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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jakobsweg mit oder ohne Wanderstöcken?



Crake
15.07.2006, 00:49
Hallo,

meine Eltern haben sich vor nicht allzu langer Zeit recht gute (gefederte und in der Größe verstellbare) Nordic-Walking Stöcke gekauft. Die Marke und das Modell schaue ich morgen mal nach.
Ich werde ab Mitte August ca. 800 - 900 km unterwegs sein und den Jakobsweg entlangwandern.

Was meint ihr, lohnt es sich, dieses zusätzliche Gepäck zu tragen?
Die Entlastung für die Gelenke ist offenbar nicht ganz unerheblich, andererseits sind die Aufsetzgeräusche vll nervig (mal ganz abgesehn davon, daß es etwas overdressed aussieht).
Wie gesagt, Eure Meinung / Erfahrung dazu würde mich sehr interessieren.

Grüße,
Martin 8)

Erny
15.07.2006, 02:30
Also ich habe die Wanderstöckebenutzer frueher auch immer belächelt. Gehe aber auch schon seit ca. 10 Jahren mit Stöcken. Es erleichtert wirklich. Allerdings weiss ich nicht, ob die Nordic Walking so richtig sind, da sie so komische schräge Enden haben, und keine richtige Metallspitze.

Gruss
Erny

Carsten010
15.07.2006, 03:06
...unter dem angeschraegten Gummistoppper
verbirgt sich in der Regel eine Metallspitze.

Ich halte NW-Stoecke fuer durchaus weitwandertauglich.

CU

Carsten

Snuffy
15.07.2006, 03:13
Allerdings muss man es erst lernen damit zu laufen, bzw sich dran gewöhnen und auf relativ ebenen Terrain wohl mehr Geschmackssache als in den Bergen.


Snuffy

Erny
15.07.2006, 11:03
...unter dem angeschraegten Gummistoppper
verbirgt sich in der Regel eine Metallspitze.

Ich halte NW-Stoecke fuer durchaus weitwandertauglich.

CU

Carsten


Allerdings muss man es erst lernen damit zu laufen, bzw sich dran gewöhnen und auf relativ ebenen Terrain wohl mehr Geschmackssache als in den Bergen.


Snuffy




Na ja, wenn da noch Spitzen drunter sind, ist ja gut.

Auch auf einer langen ebenen Strecke (wenn man ueber eine Hochebene geht, oder ein Tal längs), gehe ich auch gerne mit den Stöcken. Allerdings schleife ich sie nicht nur, wie die meisten Nordic-Walking-Leute, hinter mir her. Ich mach schon so die Bewegungen meiner Beine nach. Hab noch nicht darueber nachgedacht, aber ich glaube ich laufe paralell. Linkes Bein nach vorne, linker Stock. Aber ich weiss es nicht genau. Werd beim nächsten Mal drauf achten.

Bei relativ steil Bergauf, beide paralell nach vorne, und dann wird sich richtig auf den Dingern abgestutzt. Stark bergab auch.

Hinterher schleifen ist nur manchmal, einfach mal so.

Gruss Erny

Crake
15.07.2006, 12:25
noch hab ich einen monat um mich zu entscheiden..

danke schonmal für eure zahlreichen beiträge!

boehm22
15.07.2006, 12:58
Hi Crake,

nimm doch einfach mal die Stöcke Deiner Eltern, Rucksack auf den Buckel und mach eine Tageswanderung.
Dann hast Du schon mal ein Gefühl, ob Dir die Dinger helfen und im Weg sind.

mash71
15.07.2006, 14:55
Ich benutz ihn, ich benutz ihn nicht ;)
Auf dem Jakobsweg (allerdings bislang nur Belgien und Frankreich) hatte ich einen bei. Gekauft hab ich ihn ursprünglich nicht wegen der Gelenkentlastung sondern als Schlammlochtiefenmessgerät in Neuseeland (deswegen auch nur einer). Erfahrungsgemäß nutze ich ihn jetzt gerne, wenn es mal etwas steiler wird oder auf hartem Untergrund, wohingegen ich in der Ebene anstonsten eher selten nutze und am Rucksack dran lasse.
Wofür er übrigns auch taugt, ist trächtigen Hündinnen zu imponieren, die einem den Weg versperren: als ich in Frankreich aus einem Waldstück rauskam baute sich so eine (Größe Terrier) vor mir auf und sah alles andere als freundlich aus. Als ich den Stock nur normal beim Laufen hob, ging sie drei Meter zurück. Ob ich mich mit dem Ding wirklich hätte verteidigen können, weiß ich nicht, aber allein seine Anwesenheit, schien sie auf Distanz zu halten ;)

Zum Klick-Kack
Ich weiß nicht, wie das bei Nordic-Walking Stöcken ist, aber für die regulären Wander-/Trekkingstöcke gibt es Gummi-/Plastikaufsätze, die man auf die Spitze stecken kann. Erstens klackert es dann nicht so, zweitens schont es auf Asphalt auch die Metallspitze.

Andererseits hab ich auf dem Jakobsweg in Frankreich einen Holländer getroffen, der seine beiden Stöcke bereits nach Hause geschickt hatte, da er so gar nicht mit ihnen klar gekommen ist.

Fazit: probier es einfach aus.

BTW: mit Nordic-Walking kenn ich mich nicht aus, aber wenn ich denen begegne hab ich immer den Eindruck, dass die Stöcke um einiges länger sind. Trügt da der Schein, weil die, die Stöcke anders halten und nutzen als ich?

Gruß
Markus

Hoaxter
15.07.2006, 15:08
BTW: mit Nordic-Walking kenn ich mich nicht aus, aber wenn ich denen begegne hab ich immer den Eindruck, dass die Stöcke um einiges länger sind. Trügt da der Schein, weil die, die Stöcke anders halten und nutzen als ich?


Ja die Nordic Walking Stoecke stellt man irgendwie laenger ein (hab schon wieder vergessen wieviel laenger) und sie haben wenn sie gut sind andere Handschlaufen als Wanderstoecke. Wenn man Nordic Walking richtig betreibt was von den Leuten die ich beim laufen sehe vielleicht 5% machen hast Du da auch handarbeit bei und ziehst den Stock bei geoeffneter Hand wieder nach vorne um dann beim abstossen wieder zu zu packen. Daher ist man da halt in etwas speziellere Handschlaufen gekettet. Das sollte aber kein Problem darstellen.

Sven

Roene
17.07.2006, 15:03
Also,


zur Länge:
Nordic Walking Stöcke sind kürzer als Trekkingstöcke (bei gleicher Person). Die Nordic-Walking Stöcke sollten die Länge Körpergröße x 0,66 haben. Bei Wanderstöcken sollte der Unterarm zum Oberarm einen rechten Winkel bilden, wenn die Stöcke senkrecht auf dem Boden stehen.

zur Gangart:
Erny, du läufst falsch. Wenn du Arme und Beine parallel bewegst, läufst du im Passgang und das machen nur Kamele :bg: . Richtige ist, linkes Bein vorn - rechter Arm vorn usw.! Das ist der natürliche Gehrythmus - achte mal drauf.

zur Stockwahl:
Mit NW-Stöcken kann man durchaus Wandern - mit Trekkingstöcken (aufgrund von Griff und Schlaufe) aber nicht Nordic Walken.


Gruß, René.

Erny
17.07.2006, 15:41
Also,



zur Gangart:
Erny, du läufst falsch. Wenn du Arme und Beine parallel bewegst, läufst du im Passgang und das machen nur Kamele :bg: . Richtige ist, linkes Bein vorn - rechter Arm vorn usw.! Das ist der natürliche Gehrythmus - achte mal drauf.


Gruß, René.

Du hast recht. aber wie ich schon schrieb, ich habe nie drauf geachtet. Nach dem ich das letzte Posting geschrieben hatte, hab ich mal drauf geachtet. Ich gehe richtig. Aber das sind so Selbstverständlichkeiten, dass man, wenn man mit de Frage konfrontiert wird, selbst erstaunt ist, dass man es nicht weiss.

Gruss Erny

Roene
17.07.2006, 15:57
Du hast recht. aber wie ich schon schrieb, ich habe nie drauf geachtet. Nach dem ich das letzte Posting geschrieben hatte, hab ich mal drauf geachtet. Ich gehe richtig. Aber das sind so Selbstverständlichkeiten, dass man, wenn man mit de Frage konfrontiert wird, selbst erstaunt ist, dass man es nicht weiss.

Gruss Erny

Dann bin ich aber froh, dass du doch kein Kamel bist
:wink:

Erny
17.07.2006, 16:23
Du hast recht. aber wie ich schon schrieb, ich habe nie drauf geachtet. Nach dem ich das letzte Posting geschrieben hatte, hab ich mal drauf geachtet. Ich gehe richtig. Aber das sind so Selbstverständlichkeiten, dass man, wenn man mit de Frage konfrontiert wird, selbst erstaunt ist, dass man es nicht weiss.

Gruss Erny

Dann bin ich aber froh, dass du doch kein Kamel bist
:wink:


Na, manchmal weiss ich nicht so recht. Bin manchmal ganz gut dadrinn, wie ein grosses Trampeltier, jedes Fettnäpfchen zu treffen, das auf dem Weg liegt.
:bg:

trekkingjoe
17.07.2006, 18:41
Hi,


...
Nordic Walking Stöcke sind kürzer als Trekkingstöcke (bei gleicher Person). Die Nordic-Walking Stöcke sollten die Länge Körpergröße x 0,66 haben. Bei Wanderstöcken sollte der Unterarm zum Oberarm einen rechten Winkel bilden, wenn die Stöcke senkrecht auf dem Boden stehen.
...

Das kenne ich auch so, kann ich demnach noch einmal bestätigen.

Ansonsten sei zu bedenken: Ein NW-Stock ist nicht so belastbar. Die Enden müssen sehr leicht sein um den Stock schnell nach vorne zu werfen beim NW. Wenn du mit vollem Gepäck bergab gehst und dich da drauf stützt - sei lieber vorsichtig 8) Zudem sind sie sehr leicht, wodurch sie schnell "unkontrolliert" durch die Gegend schwingen.
Ein weiterer Nachteil: Du kannst NW-Stöcke kaum höhenverstellen (gute NW-Stöcke nur wenige Zentimeter am Griffende, "normale" gar nicht). Wenn du länger bergauf gehst stellst du dir die Trekkingstöcke normalerweise kürzer, bergab entsprechend länger. Das geht mit NW-Stöcken natürlich nicht. Wenn du das nicht brauchst ist das relativ egal!

Probier es einfach aus und mach mal ne Testwanderung!

Flachlandtiroler
17.07.2006, 18:48
Ein weiterer Nachteil: Du kannst NW-Stöcke kaum höhenverstellen (gute NW-Stöcke nur wenige Zentimeter am Griffende, "normale" gar nicht). Wenn du länger bergauf gehst stellst du dir die Trekkingstöcke normalerweise kürzer, bergab entsprechend länger. Das geht mit NW-Stöcken natürlich nicht.
Wenn es bergab geht würde ich mich nicht auf Walking-Stöcke stützen (hast Du auch schon gesagt, sinngemäß).
Wenn ich die Stöcke nicht richtig belasten darf nutzen sie mir bei der Entlastung der Gelenke auch nur wenig IMHO. Daher: Zuhause lassen -- oder richtige (Trekking-) Stöcke mitnehmen. Und / oder gut bedämpftes Schuhwerk.

So oder so, Gehen mit Stöcken zwecks Entlastung der Gelenke braucht etwas Übung, also schon mal anfangen mit dem Üben.

Gruß, Martin

hrrh
20.07.2006, 02:58
Erny, du läufst falsch. Wenn du Arme und Beine parallel bewegst, läufst du im Passgang und das machen nur Kamele :bg: .
die chinesen u. nordkoreaner laufen bei den bei den militaerparaden auch so. sieht man manchmal im fernsehen. :wink:

Crake
20.07.2006, 14:19
heh, amüsanter (Kamel)beitrag :bg:

danke für Eure tips. bisher hab ich mich erst mit meinen Schuhen angefreundet. Das nächste mal lauf ich mit Stöcken.

