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Dominik
12.03.2003, 18:07
Hi Folks,

nachdem ich Becks´s Foto gesehen hab, hab ich mir Gedanken zur Fotografie gemacht.
Anscheind muss ja die Auswahl des Filmes absolut wichtig sein.
Ich bin auf diesem Gebiet ein totaler Neuling.
Die Daten für welche Gebiete und Aufnahmen man was für Filme brauch,hab ich.

Aber mich würde mal interessieren, ob der Unterschied wirklich so gravierend ist.
Hat jemand Erfahrung damit gemacht? (Bitte keine Vermutungen!)

Gruß
Dom

Becks
12.03.2003, 18:23
Also, folgende Sachen haben einen Einfluß:

Die ISO-Zahl des Films.
Je höher die ist desto empfindlicher ist der Film. Ein 200er ist doppelt so empfindlich wie ein 100er und ein 400er dopelt so empfindlich wie ein 200er.
Je empfindlicher der Film desto kürzer muß belichtet werden um ein Bild zu bekommen. Kann man z.B. mit nem 200er ein Bild in 1/60sek belichten braucht ein 100er schon 1/30 und ein 400er 1/120 sek.
Allerdings: je empfindlicher der Film desto größer müssen die Farbpartikel im Film sein - d.h. je höher die ISO-Zahl desto grobkörniger der Film. Sieht man aber nur bei Vergrößerungen oder bei Dias.

Das Fabrikat
Je nach Hersteller und Filmtyp sind die Farben die hinten rauskommen etwas anders. Kodak hat einen leichten Blaustich, Fuji färbt grün. Allerdings ist hier bei Positivfilmen auch die Entwicklungsabteilung die den Film in die Pfoten bekommt mit an der Qualität beteiligt.
Bei Diafilmen ist dies nicht der Fall (soweit ich weiß) da hier keine Abzüge auf Papier hergestellt werden. Diafilme sind zudem farbintensiver. Der Nachteil: man braucht spezielle Apparate um Dias zu zeigen und zu scannen.

Der Photo:
Klar, der spielt in Kombination mit dem verwendeten Objektiv auch eine entscheidende Rolle. Je besser der Apparat desto schärfer werden die Bilder abgebildet. Ein lichtempfindliches Objektiv sorgt zudem noch für den Vorteil daß man einen feinkörnigeren Film verwenden kann.

ich hab bisher mit der Espio 928 geknipst (Sucherkamera), aber gegen die Nikon F65 kommt das Kleinteil nicht an, keine Chance.
Als Film verwende ichKodak-Filme. Der Blaustich stört mich nicht, ich bin eh öfters in Schnee und Eis unterwegs *g* und werde wahrscheinlich bei Dias bleiben weil mich die Scanqualität und die Farben faszinieren. Der letzte Film war ein Iso400-Teil, aber der ist auf Dauer zu teuer. Als nextes teste ich mal 200er und 100er Kodakfilme an.

Alex

Atron
12.03.2003, 18:33
Ich hab meistens meine Nikkon Coolpix 990 (Digital 3,34MPixel)
dabei - damit sind Filmprobleme Geschichte - dafür Batterien ein
mögliches Problem, das sich jedoch mit zwei Sets 2000mAh NiMH-AA's
lösen läßt (die passen übrigens auch ins GPS).
Kann nur jedem raten es mit einer guten Digicam zu versuchen - solange
man nicht wochenlang ohne Steckdose und Solarpanel fotografieren will!

Ausarbeiten und scannen bleibt einem dadurch auch erspart...
Für Wandposter reichen natürlich 3 MPixel leider nicht aus...

Atron

Christian J.
12.03.2003, 18:41
Vorrausgesetzt du fotografierst analog.

1. Entscheidung: Farbe oder Schwarzweiß- da brauch ich sicher nicht viel dazu sagen.

2. Entscheiung: Dia oder Negativ-
Diafilm:
+ kräftigere Farben als Negativfilm
+ vom Dia lassen sich einfach und billig Abzüge machen. Aus einen Negativfilm Diuas für die Projektion zu machen ist schwierig.
+ Sieh dir mal ein 2*3m groß projeziertes Dia in einem dunklen Raum an. Überwältigend. Dagegen ist ein 10*13 Abzug einfach lächerlich.
- du musst genau belichten. Viele Kameras machen das automatisch. Man sollte trotzdem (wenn man mit Spiegelreflex fotografiert) Kenntnisse von Belichtungskorrektur haben und sich nicht immer auf die Automatik verlassen (oder am PC nachbearbeiten). Aber bei vielen Kameras kriegt man mit der Automatik auch ganz gute Dias (es sei denn du hast eine 5€-Aldi-Knipse)
+ Bildagenturen/Verlage wollen Dias (für Hobbyfotografen eher nebensächlich)
- Ausschnittsvergrößerungen schwierig

