PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [SE (+NO+FI)] Råstofjäll Övre Soppero-Treriksröset +Bilder



Fjaellraev
15.11.2006, 20:17
Region/Kontinent: Nordeuropa

Lange hat es gedauert bis ich mich dazu aufgerafft habe, hoffentlich wird er schneller fertig als letztes Jahr, der Reisebericht der Skandinavientour 2006

Planungsphase
Die ursprüngliche Idee der Tour führte vom Nordufer des Torneträsk bei Latteluokta nach Norden am Råstojaure vorbei nach Kummavuopio und von dort zum Treriksröset, das als nördlichster Punkt Schwedens als Ziel feststand.
Informationen über diese Route waren auch im Zeitalter des Internet recht schwierig zu finden, Tourenberichte haben wir nur zwei gefunden, wobei einer aus den 30er Jahren stammte ;-) , auch sonst waren Infos über das Gebiet recht spärlich, und wenn dann eher für Angler als für Wanderer gemacht.
Als Problem erwies sich eine planbare Überquerung des Torneträsk, der einzige Bootsführer über den ich verlässliche Angaben bekam, war Peter Björne in Abisko. Dass er bei der für ihn recht grossen Distanz 1800 SEK für die Fahrt nach Laimoluokta verlangte war ja durchaus verständlich, aber für zwei Personen doch recht happig.
Alternativ wäre es wohl auch gegangen in Torneträsk einfach einen Bootsführer zu suchen, aber dann kam eine Idee wie die Tour noch verlängert werden könnte.
So wurde der Startpunkt kurzerhand nach Övre Soppero (An der Strasse nach Karesuando) verlegt, und die von dort nach Westen auf die geplante Route verlaufenden Wege in die Planung mit einbezogen. Aber auch hier war mit dem Lainioälven erstmal Wasser im Weg. Die Anfragen vor Ort nach einer Übersetzmöglichkeit und dem Zustand des anschliessenden Weges verliefen nicht sehr ermutigend. An vielen Orten war der Weg, obwohl auf der Karte verzeichnet, schlicht unbekannt. Schlussendlich bekam ich die Antwort, dass er total überwachsen und fast nicht mehr zu finden sei, wir sollen doch lieber der Kiesstrasse etwa 8 km weiter nördlich folgen und dort nach etwa 20 km auf einen Wanderweg nach Järämä (wo auch der Weg von Övre Soppero rausgekommen wäre) abzweigen.
Die geplante Route sah dann folgende Orte vor: Start an der Strasse Övre Soppero – Karesuando, Jårkastaka, Järämä lappläger, Vuoskojaure, Kamasjaure, Råstojaure, Kummavuopio ab hier verschiedene Varianten: Schlechtester Fall Ausstieg an die Strasse nach Keinovuopio (Bus nach Karesuando), besser direkt zum Treriksröset, noch besser Pältsa, Treriksröset, oder die optimale (längste) Variante Pältsa, Gappo (N), Treriksröset und von dort auf jeden Fall nach Kilpisjärvi zum Bus.

Start (Anreise bis Tag 1)
Die Fahrt nach Dänemark kommt mir dieses Jahr viel kürzer vor, als in den letzten Jahren obwohl sie genau genommen länger dauert. Des Rätsels Lösung ist wohl, dass ich endlich wieder einen durchgehenden Nachtzug von Basel bis Kopenhagen habe und nicht irgendwo in Deutschland spät abends noch umsteigen muss. Es liegt aber sicher auch daran, dass die Gruppe in meinem Liegewagenabteil ganz unterhaltsam ist, und wir nicht nur schweigend den eigenen Gedanken nachhängen. Auch die Anschlüsse klappen mal wieder problemlos, in Stockholm kommt uns die Bahnhofkenntnis zugute, mit jahrelanger Routine weiss man wo der Zug nach Kiruna abfährt und muss nicht lange nach dem richtigen Gleis suchen.
Unterwegs gibt es dann eine Durchsage, dass der Zug heute nicht über Sundsvall, sondern über Bollnäs fährt, da zwischen Sundsvall und Ånge die Gleise von einem Unwetter unterspült wurden. Uns kann das ja egal sein, das wäre nur blöd gewesen wenn wir den Zug in Stockholm verpasst hätten und ihm mit dem X200 nach Sundsvall nachgefahren wären...
Auch die nächste Durchsage kann uns eigentlich egal sein, nämlich dass der Zug aus (nicht weiter erklärten Gründen) nur bis Kiruna fährt (Grund dafür war ein Streit zwischen der norwegischen Ofotbanen und Connex).
Bis Ånge dösen und schlafen wir im sitzen, dann gibt es genug Platz dass wir uns wieder einmal auf den Bänken hinlegen können.
Lappland empfängt uns am nächsten Morgen mit regnerischem Wetter (nach 4 Wochen Sonne pur) und deutlich herbstlicheren Farben als letztes Jahr zur gleichen Zeit.
In Kiruna werden noch die Lebensmittelvorräte aufgefüllt und dann heisst es. Warten auf den Bus in Richtung Karesuando. Es ist wirklich eine Fahrt in den Herbst, die Farben werden immer intensiver, aber gleiches gilt leider auch für die Regenschauer. Zum Glück hat das Wetter ein einsehen mit uns, und es ist gerade trocken als der Bus am Abzweig der Strasse nach Järämä anhält.
http://farm3.staticflickr.com/2812/13270758263_bf6977f304.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270758263/)
Wo führt uns diese Strasse wohl hin?

Etwa 1 ½ Stunden laufen wir dann noch der Kiesstrasse entlang, vor der Suche nach einem Zeltplatz stellt sich erstmal ein anderes, für Lappland eher ungewöhnliches, Problem. Wasser ist ziemliche Mangelware, viele Bäche sind total ausgetrocknet oder nur noch Sumpflöcher. Irgendwann finden wir dann aber doch noch ein plätscherndes Bächlein an dem der Wassersack aufgefüllt wird, danach wird recht schnell nach einem Zeltplatz Ausschau gehalten und auch einer gefunden. Nicht weit von der Strasse, aber doch so dass man sie kaum wahrnimmt wenn doch mal ein Auto vorbeifährt. Bis zum nächsten auf der Karte eingezeichneten Bach hätten wir es sicher nicht mehr geschafft, bevor der Regen für den Rest des Abends wieder einsetzt.

Gruss
Henning

Laiseka
16.11.2006, 01:09
Bericht macht Hunger auf mehr :D mehr Fotos :o :o :o :o :o :o!

Wann warst du dort?

Fjaellraev
16.11.2006, 17:50
Zum Zeitpunkt der Tour: Start war dieses Jahr am letzten Augustwochenende, losgelaufen sind wir am 29. August, also war es eigentlich eine Septembertour.

Bilder? Ja da kommen schon noch mehr :) , aber sie sind auch der Grund, weshalb der Bericht nicht früher kam. Irgendwie bin ich mit den Ergebnissen dieses Jahr nicht so recht zufrieden, sie wirken vielfach recht flau, was sicher auch am Wetter lag. Besonders auffällig ist das meines Erachtens bei den Scans, die Dias sind zwar auch nicht immer der Hammer, aber doch besser. Aber keine Angst, ich suche euch schon noch einige der Besten raus.
Anders als letztes Jahr gibt es aber dieses Jahr keine Bildersendung am Anfang, sondern die Bilder werden wieder in den Bericht eingebaut.

Gruss
Henning

Fjaellraev
16.11.2006, 20:36
Tag 2
Endlose Strasse
Das Geräusch am Morgen ist bekannt und nervig, leichter Regen fällt auf das Zelt. Egal es geht natürlich weiter und der Regen hat auch bald ein Einsehen und hält sich wieder zurück.
Sonst wäre die heutige Strecke noch nerviger, auf der Strasse kommen wir zwar recht schnell voran und die gelben Birken lenken von der Monotonie des ewigen auf und ab und der so weit zu sehenden Strasse ab. Recht bald machen sich meine Füsse bemerkbar, für diese Art von Wegen sind die Lundhags halt einfach nicht der richtige Schuh, obwohl alle kritischen Stellen gepolstert oder getapet sind gibt es einige Blasen und Reibstellen, die mich die ganze Tour nerven und quälen.

http://farm8.staticflickr.com/7231/13270757573_5162e16a8a.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270757573/)
Das M deutet leider nicht auf eine Metrostation hin, auf jeden Fall haben wir nie einen Eingang gefunden, sondern wohl doch nur auf eine Ausweichstelle.

http://farm8.staticflickr.com/7369/13270950733_d80ef1c91e.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270950733/)
Die Brücke über den Lainioälven bietet doch mal wieder eine andere Aussicht...

In Jårkastaka sind recht viele Angler mit Wohnwagen am Fluss, an einer etwas ruhigeren Ecke machen wir Mittagspause. Da auf dem weiteren Wegverlauf ins Fjäll keine Bäche mehr eingezeichnet sind, entscheide ich mich nach den gestrigen Erfahrungen den Wassersack schon hier am Fluss aufzufüllen. Die 4 Liter passen zwar problemlos in die leergeräumte Seitentasche, aber das Gewicht des Rucksacks steigt von sicher 25 kg halt auf mindestens 29 kg, was einfach an der oberen Grenze für mich ist.
Da das Ufer (wo der Weg eigentlich abzweigen sollte) von vielen Anglerpfaden durchzogen ist, entscheiden wir uns noch 3 km auf der Strasse zu laufen und erst bei der Kreuzung zwischen Weg und Strasse auf den Wanderweg abzuzweigen. Nur wird daraus nichts, obwohl 4 Augen ständig danach Ausschau halten wo jetzt der Weg auf der einen oder anderen Strassenseite zu sehen wäre und auch das GPS zur Positionsbestimmung beigezogen wird, gelingt es uns nicht auch nur eine Spur des Wegs zu finden. Und einfach querfeldein liegt in diesem Weiden-Birkengemisch nicht drin...
So entschliessen wir uns halt schweren Herzens auch den Rest der Strecke nach Järämä auf der Strasse zurückzulegen, wenn auch nicht unbedingt zu Fuss. Autostop ist allerdings nicht sonderlich einfach, es sind nur sehr wenige Autos unterwegs und die sind meistens auch noch voll beladen. Für heute ist den Versuchen auf jeden Fall kein Erfolg beschert.
Nach weiteren 5 km haben wir dann erstmal genug und bauen kurz nach einem Bach – Ihr wisst doch noch was in meiner Seitentasche ist – unser Zelt auf. dass der Untergrund recht hügelig ist, wird mich in der Nacht zwar noch etwas nerven, aber im Moment ist das alles erstmal egal. Ein wirklich ebener Platz wäre aber auch in der näheren Umgebung nirgends zu finden gewesen.

PS
Ab dem nächsten Tag gibt es dann keine Strassenbilder mehr, sondern „wirkliches“ Lappland...

Gruss
Henning

MichaelL
16.11.2006, 21:44
Hallo Henning,

donnerwetter, wie seit ihr denn auf die Tour gekommen?? Das nenn ich mal eine wirkliche Individualreise.
Ist der Tourenbericht aus den 30ern im Internet verfügbar??

Gruß

Michael

Fjaellraev
16.11.2006, 21:54
Wie genau die Idee zur Tour ursprünglich entstand entzieht mich meiner Kenntnis, als mir der Floh ins Ohr gesetzt wurde war es nur eine vage Idee :wink: . Das Ziel war einfach durch Schweden den nördlichsten Punkt des Landes zu erreichen und auf einer Übersichtskarte war der Weg eingezeichnet. Die Feinplanung fand dann erst mit einer 250'000er Karte und nachher mit den obligaten 100'000ern statt....
Der Reisebericht aus alter Zeit ist im Netz verfügbar, nur stammt er nicht aus den 30ern sondern aus den 20ern die Tour selber war wohl 1919, ist also noch älter - und natürlich ist er in so einer komischen Sprache (hat mal jemand darüber geschrieben...) nämlich auf Schwedisch http://runeberg.org/stf/1921/0323.html

Gruss
Henning

ich
17.11.2006, 19:55
Toller Anfang! Ich freu mich auf die weiteren Seiten!!

Onkel Tom
17.11.2006, 19:59
Hallo Henning,
kann mich nur anschließen - freu' mich auch schon auf die Fortsetzung.
Gruß
TOM

Fjaellraev
17.11.2006, 21:34
Tag 3
Endlich „normale“ Wege
Nach einer ruhigen Nacht, beginnt es am frühen Morgen wieder zu nieseln, was soll's es passt zu unserer Stimmung, wir trotten einfach auf der Strasse weiter und versuchen uns dabei weiter im Autostop. Das erste Auto bremst nicht mal ab, aber da es nach wenigen Minuten schon wieder zurück kommt hätte es uns eh nichts gebracht... Nach etwa 4 bis 5 km kommt endlich das zweite Auto des Tages von hinten, und es hält an! Ein Sami mit einem Quad auf dem Anhänger, der uns bis Järämä mitnimmt, auf dem Anhänger ist ja genug Platz für unsere Rucksäcke. Wir schwätzen während er ganzen Fahrt miteinander, der Einstieg zu dem von uns gestern gesuchten Weg sei echt kaum zu finden, und auch der ganze Weg sei völlig verwachsen meint er. Er fährt uns dann bis zum Start des Weges, ein ganzes Stück nach seinem Haus, und gibt uns noch ein paar Tips zum Weg.

http://farm4.staticflickr.com/3684/13271181934_c580041096.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271181934/)

http://farm8.staticflickr.com/7120/13270852525_e60a72cf26.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270852525/)
Endlich wirklich im herbstlichen Lappland...