Thomas
20.07.2006, 14:59
Erny, du läufst falsch. Wenn du Arme und Beine parallel bewegst, läufst du im Passgang und das machen nur Kamele :bg: .
die chinesen u. nordkoreaner laufen bei den bei den militaerparaden auch so. sieht man manchmal im fernsehen. :wink:
Im Stechschritt nach Compostela? Mal was neues. :bg:

Erny
20.07.2006, 15:36
Erny, du läufst falsch. Wenn du Arme und Beine parallel bewegst, läufst du im Passgang und das machen nur Kamele :bg: .
die chinesen u. nordkoreaner laufen bei den bei den militaerparaden auch so. sieht man manchmal im fernsehen. :wink:
Im Stechschritt nach Compostela? Mal was neues. :bg:

Dann kommt wenigsens mal Zucht und Ordnung in diesen Laden rein. :bg:

Erny
23.07.2006, 10:04
Jetzt gerade auf Pönix. Der Jacobsweg Das Teil von Rothenburg bis Ulm

O_l_i
09.12.2009, 10:02
Also ich bin 1,80 groß.
0.66*1.80 = 1,2m
Meine Hand befindet sich bei abgewinkeltem Arm auf grob 1,10m.

Ich glaub euch, dass eure Angaben oben richtig sind, nur sind damit die Trekkingstöcke kürzer, nicht umgekehrt ;) Kann aber jeder für sich nachmessen..

Zum Thema Stöcke beim wandern:
Halte es für essentiell, dass die Höhenverstellung wirklich stabil ist. Man muss sich halt drauf verlassen können, dass die Stöcke einen halten, sonst kann das bei schwierigen Stellen zum Problem werden. Ob das auf dem Jacobsweg relevant ist, kann ich nicht sagen.

Mit bestem Gruß
Oli

Thomasi
16.12.2009, 23:00
Es gibt in der Tat ein, zwei Stellen,
nämlich runter nach Roncevalles und runter vom Alto del Perdon
und vielleicht noch runter nach Ponferrada,
also für insgesamt vielleicht fünf bis sieben Stunden Gehzeit
die Angenehmlichkeit, Stöcke dabei zu haben.

Man darf sich ja keinen Illusionen hingeben: Der Weg geht hauptsächlich durch Industrie- und Agrarbrachen, weithin über Teer und Feldwege.
Dschungel ist nicht dabei, alpine Herausforderung auch nicht.

Ich würde die Entscheidung abhängig machen vom Gehalter,
von der Behendigkeit zu Fuß, von der Möglichkeit,
Vierbeiner auf Distanz zu halten, vom Wetter, das in feuchter Jahreszeit
die Wege verschlammt, als ginge man quer über frischgepflügten Acker,
von dem Deppen, der mir seine Spitzen in meinen Dauenschlafsack gerammt hat, von dem vier-Uhr-Morgen-Geklapper, das einem schon weithin
nervtötend den Überholer avisiert,
von dem Umstand, daß man irgendwann von den eigenen Stöcken genervt ist und sie dann womöglich seitlich in den
Netztaschen verstaut,
um dann bei jedem Bücken und Drehen dem Nachbarn eins über zu geben,
und den Gummispitzen, die man doppelt dabei hat und trotzdem verliert,
außer man schleppt auch noch Tape mit und von den Schlaufen,
die reiben und dann auch noch Handschuhe bedingen
und nicht wenige stolpern über ihre eigenen Stöcke und rammen sich
die Spitzen sonstwohin und wenn, würde ich nur Discounter-Stöcke für 9.99 nehmen und dann wegwerfen oder verschenken, zu kaufen unterwegs gibt es sie nicht oft und wenn, dann nur einfach, Doppel-Stöcke sind typisch deutsch
und dann noch das hurtige Hintausschwingen der Vorausgehenden,
die ganze Augenausstecherei,
es sind Mordinstrumente, diese verdammten Stecken
und da sind Leute, die haben keine Blasen an den Füßen, aber am Daumen
vom Stock
aber am meisten nervt das Gestaksel,
die akustische Emission, eine Dauerbeschallung
der man sich nicht entziehen kann und da sind welche
die stopfen sich die Stöpsel nicht nur nächtes rein, sondern
auch tagsüber.

Ich persönlich würde den Jakobsweg nicht mit Stöcken gehen.
Ich würde den camino überhaupt nicht gehen.
Ich würde in mich gehen.
Das geht auch zu Hause.