bin jetzt (erstmal) mein letztes halbes/ganzes Jahr hier und gehe ab und an in die Sächsische Schweiz, auch zum Klettern. Ich schreibe am besten mal eine PN.


@Haiko

Da spricht bestimmt so ein Sportkletterer, dem das Gehirn an einer Südseite ... (sorry). Eine VIIa ist nich einfach mal so zu machen und Vorsteigen hat nix mit Mut zu tun. Man kann einem Anfänger doch nicht raten, in einem Gebiet mit solch "exotischen" Sicherungen mal eben eine "ich weiß nicht was" vorzusteigen, wenn man nur mutig genug ist.

Ich klettere schon ein Weilchen, aber ich steige trotzdem bis IV vor, dämnächst ev. gut zu sichernde Ver. Theoretisch wär sicherlich mehr drin, aber man klettert sein Können und nicht das des Seils oder der Schlingen.


Torsten

Christian J.
26.04.2003, 13:01
Ja, ich wohne wenige (hundert) Meter von der Stadtgrenze von Dresden entfernt und bin täglich in DD (Schule).

Christian

Haiko
06.05.2003, 10:17
Moin²,

@Torsten

Nee, nee... keine Sorge. War nur äusserst selten an Südseiten klettern :wink:

Muss Dir in einigen Punkten recht geben und in anderen widersprechen:

Eine VIIa ist mit Sicherheit "nicht mal so zu machen". Aber wenn man gut trainiert ist, ein gutes Körpergefühl und keine Höhenangst hat, kann auch ein Anfänger einen solchen Weg im Nachstieg machen. Das empfehle ich niemanden, aber so sind unsere prinzipiellen Fähigkeiten. Dass natürlich die Fußarbeit schlecht ist, sich die Leute eher mit den Händen hochziehen statt richtig zu klettern, ist eine andere Geschichte. Deshalb sagte ich ja auch, dass man besser mit den Alten Wegen im unteren Schwierigkeitsgrad beginnen sollte. Dort kann man nämlich Klettern lernen und geniessen.

Warum der Vorstieg "nix mit Mut" zu tun haben sollte, verstehe ich nicht richtig. Ich denke genau das Gegenteil. Vielleicht kannst Du ja schreiben, was Du meinst.

Warum denkst Du, dass es in dem Gebiet "exotische" Sicherungen gibt? Es sind ganz normale Sicherungen, nur eben anders als die, die man in anderen Gebieten benutzen darf.

Ahoi,
Haiko

ej64
06.05.2003, 15:08
Auch wenn eine sächsische VIIa nur eine UIAA 5+ ist, würde ich jeden, der einen Anfänger im Vorstieg in eine solche hineinredet - egal ob schwer oder idiotenleicht absicherbar - bei einem Unfall zur Verantwortung ziehen! Das ist doch schon mehr als fahrlässig!
Ich bin bestimmt kein Sicherheitspapst, aber ein (erfolgreicher) Vorstieg - gerade wenn man Sicherungen selber legen muss, insbesondere mit Knotenschlingen - erfordert immer 1. sichere Beherrschung der auftetenden Schwierigkeiten und der notwendigen Kletter-Techniken und 2. Erfahrung und sicheren Umgang mit dem Sicherungsmaterial.
Im Toprope kann ich i.d.R. jeden gefahrlos "rummachen" lassen, ein Nachstieg kann auch schon nervenaufreibender sein, ein Vorstieg ist aber immer mit objektiven und subjektiven Gefahren verbunden - und ein Anfänger kann die eben nicht einschätzen - da hilft es schon gar nicht, wenn sich einer hinstellt und alles verharmlost!
Und wer Vorsteigen mit "Mut haben" verwechselt, dem garantiere ich einen Vorstiegsunfall. :ill:

berg heil eberhard

Thomas
20.09.2003, 02:18
Bin als Dresdner auch leidenschaftlicher Elbsandsteinkletterer und bin der Meinung, daß es mehr als leichtsinnig ist, zu glauben, bei einer IV wären keine Sicherungsmittel erforderlich. Wenn Menschen Fehler machen oder Griffe ausbrechen, dann wird auch ein leichter Weg zur Lebensgefahr.
Und gerade das Elbsandsteingebirge ist eben nicht wie andere Klettergebiete von oben bis unten mit Bohrhaken zugetackert und erfordert demnach einiges an Erfahrung im Umgang mit den teilweise sehr begrenzt vorhandenen Sicherungsmöglichkeiten.
Wer zwei, drei Meter über der letzten Zwischensicherung stürzt, dem kann es ziemlich egal sein, in welchem Schwierigkeitsgrad er gerade steckt. Nach unten geht es in jedem Falle.
Außerdem lassen die Schwierigkeitsgrade nur eine grobe Beurteilung des Weges zu da sie eben der subjektiven Einschätzung des Erstbesteigers entspringen. Bin schon einige VIIa's gestiegen, die in anderen Gebieten wohl eher eine VI wären, während einem eine schlecht gesicherte und rundgelutschte IV schon mal wie eine VI vorkommen kann. Ins Schwitzen kommt man auf jeden Fall, wenn man plötzlich nichts mehr zum Sichern findet. Und dann ist ein Anfänger vor allem psychisch schon mal schnell überlastet, besonders wenn es im Extremfall heißt, ein paar Meter abklettern zu müssen.

Gruß, Thomas