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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : selbstgebaute Zeltöfen - Jurte und Kothe



Tomscout
27.08.2006, 15:27
Tach Tach!

Schappi und ich präsentieren unsere ersten beiden MYOG-Zeltöfen 8)

1) der IMPEESA J-1 (J für Jurte)
Hier mal die Daten:
Höhe - ohne ausgefahrene Standfüße: 47 cm
Höhe - mit ausgefahrenen Standfüßen: 53 cm
Durchmesser: 18 cm
Gewicht: ca. 1,4 kg
Materialstärke: ca. 1 mm

Als Material haben wir zwei Rohre aus Stahlblech verwendet, die mit Hilfe einer Schelle verbunden wurden. Die Brennfläche befindet sich bei ausgefahrenen Standfüßen etwa 17 cm über dem Boden und ist ein Edelstahlgitter (Lochgröße ca. 2 mm).
Luftschlitze direkt unter und über der Brennfläche versogen den J-1 mit Luft, wobei die unteren Schlitze wahrscheinlich überflüssig sind (Luft zieht er auch direkt durch den offenen Boden). Wir werden das beim geplanten J-2 mal austesten :wink:
Die drei Standfüsse sind simple, verzinkte Winkel, die mit Flügelschrauben ca. 1cm über der Unterkante am J-1 verbunden sind. Für den Transport einfach Flügelschrauben lösen, Winkel nach innen drehen und ab dafür!
Die Platte, auf der der Brenner auf dem Foto steht, war nur zur Schonung von Schwiegermuddis Garten, in dem geflext, gebohrt und gebrannt wurde... (vielen Dank an dieser Stelle!!!)
Hier mal zwei Fotos...-leider nur mit der Handykamera gemacht:
http://home.pages.at/boellerscout/pics/Photo-0114.jpg
http://home.pages.at/boellerscout/pics/Photo-0112.jpg

Nach zwei Testläufen können wir sagen: WAS für ein geiler Ofen! Der zweite Testlauf brachte auch das von Schappi so nachdrücklich geforderte Ergebnis: "datt Ding muss rot glühen" (leider kein Foto davon). Und das tut er auch, nach bereits ca. 8-10 Minuten Vollbefeuerung.
Das Feuerholz ist restlos verbrannt - keine Asche, nix.
Bald soll der J-1 auch mal in einer unserer Pfadfinderjurten zum Einsatz kommen, um die Heizleistung mal in einem Zelt zu testen.

So angestachelt von diesen erfolgreichen Bau haben wir gleich eine Rucksackversion des J-1 gebaut:
2) der IMPEESA H-1 (H für Hike)
Die Daten:
Höhe ohne Füße: 29 cm
Höhe mit Füßen: 31 cm
Durchmesser: 12 cm
Gewicht: ca. 770 gr
Materialstärke: ca. 0,8 mm (laut Baumarktbeschriftung :roll: )
Hier haben wir keine Schelle verwendet, sondern ein Doppelwandfutter als Unterteil und als Oberteil ein blankes Stahlblechrohr. Die Brennfläche sollte aus einer gelochten Aluplatte bestehen, allerdings hat sich die vermeintliche Aluplatte (gesägt aus nem alten Teller) als Zinn herausgestellt, so daß beim ersten Brennversuch wir ein Ergebnis hatten, daß eher nach Bleigießen aussah :bash:
Ergo: Sch... auf Aluplatten, die keine sind und ersetzen durch das bewährte Brenngitter aus dem großen Bruder.
Hier ein Foto des H-1 im Betrieb:
http://home.pages.at/boellerscout/pics/Photo-0115.jpg
Und hier ein Blick durch die "leicht" lädierte Bodenplatte mit Schappi am anderen Ende:
http://home.pages.at/boellerscout/pics/Photo-0116.jpg

Nach einem so erfolgreichen Männer-hantieren-mit-Werkzeug-rum-und-bauen-geile-Sachen-Tag und den dananch vernichteten diversen Bierchen haben wir bereits wesentliche Verbesserungen bzw Erweiterungen im Kopf (Wok-Halterung zum Kochen, Schiebe-Regelung für den Lufteinlass, angebaute Hitzeschutzplatte zur Schonung des Bodens bzw Schwiegermuddis Rasen)
Wir werden berichten, wenn der J-2 und der H-2 denn fertig sind! :bg:

Bis dahin, Gruß von Schappi ("dat Ding muss glühen!") und Tom ("da muss Luft ran!")

Schappi
27.08.2006, 17:21
Hab mich soeben angemeldet..........boa ist der Ofen toll :P

Harry
27.08.2006, 18:49
Schickes Teil. Muss man einfach haben.
Jetzt weiss ich auch warum die Blaulichtfraktion hier vorhin ausgerückt ist.
War die etwa bei euch?

Harry

iamon
27.08.2006, 19:14
Ihr alten Pfadis, danke habt meinen Spiel- und Basteltrieb bestätigt. In Gedanken hatte ich schon einen Ofen gebaut...