Negativfilm:
+ Belichtungsidiotensicher. 2 Blenden falsch belichtet kann man durch den Abzug problemlos ausgleichen.
+ "Ausschnittsvergrößerungen" sind bei Abzügen kein Problem (Schere)
+ Fotos kann man einfach zeigen und muss nicht immer den Projektor aufbauen und den Raum abdunkeln
+ Negativfilme, Entwicklung und Abzüge sind etwas (!!!) billiger als Diafilm, Entwicklung und Rahmung. Sicher kann man die Fotos auch in die Drogerie bringen und damit richtig Kohlw sparen aber die Ergebnisse sind entsprechend, reichenaber für "Erinnerungsfotos" meist aus.
- alles was bei Diafilem als positiv steht :bg:

3. Entscheidung: Empfindlichkeit
hohe Empfindlichkeit (200-1600)
+ kurze Belichtungzeiten (Verwackeln kommt nicht so oft vor)
+ lange Brennweiten können aus der hand fotografiert werden (ab 200mm sollte man aber, unabhängig von der Belichtungszeit, ein Stativ verwenden)
+ man kann bei schwächerem Licht noch fotografieren
+ schnelle (Autorennen etc.) Bewegungen werden noch scharf
+ man braucht nicht so oft den Blitz
(alle Vorteile sind eigentlich Folgen der kurzen Belichtungszeiten)
- Grobkörnig (wie hier (http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=7&extra=new&display=416274) )

neidrige Empfindlichkeiten (ISO 25-100):
+feinkörnig
- lange Belichtungszeiten (man braucht öfter Blitz, Stativ etc)

Ich denken, ein 200er ist ein guter Allroundfilm

4. Entscheidung: Marke
- Man sollte auch hier nicht unbedingt den letzten Cent sparen. Bei Eigenmarken von Kaufhäusern oder Drogerien weiß man nie, was drin ist. Manchmal ist es infach ein Scheissfilm und manchmal sind die Filme von Markenfirmen produziert undd nur mit einer anderen Verpackung versehen.
- direkte Empfehlung: ich fotografiere Dia und Schwarz-Weiß. Meine Filme sind bei Dia der Agfa CT prescisa (neutrale Farbwidergabe) udn bei SW der Agfa APX (nicht so flau wie Illford). In Fotozeitschriften sind oft riesen Filmtest die auch für Amateure gut verständlich sind. Ich werde in den nächsten Tagen mal suchen.
- Wichtiger ist es, bei einer Marke zu bleiben. Man merkt teilweise bei Diavoträgen wenn der Fotograf mitten im Urlaub die Filmarke gewehselt hat und die Bilde uf einmal kältere Farben vorweisen etc.
- Achtet beim Filmkauf immer auf das Mindethaltbarkeitsdatum. Gerade bei Billigangeboten sind die oft abgelaufen.
- in einer andere Kategorie spielen dann Profifilme wie der Fujifilm Velvia. Leider sind die auch teuerer und sollten kühl gelagert werden.


Natürlich sind Schärfe und Farben auch sehr stark von der Objektivqualität abhängig. Und da kostet Spitzenqualität extrem viel Kohle.

Ich hoffe ich habe euch jetzt nicht noch mehr verwirrt und nicht totgequatscht. Also, noch Fragen?

Christian

Christian J.
12.03.2003, 18:43
Ooops, da waren aber einige Leute schneller mit Tippen als ich.

Ach ja, noch ein wichtiger Nachteil bei Negativfilmen: Das Laobr macht was es will. Wenn du die Aufnahme z.B. unterbelichtet hast um einen bestimmtten Effekt zu erreichen, bringt das Labor sie wieder auf Standartbelichtung.

Und noch ein Vorteil von Niedrigempfindlichen: Sie lassen sich sehr groß vergrößern ohne das die "Pixel" (= Körnigkeit) nervig wird.

Dominik
12.03.2003, 18:48
Schonmal Danke für die ganzen Erläuterungen und Tipps!
Seit meinem letzten Urlaub hab ich mich auch nur noch auf Dias beschränkt. Ein Sonnenuntergang an der Zimmerwand kommt einfach viel besser rüber.