Dann geht es endlich auf einem richtigen Weg los, auch wenn es anfangs eine Quadspur ist, so ist es doch viel angenehmer zu laufen als die Strasse. Wir fangen so richtig an, die Weite zu geniessen.
Als wir an einem Bach Pause machen, kommt ein Quad angebraust, es ist „unser“ Sami mit seinem Husky. Der Hund kommt sofort zu mir und will gestreichelt werden, wenn ich ihn lassen würde hätte er mir wohl noch das Gesicht abgeschleckt. Wir schwätzen noch eine Weile rum, und er überreicht uns noch eine Dose Bier zum Abschied bevor er weiterbraust.
http://farm4.staticflickr.com/3699/13270999033_690b318261.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270999033/)
Wintermarkierungen und gelegentliche Quadspuren weisen den Weg...

So langsam werden die Quadspuren weniger deutlich und es wird ein normaler Weg, der uns zu einem See mit Renwächterhütte und Raketenschutzraum führt.

http://farm4.staticflickr.com/3728/13271180324_06d57bc135.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271180324/)
Der Raketenschutzraum: Im Winter dient das Gebiet als Absturzgebiet von Teilen der Raketen die im Esrange abgeschossen werden. Hier kann man dann Schutz suchen, Ofen, Pritschen und Radio sind vorhanden.

Nach der Mittagspause geht es weiter und die Quadspur ist komplett verschwunden, Steinmännchen sind die einzige Orientierung, da der Weg alles andere als ausgetreten ist, muss man sich schon ziemlich konzentrieren da den Weg nicht zu verlieren.
http://farm8.staticflickr.com/7325/13271179844_225a0faf4d.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271179844/)
Hier erfordert die Wegsuche Konzentration

Ein eingezeichneter Bach erweist sich mal wieder als ausgetrocknet, aber irgendwie haben wir trotzdem keine Lust mehr weiter zu laufen. Etwa 500m vom Weg entfernt sind Seen eingezeichnet, die Wasser liefern könnten. Während sie die Zeltplatzsuche und den Aufbau übernimmt, mache ich mich auf den Weg zum Wasser holen. Unterwegs kreuze ich die Quadspur, die den Abstecher zum Schutzraum abgeschnitten hat, die Wegsuche dürfte morgen früh also einfach sein. Das Ufer der Seen ist kaum versumpft, so dass ich problemlos an unser Trinkwasser komme.
Auf dem Rückweg setzt dann wieder Regen ein, der uns eigentlich seit Järämä in Ruhe gelassen hatte. Es war also durchaus ein vernünftiger Entscheid nicht mehr weiter zu laufen. Auch wenn die Gegend heute ja eigentlich wieder zu Ausflügen um das Zelt einladen würde, liegen wir bei dem unfreundlichen Wetter nur noch im Zelt, trinken Tee. schwätzen und schreiben Tagebuch.

Gruss
Henning

Sapmi
17.11.2006, 22:13
Bilder? Ja da kommen schon noch mehr :) , aber sie sind auch der Grund, weshalb der Bericht nicht früher kam. Irgendwie bin ich mit den Ergebnissen dieses Jahr nicht so recht zufrieden, sie wirken vielfach recht flau, was sicher auch am Wetter lag.

Ach was, ich find' die bisherigen gut. Auf einen echten Lappland-Fan wirken auch die trübsten Aufnahmen von dort idyllisch. Bitte mehr! :bg:

Dominik
17.11.2006, 22:28
Hey Fjaellraev,

nice one :-).
Hast du Zeit und Lust eine kleine Übersichstkarte ins Netz zu stellen.
Viele Namen sagen mir nichts und hier in Bonn hab ich leider keine Karten zur Hand.

Einfach, dass man sich vorstellen kann, woher ihr ungefähr gelaufen seid.

Grüße
Dom

Loon
17.11.2006, 22:53
Sehr schön. Mehr braucht man dazu nicht zusagen. :bg:

Fjaellraev
18.11.2006, 09:47
Erstmal danke für die aufmunternden Worte.
@Sapmi: Klar mit den Bildern die hier landen bin ich selber ja auch einigermassen zufrieden, nur kommen die Farben halt teilweise nicht so intensiv rüber wie ich sie in Erinnerung habe.
@Dominik: Das mit der Übersichtskarte habe ich mir auch schon überlegt, im Prinzip hätte ich ja da die eine oder andere, aber halt als Scans von echten Karten und da heisst das Problem eben Copyright :wink: . Aber ich mache mich mal noch schlau ob ich mit Google Earth oder was ähnlichem etwas hinbekomme. Tipps dazu sind per PN willkommen, sie müssen ja nicht diesen Thread füllen...

Gruss
Henning

Fjaellraev
18.11.2006, 12:00
So hier kommt die Übersichtskarte
http://farm8.staticflickr.com/7372/13270698643_e2e979c46f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13270698643/)
Legende:
Grün: Grenzen
Schwarz: Eisenbahn
Rot: Strassen
Blau: Flüsse und Seen
Orange: Wanderwege (Dabei fehlen die Wege von Övre Soppero und Jårkastaka nach Järämä, die waren auf meiner Grundkarte nicht drauf und gingen vergessen, sie verlaufen beide südlich der Kiesstrasse)

Ich habe mich für die ganz einfache Variante entschieden, das digitale Pauspapier :wink: , sprich ich hab in einem gescannten Kartenbild eine neue Ebene angelegt und die relevanten Sachen nachgezogen und dann die gescannte Karte gelöscht...
So als grobe Übersicht sollte es reichen, mehr war mir im Moment zu viel Aufwand, schliesslich will ich euch nicht warten lassen...

Gruss
Henning

Fjaellraev
18.11.2006, 15:11
Tag4
Es wird immer besser
Was für ein sch... Morgen. Ich lag so unbequem, dass ich Rückenschmerzen habe, es nieselt aus dem dichten Nebel und beim Aufstehen entdecke ich, dass das Bodenband am Zelteingang auf einer Seite abgerissen ist (Naht offen), ich es also nähen muss, und dass an meinem Rucksack eine Schnalle gebrochen ist (durch Improvisation ist das auch nicht wirklich tragisch und eine Reparaturschnalle wäre dabei).
http://farm4.staticflickr.com/3800/13271014965_0b8658ef30.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271014965/)
Solches Wetter hebt doch gleich die Stimmung ;-)

Das kann ja nur noch besser werden, und wird es dann zum Glück auch bald, als erstes entdecke ich ein paar Hjortron (Moltebeeren), so dass auch dieser Genuss bei der Tour nicht zu kurz kommt.

http://farm8.staticflickr.com/7364/13271341274_92b2c755f7.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271341274/)

http://farm3.staticflickr.com/2838/13271014115_1f9090c23f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271014115/)
Wie üblich hat auch diese Beere den Phototermin nicht lange überlebt :)

Und dann finde ich auch noch ein recht ansprechendes Rentiergeweih, dass ich mir an den Rucksack klemme.
http://farm3.staticflickr.com/2856/13271340564_96dc9a3eb4.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271340564/)
Die von unserem Sami empfohlene Abkürzung über eine Quadspur nach Kamasjaure lassen wir bleiben, wir halten uns lieber auf dem „offiziellen“ Weg zum Windschutz Cuolmmajohkka, nicht ohne unterwegs noch kräftig Hjortron zu mampfen und auch das Regenzeug im Rucksack zu verstauen.
http://farm4.staticflickr.com/3704/13271340074_fbd9b48a22.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271340074/)
Pünktlich zur Mittagspause erreichen wir den Windschutz und machen es uns dort gemütlich. Wie wenig die Region begangen ist, sieht man am Hüttenbuch, es wurde in den Achtzigern begonnen und ist noch nicht mal halb voll (Am Kungsleden halten sie nicht mal eine Saison), vor gut einer Woche hat sich der erste Gast des Sommers eingetragen.
Bis zu den in der Nähe eingezeichneten Koten ist der Weg dann recht gut zu finden und leicht zu gehen, aber bei dem dortigen Spurengewirr bin ich dann doch recht froh, dass der Weg nach den letzten Koten weitergeht und nicht eine Sackgasse war. Auch über Sumpf sind wir für einmal echt froh, denn die dort ausgelegten Planken (Schwedenhighways) beseitigen auch die letzten Zweifel ob der Weg jetzt der richtige sei.
Sie sind hier wirklich eine Hilfe, einerseits weil sie in erstaunlich gutem Zustand sind, andererseits weil sie doch immer wieder bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn keine Planken liegen (also in den trockeneren Regionen) ist die Wegsuche manchmal schon etwas schwierig, wenn nicht ab und zu noch ein Quad vorbeifahren würde, wäre der Weg wohl auf weiten Strecken völlig zugewachsen und Steinmännchen oder Farbe an den Bäumen sucht man auf weiten Strecken auch vergeblich.
http://farm4.staticflickr.com/3713/13271339914_f0942c395f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271339914/)
Solche Ausblicke sind auch Mühen wert...

Auf dem Weg auf den Vuommavarri passiert es dann, dass ich den Pfad verliere, aber die Aussicht über Seen und Wälder ist auch zu schön um auf so etwas zu achten, und der anschliessende Abstieg quer durch den Wald mit Wegsuche im Talboden ist nicht zu tragisch. Die Aussicht war es allemal wert..
An einer Brücke etwa 2 km vor unserem geplanten Zeltplatz wird wieder der Wassersack gefüllt. Zwischen zwei Hügeln bauen wir dann das Zelt auf einer Lichtung im Birkenwald auf, ein traumhafter Platz nur halt leider ohne direkte Aussicht. Dafür ist der Platz schön windgeschützt, so dass wir gemütlich vor dem Zelt sitzend Tee trinken können.
Und das mit der Aussicht holen wir dann nach dem Nachtessen auch noch nach, indem wir auf den nächsten Hügel steigen und von dort die Aussicht in Richtung Vuoskojaure, unserem morgigen Zwischenziel, geniessen.

Gruss
Henning

Fjaellraev
19.11.2006, 18:20
Tag 5
Nordwärts ins Kahlfjäll
Es kostet zwar Überwindung sich um 7 Uhr aus dem Schlafsack zu schälen, aber was soll's. Heute können wir wenigstens mal im Freien frühstücken, der Boden ist zwar noch nass, aber von oben kommt kein Nachschub... Trüb ist es allerdings, und so sind wir froh die Aussicht gestern Abend genossen zu haben. Kurz bevor wir aufbrechen stellt sich dann auch der obligate Nieselregen wieder ein, so dass die Jacke angezogen für eine Weile angezogen wird, die Regenhose bleibt heute aber erstmals im Rucksack.

http://farm4.staticflickr.com/3726/13271138385_5f01d44bba.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271138385/)
Gestern Abend war die Sicht besser...

Wir tauchen von unseren Hügeln gleich wieder in den Birkenwald ein, wo der Weg meistens recht gut zu finden ist. Erst als wir uns an einer Brücke durch ein Sumpfgebiet schlagen müssen verlieren wir den Weg für einen Moment. da wir uns dem Samilager Vuoskojaure nähern, werden die Quadspuren wieder häufiger und da stellt sich dann eben das Problem, zu entscheiden welche Spur jetzt wohl die richtige ist und in Richtung Siedlung führt.

http://farm4.staticflickr.com/3790/13271287973_c0910d2f53.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271287973/)
Blick zurück kurz vor Vuoskojaure

An einer Rodungsfläche vor dem Dorf entscheide ich mich nach Karte, ob das falsch war oder ob ich später einen Abzweig übersehen habe, weiss ich nicht, Tatsache ist, dass die Spur dann ohne Planken mitten durch einen Sumpf führt. Für ein Quad mag das ja noch gehen, aber zu Fuss hat man da keine Chance. da schlagen wir uns lieber am Rand zwischen Sumpf und (ebenfalls sumpfigem) Wald in Richtung Norden durch, bis wir im dortigen Waldgebiet wieder auf eine Spur nach Westen stossen. Auf dieser Spur kommen wir dann auch recht bald an die ersten Hütten, wo uns ein grosser schwarzer Hund bellend entgegen kommt. da wir uns aber seiner Hütte nicht weiter nähern, zieht er sich auch wieder zurück. Ausser 3 Schüssen (es ist Jagdzeit) die wir bei der Sumpftour gehört haben, ist er das einzige Zeichen für die Anwesenheit von Menschen in der Ecke.
Eine Weile später stossen wir dann auch auf den Weg der vom Torneträsk her kommt, und verstehen sofort wieso ihn „unser Sami“ als Kungsled bezeichnet hat – Der Weg hat Wegweiser und rote Farbmarkierungen! Das kommt uns schon fast wie Luxus vor.
Nach einer recht frühen Mittagspause machen wir uns auf den Weg nach Norden und damit auch rauf auf das Kahlfjäll, dank Farbmarkierungen und Quadspur ist der Weg nicht zu verfehlen.

http://farm4.staticflickr.com/3693/13271137545_d7958390c8.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271137545/)
Blick auf Vuoskojaure

Bald einmal verlässt die Quadspur unseren Weg, was wir wirklich zu schätzen wissen, so ein kleiner Trampelpfad ist einfach mehr nach unserem Geschmack. Und plötzlich passiert dann das Unvorstellbare: Mitten im Gelände ist Schluss mit den roten Markierungen. Nicht an einer Verzweigung, einer Brücke, einer Grenze oder sonst einer markanten Stelle. Nein einfach mitten im Gelände, entweder ist ihnen die Farbe ausgegangen, oder sie hatten keine Lust mehr, ein Grund ist auf jeden Fall nicht zu erkennen. Also müssen wieder Steinmännchen, oder aufgestellte Steinplatten, zur Orientierung herhalten, was in der Geröllwüste kein sonderlich einfaches Unterfangen ist, uns aber gut gelingt.
Wenn wir nicht den Windschutz bei Kamasjaure als Ziel vor Augen hätten, wäre die heutige Etappe wohl kürzer geworden, aber so zwingen wir uns halt einfach dazu durchzuhalten. Hart ist es ja schon, das Ziel schon aus 6 km Entfernung zu sehen, aber irgendwie ist es auch schön. Das Wetter ist nach wie vor unbeständig, Niesel und Sonnenschein wechseln sich ab, mal ist der Gipfel des Tsåktso gut zu sehen, dann versteckt er sich wieder völlig in den Wolken.

http://farm3.staticflickr.com/2831/13271137175_754a28535f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271137175/)
Wir sind in der Sonne, der Gipfel des Tsåktso zwar im Schatten aber immerhin zu sehen.

