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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sarek im September



Gangleri
05.08.2006, 17:20
Ich wollte mal fragen, was so Eure Erfahrungen mit Sarek-Touren im September sind. Wir wollten eigentlich in der ersten Septemberwoche die klassische Route von Kisuris nach Aktse gehen. Im letzten Herbst sind wir vom Rago nach Kisuris gewandert, was eigentlich gut ging. Drei Dinge machen mir beim Sarek aber noch etwas Gedanken: Die Furten im Rappadalen, die fehlenden Bootsverbindungen und die Elchbrunft (im Ernst jetzt - sind die guten Tiere schon mal jemandem gefährlich geworden?). Welche Erfahrungen habt ihr im Ruotesvagge und im Rappadalen Anfang September so gemacht?

Liebe Grüsse

Peter

Fjaellraev
05.08.2006, 17:31
Sol ich antworten soll ich nicht, diese Fragen stelle ich mir bei deinem Posting ernsthaft.
Was wollt ihr denn im Rapadalen um Himmels willen furten wenn ihr auf der klassischen Route bleibt, in dem Fall sind es nämlich nur ein paar kleinere Bäche die bis auf einen echt keine grossen Anforderungen stellen.
Fehlende Bootsverbindungen: Wie bitte. Auf Bestellung sollte es im Rapaselet eigentlich bis gegen Mitte September klappen. Und sonst gibt es ja noch die Möglichkeit vorher aus dem Tal aufzusteigen und oben am Skierfe vorbei nach Aktse zu gelangen.
Mit ein bisschen Webrecherche in Reiseberichten findet man diese Infos eigentlich problemlos, deshalb habe ich mir die eingangs erwähnte Frage gestellt. Durch den Sarek zu wandern ohne sich vorher (und damit meine ich nicht einen Monat!) mit den grundlegenden Fragen zu beschäftigen halte ich nach wie vor nicht für angebracht, auch wenn die region leider längst nicht mehr die Wildnis ist für die manche sie immer noch halten (Jedenfalls auf der Hauptroute).
Ging mir auf jeden Fall vor meiner Tour durch den Sarek in ziemlich genau dem gleichen Zeitfenster so.
Weitere Infos gibt es bei den Reiseberichten hier im Forum.:wink:

Gruss
Henning

Gangleri
05.08.2006, 17:45
Salü Henning

Erst mal Danke für die schnelle Antwort. Wegen der Furten: Ich bin auf die Frage gekommen, weil Grundsten schreibt, dass ein Teil der Flüsse, die in den Rapaätno münden, problematisch sein können, ich ansonsten aber kaum jemals was über solche Probleme im Rapadalen gelesen habe. Wie gross hab ich mir denn diese "jokkar" im Rapadalen vorzustellen? In dieser Hinsicht sollte der September ja nicht schlecht sein...

Zu den Bootsverbindungen: Nach Ritsem ist am 05.09 Schluss, in Rinim holt einem im September auch keiner mehr, und in Aktse müsste man vorbestellen. Das find ich immer ein bisschen schwierig, denn wenn man ein Boot wirklich braucht, ist meist was unvorhergesehenes geschehen (Umkehr, Ausstieg) und man hat sicher nicht reserviert...

Versteh mich nicht falsch: Ich steh jetzt nicht am Anfang der Planung. Ich wollte einfach zum Abschluss mal noch in die Runde fragen, was so die September-Erlebnisse sind...

Liebe Grüsse

Peter

Fjaellraev
05.08.2006, 18:00
Hallo Peter
Dass ich dich nicht für völlig unvorbereitet hielt, siehst du schon an der Tatsache dass ich überhaupt geantwortet habe :) . Meine Tour (Bericht gelesen?) war natürlich auch nur eine Momentaufnahme, an schwierigen Bächen habe ich ab der Mikkastugan eigentlich nur 2 in Erinnerung, der kurz nach der Hütte liess sich mit einem Abstieg zum Delta ganz gut durchqueren, aber auch oben war es möglich. Im Rapadalen war es dann eigentlich nur einer der ziemlich tief war, aber keine starke Strömung hatte, ich habe ihn auf Birkenstämmen überquert. Ein anderer hatte zwar einige Strömung war aber nicht so tief.

Gruss
Henning

Jaerven
20.08.2006, 12:54
Hallo Peter,
ist wie Henning schrieb.
Am besten hoch gehen- aus dem Rapadalen nach Aktse.
Und von dort kommt man auch zu Fuss wieder aus dem Gebiet raus- Richtung Tjämotis. Von da mit dem Schulbuss aus Kvikkjokk nach Jokkmokk.
Aber Mitte September kann man auch noch ein Boot in Aktse erwischen, notfalls fragen- wenn noch jemand dort ist.
Generell- ab Mitte September kann das Wetter schon Richtung Winter umschlagen, rechne mal mit Schnee.
Und das Waten durch Flüsse hängt sehr vom Wetter ab- die können bei einem Schlechtwettereinbruch in kürzester Zeit stark ansteigen.
Bin im Rapadalen vor 6 Jahren mal weniger gefurtet- eher weggeschwommen.
Dieses Jahr war wiederum kaum Wasser in den Bächen.
Ansonsten wird es im September sehr ruhig werden dort oben... ideal zum Beobachten von Elchen und anderen Viehchern.
Und die Elche im Sarek sind recht freundlich. Die Brunft fängt in der Regel erst im Oktober an.

Peter

www.skarja.de

stefanJ
20.08.2006, 20:22
Habe mit meiner Freundin auch eine Sarektour im September vor (letzte zwei Wochen). Daher klinke ich mich einfach in dieses Thema ein.

Ich werde jetzt sicher Prügel beziehen (wohl zu wenig Zeit... .), wenn ich nach Bewertung meiner zwei oder drei Vorschläge frage, weil ich demnächst endlich mal den Zug buchen will.
Vorab: wir haben acht Tage, alpine Erfahrung und eine ausreichende Ausrüstung und gute bzw. der Packesel hat sehr gute Fitness.

Nummer eins wäre nach Kvikkjokk, von dort auf die Parek Ebene über das Njoatsosvagge auf die Luohttolahko Hochebene ins Sarvesvagge, evtl. Skarja und wieder runter über das Rapadalen raus nach Kvikkjokk. Vorteil wäre, dass es eigentlich immer eine Möglichkeit gäbe die Tour zu kürzen. Mein Favorit.

Nummer zwei wäre ja die Tour von Ritsem nach Kvikkjokk, relativ direkt und wohl ein Klassiker von den Touren durch den Sarek NP. Ob eine Fähre von Ritsem aus für uns fährt habe ich angefragt, warte aber noch auf eine Antwort. Werde wohl anrufen muessen.

Nummer drei wäre wohl der Favorit wenn alle sagen, die ersten zwei sind total der Unfug, weil kaum machbar, daher Ritsem Kvikkjokk auf dem Padjelantaleden. Acht Tage sind zwar eng gewählt, aber imho ohne wunde Füsse machbar.

Danke für Kommentare!!

Stefan

Fjaellraev
20.08.2006, 20:48
Nummer 1, und zwar aus dem von dir genannten Grund dass ihr die Tour jederzeit abkürzen könnt (Was ich bei dem Zeirahmen auch machen würde ;-) ), beziehungsweise auch etwas andres in der Ecke machen könnt wenn die gewählte Tour aus Wettergründen unmöglich ist.
Gegen Tour 2 spricht als erstes mal der Faktor Zeit, mit 8 Tagen seid ihr meiner Meinung nach schon am (wenn nicht unter) dem absoluten Zeitminimum und ohne Reservetage unterwegs zu sein ist schlicht nicht ratsam. Dazu dürfte es Ende September mit der Seeüberquerung in Aktse schwierig werden, die STF-Boote sind dann eventuell schon weggeräumt (Das genaue datum weiss ich nicht) und ob Lähnttas dann noch fahren weiss ich auch nicht.
Gegen Tour 3 spricht eigentlich auch der Faktor Zeit, 8 Tage sind einfach sehr sehr knapp, da würde ich die Tour lieber auf ein andres Jahr verschieben wenn mehr Zeit ist.

Gruss
Henning

Jaerven
20.08.2006, 21:36
Hej


Nummer eins wäre nach Kvikkjokk, von dort auf die Parek Ebene über das Njoatsosvagge auf die Luohttolahko Hochebene ins Sarvesvagge, evtl. Skarja und wieder runter über das Rapadalen raus nach Kvikkjokk. Vorteil wäre, dass es eigentlich immer eine Möglichkeit gäbe die Tour zu kürzen. Mein Favorit.

ist um die Jahreszeit sehr sehr Schnee und Sturm -verdächtig.
Und wie willst Du kürzen? Sehe da wenig Möglichkeiten. Sarvesvagge- Skarja...? Ist sehr unschön zu wandern. Zuviel Weidengestrüpp- manchmal mannshoch. Mir graut es noch von vor 3 Wochen...
Zum Kürzen müsstest Du den Sarves- und den Rapaätno waten- das kann gehen, ich hab eine sehr alte Karte mit den alten Watstellen, aber kann auch schiefgehen wenn es zu sehr regnet.
Du kannst natürlich vom Natiosvagge oder Sarvesvagge einfach über den Padjelanta zurück nach Kvikjokk, stimmt.

Warum nicht über den Suorva-Damm rein statt Ritsem?
Da bist Du Bootsunabhängig. Dann quer durch und über Alkavagge zum Padjelanta-nach Kvikkjokk. Oder Alkavagge- Natiosvagge- Kvikkjokk.
Könnte beides in 8 Tagen zu machen sein. Aber 8 Tage ist für den Sarek (um die Jahreszeit) arg knapp.

Viele Grüsse ins Rheinland,

Peter

Fjaellraev
21.08.2006, 17:59
Nur so zur Info, wie ich es mit dem abkürzen meinte: Den gesamten Aktionsradius verkleinern, zB. statt über die Luohttolahko Ebene rüber zum Padjelantaleden, oder aus der Region Parek in Richtung Rapadalen, aber nicht runter und wieder zurück Richtung Kungsleden.

Gruss
henning

stefanJ
22.08.2006, 08:42
Danke für die Antworten.

Das mit dem Abkürzen war schon so gemeint, dass ich entweder schnell zum Padjelantaleden rauskomme, wenn das Wetter kippt oder die Bedingungen nicht passen. Dass man irgendwann halt nicht mehr sinnvoll umkehren kann ist halt immer so, aber bis dahin sollten wir das geschnallt haben wie lange wir für welche Strecke brauchen.

Aber das mit dem Staudamm habe ich noch garnicht in Betrachtung gezogen. Sehr gute Idee. Auf der Karte (ich war noch nicht dort und habe natürlich keine Geländekenntnisse...) ist der Einstieg von Kvikkjokk über die Parek Ebene auch nicht wesentlich länger, obwohl die wegbeschaffenheit besser sein wird?!? Man also fixer vorwärts kommt.

Stefan

Jaerven
22.08.2006, 09:21
Hallo Stefan,
war schon lange nicht mehr auf der Strecke vom Damm aus- aber ich denke da wird auch ein ausgetrampelter Pfad sein. (letztes Mal 1988..)
Der Weg auf die Parek- Ebene geht ja lange über den Kungsleden, stetig bergauf- ich denke das ist beides gleich anstrengend- vom Damm her hat man sogar weniger Steigung.

Peter

Hutch
30.08.2006, 18:16
gucks du hier

"Padjelanta Mitte September 2006" hier im Forum

da steht einiges zu Busfahrplänen und Bootsfahrzeiten.

Hutch

narvik2
25.07.2010, 20:19
hallo,

könnt ihr mir bitte einen tip geben?
habe leider anfang oktober nicht viel zeit.... möchte gerne, soferne das wetter dies zuläßt ins rapdalen um dort zu fotografieren (großformat). wie kommt man da bitte am schnellsten und einfachsten zu fuß hin, bzw. könnte man auch mit einer fischergeräte"schiebetruhe" - 2 rädrig dorthin gelangen?
die ausrüstung zum fotografieren hat leider enormes gewicht.
oder kann man sich dort mit wasserflieger oder heli reinfliegen lassen?


vielen dank

gerhard hirschlehner

Fjaellraev
25.07.2010, 20:26
Anfang Oktober? :o Nur noch zu Fuss, und das ist ziemlich mühsam schon ohne grosse Kameraausrüstung, bis Ende August noch mit dem Motorboot ab Aktse, wo man ebenfalls mit dem Motorboot oder sogar mit dem Hubschrauber (:() hinkommt.
Im Sarek selber ist aber nichts mit motorisiertem Zugang, da muss man zu Fuss rein...

Gruss
Henning

Waldwolf
26.08.2015, 19:03
Hallo zusammen,

es eilt ein wenig. Hab kurzfristig aus 12, 17 Tage Urlaub machen können und wollte wieder in den Sarek. War jetzt schon 2mal da, allerdings immer im August.
Rechne mal 2 Tage An und Abreise, bleiben 13 Tage Wandern.

Plan:

Etappe 1 Saltoluokta - Sitojaure 20km Kungsleden 1 Tag
Etappe 2 Sitojaure - Richtung Aktse, Abzweigung Skierffe 13km Kungsleden 1 Tag
Etappe 3 Abzweigung Skierffe - Skorki Hütte 30km 4 Tage
Etappe 4 Skorki Hütte - Skarja 18km 1 Tag
Etappe 5 Skarja - Alggajavrre 20km 1 Tag
Etappe 6 Niejdariehpvagge 7km 1 Tag
Etappe 7 Sarvesvagge 15km 1 Tag
Etappe 8 Sarvesjohko - Godokjohko 14km 1 Tag
Etappe 9 Godokjohko - Porek 17km 1 Tag
Etappe 10 Porek - Kvikkjokk 20km 1 Tag

Zu Etappe 6, 7 und 8 gerne Tipps und Tricks was Furten etc angeht.... kenn mich da überhaupt nicht aus.

Etappe 8 Soll wohl von Norden kommend, das einfachste der Täler sein.

Einzige Taxi wäre ja am Sitojaure....ist da um die Jahreszeit (wäre dann um den 3.9 rum noch jemand) und das Boot zum Salotluokta - Fährbetrieb bis wann ?

Die Zeiten müssten ja alle gehen, sind eher großzügig gewählt.

Freue mich über Kritik und Anregung :bg:

Waldwolf
26.08.2015, 19:10
http://abload.de/img/23qund.jpg (http://abload.de/image.php?img=23qund.jpg)

Mika Hautamaeki
26.08.2015, 20:13
http://abload.de/img/23qund.jpg (http://abload.de/image.php?img=23qund.jpg)

Hm, ich kann Dir auf der Route nicht direkt weierhelfen, aber ich meine mich, hier an einen Reisebericht aus 2014 (?) zu erinnern, Hast Du die Berichte schonmal durchsucht?

Meer Berge
26.08.2015, 20:16
Hallo Waldwolf,

ich komme gerade aus dem Sarek zurück und bin einen großen Teil deiner Route ebenfalls gelaufen.
Hier findest du meinen Bericht (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/88547-SE-Im-Sarek-NP-August-2015) mit Karte samt eingezeichnetem Weg und Zeltplätzen.

Für die Strecke vom Kungsleden bis zur Skarki-Hütte solltest du nicht mehr als 3 Tage brauchen.
Aber lass den 4. Tag mal ruhig in der Planung drin, dann hast du einen Puffertag für Planänderungen, Regen, ...
Das Niejdariehpvagge wirst du in einem halben Tag durchquert haben und schon eine Strecke ins Sarvesvagge hineinlaufen können, wenn du willst.
Skorki-Skarja würde ich anders aufteilen: Ich bin noch nachmittags hoch ins Snavvavagge gestiegen und habe gleich zu Beginn dort gezeltet. Von dort hast du einen tollen Blick hinunter aufs Rapaselet - sofern das Wetter mitspielt. Und am nächsten Morgen musst du nicht mit einem kräftigen Aufstieg beginnen, sondern kannst das Snavvavagge genießen.

Sonst müsste deine Planung ungefähr hinkommen. Kommt natürlich drauf an, wie fit du bist, wie das Wetter wird, wie viel Zeit dich Bachquerungen kosten, ... Aber wenn du schon im Sarek gewesen bist, wirst du das einschätzen können.

Die Hütten/Boote halten bis zum 13.9. ihren Betrieb aufrecht - wenn das Wetter es erlaubt (Boot).


Gute Reise!
Sylvia