Zum Thema Grobkörnig:

Da bin ich mir nicht ganz sicher. Es gibt Bilder, welche ziehmlich grobkörnig sind, aber wobei ich mir denke, das gestochen Scharf nicht dieses "Feeling" rüber bringen würde.
Gerade bei Aktionsaufnahmen im Wald z.B.
Ein zu scharfes Bild würde zu "realistisch" aussehen.

Gibt es zum Thema Scharf/Grobkörnigkeit irgendetwas zu beachten?

Christian J.
12.03.2003, 18:54
Gibt es zum Thema Scharf/Grobkörnigkeit irgendetwas zu beachten?

Naja, man kanns halt als Gestaltungsmittel einsetzen. Ich mag meine Fotos lieber knackig scharf. Wie man das einsätzt, lässt sich schlecht mit Worten beschreiben. Ich such dir heute Abend mal ein paar Beispielfotos aus dem Netz. Daran sieht man das sehr gut wann grobkörnig und wann feinkörnig wirkt.
Aber jetzt gehe ich erstmal ein Stündchen fotografieren. Auf schönen feinkörnigen Schwarzweißfilm natürlich.

Christian

Dominik
12.03.2003, 18:56
@ Christian,

das ist nett!

Fotografieren ist also ne Art Hobby von dir?

Gruß
Dom

Christian J.
12.03.2003, 19:06
Kann man so sagen! Außer Fotografie und Outdoor gibt es in meiner Freizeit nicht viel. (ok, etwas Musik noch)

Eigentlich wollte ich schon weg sein. Forum- und Internetsüchtig!

Christian

Christian J.
12.03.2003, 21:35
Ok, bin wieder da:

Beispiele für Grobkörnige Bilder:

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=6&extra=new&display=415146

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=6&extra=new&display=405404

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=1&extra=new&display=416495

Stell dir mal vor, welches von den Bildern gestochen scharf und feinkörnig
noch so eine Wirkung hätte. Besonders gut zu sehen bei dem Blumenbild.

Und für Feinkörnige:

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=2&extra=new&display=411030

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=2&extra=new&display=411355

http://www2.fotocommunity.de/pc/pc.php4?channel=2&extra=new&display=384539


Da gibt's meiner Meinung nach nicht viel zu reden.

Die Bilder sind (leider) nicht von mir.

Noch Fragen. Her damit!

Christian

(Anm.) ich hab die Imagetags entfernt da ein PHP-Skript kein Bild ist - Alex :)

bubu
12.03.2003, 21:40
Öhm, Christian? Ich sehe wieder keine Bilder. Wie beim letzten Mal. :wink:

Christian J.
12.03.2003, 22:01
@Alex: Danke, Fotocommunity hat sicherlich da 'ne Sperre.
@Bubu: Dann eben so.

Christian

gregor
13.03.2003, 00:13
Hallo miteinander,

ich denke, man sollte vor allem auch beachten, daß die verwendeten Materialien für den Zweck und auch zueinander passen sollten.

Auf eine Hightech-Kamera gehört ein hochwertiges Objektiv, ein sehr guter Film (mit entspr. Lagerung), Top-Entwicklung und -Abzüge. Für die Aldi-Knipse brauch man das nicht, das wäre nur rausgeschmissenes Geld.

Da Fotografieren ein teures Hobby ist, sollte man auch Einsatzzweck und Material aufeinander abstimmen. Ich brauch zum Beispiel für `ne Wochenendtour keinen Profi-Film (manchmal laß ich sogar meine Spiegelreflex zu Hause und nehme meine wasserfeste Kompaktkamera), wenn ich aber in Tibet bin und hinterher Vorträge halte schon.

Ich habe auch festgestellt, daß Filme nicht nur Geschmackssache sind (ich stehe z.B. auf Fuji, vor allem Velvia) sondern besonders bei Dias auch zum Objektiv passen sollten. Manche Billig-Obj. tendieren zu leichtem gelb, Kodak kompensiert das gut. Lohnt sich -bei hohen Ansprüchen- mal auszuprobieren.

Na ja, und zu guter Letzt ist der Fotografierende und sein Blick entscheidend und ob er etwas ausdrücken kann mit seinen Bildern, der Rest ist "nur" Handwerk. Für gute Bilder muß man nicht unbedingt Unsummen ausgeben.

Gruß, Gregor