Zum Schluss gibt es dann nochmal eine Passage durch Weidenbüsche, so dass die Hosenbeine zum Abschluss wieder nass werden, aber das Ziel vor Augen ist auch das egal. Ich muss mich am Windschutz fast zwingen, sofort Wasser aus dem nahen Bach zu holen, aber wenn ich mich erstmal hingesetzt habe, bin ich in meiner derzeitigen Verfassung einfach zu faul dazu... Aber davor muss natürlich erst ein Blick ins Hüttenbuch geworfen werden, etwas mehr als im letzten Windschutz ist hier schon los, aber das Schwergewicht liegt eindeutig im Winter und in der letzten Woche war niemand da.
Meine Füsse haben die Anstrengungen der Strasse definitiv noch nicht verarbeitet, sie schmerzen trotz dem jetzt ganz angenehmen Gelände ziemlich, der morgige Ruhetag wird ihnen sicher gut tun. Auch sonst ist der Ruhetag nach der heutigen langen Etappe (Nach Karte waren es zwar nur 20 km, aber die sind in diesem Gelände anstrengender als auf ausgetretenen Pfaden) sicher angebracht. Ich merke meine Müdigkeit auch daran, wie viel Überwindung es mich kostet, bis ich das Zelt neben dem Windschutz zum trocknen aufstelle, obwohl es dringend nötig ist, da es am Morgen ja nass vom Tau verpackt wurde.
Nach einer Weile zeigen sich auch wieder ein paar Rentiere in der Umgebung, nach den Mengen die wir in den letzten Tagen gesehen haben war es heute direkt komisch keine zu sehen.

http://farm4.staticflickr.com/3786/13271136825_847cc472a1.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271136825/)
Abendstimmung neben dem Windschutz

Gruss
Henning

November
19.11.2006, 21:44
Nachdem ich nun aufmerksam den bisherigen Bericht über meine diesjährige Lapplandwanderung mitgelesen habe, will ich nun auch mal etwas dazu beitragen. Schließlich stammt die Idee für diese Tour ursprünglich von mir.
Das schreiben überlasse ich weiterhin gerne dem fjällräv, er macht das schon ganz gut. :wink:
Statt dessen füge ich lieber noch ein paar Bilder ein (ich hoffe, es klappt auch). Wo seine etwas zu düster geraten sind, sind meine etwas zu hell und farbintensiv. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Etliche dunkle, der Stimmung entsprechende, habe ich natürlich auch, aber die habt ihr ja schon genug gesehen.


http://img68.imageshack.us/img68/2433/01abzweigpw0.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=01abzweigpw0.jpg)
Beginn unserer Wanderung an der Kiesstraße, standesgemäß mit Schlagbaum

http://img68.imageshack.us/img68/6100/02strasserenaryc4.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=02strasserenaryc4.jpg)
Rentiere - ein wenig Abwechslung auf der öden Straße

http://img68.imageshack.us/img68/1941/03zeltplatzjb3.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=03zeltplatzjb3.jpg)
auch ganz in der Nähe der Straße gibt es gemütliche Zeltplätze

http://img524.imageshack.us/img524/1695/04lainolvenxc7.th.jpg (http://img524.imageshack.us/my.php?image=04lainolvenxc7.jpg)
auf der Brücke über den Lainioälven, diesmal stromab

http://img102.imageshack.us/img102/4674/05birkenpe2.th.jpg (http://img102.imageshack.us/my.php?image=05birkenpe2.jpg)
kurz nach Järämä, auf den ersten Metern im „echten“ Gelände

http://img102.imageshack.us/img102/6774/06schutzraumfp2.th.jpg (http://img102.imageshack.us/my.php?image=06schutzraumfp2.jpg)
See gleich neben dem Raketenschutzraum

http://img68.imageshack.us/img68/8800/07sumpfsl1.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=07sumpfsl1.jpg)
immer wieder sumpfige Gegenden mit Blick auf den Tsåktso. Planken lagen natürlich längst nicht überall. Es ließ sich trotzdem meistens recht gut bewältigen, da dieses Jahr sehr trocken war. Ansonsten wäre es an manchen Stellen recht schwierig geworden.

http://img68.imageshack.us/img68/7926/08photographhs4.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=08photographhs4.jpg)
der fjällräv beim photographieren der Moltebeeren

http://img524.imageshack.us/img524/5338/09torfhausjh9.th.jpg (http://img524.imageshack.us/my.php?image=09torfhausjh9.jpg)
Sommerhaus der Samen, mit Torf abgedichtet

http://img68.imageshack.us/img68/1302/10bach1ck3.th.jpg (http://img68.imageshack.us/my.php?image=10bach1ck3.jpg)
Überquerung eines kleinen Baches

http://img524.imageshack.us/img524/2271/11vuoskojaurekp6.th.jpg (http://img524.imageshack.us/my.php?image=11vuoskojaurekp6.jpg)
Blick von oben auf den Vuoskojaure, nachdem wir uns schon auf dem „kungsleden“ befinden

Fjaellraev
20.11.2006, 19:56
Nachdem in der Zwischenzeit aus anderer Quelle ja noch eineige Bilder nachgeliefert wurden (Ich war aber schon informiert :) ), ist es wohl Zeit dass ich mich mal wieder selber zu Wort melde und euch mit Text und Bildern langweile :wink:

Tag 6
Die Expedition wird abgeblasen
Die Pritsche im Windschutz ist zwar schön eben, ist aber doch deutlich härter als der Boden Lapplands. Was bequemer ist, weiss ich nicht, beides hat seine Vorteile...
Zum ersten Mal bleiben wir länger als bis 7 Uhr im Schlafsack, aber es ist ja auch Sonntag und wir wollen nicht weiter, aber irgendwann treibt mich meine Blase dann doch aus dem Schlafsack und aus der Hütte.
Der Himmel ist wieder total verhangen, selbst wenn ich nur so vor Energie sprühen würde, wäre es kein Tag um den Tsåktso zu besteigen und von dort die Weitsicht zu geniessen. Nach dem gemütlichen Frühstück ist erstmal rasieren angesagt, nach einer Woche sind die Barthaare doch schon wieder recht lang, so dass es eine ganze Weile dauert, bis alles geschabt ist.
Ich habe zwar nichts zu lesen dabei, aber da im Windschutz ein Reclambuch (Die Schatzinsel) rumliegt, kann ich meine Trägheit mit lesen ganz gut überbrücken.

http://farm4.staticflickr.com/3777/13271635114_36903e2947.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271635114/)
Auch wenn die Sonne scheint, wirkt der Himmel doch recht bedrohlich
http://farm8.staticflickr.com/7068/13271635704_1daeb4dc45.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271635704/)
aber unser Hüttchen wirkt da doch beruhigend gemütlich

http://farm8.staticflickr.com/7125/13271634634_6a1eecb69f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13271634634/)
Gestern Abend waren an diesem See einige Rentiere am trinken, heute sind wir allein

Gegen Mittag überwinden wir dann unsere Faulheit in einer Schönwetterphase doch einmal und spazieren zu einer benachbarten Hütte. Als wir mit dem Fernglas in der Gegend rumschauen, sehen wir neben dem Grenzstein auf dem Hügel drei Sami mit Quads und Motorrad, die später in Richtung Norden wegfahren. Seit 72 Stunden sind das die ersten Menschen die wir überhaupt sehen, wenn auch nur durchs Fernglas.
Nach dem Mittagessen faulenzen wir noch eine ganze Weile rum, bevor wir uns doch zur „Expedition Norwegen“ aufraffen. Ziel wäre es, die etwa 1 ½ km entfernte Grenze zu Norwegen zu überschreiten. Aber kaum sind wir draussen, bläst uns der Wind wieder kräftigen Regen ins Gesicht, so dass wir uns entscheiden die Expedition abzubrechen und weiter die gemütliche Hütte zu geniessen.
Kurz danach kommt ein Wasserflugzeug angeflogen, das auf dem See landet. So wie es aussieht hat es Leute (vermutlich Jäger) hergebracht, die sich im „Zollhäusschen“ (der letzten Hütte vor der Grenze) einquartieren.
Irgendwann brechen wir dann aber doch wenigstens noch zu einem Spaziergang zum See auf, wenigstens den erreichen wir und schauen uns am Ufer um. Auf dem Rückweg gehen wir noch am „weissen Haus“ (Nein nicht bei G.W.B., sondern einfach einer neuen noch nicht gestrichenen Hütte ;-) ) vorbei. Nägel um die Türschwelle im Windschutz zu reparieren finde ich zwar nicht, so dass ich es später mit einer Schraube mache, die ich im Windschutz aus der Wand drehe. Auf einem Stein entdecken wir ein grosses, schönes Rentiergeweih, dass wir aber dann doch da lassen. Erstens ist es doch recht schwer, und zweitens sieht es irgendwie danach aus wie wenn der Bauherr der Hütte es dorthin gelegt hätte.
Nach dem Nachtessen schreiben wir mit den Stirnlampen Tagebuch, im direkten Vergleich merke ich doch, dass meine mittlerweile recht schwach ist, ich werde wohl doch nächstens mal die Batterien wechseln müssen (Habe ich natürlich immer noch nicht gemacht ;-) ).
Als ich zum Zähneputzen nach draussen gehe, sehe ich von unseren „Nachbarn“ ein Licht herüberschimmern, irgendwie komisch plötzlich nicht der einzige Mensch in weitem Umkreis zu sein.

Gruss
Henning

Fjaellraev
22.11.2006, 20:20
Ich hoffe, es hat sich niemand vom Titel des gestrigen Tages verunsichern lassen, das bezog sich natürlich nur auf die "Expedition Norwegen", auf der Hauptroute geht es natürlich weiter, wir sind ja noch ein ganzes Stück vom Ziel entfernt...

Tag 7
Ein Tag zum vergessen
Der Wind geht in der Nacht und auch am Morgen recht kräftig, vom Regen habe ich zum Glück nichts mitbekommen, da reicht schon der dichte Nebel um meine Laune kräftig zu dämpfen. Wenn nicht gestern schon gewesen wäre, heute wäre echt das Wetter für einen Ruhetag.

http://farm8.staticflickr.com/7235/13293343774_a6fb8b9e36.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293343774/)
So ziehen wir halt im Nebel und Wind los, weiter in Richtung Norden.

Zum Glück hebt sich der Nebel nach einiger Zeit wenigstens ein bisschen, so dass von der Landschaft und den Seen wenigstens ein bisschen was zu sehen ist. Beim laufen in dieser Nebelsuppe merke ich aber auch, dass ich mich irgendwie nicht so recht vom Alltagsgeschehen abkoppeln kann wie in anderen Jahren, ich finde einfach nicht zu der inneren Ruhe früherer Touren. Da es keine Weitblicke gibt, die mich gross ablenken, habe ich natürlich genügend Zeit darüber zu grübeln, woran es liegen könnte, und kann dadurch natürlich noch schlechter abschalten. Das ganze drückt mir dadurch nur noch mehr auf die Laune...

http://farm3.staticflickr.com/2865/13292966255_6c10b2c861.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13292966255/)
So dicht, dass wir diese Warnschilder übersehen würden, ist der Nebel zum Glück nicht, aber die Schilder sind ja auch nur im Winter bei den Raketenabschüssen wirklich wichtig.
In Ergänzung zu den Metrostationen an der Strasse, erhalten sie den Namen Postbushaltestellen, aber auch da haben wir nie einen gesehen, aber es hing ja auch kein Fahrplan da... ;-)

Im Gegensatz zu den letzten Tagen ist das Gelände heute erstmal recht flach, so dass es selber keine grosse Orientierungshilfe bietet, teilweise können wir uns an den Wintermarkierungen orientieren, aber nach einer Weile trennen sich die beiden Wegvarianten.

http://farm3.staticflickr.com/2880/13293135173_71342327ac.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293135173/)
Hier hat man eigentlich keine Angst den Weg zu verlieren...

An der Renvaktarstuga verläuft der Weg nicht so wie es die Karte vermuten lässt, wir landen einige hundert Meter neben der eingezeichneten Brücke am Bach. Da der Bach kein ernsthaftes Hindernis darstellt, entscheiden wir uns gegen den Umweg, und laufen auf Steinen durch das Wasser. Ich bin eigentlich schon drüben, als ich auf dem letzten Stein ausrutsche und mir beim darauffolgenden Sturz ein Loch in meine, eh schon ziemlich lädierte, Regenhose reisse. Von einer Wegspur ist auf dieser Seite dann aber gar nichts mehr zu sehen, auch Markierungen entdecken wir nirgends. Die Steine die allenfalls als Markierungen durchgehen könnten, stehen in so dichtem Weidengestrüpp, dass wir sie nicht wirklich ernst nehmen können. Nach längerer erfolgloser Suche in der vermuteten Richtung des Wegs (So halb in Richtung Brücke) schlage ich mich dann halt durch die Weiden zur Brücke durch, um dort den Weg wieder zu finden. Aber ausser Sumpflöchern ist an der Brücke nichts zu sehen, kein Pfad und keine Markierung! Also kommen GPS und Kompass zum Einsatz, und wir stapfen weglos den Hügel empor, wo wir dann auch nach einiger Zeit wieder auf den Pfad stossen, der ganz unschuldig aus dem Tal herauf kommt. Im Nachhinein habe ich das Gefühl, dass er irgendwo auf der linken Seite unserer Furt (die Brücke war rechts) zu suchen war, auf der Karte ist er auf jeden Fall falsch eingezeichnet.
Wenn wir den einzigen deutsprachigen Bericht (http://www.mbc-schwerin.de/3_wa01.php) über die Tour, den wir gefunden haben, aufmerksamer gelesen hätten, wären wir hier vielleicht gewarnt gewesen, so haben wir die Erfahrung halt selber gemacht, den Weg aber schneller wieder gefunden...
Beim Aufstieg merke ich schon an meinem Laufstil, dass sich eine gewisse Aggressivität gegenüber der Situation aufbaut, als der Weg wieder gefunden ist, schlägt diese Energie in eine Stimmungsdämpfung um, ich ärgere mich, zusätzlich zum Wetter, über den Sturz und den Wegverlust. Beides Sachen die mich normalerweise nicht allzu heftig berühren würden.
Recht lustlos stapfe ich, immer wieder Blaubeeren mampfend, weiter, bis wir bei recht brauchbarem Wetter an einem Rentierzaun Mittagspause machen.
Der weitere Weg entschädigt uns dann etwas für die bisherigen Mühen
http://farm4.staticflickr.com/3694/13292965855_f8d49882fa.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13292965855/)
Was gibt es denn da vorne zu sehen?
http://farm4.staticflickr.com/3701/13293342354_15e92d36ed.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293342354/)
Genial! Dabei bin ich doch gar nicht im Rapadalen im Sarek!

Der Ausblick ins Tal des Gorvvejokka ist selbst bei trübem Wetter einfach überwältigend, und nach dem Abstieg gibt es an der Brücke Blaubeeren bis zum umfallen.

http://farm8.staticflickr.com/7088/13293134113_0eb7b66ec1.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293134113/)
Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Wir schlagen uns auf jeden Fall mal wieder kräftig den Bauch voll. Bis wir wieder auf den Winterweg stossen, gibt es sogar mal wieder mit Planken ausgelegte Abschnitte, aber sie liegen teilweise so tief unter Wasser, dass es für normale Wanderschuhe schon grenzwertig wird, mit den Lundis pflüge ich noch gemütlich durch...
Gegen Schluss der Tagesetappe, an einem Rengatter, stimmen der Wegverlauf auf der Karte und im Gelände einmal mehr nicht überein. Nachdem wir die Spur einmal mehr verloren haben, steigen wir zu den Wintermarkierungen auf und folgen einfach denen, bald entscheiden sich dann auch Markierung und Spur dazu, sich wieder zu uns zu gesellen. Nachdem wieder alle glücklich vereint sind, wollen wir uns natürlich nicht mehr trennen und schlagen vor der nächsten Brücke mitten auf dem Weg unser Zelt auf.
Wenigstens haben wir nach diesem mühseligen Tag einen Zeltplatz mit Wasser ganz in der Nähe.

Gruss
Henning

sjusovaren
22.11.2006, 23:08
Abschnitte, aber sie liegen teilweise so tief unter Wasser, dass es für normale Wanderschuhe schon grenzwertig wird, mit den Lundis pflüge ich noch gemütlich durch...

Ja, die sind ihr Geld wert.
Lese hier bis jetzt nur passiv mit.
An dieser Stelle aber mal ein dickes Danke!
Freu mich aufs nächste Kapitel.. Sehnsucht.. :)

Fjaellraev
25.11.2006, 16:53
Nach einer kleinen Pause, ich kam einfach nicht zum schreiben, geht es wieder weiter - oder auch nicht ;-)

Tag 8
Der Tag der Rentiere
Die Nacht ist einmal mehr windig und regnerisch, so dass am Morgen absolut keine Motivation da ist. Dazu steht das Zelt mitten in einer Wolke, da braucht es keine grosse Überredungskünste dass ich auf den Vorschlag eines zusätzlichen Ruhetages eingehe. Von der zeitlichen Distanz zum Letzten ist er ja eigentlich noch nicht fällig, aber Zeit haben wir ja genug, also was solls. Mir ist es auch aus anderen Gründen ganz recht, vielleicht bessert das Wetter in den nächsten Tagen ja wirklich, und sonst tut die Ruhe wohl auch gut um die Ereignisse des gestrigen Tages alle verrauche zu lassen.
Der Regen hört dann bald einmal auf und der Nebel lichtet sich, als wir gegen 10 Uhr aus den Schlafsäcken kriechen und frühstücken ist es gar nicht mehr so garstig.
Gross vom Zelt wegbewegt wird sich nicht. Wozu auch? Die Rentiere streifen den ganzen Tag um unseren Platz und geben schöne Photomotive ab.

http://farm4.staticflickr.com/3770/13293273673_9c4b775de5.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293273673/)

http://farm3.staticflickr.com/2849/13293483704_ecdcac7efb.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293483704/)

Aber auch sonst gibt es in der näheren Umgebung genügend schöne Sachen

http://farm8.staticflickr.com/7115/13293273113_7a9d4cef97.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293273113/)

Auch am Bach kann man sich lange aufhalten, und natürlich einfach faul rumliegen und die Sicht aus dem Zelt geniessen.
Am Nachmittag kann man das Wetter dann schon fast freundlich nennen, ab und zu schimmert sogar ein Stück blauer Himmel durch.
Es ist ein absolut gemütlicher Tag an einem schönen Fleck dieser Erde, dass unser Zelt dabei mitten auf dem Weg steht ist dabei ja völlig egal, es kommt eh niemand vorbei.

http://farm8.staticflickr.com/7145/13293272933_a1c10e018b.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293272933/)

Eine schöne Abendstimmung beschliesst diesen zweiten Ruhetag.

Gruss
Henning

Fjaellraev
26.11.2006, 10:35
Tag 9
Schöne Wege, Seen und Aussichten

Zur Abwechslung mal eine Nacht ohne Regen und Wind, da kann ich mich doch mal wieder richtig auf die Unebenheiten unter meinem Schlafsack konzentrieren ;-)
Aber kaum haben wir den Kocher mit dem Teewasser vor das Zelt gestellt, kommt wieder Nachschub von oben. Muss das sein? So richtig stark ist es zwar nur während etwa 30 Minuten, wohl die stärksten Niederschläge im bisherigen Tourverlauf, aber nervig ist es einfach und das Zelt ist beim Abbau (der ohne Regen stattfindet) natürlich völlig nass.
http://farm8.staticflickr.com/7408/13293564354_8bde522f0c.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293564354/)
Der Weg verläuft jetzt erstmal zusammen mit den Wintermarkierungen, so dass er leicht zu finden ist.
http://farm3.staticflickr.com/2871/13293564094_df10f930e2.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293564094/)
Ich konzentriere mich bei den Bildern mal wieder auf die Details am Boden...

http://farm8.staticflickr.com/7144/13293563494_866567fe54.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293563494/)
Das Gelände fängt an, mich an Pältsa zu erinnern, immer mehr Moränenhügel tauchen auf. Auch sonst ist es eine geniale Gegend durch die wir laufen, kein Gestrüpp und angenehm sandiger bis leicht kiesiger Untergrund. Auch ein weiteres Rentiergeweih wird heute eingesammelt, so dass jetzt an beiden Rucksäcken eines klemmt...
http://farm8.staticflickr.com/7320/13293184435_b26aa25a87.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293184435/)
Die Mittagspause machen wir oberhalb eines traumhaften Sandstrandes an einem kleinen See, bei wärmerem Wetter sicher ein toller Badeplatz, aber zur Zeit reizt das wirklich nicht. Wir laufen auch nach der Pause nicht auf dem Sandstrand, was sehr angenehm wäre, sondern bleiben oben auf dem Hügel und geniessen die Aussicht über das Seengebiet des Råstojaure.
http://farm4.staticflickr.com/3712/13293184085_6920d16297.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293184085/)
Der weitere Weg verläuft dann auf einem Moränenzug entlang des Ufers des Omatjaure, auch wenn das Wetter noch längst nicht perfekt ist, die Aussicht ist schlicht genial. Hart sind nur die Unterbrüche im Moränenzug, wo sich Bäche durchgefressen haben, es geht steil runter und verdammt steil wieder rauf, auch wenn es nur wenige Höhenmeter sind ist es doch jedes Mal anstrengend.
http://farm4.staticflickr.com/3811/13293352743_0f1d25f4d2.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293352743/)
Irgendwie sind wir viel zu schnell den Omatjaure herum und der letzte Hügel des Tages steht uns bevor. So hoch ist er ja nicht, aber es bedeutet den angenehmen Moränenkamm zu verlassen, aber auch hier bieten sich wieder schöne Aussichten auf den Råstojaure. Am Gipfel steht sogar ein richtig grosser Wegweiser (6 Schilder) aber total abgewettert, so dass er fast nicht mehr zu lesen ist.
Die Ausblicke im Abstieg sind fast noch genialer als was wir schon hatten. Die Seenlandschaft fasziniert mich total, teilweise sind die Seen wirklich nur durch Moränenhügel getrennt.
http://farm4.staticflickr.com/3733/13293352143_dd958f8370.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293352143/)
Dieser Ausblick entschädigt für jede Blase an den Füssen :-)
Das Gelände wird dann natürlich mal wieder zeltfeindlich, Steine überall, an den Moränen wäre es genial gewesen aber wir wollten ja noch über den Hügel. Auch im auf der Karte ausgesuchten Zielgebiet an der Brücke sieht es nicht wirklich gut aus, aber mit ein bisschen Suche in der Umgebung finden wir einen schönen Platz auf einer Landzunge direkt am See. Ausblick aus der Zelttür auf den See, keine Steine unter der Isomatte, was will man mehr.
http://farm4.staticflickr.com/3735/13293182715_0c61f2d8fb.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293182715/)
Auch Schuhe müssen mal gelüftet werden ;-)

Wir geniessen den Nachmittag an diesem schönen Platz auf jeden Fall, auch wenn bald ein ziemlich kalter Wind aufkommt und wir dadurch meistens im Zelt sind.
http://farm8.staticflickr.com/7449/13293560164_9a1d5a597b.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293560164/)
Nach diesem Bild verkrieche ich mich endgültig in den Schlafsack :corton:

Gruss
Henning

Flieger
26.11.2006, 10:43
Hallo!
Ein schöner und sehr interessanter Bericht! Bitte weiter berichten!
Das einzige was mich da beim Wandern stören würde sind die Wintermarkierungen. Auf den Bildern sieht es so aus, als stehen die sehr dicht beieinander...
Flieger

Fjaellraev
26.11.2006, 13:07
Das einzige was mich da beim Wandern stören würde sind die Wintermarkierungen. Auf den Bildern sieht es so aus, als stehen die sehr dicht beieinander...
Die stehen schon recht dicht, 30m wenn ich mich recht erinnere. Anfangs sind die schon etwas nervig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an diesen Bestandteil der kombinierten Sommer- und Winterwege in Schweden und blendet sie irgendwie aus. Aber auch wenn man sich daran gewöhnt, ist es immer wieder schön wenn man auf einem reinen Sommerweg ist und keine Markierungen den Horizont "verzieren". Für den Winter sind die Markierungen auf jeden Fall sinnvoll, und die jedes Jahr abzuräumen wäre viel zu viel Aufwand...

Gruss
Henning

Julia
27.11.2006, 14:14
Für den Winter sind die Markierungen auf jeden Fall sinnvoll, und die jedes Jahr abzuräumen wäre viel zu viel Aufwand...

Gruss
Henning
Hm, in Norwegen machen sie das... Da wird dann im Februar (vorher werden die Wintertouten nicht markiert) mit dem Scooter losgefahren, und hinten sitzt einer drauf, der in regelmässigen Abständen die Markierungen (Baumzweige) in den Schnee haut.

Fjaellraev
27.11.2006, 19:09
Machen die das mit dem Abräumen wirklich ;-) , irgendwie sind mir entlang norwegischer Wege immer wieder mal recht viele Äste aufgefallen, die irgendwie nicht aus natürlichen Gründen dort sein konnten. Ich denke zum markieren ist die norwegische Methode schon in Ordnung, aber das Problem dürfte wohl das abräumen sein, da wartet man doch in der Regel, bis die Saison wirklich vorbei ist und dann ist halt nichts mehr mit Snow-Scooter. Aber auf jeden Fall stören die paar rumliegenden Äste weniger als die Kreuze die eben stehen bleiben.
Wieso sich die Schweden (und wohl auch die Finnen) für die fixe Markierung entschieden haben, weiss ich nicht aber irgend einen Grund werden sie schon gehabt haben...

Gruss
Henning

Fjaellraev
27.11.2006, 21:25
Tag 10
Abschied vom Råstojaure

Es ist natürlich wieder dick bewölkt und nieselt leicht, als wir aus den Schlafsäcken kriechen, aber bis wir gefrühstückt haben hört der Regen auf.

http://farm3.staticflickr.com/2812/13293468763_7a92d490e5.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293468763/)
Rocksolid tent ;-)

Wir entscheiden uns dann mal dazu ohne Regenhüllen auf den Rucksäcken loszulaufen, der erste Tag auf der Tour wo wir es bleiben lassen, und es bleibt dann auch dabei. Endlich mal ein Tag an dem wir das Regenzeug nicht brauchen.

http://farm8.staticflickr.com/7197/13293300195_d235d6d5da.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293300195/)
Bunte Steine

Der Weg bis zur zweiten Brücke zieht sich dann ziemlich, Zeltplätze hätte es weder unterwegs noch an der Brücke bessere gegeben. Also war der Entscheid zum gestrigen Zeltplatz auch im Nachhinein richtig, und traumhaft war er ja sowieso, auch wenn in der Umgebung teilweise etwas Müll von den Anglern aus dem nahen Fischercamp rumlag.
Der nächste Rentierzaun hat dann zur Abwechslung mal keinen Durchgang, sondern muss auf einer Art Leiter überstiegen werden. Der Bach danach erscheint uns etwas gross, um keine Brücke eingezeichnet zu haben, aber er hat tatsächlich keine (mehr). Nur ein paar Verankerungen einer längst verfallenen Brücke sind noch zu sehen. Ich unterschätze die Tiefe des Bachs vielleicht etwas, aber es erscheint mir möglich ihn in den Lundhags zu durchqueren. Das Wasser reicht zwar gelegentlich wirklich bis ans obere Ende der Stiefel, aber es reicht. Im Nachhinein muss ich sagen, zumindest die Stöcke hätte ich einsetzten sollen, denn etwas Strömung war ja auch da, aber was soll's, es hat geklappt. Meine Freundin muss mit ihren normalen Wanderstiefeln halt auf Sandalen wechseln, aber auch das geht problemlos.
Im folgenden Aufstieg läuft eine Rentierherde ständig vor uns hin und her, irgendwie sind es schon „dumme“ Tiere, wenn sie auf einer Seite bleiben würden wären wir bald vorbei und sie hätten wieder ihre Ruhe.
Bevor sich der Blick auf die nächste Seenkette (und den Abstieg) öffnet geniessen wir noch einen letzten Blick zurück auf den Råstojaure. Irgendwie schade, dass wir dieses schöne Seengebiet schon wieder verlassen müssen.

http://farm8.staticflickr.com/7008/13293299505_59beab72e3.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293299505/)
Blick zurück auf den Råstojaure

Durch das nächste Tal kommen wir recht schnell voran, vor der Brücke im Talgrund machen wir eine kurze Pause. Die Mittagspause muss noch bis nach dem nächsten Aufstieg warten, und ist für mich hart verdient. Der Aufstieg geht mir ziemlich an die Substanz, wenigstens lenken mich immer wieder Rentiere und Blaubeeren ab.
Nach dem Mittagessen geht es mit frischer Energie weiter durch angenehmes Gelände. Erst ein paar Wege in Grashängen und dann nochmal über ein paar Moränenzüge, richtig schön zu laufen.
So langsam frage ich mich, wie ich die Heimfahrt überstehen soll, da kann ich ja nicht mehr den ganzen Tag Blaubeeren futtern ;-)

http://farm8.staticflickr.com/7394/13293467313_199ef8582f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13293467313/)
Wer kann da schon widerstehen? :)

Schon bald ist dann auch der Windschutz Vurvejåkkå, unser heutiges Tagesziel, erreicht. Das Zelt wird in einer absoluten Sparversion (2 Stangen, 5 Häringe) neben dem Windschutz zum trocknen aufgebaut, während wir uns in der Hütte erholen.
Dass wir kein Feuer im Ofen machen, ist irgendwie Ehrensache, schliesslich ist das Holz eigentlich für Notfälle vorgesehen, und das Übernachten im Windschutz eigentlich nicht gestattet... Was mich hier, noch mehr als an den anderen Rastschutzhütten, schockiert, ist die Menge an Müll die im Abfallraum zurückgelassen wird. Das meiste stammt wohl aus dem Winter, bleibt den ganzen Sommer liegen (stinkt vor sich hin) und darf dann vom Holztransport anfangs Winter entsorgt werden. Da passt mir unsere Einstellung, unseren ganzen Müll wieder aus dem Fjäll herauszutragen schon besser.
Beim kochen fällt uns auf, dass unser Brennspritverbrauch über unseren Erwartungen liegt, mehr als ein Liter ist verbraucht, was neben unserem grossen Teekonsum, sicher auch an den tiefen Temperaturen liegt. Aber wir haben ja noch fast einen Liter und das reicht dicke.
Seit einer Woche sind wir keinem Menschen mehr begegnet, der Sami der uns nach Järämä gefahren hat, war der letzte Mensch dem wir wirklich begegnet sind. Irgendwie ist es ein komisches Gefühl, dass wir morgen in Kummavuopio wohl wieder auf Menschen stossen werden. Aber irgendwann muss es ja sein....

Gruss
Henning

Moltebaer
27.11.2006, 22:57
Hm, in Norwegen machen sie das... Jävla fjällaperna!

Das mit den (meist unter Steinen geschützt gelagerten) Winterstangen in Norwegen kann ich bestätigen.
Die festen Markierungen in Schweden finde ich nicht so störend. Im Winter sind die roten Kreuze eben sehr gut sichtbar aber im Sommer kann man sie recht gut ignorieren. Ich finde nicht, daß sie die Landschaft merklich verschandeln. Im Gegenteil ists oft recht nett, die Kreuze zu suchen und zu entdecken, so erkennt man gleich, wo sich der Pfad langschlängelt, ohne daß dieser eine braune, ausgelatschte Wanderautobahn sein muß.

-wf-
28.11.2006, 20:59
Danke für deinen schönen und ausführlichen Bericht. Hast mich neugierig gemacht auf den nördlichen Teil Schwedens. Die Fotos sind trotz des "schönen" Wetters gelungen.

Die Winterstangen würden mich wahrscheinlich nicht stören. Wenn man sie ein paar Tage gesehen hat, dann vergißt man sie bestimmt. Die Laternenmasten und die vielen Werbetafeln nimmt man daheim ja auch nicht mehr wahr.

Fjaellraev
02.12.2006, 17:00
Tag 11
Zivilisation?
Die Nacht brachte einmal mehr die üblichen Geräusche, der Wind pfeift im Kamin und die Regentropfen prasseln auf das Dach. Aber am Morgen lassen die Ursachen für diese Geräusche nach, so dass beim Aufbruch nur mehr ein leichter Nieselregen übrig ist.
Nach dem Bach steht noch einmal der Aufstieg über einen Hügel auf dem Programm, bevor der Abstieg in Richtung der goldgelben Birken bevorsteht.

http://farm4.staticflickr.com/3695/13409641975_f51227be7e.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409641975/)
Oberhalb der „Waldgrenze“ sind es nur einzelne gelbe Birken, die die Landschaft verschönern.

Auch der Regen macht dann mal Pause, so dass zum traumhaften Ausblick eigentlich nur noch etwas blauer Himmel fehlt...

http://farm4.staticflickr.com/3769/13409995234_b93d379c04.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409995234/)
Der Wind der letzten Wochen hat auch hier seine Spuren hinterlassen, das Laub ist sowohl am Boden wie am Baum zu finden.

Immer weiter tauchen wir in den Birkenwald ein, bis wir im Talboden dem Bach folgen, und ihn dann bald einmal überqueren.

http://farm3.staticflickr.com/2876/13409749153_e3c4fd6060.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409749153/)
Boaldujohka

Erst ist die Spur im Wald nur recht undeutlich auszumachen, aber bald einmal tauchen die ersten Quad-Spuren auf, die sich durch die Gegend schlängeln. Da es alles andere als geradeaus geht, und durch den Wald natürlich auch der Blick auf markante Punkte versperrt ist, dauert es nicht lange bis ich die Orientierung ziemlich verloren habe. Irgendwie sind mir die Himmelsrichtungen nicht mehr so recht klar, und auch Entfernungen kann ich kaum noch abschätzen. Das halt so einige Quadspuren durchs Gelände laufen, und keine Markierungen vorhanden sind, macht die Sache auch nicht einfacher. Ich habe das Gefühl, unsere Spur laufe in die völlig falsche Richtung, was sich aber nach Kompasskontrolle als falsch (also richtige Richtung) erweist. Erst als ich an einem Hang einen Rentierzaun entdecke, der auch auf der Karte ist, habe ich meine alte Orientierungssicherheit wieder.
Je näher wir nach Kummavuopio kommen, umso dichter werden die Quadspuren die sich durch die leicht hügelige Landschaft ziehen. Nach den letzten Tagen in fast ungestörter Natur ist das schon etwas nervig, dazu kommt dass wir nie wissen welche Spur jetzt die Richtige ist um auf mehr oder weniger direktem Weg zur Siedlung zu kommen. Aber irgendwie schaffen wir es bis zum letzten Abzweig immer die richtige (oder eine davon ;-) ) Spur zu wählen. Dieser letzte Irrtum erweist sich als auch nicht sonderlich tragisch, auf den Fahrweg kommen wir trotzdem, nur halt etwa 1 km vor der geplanten Stelle an der Brücke.

http://farm3.staticflickr.com/2893/13409748673_054ab5b90a.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409748673/)
Abstieg zum Kiellijärvi bei Kummavuopio

Die Siedlung (eigentlich sind es nur 2-3 Anwesen) ist völlig ausgestorben, weder Mensch noch Tier lassen sich blicken. Einzig ein Benzinkanister am Weg und ein Quad an der Brücke deuten auf die kürzliche Anwesenheit von Menschen hin.

http://farm4.staticflickr.com/3680/13409748363_a14e8dfed1.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409748363/)
Eine alte Hütte in der nördlichsten Siedlung Schwedens

Da es natürlich gerade mal wieder regnet und sich kein gedeckter Platz für eine Pause anbietet, laufen wir noch eine Weile weiter, bevor wir auf einem Stein am Wegesrand Mittagspause machen. Die Quadspuren auf dieser Talseite sind einiges rutschiger, als die in denen wir im Abstieg laufen mussten, ein paarmal legt es mich fast hin, dazu wirken sie so frisch, dass wir eigentlich ständig damit rechnen jemandem zu begegnen, aber wir bleiben wieder den ganzen Tag alleine.
Durch die Wintermarkierungen und die Nähe zum Fluss ist die Orientierung jetzt überhaupt kein Problem, und schliesslich gibt es hier auch nur noch eine Spur...

http://farm8.staticflickr.com/7149/13409639765_f645618a47.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409639765/)
Wenn der Weg direkt zum Fluss kommt, ist es einfach traumhaft schön :)

Am Fluss entlang durch den gelben Wald zu laufen ist ein absoluter Traum. Schöne Zeltplätze gäbe es auch, aber einerseits wollen wir noch ein bisschen weiter und andererseits liegen sie halt fast direkt am Weg, und darauf können wir hier eigentlich verzichten. So biegen wir erstmal vom Fluss ab und laufen um den Nilsivaara herum, wo auch der direkte Weg zum Treriksröset abzweigt. Im Abstieg halten wir dann schon mal Ausschau nach Zeltplätzen, und als sich dann unten an der Brücke absolut nichts brauchbares finden lässt, wird der Wassersack gefüllt und der Rückweg zu einem schon entdeckten Platz angetreten. Dieser ist zwar (mal wieder) etwas uneben, aber dafür traumhaft gelegen mit wunderbarem Ausblick über die Ebene. Der Wind wird dann mal wieder recht heftig, so dass wir eigentlich nur noch im Zelt liegen und durch die Tür hinausschauen – und plötzlich ist draussen alles im Sonnenlicht – es ist einfach gerade nocheinmal so schön.
Es klart dann immer weiter auf und bei Sonnenuntergang gibt es absolut geniale Aussichten mit roten Wolken in Richtung Pältsa – fast wie vor zwei Jahren in Aktse. Nur leider wurden diesmal die Bilder nicht wirklich brauchbar :(

Gruss
Henning

Fjaellraev
04.12.2006, 21:26
Tag 12
Sonne und Eis
Der morgendliche Blick aus dem Zelt weil die Blase drückt führt zu einem erstaunten Ausruf. Draussen ist alles weiss vom Reif, der klare Himmel hat zu tiefen Temperaturen und einem traumhaften Anblick geführt. Im Nachhinein ärgere ich mich etwas, dass ich mich nicht dazu durchringen konnte richtig aufzustehen und ein paar Bilder zu machen. Vielleicht hätte ich dann ja auch den reif vom Zelt geputzt und es hätte trocken eingepackt werden können, aber in der morgendlichen Sonne wird es halt so erstmal nass ;-) . Auch der Wassersack neben dem Zelt ist teilweise gefroren, aber zum Glück nicht so stark, dass wir kein Wasser für Müsli und Tee mehr hätten. Das zerbröseln des Eises und durch den Ausguss rausschütteln macht richtig Spass...
Bei diesem traumhaften Wetter stellt sich für einmal die Frage nach dem Regenzeug überhaupt nicht, es macht richtig Spass in solchem Wetter loszulaufen.
Das auf der Karte eingezeichnete Moorgebiet erweist sich als völlig trockene Region, aber da sie voller Hügel und Zwergbirkendickicht ist, wäre sie zum zelten doch eher ungeeignet gewesen.

http://farm8.staticflickr.com/7068/13409764535_4c6fcc8c5f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409764535/)
Das muss man doch einfach geniessen...

Unser Plätzchen war für eine längere Strecke mal wieder der letzte brauchbare Platz.
Nach all den Tagen mit eher undeutlichen Spuren ist es richtig ungewohnt einfach nur einer deutlichen Fahrspur folgen zu müssen, aber es passt irgendwie zu dem Gefühl das ich habe. Gestern war eine Art Bruch in der Tour, mit der Ankunft in Kummavuopio (oder schon mit den Quadspuren davor) war für die Durchquerung des Råstofjälls abgeschlossen und die Tour zum Treriksröset ist irgendwie eine andere Tour. Obwohl natürlich beide nahtlos ineinander übergingen und also zusammen gehören...

http://farm8.staticflickr.com/7080/13410120484_0ed1be2be2.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410120484/)
Wetter und Landschaft können vom Weg ablenken

Auf jeden Fall bin ich froh, dass nicht die ganze Tour auf solchen Wegen verlief, sogar für einen Tag wird es mir fast zuviel. Wenigstens sind Wetter und Landschaft traumhaft schön so dass es trotzdem ein Genuss ist.
Bis zur Renvaktarstuga zieht es sich mal wieder weiter als im Kopf erwartet, aber bei einem Blick auf die Karte kommt die Zeit ganz gut hin. Die Hütte steht tatsächlich offen und ist auch ganz gemütlich zum übernachten eingerichtet. Tisch und Stühle im Innern nutzen wir bei diesem Wetter natürlich nicht, sondern setzen uns gemütlich vor der Hütte in die Sonne um Pause zu machen. Das Hüttenbuch wird natürlich noch kurz inspiziert, wie nicht anders zu erwarten finden sich ein paar bekannte Namen aus den letzten Büchern und von letztem Jahr.

http://farm3.staticflickr.com/2842/13409874313_ee2cff7131.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409874313/)

Langsam nehmen die Wolken zwar zu, aber es ist immer noch schön warm, und die Luft über den Sträuchern flimmert richtiggehend.
Nach der Mittagspause und der Vereinigung mit dem Winterweg machen wir einen „Fehler“ bei der Wegwahl und folgen Karte, Quadspur und Wintermarkierungen. Weniger auf und ab mit mehr Aussicht hätte es wohl oben auf dem Moränenkamm gegeben, wo wir auch eine Wegspur entdecken als unser Weg endlich auch dorthin führt. So haben wir die überwältigende Sicht auf den Fluss halt erst in einem zweiten Teil der Strecke. Genial ist es aber auch da noch!

http://farm3.staticflickr.com/2882/13410118924_06fca08dbd.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410118924/)
Blick zum Fluss...

http://farm4.staticflickr.com/3755/13410118474_a49ebf24f3.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410118474/)
...und auf die andere Seite der Moräne

Ein zweites Mal machen wir diesen „Fehler“ dann nicht nochmal und schlagen uns nach der nächsten Verzweigung oben auf dem Kamm durch. Die Spur ist teilweise völlig überwachsen, es ist wohl der offizielle, aber nicht der gebräuchliche Weg...
Bevor wir die Pältsastuga erreichen, steht uns noch ein kräftiger Anstieg bevor, aber dann haben wir es geschafft. Wir stehen noch vor der Hütte und halten nach einem Zeltplatz Ausschau als der Stugvärd zu uns kommt. Der erste Mensch dem wir seit 9 Tagen begegnen! Mit seiner Hilfe haben wir sehr bald einen schönen und ebenen Zeltplatz gefunden, und bald steht unser Stoffhaus unterhalb der Hütte. Wir haben noch nicht fertig eingeräumt, da hat es der Wind schon wieder getrocknet.
Nach dem Tee (in der Hütte) steht der obligatorische Ausflug zum wieder einmal imposanten Wasserfall auf dem Programm, diesmal laufen wir dem Fluss entlang aufwärts bis fast zur Brücke in Richtung Rostahytta, einfach geniale Stromschnellen gibt es da.

http://farm4.staticflickr.com/3685/13409761835_f3a613dc37.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409761835/)
Nur ein kleiner Wasserfall oberhalb des Hauptfalls
(Ein Bild des Hauptfalls findet ihr hier (http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=11227))

Vor dem Nachtessen schwätzen wir noch eine ganze Weile mit dem Stugvärd, wieder einmal ein genial netter Typ, Zeit hat er ja da wir lange die einzigen Gäste bleiben. Erst als wir gegen 21 Uhr in Richtung Zelt aufbrechen wollen taucht noch eine Gruppe von vier Norwegerinnen auf.

Gruss
Henning

Nammalakuru
04.12.2006, 21:49
boahhhh Henning ...
... ich krieg Nordweh kannst du mal bitte damit aufhören? :motz: :bg:
Liest sich sehr gut :kaffee:

Fjaellraev
04.12.2006, 21:57
boahhhh Henning ...
... ich krieg Nordweh kannst du mal bitte damit aufhören? :motz: :bg:
Ja kann ich, aber erst müssen noch die letzten 4 Tage und der Abspann geschrieben werden :wink:

Gruss
Henning

Fjaellraev
06.12.2006, 20:17
So damit Nam (und alle Anderen infizierten) nicht mehr gar zu lange leiden müssen, mache ich mal weiter ;-)

Tag 13
Nochmal ausruhen
Ich frag mich ernsthaft, ob ich überhaupt geschlafen habe, so lange wie diese Nacht lag ich schon lange nicht mehr wach. Aber da ich doch ganz gut erholt und ausgeruht bin, kann das eigentlich nur Einbildung sein. Kurze Regenschauer gab es in der ganzen Nacht, dass ich die mitbekommen habe spricht ja wieder fürs wachliegen, und auch der Morgen ist erstmal nicht anders.
Zum Frühstück gehen wir natürlich in die Hütte, wenn wir schon einen so gemütlichen Platz haben, nutzen wir ihn auch. Die Norwegerinnen tauchen kurz nach uns auf und räumen als erstes ihre überall zum trocknen ausgebreiteten Kleider zusammen. Irgendwie ist es schon komisch nur Müsli zu mampfen während am anderen Ende des Aufenthaltsraums frisches Brot mit Marmelade, Käse etc. gegessen wird, aber das ist halt der Unterschied zwischen einer langen Tour wie unserer und einem „Wochenendausflug“.
Das Wetter bessert sich dann recht bald, so dass wir in die nähere Umgebung der Hütte aufbrechen.

http://farm3.staticflickr.com/2848/13409974283_9bd4e86585.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409974283/)

http://farm4.staticflickr.com/3750/13409973283_14f1a52fe5.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409973283/)

Die Landschaft am Fluss mit dem Pältsagipfel im Hintergrund und dem Sandstrand im Vordergrund ist einfach traumhaft schön, und im Gegensatz zu letztem Jahr habe ich diesmal sogar den Photoapparat dabei. Wir laufen dann gemütlich dem Fluss entlang in Richtung Wasserfall, nicht ohne immer wieder einen Photohalt oder eine Blaubeerpause einzulegen.

http://farm3.staticflickr.com/2805/13409860085_8581aa1498.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409860085/)
Die kleinen Wasserfälle bereiten einen langsam auf den grossen Fall vor ;-)

Die Wolken nehmen leider schon wieder zu, so dass wir für einige Bilder warten müssen, bis die Sonne wieder hinter ihnen hervorkommt, aber wir haben ja Zeit.
Am Wasserfall ist alles voll mit riesigen Blaubeeren, so dass es dort eine ausgiebige Vorspeise gibt, bevor wir uns in der Hütte eine Suppe kochen.
Auch heute treffen wieder ein paar weitere Gäste ein, erst kommen zwei Finnen, die auf den Pältsa wollen, dann ein Deutscher auf dem Weg nach Abisko, und zum Schluss nochmal ein Finne der eine ganze Weile in der näheren Umgebung unterwegs war.
Bei wechselhaftem Wetter verbringen wir den Nachmittag hauptsächlich in der Hütte, bevor wir nochmal für eine Weile raus gehen um Blaubeeren zu sammeln (damit das morgige Müsli Abwechslung bietet) und bei der alten Pältsastuga vorbeizuschauen, die etwas unterhalb der aktuellen Hütte liegt, heute vom Militär verwaltet wird und eine noch genialere Aussicht ins Tal unterhalb des Wasserfalls bietet.

http://farm8.staticflickr.com/7169/13409859605_ede8e3186c.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409859605/)
Letztes Jahr war ich zwei Wochen früher hier, und war beeindruckt wie grün das Tal im Vergleich zum Fjäll wirkte, dieses Jahr hat das Grün dem nicht minder schönen Gelb Platz gemacht.

Gruss
Henning

Onkel Tom
06.12.2006, 21:44
So damit Nam (und alle Anderen infizierten) nicht mehr gar zu lange leiden müssen, mache ich mal weiter :wink:

DANKE! :bg:
Gruß
TOM

Fjaellraev
09.12.2006, 21:34
Tag 14
Über die Grenze
Da am Morgen ein starker Wind geht, der die Regentropfen der Nacht schnell abtrocknet, kann das Zelt für einmal trocken verpackt werden. Das ist mir aus zwei Gründen ganz recht: Erstens ist ein trockenes Zelt einfach leichter ;-) und zweitens muss es wenn alles optimal verläuft auf dieser Tour nicht mehr aufgebaut werden. Das Wetter ist immer noch ziemlich durchzogen, aber es scheint zumindest trocken zu bleiben, so dass ich trotz eisigem Wind im Hemd losziehe, da die Phototasche vor der Brust als Windschutz dient können eh nur die Arme auskühlen...
Eigentlich ist mir der heutige Weg vom letzten Jahr her noch bestens bekannt, aber durch das völlig andere Wetter ist es ein neues Erlebnis. Nachdem letztes Jahr die weitere Umgebung im Nebel versteckt war, herrscht heute ganz gute Sicht.

http://farm4.staticflickr.com/3757/13410061823_93a5f31b30.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410061823/)
Bei diesem Stein habe ich endlich gemerkt, dass ich seit dem letzten Bild gestern statt der üblichen 1/100 Sek noch 1/250 Sek eingestellt hatte. Zurückgelaufen um Bilder nachzuholen bin ich nicht...

Etwas was letztes Jahr irgendwie Spass gemacht hat, fehlt heute halt: Es gibt keinen Überraschungseffekt auf dem Weg, die Moräne ist auf weite Strecken überschaubar, und Rentiere tauchen auch weniger auf als letztes Jahr :(
Die Trockenheit dieses Sommers ist auch heute augenfällig:

http://farm4.staticflickr.com/3770/13410061633_0105062fe2.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410061633/)
Von diesem schön mäandernden Bach ist nur noch das Bachbett übrig

http://farm4.staticflickr.com/3673/13409950195_f9cb29b3a0.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409950195/)
Der „Nebelsee“ von letztem Jahr ist viel kleiner als ich ihn in Erinnerung habe.

Dieses Jahr geniesse ich den Blick in die Regionen neben dem Weg, die mir letztes Jahr zum grossen Teil verborgen blieben. Immer wieder wandert unser Blick auch zum Pältsa, eigentlich ist es ja schon lustig, der markantere Gipfel (der auch auf meinen Bildern immer wieder auftaucht) ist nur ein niedrigerer Vorgipfel, der Hauptgipfel kommt erst zur Geltung wenn man im Tal am Berg vorbeiläuft.

http://farm4.staticflickr.com/3809/13410308084_df0cdddc4f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410308084/)
Nachdem wir die Moräne hinter uns gelassen haben, öffnet sich bald einmal der Blick nach Norwegen in Richtung Gappo.

Wohl auch durch den starken und kalten Wind bedingt, laufen wir ohne grosse Pause durch bis zur Gappohütte.

http://farm8.staticflickr.com/7055/13410307694_3b40cc7834.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410307694/)
Nur ein Schild aber keine Grenzkontrolle ;-)

Wir quartieren uns dann in der gleichen Hütte ein wie letztes Jahr, nur diesmal nicht im Wohnzimmer. Natürlich lese ich wieder interessiert im Hüttenbuch: Magnus (der ältere Schwede den ich letztes Jahr öfters getroffen habe) der keinen DNT Schlüssel hatte, hat Leute getroffen die auch hier übernachtet haben und konnte auch rein. Die Deutsche deren Einträge wir seit dem ersten Ruhetag immer wieder gelesen haben, ist auch unserer Tour gelaufen (vielleicht mit kleineren Abweichungen), einfach eine Woche früher...
Nach dem Mittagessen ist dann erstmal waschen angesagt: Uns und einen rechten Teil der Klamotten. Es tut echt gut, so langsam ging mir der Dreck etwas auf den Keks. Da wir vor der Rückfahrt keine Gelegenheit haben unsere Kleider zu waschen, muss eben schon gegen Ende der Tour vorgesorgt werden, denn übermässig viele Wechselkleider sind bei uns beiden nicht dabei.
Danach verplempern wir eigentlich den schönsten Teil des Nachmittags in der Hütte, in die nur noch der einzelne Finne aus Pältsa kommt.
Als wir uns dann endlich aufmachen, um die Umgebung der Hütte etwas genauer in Augenschein zu nehmen, dauert es natürlich nicht mehr lange bis aus den wieder recht dichten Wolken die ersten Regentropfen fallen.

http://farm4.staticflickr.com/3682/13410307274_61a6b31c9a.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410307274/)

http://farm4.staticflickr.com/3803/13409948215_7339ecf14f.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13409948215/)
Geniale Steinformationen gibt es in der Umgebung der Hütte

Da ich nur den Faserpelz anhabe, machen wir uns dann halt wieder auf den Rückweg aus der traumhaften Umgebung in die gemütliche Hütte. Der Finne sitzt schon beim Nachtessen als wir zurückkommen, er lebt halt auch hier nach der finnischen Zeit was ja so in Grenznähe auch ganz normal ist. Auch wir werden uns morgen nicht umstellen, sonst hätten wir vielleicht am Ende das gleiche Problem wie die Finnen: In welche Richtung geht jetzt der Zeitunterschied zu Schweden ;-)
Wir schwätzen dann noch eine ganze Weile über unsere Touren, bevor auch wir uns ans kochen machen. In der Hütte wird es ja einiges früher dunkel als draussen, was hier durch die kleineren Fenster noch mehr auffällt als in Pältsa, so sitzen wir nach dem Nachtessen gemütlich bei Kerzenschein in der Hütte und geniessen den Blick aus dem Fenster – und sehen dabei wie die Leute in der Nachbarhütte von ihren Tagesausflügen heimkommen.

Gruss
Henning

Robiwahn
09.12.2006, 22:54
Ach Henning, du bist ja so gemein. Wieso musst du hier so sehnsuechte weckende Bilder reinstellen, muss das denn wirklich sein :wink: ?

Zur Rache stell ich morgen mal ein Bild meines aktuellen Aufenthaltortes rein 8)

sehnsuechtige Gruesse aus Recife, Robert

PS: toller Bericht trotzdem

Moltebaer
09.12.2006, 23:54
Hej Henning,

toller Bericht und grade DIESE Etappe gefällt mir, da ich sie etwa 1 Monat vor dir dank eines Tips von dir gelaufen bin :)
Kann mich noch gut an die Moräne erinnern, war zwar total schön anzuschauen, aber auch ein ziemlich beschwerlicher Abschnitt. Wir sind morgens etwa 3km nach dem Treriksröset auf dem Weg zur Pältsastuga gestartet, haben den alten Pfad um den Lakkonjåsvare (875möh) herum genommen (Danke für Tip#2!) und dann von der Pältsastuga die ätzende Moräne an den halb ausgetrockneten Seen und Bächlein bis zum Kappåijaure entlang gekrochen. Nach dieser 20km Etappe am zweiten Tag mit noch vollem Gepäck und den letzten 8km auf der niemals enden wollenden doch immer voll überblickbaren, sich links&rechts&hoch&runterwindenen Moräne waren wir wirklich gut platt :D
Haben dann südlich des Kappåive (900möh) gezeltet, dort wo die letzte "0" der "700" auf der Karte steht :) in etwa dort, wo dieses Foto (von dir) entstand:

http://img186.imageshack.us/img186/6186/142dg1.th.jpg (http://img186.imageshack.us/my.php?image=142dg1.jpg)
Haben dann noch abends in dem See gebadet, das war geil :bg:

Am nächsten Morgen war bei uns dann dichtester Nebel. War ziemlich ulkig, rechts und links gings steil runter, direkt zum Seeufer und das war auch das letzte was man gesehen hat. Nur wir, der Pfad auf der Moräne und sonst nur Nebel und kaltes Wasser...
500m vor der Grenze am nördlichen Ende des Kappåjaure ist dann plötzlich ein Angler aus dem Nebel aufgetaucht, etwa 30m vor uns :o
Das Foto (auch von dir) am Grenzschild

http://img186.imageshack.us/img186/5086/143aa3.th.jpg (http://img186.imageshack.us/my.php?image=143aa3.jpg)

wurde bei uns auch nur was, weil die Entfernung lediglich 5m betrug...
Kurz nach der Gappohytta haben wir dann im Nebel einen Steinhaufen übersehen, den falschen Pfad genommen und sind ~1km in Richtung Signaldal gelaufen :bash:

War aber eine wirklich schöne Etappe, vielen Dank für die Tips! Muß wohl um einiges schöner als der direkte Weg vom Treriksröset zur Gappohytta gewesen sein. Wir waren uns erst ungewiß, ob wir wirklich am zweiten Tag schon 11km Umweg nehmen sollen, wenn wir noch gut 180km vor uns haben... am Ende sind wir dann 2 Tage früher als geplant in Abisko in den Zug gestiegen 8)

Sehr geil! Jetzt beschreib du mal den letzten Tag bis Kilpisjärvi ;)

Grüße vom Moltebaer

Fjaellraev
10.12.2006, 12:09
@Moltebaer: Auf deinen Bericht müssen wir wohl noch eine Weile warten, wenn er denn überhaupt mal kommt ;-)
Ich fand den Weg über die Moräne eigentlich immer sehr entspannend, halt wirklich angenehmer Untergrund, aber wenn man natürlich schon eine rechte Etappe in den Beinen hat sieht das vielleicht anders aus...
Es gibt noch keinen Bericht über den letzten Tag bis Kilpisjärvi, denn wir haben am Treriksröset nochmal übernachtet ;-)

Also lassen wir es mal weitergehen....

Tag 15
Menschenmassen
Durch das offene Fenster bekommen ich die altbekannten Geräusche von Wind und Regen natürlich genausogut mit wie im Zelt. Irgendwie braucht es da sogar mehr Überwindung aufzustehen als im Zelt. Nach Frühstück und Hütte putzen sind beim Aufbruch mal wieder die Regenkleider angesagt, eigentlich hauptsächlich nervig, weil dadurch die frischen Kleider stärker verschwitzt werden, ansonsten ist es ja schon Routine...
Trotzdem ist die Landschaft wieder beeindruckend, und die Blaubeeren verlockend :) . Als Hauptproblem bei diesem Wetter erweisen sich die vielen Passagen über Felsplatten, sie sind teilweise extrem rutschig und erfordern höchste Aufmerksamkeit. Irgendwann schaffe ich es trotzdem auf einer auszurutschen, kann mich aber auffangen bevor es zum Sturz kommt. Der Weg führt anfangs hauptsächlich an der Talflanke entlang, im grossen und ganzen sind die Steigungen nicht sonderlich heftig, nur wenn es gilt eines der zahlreichen Seitentäler zu durchqueren gibt es kurze Steilstücke, und unten einen Bach mit Felsplatten...

http://farm8.staticflickr.com/7355/13410430864_774d2e94da.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410430864/)
Einer der Bäche die es auf nassen Steinplatten zu überqueren galt

Bevor der Abstieg zum Goldajaure in Sicht kommt, geht es noch über eine schöne weite Hochebene. Und was kommt uns an der Brücke am Ende der Ebene entgegen? Eine Gruppe von 13 Personen, das dürfte heute Abend in Gappo recht eng werden, gut waren wir letzte Nacht dort.

http://farm8.staticflickr.com/7021/13410070005_dff898ce32.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410070005/)
Hinter dem Hügel bietet sich ein erster Blick auf den Goldajaure

Der Abstieg zum See ist zwar zeitweise recht steil, aber die Aussicht bei zunehmend besserem Wetter und die Blaubeeren machen ihn trotzdem zum Genuss, etwas Wehmut ist aber auch dabei, heisst es doch Abschied nehmen vom Kahlfjäll.

http://farm8.staticflickr.com/7389/13410429724_d95938b4ec.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410429724/)
Die Farben kommen hier leider nicht so recht zur Geltung :(

Unten am See nehmen wir dann den von den Finnen empfohlenen Weg am Südufer und machen den offiziellen Umweg über die Goldahytta nicht mit. Der Weg entpuppt sich auf weiten Strecken als Quadspur und ist entsprechend leicht zu finden, das eine oder andere Matschloch gibt es natürlich trotzdem und die Landschaft ist weiter genial.

http://farm3.staticflickr.com/2864/13410428974_ac306a4563.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410428974/)
Was leuchtet denn da so Quakigelb?

Der Betonklotz am Treriksröset scheint frisch gestrichen worden zu sein, auf jeden Fall leuchtet er schon von weitem durch die Büsche, zur Renovation des Zugangs auf der schwedischen Seite scheint das Geld dann aber nicht mehr gereicht zu haben, der einzige Zugang führt weiterhin von der finnischen Seite zum Klotz.

http://farm4.staticflickr.com/3703/13410428304_1574cbaec8.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410428304/)
Frisch gestrichener Betonklotz

Nach einer Photosession und einer kurzen Pause am Betonklotz laufen wir weiter zur finnischen Hütte Kuokkimajärvi. Der Drang dort möglichst früh dort anzukommen, den wir aufgrund der Erzählungen der Leute in Pältsa hatten, war eigentlich nicht unbedingt nötig. Heute ist es in der Hütte nicht voll, ausser uns sind erst zwei Finnen da, so dass wir bei 6 Plätzen genügend Platz finden.
Während wir vor der Hütte unser Mittagessen verspeisen, kommt eine grosse geführte Gruppe von Kilpisjärvi her, die vor dem Besuch am Röset Pause vor der Hütte macht.
Heute wird der Nachmittag nicht verfaulenzt, sondern bei schönem Wetter zu einem Spaziergang nach Koltaluokta genutzt. Auch wenn wir morgen natürlich zu Fuss nach Kilpisjärvi laufen werden, können wir uns ja mal den Weg zum Bootsanleger anschauen...
Es ist schon ein recht ausgelatschter „Highway“, was aber bei den Menschenmassen die das Dreiländereck besuchen nicht weiter verwunderlich ist. Aber die traumhafte Umgebung lässt einen den Weg fast vergessen, die Exakta bekommt auf jeden Fall noch einige Male zu tun...

http://farm8.staticflickr.com/7403/13410067725_c1bb47dd31.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410067725/)

http://farm4.staticflickr.com/3782/13410427844_9b309c08f1.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410427844/)
Entlang des Weges nach Koltaluokta

Um den Lappenspitz zu dokumentieren, der hinter dem Rentierzaun ein Ren ankläfft das sich davon völlig unbeeindruckt zeigt, ist die Kamera natürlich ungeeignet, dieses Schauspiel muss man einfach erlebt haben...
Wen treffen wir am Bootsanleger? Die beiden Finnen aus Pältsa. Sie waren zwar nicht ganz auf dem Gipfel des Pältsa, aber genossen haben sie den Ausflug trotzdem. Sie überlassen uns dann noch ihre Kopie des Kartenausschnitts für die morgige Etappe nach Kilpisjärvi. Wir haben ja eigentlich die schwedische Karte, aber die vergrösserte Version der finnischen Karte ist trotzdem ganz interessant. Auf dieser sind nämlich auch Sachen zu sehen, die auf der Fjällkarte fehlen, zum Beispiel, dass das Gebiet zwischen der Hütte und Kilpisjärvi Naturschutzgebiet ist und dort das zelten verboten ist. Dies ist eine Info die in der schwedischen Karte wirklich fehlt, wir sind sicher nicht die einzigen die als Alternative zur Hütte das Zelt auf diesem Streckenabschnitt in Betracht gezogen haben. Um den Bus morgen in Kilpisjärvi zu erreichen hätten wir sicher versucht die morgige Etappe zu verkürzen, wenn wir das Zelt gebraucht hätten.
Auf dem Rückweg begegnet uns dann noch der dritte Finne, er hat sich gegen den Ausstieg nach Kilpisjärvi entschieden und läuft weiter nach Kummavuopio und dann weiter zu seinem Auto in Keinovuopio.

http://farm8.staticflickr.com/7460/13410177963_40cb01daef.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410177963/)
Die kostenlose finnische Hütte

Bei unserer Rückkehr ist die Hütte nicht voller, sondern leerer geworden, die beiden Finnen haben ihr Zelt unten am See aufgebaut. Dazu haben sie von den Nationalparksleuten noch den Schlüssel für die Sauna organisiert und lassen uns nachdem sie fertig sind auch noch rein. So wird vor der Rückkehr in die Zivilisation der Dreck noch richtig rausgeschwitzt.
Durch den Saunaaufenthalt hat sich unser Zeitplan natürlich nach hinten verschoben, wodurch uns natürlich irgendwann das Licht ausgeht, schon zum kochen sind wir auf Kerzenlicht angewiesen. Nach dem Nachtessen muss ich unbedingt nochmal raus, was ich durch das Fenster sehe zwingt mich einfach dazu.

http://farm8.staticflickr.com/7431/13410066375_8f122ccfed.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410066375/)

http://farm8.staticflickr.com/7031/13410177163_245cfa6ff6.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410177163/)
Bei solchen Ausblicken muss ich einfach zur Kamera greifen :)

Unsere Blaubeersuppe zum Nachtisch geniessen wir bei Kerzenschein in der Hütte, während es draussen auch dunkel wird. Anschliessend suchen wir uns auf der Pritsche die Stellen wo die Bretter am wenigsten knarren und kuscheln uns in die Schlafsäcke.

Gruss
Henning

Fjaellraev
11.12.2006, 18:33
Tag 16
Zivilisation
Das Knarren der Planken stört irgendwie gar nicht beim schlafen, eher ist es das Wissen dass der Wecker schon um 6 Uhr klingeln wird, das mich noch unruhiger als sonst schlafen lässt. Die erste Aktion heisst Kaffee- und Teewasser aufsetzen und dann wird das Wetter begutachtet: Bedeckt aber trocken, also für die Verhältnisse dieser Tour eigentlich gut.
Das Müsli wird zum Frühstück restlos vernichtet, 3 kg waren für uns beide also genau richtig berechnet, selbst wenn ich am ersten Morgen gefrühstückt hätte wäre es genug gewesen, in Pältsa und Gappo waren meine Portionen etwas grösser als üblich, das hätte ich schon steuern können.
Nach der gestrigen Sauna muss ich vor dem Abmarsch erstmal noch meine Füsse frisch verpflastern, aber trotzdem geht unser Zeitplan auf, so dass wir um 7 Uhr die geputzte Hütte verlassen.
Obwohl ich die Strecke ja auch wieder von letztem Jahr kenne ist es ein völlig neues Erlebnis, was sicher auch an der entgegengesetzten Richtung liegt. Ich merke auch, dass es für mich letztes Jahr wohl einfach eine Transitstrecke war und der mentale Start erst am Treriksröset war, an einige Abschnitte habe ich überhaupt keine Erinnerung mehr.

http://farm3.staticflickr.com/2809/13410727164_802a194afa.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410727164/)
Ein letzter Blick zurück in Richtung Treriksröset

Der Aufstieg bis über die Waldgrenze zieht sich mal wieder ziemlich hin, aber es gibt nochmal Blaubeeren bis zum abwinken, und in Richtung See einen traumhaften Ausblick. Zwischendurch sehen wir unten auf dem See auch wie das Motorboot von Kilpisjärvi seine Spur nach Koltaluokta zieht und wohl wieder die ersten Tagesausflügler bringt, während wir bis zum Abstieg nach Kilpisjärvi nochmal für uns alleine sind.

http://farm3.staticflickr.com/2841/13410474293_54f48a20fc.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410474293/)

Da wir absolut genug Zeit haben, machen wir am zweiten Bach nochmal gemütlich Pause, essen Blaubeeren und getrocknete Bananen und geniessen die Aussicht auf den See. danach steht uns noch der letzte ernstzunehmende Aufstieg bevor, dann senkt sich der Weg allmählich in Richtung Kilpisjärvi. Nach und nach kommen uns die ersten Leute entgegen, aber wirklich grosse Gruppen sind heute nicht dabei, ganz im Gegensatz zu den Karawanen die wir am gegenüberliegenden Saana beobachten können.

http://farm8.staticflickr.com/7018/13410725914_e33213d1c6.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410725914/)

http://farm3.staticflickr.com/2815/13410364795_9c10083ece.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410364795/)
Das Fjäll verabschiedet sich mit der ganzen Farbenpracht der Sträucher und Beeren von uns.

http://farm3.staticflickr.com/2854/13410723814_efc7e21e83.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410723814/)
Die Strasse hinter dem See hören wir am Anfang mehr als dass wir sie sehen

Irgendwie ist es komisch, in anderen Jahren war es jeweils ein komisches (und etwas trauriges) Gefühl, nach einer langen Tour wieder in die Zivilisation zurück zu kommen und zu wissen dass die Tour jetzt vorbei ist, dieses Jahr fehlt dieses Gefühl irgendwie, ich weiss einfach da vorne ist irgendwo die Strasse und dort ist es dann zu Ende aber ein trauriges Gefühl kommt deshalb nicht auf (Freude natürlich erst recht nicht), irgendwie ist es wohl langsam zur Routine geworden.

http://farm4.staticflickr.com/3784/13410723534_01d52a2ee0.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410723534/)
Eine letzte Brücke über einen schönen Bach und die Zivilisation hat uns wieder

Am Parkplatz an dem mich die Chinesen letztes Jahr abgesetzt haben stossen wir dann wieder auf die Strasse, und entscheiden uns den Wanderweg der oben am Hügel entlang führt links liegen zu lassen und die letzten 2 km der Strasse zu folgen bis wir um 11 Uhr am Wanderzentrum ankommen. Für die Finnen ist das natürlich 12 Uhr und entsprechend gross ist das Gedränge drinnen, da Restaurant und übriger Shop nicht wirklich voneinander getrennt sind. Wir schauen uns einfach mal gemütlich um, bevor wir uns ein Eis kaufen und uns gemütlich auf der Terrasse in die Sonne setzen.
Anschliessend spazieren wir noch runter zum Bootsanleger und geniessen den Blick zurück über den See, jetzt kommt auch bei mir etwas Wehmut über das Ende der Tour auf, während ich auf das Gebiet der letzten Tage zurückblicke.

http://farm4.staticflickr.com/3736/13410470863_db64eeb902.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410470863/)
Blick über den Kilpisjärvi

Zurück beim Wanderzentrum bleibt uns eigentlich nur noch das warten auf den Bus, der dann wieder einmal auch als Waren- und Posttransporter dient und entsprechend häufig hält. Die Fahrt durch die herbstlichen Wälder ist einfach absolut traumhaft, am liebsten würden wir irgendwo aussteigen und gleich wieder loslaufen, oder bei dem vielen Wasser das Boot nehmen.
Die Fahrt bis Karesuvanto wird auf jeden Fall überhaupt nicht langweilig.
Auf dem Fussmarsch rüber nach Karesuando tun mir meine Füsse nochmal brutal weh, die lange Pause und die Teerstrasse fordern ihren Tribut.

http://farm8.staticflickr.com/7034/13410470283_054cdeb675.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410470283/)
Karesuando endlich reden die Leute wieder eine verständliche Sprache ;-)

Nach einer Essenspause am Fluss deponieren wir unsere Rucksäcke neben der Touristinfo unter der Treppe und begeben uns auf Erkundungs- und Einkaufstour.
Die Lebensmittelauswahl im ArcticLivs ist deutlich kleiner als im alten Laden, aber die absoluten Basics gibt es, für Nachtessen und Frühstück können wir uns auf jeden Fall eindecken. Tourproviant wäre schon schwierig ;-), das gilt auch für den benachbarten Tankstellenshop der zwar noch etwas weniger, aber auch alles wirklich nötige, hat.
Danach haben wir eigentlich nichts mehr zu tun und laufen gemütlich zum Vandrarhem wo wir noch eine halbe Stunde in der Sonne sitzen bevor es um 17 Uhr öffnen sollte. Die Tür zur Reception steht dank einiger Hotelgäste zwar offen, aber das war es dann auch schon, absolut kein Leben in der Hütte. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres bin ich erst nicht sonderlich beunruhigt, aber als um halb sechs ausser drei Norwegern die auch ins Vandrarhem wollen immer noch niemand auftaucht fängt es selbst mich langsam an zu nerven. Um viertel vor sechs haben wir dann definitiv genug und laufen zurück ins Dorf um zu schauen ob wir noch eine Campinghütte finden. Wir werden gleich in Zentrumsnähe fündig, dass wir für die Dusche über den Hof müssen und die Kochstelle im „Schlafraum“ ist, stört uns nicht weiters, Hauptsache ist wir haben ein Dach über dem Kopf und können unsere Rucksäcke für die Rückfahrt umpacken.

http://farm4.staticflickr.com/3695/13410469943_e10a42535d.jpg (http://www.flickr.com/photos/fjaellraev/13410469943/)
Unser Zuhause für die letzte Nacht in Lappland

Nach dem Nachtessen bringen wir in herrlichem Abendlicht noch den Müll der ganzen Tour und die wenigen heute geschriebenen Postkarten weg, bevor wir uns in die Betten verkriechen, morgen geht der Wecker ja nochmal früher...

Gruss
Henning

Fjaellraev
12.12.2006, 18:20
Zum Abschluss nochmal etwas ohne Bilder, aber mit Unterhaltungswert...

Rückkehr
Wieso man immer ein Zelt dabei haben sollte
Ein Blick nach draussen erklärt wieso ich trotz ganz geschlossenem Schlafsack nicht geschwitzt habe, durch den klaren Himmel hat es in der Nacht wieder gut abgekühlt, sämtliche Autoscheiben sind überfroren, und da unser Hüttchen ja eigentlich nur für den Sommer ausgelegt ist, herrschen drinnen auch nicht gerade mollige Temperaturen. Nach dem Frühstück ist schnell gepackt und wir sind bereit für den Bus um 6:30, die aufgehende Sonne blendet zwar etwas hat aber noch keine Kraft um zu wärmen.
Der Blick aus dem Bus in die herbstliche Landschaft ist zwar nach wie vor faszinierend, aber irgendwie macht sich so langsam auch eine Übersättigung bemerkbar. Viel zu schnell ist der Abzweig der Strasse nach Järämä erreicht und der Kreis hat sich geschlossen, vor zwei Wochen war hier Herbstanfang und jetzt ist alles knallgelb...
In der Nähe von Kiruna schwächt sich das Herbstgefühl durch die zahlreicheren Nadelbäume etwas ab, aber schön ist es trotzdem. Wir spazieren nicht gerade viel durch die Stadt, wozu auch in den letzten Wochen sind wir genug gelaufen, aber Blaubeeren gibt es hinter der Kirche auch noch :) , wir sitzen lieber vor dem Folkets Hus windgeschützt in der Sonne bevor es Zeit wird zum Bahnhof zu laufen, wo der Zug wieder aus Narvik kommt.
Schon im Zug nach Boden ist es recht voll, und im Zug nach Stockholm wird es noch schlimmer. Da wir keine Reservierung haben, wissen wir nie wie lange wir auf unseren Plätzen bleiben können, und wechseln einige Male hin und her, bis wir dann doch für die zweite Hälfte der Nacht auf unseren Plätzen bleiben können , vermutlich ist am Schluss jeder Platz im Wagen besetzt. Wir sammeln durch einen defekten Güterzug mal wieder 1 ½ h Verspätung ein, aber wie in solchen Fällen üblich fällt dann halt der Abstecher nach Umeå aus, so dass wir am nächsten Morgen pünktlich in Stockholm ankommen.
Dort geht es gleich an den SJ Schalter um unsere Züge nach Malmö zu reservieren und es kommt wieder übel: Mein Wunschzug ist ausgebucht, so dass ich eine Stunde früher fahren muss, naja das ist noch zu verkraften. Aber meine Freundin wollte eigentlich erst am Nachmittag fahren, da sie erst am Abend aus Malmö weiter fährt, nur sind alle Züge bis dorthin ebenfalls ausgebucht, so dass sie schlussendlich auch schon mit „meinem“ Zug fahren muss, aber natürlich in einem anderen Wagen. Das verdirbt uns die Laune natürlich schon etwas, zumindest für mich ist nach der letzten Nacht und diesem Erlebnis klar dass ich in Zukunft auch die Rückfahrt wieder vorgängig reservieren werde.
So gibt es halt zwei kürzere Aufenthalte in Stockholm und Malmö bevor sich unsere Wege wieder trennen.
In Kopenhagen dauert es mal wieder ewig bis der Nachtzug bereitgestellt wird, ich schaffe es als erster im Wagen zu sein (von Vorteil wenn man einen grossen Rucksack verstauen muss), nur dummerweise ist an der Abteiltüre Schluss, sie ist verriegelt. Also weichen wir erstmal in die Nachbarabteile aus und schauen was sich machen lässt, ein Abteilgenosse hat einen Vierkantschlüssel dabei, aber wir müssen feststellen, dass das äussere Schloss offen ist, bald einmal ist uns klar, dass der Riegel zur Verriegelung von innen der Schuldige ist, er ist wohl durch die Vibrationen beim Rangieren in die Schliessstellung geraten. Die Variante durch das Fenster ins Abteil zu steigen verwerfen wir aufgrund der bevorstehenden Abfahrt recht bald wieder (Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass das Fenster auch verriegelt war...), auf den Schaffner zu warten scheint uns auch etwas langweilig also überlege ich weiter. Und da sich die Tür einen Spalt öffnen lässt, komme ich bald einmal auf die Idee mit einem langen dünnen Gegenstand zu versuchen den Hebel wieder zu öffnen, nur was soll ich nehmen, die Trekkingstöcke sind schon zu dick. Irgendwie bleiben nur die Zeltstangen übrig, und obwohl die sich durch ihre gebogene Form dauernd wegdrehen wollen gelingt es mir nach einer Weile den Riegel zu bewegen und das Abteil zu betreten :)
Nebenbei führte diese Aktion natürlich zur Erkenntnis, dass der Riegel nur eine bedingte Sicherheit bringt, denn dass man die Tür auch dann noch einen Spalt weit öffnen kann scheint normal zu sein.
Die übrige Heimfahrt verläuft dann ohne weitere aufregende Zwischenfälle fast schon zu normal für mich.

Gruss
Henning

Fjaellraev
26.03.2014, 21:21
Wie im Reisebericht von Claudia (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/78423-SE-NO-FI-N%C3%B6rdlich-vom-Tornetr%C3%A4sk) schon angetönt, habe ich die Bilder jetzt neu auf meine Flickr-Seite hochgeladen und damit die langsam verschwindenden ImageShack-Bilder abgelöst.
Ich habe nicht einfach die alten Bilder neu hochgeladen, sondern neue Scans der Dias verwendet, dadurch haben sich auch die Farben etwas verändert (Sie wirken nicht mehr ganz so düster) und die Qualität wurde generell besser (Film- statt Flachbettscanner).
Auch wenn ich mich manchmal gefragt habe weshalb ich jetzt genau dieses Bild im Bericht verwendet habe, so habe ich an der Bilderauswahl nichts geändert - allenfalls kann es bei den bereits verschwundenen Bildern einzelne Änderungen gegeben haben - denn das wäre ja eine Änderung des Berichts geworden und das wollte ich nicht.
Im Flickr Album finden sich aber noch ein paar wenige zusätzliche Bilder, hauptsächlich von Tagen an denen die Originalbilder schon nicht mehr sichtbar waren.

Was mir bei der Überarbeitung aufgefallen ist, sind die ganzen Entwicklungen der letzten Jahre, nicht nur wie sich meine Bilder geändert haben ;-), es gibt heute Möglichkeiten die es vor gar nicht so langer Zeit noch gar nicht gab. Google-Earth? Damals noch kein Thema. Onlinekarten? Miniaturausschnitte der Fjällkarte auf der Lantmäteriet-Seite und dazu noch die Länskartan die schon damals veraltete Daten hatte.

Auch wenn ich noch andere Reiseberichte mit ImageShack-Bildern habe, dieser Bericht wird wohl der Einzige bleiben den ich entsprechend bearbeite, in den anderen Regionen gibt es doch mehr Berichte und folglich auch genug Bilder. ;-)

Gruss
Henning