Glückwunsch,
iamon

Tomscout
27.08.2006, 19:51
Jetzt weiss ich auch warum die Blaulichtfraktion hier vorhin ausgerückt ist.
War die etwa bei euch?

Nein...den "rotglüh-Test" haben wir in meinem Garten hier in Bremen gefahren :bg:

iamon
27.08.2006, 20:04
Nachgedacht :kaffee: :

würde das Ganze nicht auch mit großen Konservendosen funktionieren. Schlißlich ist das die Geschichte der Hobos.


Billiger wäre es allemal (@Tomscout: wie hoch waren eure Materialkosten?), aber wie verhält sich das heutige Dosenmaterial in der Praxis?

Wer weiss Antworten?


Gruß,
iamon

chinook
27.08.2006, 20:07
Nachgedacht :kaffee: :

würde das Ganze nicht auch mit großen Konservendosen funktionieren. Schlißlich ist das die Geschichte der Hobos.


Billiger wäre es allemal (@Tomscout: wie hoch waren eure Materialkosten?), aber wie verhält sich das heutige Dosenmaterial in der Praxis?

Wer weiss Antworten?





Ich besitze seit wenigen Tagen einen Hobbo-Kocher aus Titan (300g). Nun will ich in den nächsten Tagen einmal versuchen, dem mit einem selbstgebauten aus Dosenblech konkurrenz zu machen. Das sollte doch noch leichter gehen bei mindestens gleicher Performance. Ich werde hier berichten.


-chinoook

Harry
27.08.2006, 20:15
Das mit der grossen Konservendose hatte ich auch schon mal im Blick..
Hatte damals aber leider nicht funktioniert durch einen Baufehler meinerseits.
Hatte nur Luftzuglöcher unten an den Seiten angebracht und oben Zinnen worauf der Topf steht.Brannte aber nicht, es fehlte der Brennrost. Nutze diese Art aber erfolgreich als Spiritus Dosenkocher und nun wohl als Holz Kombibrenner

iamon
27.08.2006, 20:37
Ich besitze seit wenigen Tagen einen Hobbo-Kocher aus Titan (300g).
-chinoook

Fündig geworden?! Wo hast du gute Stück ud zu welchem Preis bekommen?


Das mit der grossen Konservendose hatte ich auch schon mal im Blick..
Hatte damals aber leider nicht funktioniert durch einen Baufehler meinerseits.
Hatte nur Luftzuglöcher unten an den Seiten angebracht und oben Zinnen worauf der Topf steht.Brannte aber nicht, es fehlte der Brennrost.

Der Kamineffekt muss stimmen...Habe noch Reste in der Werkstatt rumliegen. Werde mal morgen den Tauglichkeitsgrad prüfen.

chinook
27.08.2006, 20:52
Ich besitze seit wenigen Tagen einen Hobbo-Kocher aus Titan (300g).
-chinoook

Fündig geworden?! Wo hast du gute Stück ud zu welchem Preis bekommen?




Bei www.riversandrocks.com. 104,95 EUR.


-chinoook

iamon
27.08.2006, 21:06
@chinook: solzer Preis. Die haben nur das Feinste zu bieten. Hoffe, der Kocher bringt die erwartete Leistung.

Gruß,
iamon

Tomscout
27.08.2006, 22:35
(@Tomscout: wie hoch waren eure Materialkosten?)

Für den J-1: 2,13 EUR :bg: :bg: :bg:
Im Ernst: das Material - Rohre, Schelle, Gitter - hatten wir noch rumliegen (bzw Schappi hatte es), haben nur die 3 Winkel und die Schrauben gekauft.
Das komplette Material für den H-1 hat ca. 12 EUR gekostet.

Klar, Dosen gehen sicher auch... aber das ist nicht stylisch genug. Ausserdem kommt es bei uns nicht unbedingt auf Gewicht an (naja, muss halt im Rahmen bleiben), sondern auf Langlebigkeit und solide Verabeitung. Ich bin bei solchen Sachen kein Fanatiker, der auf 5 Gramm achtet. Wir schleppen den großen ja auch nicht auf dem Buckel mit.
Bei dem kleinen hab ich schon ne Idee, den auf etwa 400gr zu "drücken" bei gleichen Abmessungen - werde es austesten und berichten, wenn Interesse besteht.

iamon
27.08.2006, 22:40
Bei dem kleinen hab ich schon ne Idee, den auf etwa 400gr zu "drücken" bei gleichen Abmessungen - werde es austesten und berichten, wenn Interesse besteht.

Lass doch schon mal hören: wie willst du diese Menge Gewicht abspecken?

Tomscout
28.08.2006, 08:20
Das Schwere an unserem Kleinen ist das Doppelwandfutter - das werden wir uns das nächste mal sparen und versuchen, die Brennfläche direkt im Rohr zu verankern.
Naja, mal schauen - Schappi kommt zwar aus nem praktischen Beruf, aber ich nicht...was uns natürlich nicht abhält :wink:

Gersprenzfischer
28.08.2006, 10:08
Ihr solltet auf keinen Fall Aluminium als Rost verwenden! Die Hobos werden rotglühend, und ab ca. 400° schmilzt Alu schon. Ich würde auch kein Stahlblech oder Eisen nehmen. nach mehr oder weniger kurzer Dauer wird es sich auflösen (Oxidation durch die Hitze?).

Ich verwende deshalb nur noch hochlegierte Edelstahlbleche. Bis dato konnte ich noch keine Verluste feststellen. Mein Ultra-Leicht Hobo (siehe thread Ofen aus Edelstahlfolie) habe ich aber noch nicht ausgiebig getestet. Ich habe zwar Indizien dass die nur 0,3mm starke Folie auch als Rost einige hundert Feuer übersteht, der Beweis steht allerdings noch aus.

Ansonsten scheint insbesondere der Große selbst für eine größere Kohte ein geiles Feuerchen entwickeln und die Kiste rasch einheizen. :bg:

US

Tomscout
28.08.2006, 10:46
Ansonsten scheint insbesondere der Große selbst für eine größere Kohte ein geiles Feuerchen entwickeln und die Kiste rasch einheizen.

...was zu beweisen bleibt ;-) werden aber Ende September ein WE nach Dänemark fahren und dort können wir dann den großen in einer Jurte ausprobieren... ich bin zuversichtlich!
Ja, von Alu haben wir auch verabschiedet (im wahrsten Sinne des Wortes).

Der kleine ist aus Edelstahl (glaube ich), aber wie gesagt... es sind ja nur Prototypen. Ausserdem macht das werklen nen Heidenspaß, also werden noch so einige Modelle folgen :bg:

scout1
28.08.2006, 15:02
Du könntest mal en artikel bei http://scout-o-wiki.de/index.php/Hauptseite schreiben.

Lodjur
30.08.2006, 18:01
Hi Tom,
ich möchte deinen Tatendrang ja nicht bremsen aber vorsicht, deine Konstruktion ist zu hoch. Du baust dir da einen Raketenbrenner der die Vorteile eines Hobos buchstäblich in Rauch aufgehen lässt. Der Kamineffekt ist zu gross und der Ofen frisst nur so das Holz weg. Das ist ja gerade das tolle am richtig konzipierten Hobo das der mit minimalem Holzeinsatz den maximalen Effekt bringt. Das optimale Verhältnis von Breite zu Länge beträgt etwa 1:2 also zB. 15 cm auf 30 cm. Selbst in diesem Verhältniss brennt der noch so gut das man wenn der als Zeltheizung dient, mit Aufsatz und Oferohr, noch im Zug gebremst werden muss. Das Ofenrohr tut ja auch noch seinen Dienst und zieht. So kalt kann es kaum werden um die Hitze im Zelt auszuhalten die dabei entsteht. Kommt nur nicht auf die Idee den Ofen richtig in Rotglut zu bringen. Das ist Hölle gefährlich. Beinahe jedes brennbare Material brennt da bei Kontakt sofort und die Verbrennungen die man sich an rotglühendem Metall holen kann sind nicht lustig. Ausserdem, wie gesagt, der Holzverbrauch...... Das ist ja gerade das tolle, die Lagerfeuerfraktion muss immer grössere Kreise ziehen um vernünftiges Brennholz heranzuschaffen. Der geschickte Hoboist sitzt neben seinem Ofen und klaubt die Ästchen und Zapfen und halt alles was irgendwie brennt in der Reichweite seiner Arme auf. In Skandinavien kann das bedeuten fast den ganzen Abend sich kaum von der Stelle rühren zu müssen. Das Kleinzeugs lassen die Martinsfeuerfritzen doch eh immer links liegen 8) .
Ansonsten viel Spass an der Bastelei, kenne das nur zu gut :D
CU Bernd

Tomscout
31.08.2006, 09:54
Moin Bernd!

*grins* ja, das haben wir auch schon bemerkt... Der große ist etwas zu groß geraten (das Verhältnis Durchmesser zu Rohr), beim kleinen ist es eigentlich ok (12 cm zu 29).
Der J-1 inhaliert das Holz nur so.... :roll:

Naja, was den Umgang damit angeht: ich denke, wir sind schon große Jungs und hantieren seit 20 Jahren mit Feuer in diversen Formen rum (wie das halt bei Pfadfindern so ist), von daher sind wir uns der Gefährlichkeit bewußt und entsprechend umsichtig.
Das sind ja auch UNSERE Spielzeuge und wir werden sicher nicht unsere Wölflinge an solche Prototypen lassen - wenn überhaupt, dann erst wenn die Dinger ausgereift sind und die Kids uns bewiesen haben, daß sie damit umgehen können. Das halten wir bei allen Sachen so (zb. Umgang mit Beil, Axt und Säge).
PS:"geht mal Feuerholz holen" ist übrigens ne EINS-A Aufgabe für beschäftigungslose Pfadfis :bg: