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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schlafsack feucht?



Bingo
29.05.2006, 15:01
Hallo,
ich habe mir letzen Winter einen Ajungilak Denali Arctic Kunstfaser Schlafsack gekauft. Nun hatte ich ihn letztes Wochenende im Zelt bei +5°C im Einsatz :o . Jeden Morgen stellte ich fest, dass von außen Wassertropfen am Schlafsack sind. Es regnete zwar jede Nacht, aber das Zelt ist eigentlich dicht. Kondenswasser kann es ja eigentlich nicht sein. Warum sollte die feuchte Zeltluft am warmen Schlafsack kondensieren?
Hatte jemand von Euch schon mal ähnliche Erfahrungen? Da es das ganze Wochenende regnete, trocknete es auch nicht, sodass der Schlafsack vpn außen Tag für Tag feuchter wurde. (innen blieb aber alles schön trocken und warm :D )

Wulf
29.05.2006, 15:10
Das Kondenswasser bildet sich an der Innenseite des Aussenzeltes und tropft dann runter erst aufs Innenzelt und dann auf Deinen Schlafsack... nicht mal zwischendurch wach geworden weil Dich ein Tropfen im Gesicht erwischt hat? :bg: Bei einigen Zelten kann man durch besseres Abspannen erreichen, dass das Kondenswasser an der Innenseite des Aussenzeltes nach unten besser abläuft und nicht aufs Innenzelt regnet...
Eine andere Möglichkeit kann ich mir eigentlich nicht vorstellen... so war es bei mir zumindest immer wenn ich Probleme damit hatte.

P.S.: Was um alles in der Welt machst Du mit einem Denali Arctic bei +5°C. Wahrscheinlich hast Du die Tropfen nicht bemerkt weil sie verdampft sind noch bevor sie Dein Gesicht berührt haben... :bg: nicht bös gemein. Hauptsache ist ja immer das man sich wohl fühlt...

Bingo
29.05.2006, 15:57
Der Rest des Zeltes innen war ja auch trocken. Das Wasser auf dem Schlafsack kann eigentlich nicht von "oben" heruntergetropft sein. Wie gesagt nirgendwo im Zelt habe ich Wassertropfen gesehen, außer halt auf meinem Schlafsack. Meine Sachen waren auch nur klamm, aber halt nicht naß. Ich dachte nur, jemand hat schon ähnliches erlebt.

Mir fällt gerade noch ein, dass ich im Winter bei -17°C draußen nur auf einer Isomatte geschlafen. Dort war der Schlafsack außen auch nass bzw. dort war er mit Reif bzw. Eis überzogen.

@Wulf: Aber schön warm war es schon im Schlafsack :D (zugegeben: ich musste schon den Reißverschluss öffnen, sonst hätte ich wahrscheinlich einen Hitzschlag bekommen). Aber hauptsache schön warm. (Mein anderer Schlafsack ist nur bis ca. +10° geeinet -> deshalb den Denali).

Artoc
29.05.2006, 18:19
Moin

Was? sonst war alles innen trocken. Das ist ja nun mal sonderbar. Kein Kondenswasser?

Schweiß, wäre eine Möglichkeit, muss dann aber schon ne Menge sein. Irgend ein mitinsasse im Zelt der dir eins Auswischen wollte?

Gruss Artoc

Becks
29.05.2006, 19:20
Es ist Schweiß.

Der geht als Dampf durch die Schlafsackwand und kondensiert an der kalten Außenfläche der Mümmeltüte.

Wer es nicht glaubt möge einfach in einem wasserdichten Biwaksack übernachten. Da sammelt sich dann noch viel mehr Wasser an.

Becks

jasper
29.05.2006, 19:25
Wer es nicht glaubt möge einfach in einem wasserdichten Biwaksack übernachten. Da sammelt sich dann noch viel mehr Wasser an.

Das lag aber am Forumstreffen daran, dass du den nicht zugemacht hast und es bitterböse gepisst hat! :bg:

MfG,

Jasper

pfadfinder
29.05.2006, 19:36
hi,
kann ich nur bestätigen,man unterschätzt die menge des sbgegebenen schweißes. auch in der nacht wird viel schweiß abgegeben und gerade,wenn du im denali gepennt hast(bei 5°C!)schwitzt du reichlich!
in einer stunde können bis zu 1/2l schweiß pro quadratmeter haut abgegeben werden.

mfg-der pfadi

Dekkert
29.05.2006, 20:16
... und der "Durchschnittsmensch" hat, wenn ich mich recht entsinne, ca. 2 Quadratmeter davon...

Artoc
29.05.2006, 20:52
Da braucht man einen Freischwimmer, (Hurra, gewitter, obwohl die hier in mannheim immer etwas schmächtig ausfallen).

Oder du machst den Schlafsack auf und benützt ihn als Decke.

Gruss Artoc

Peter2
30.05.2006, 10:28
Hallo
Das gleiche Probleme hatte ich im April mit dem Glacier 750, also einem Daunenschlafsack. Irgendwie hatte ich sogar das Gefühl, das die Aussenseite der Hülle sogar feuchter wurde nachdem ich aus dem Schlafsack gekrochen bin. Es war meist recht feucht. Darum dachte ich das das der Grund sein könnte.
Wenn es Schweiss waere muesste ja auch innen etwas feuchte sein, oder nicht? Da war es aber immer trocken.
Waere die Feuchtighkeit durch gewandert, muesste sie ja ziemlich nasse Daunen hinterlassen...
Gruß
Peter

Corton
30.05.2006, 13:37
ich habe mir letzen Winter einen Ajungilak Denali Arctic Kunstfaser Schlafsack gekauft. Nun hatte ich ihn letztes Wochenende im Zelt bei +5°C im Einsatz
Du hast es bei +5°C in einem KuFa ausgehalten, der noch vor nicht allzu langer Zeit noch mit ca. -40°C Komfort angegeben war? Das alleine sagt ja schon mehr als genug über diesen Schlafsack bzw. dessen Isolations-Leistung aus. Leg Dich mal mit nem -40°C Daunen-Schlafsack bei +5°C in´s Zelt... :roll:



in einer stunde können bis zu 1/2l schweiß pro quadratmeter haut abgegeben werden
und der "Durchschnittsmensch" hat, wenn ich mich recht entsinne, ca. 2 Quadratmeter davon...
Macht also Deiner Meinung nach bis zu 1 Liter pro Stunde Schlaf? Bei 8 Stunden Schlaf also bis zu 8 Liter, die man in einer Nacht in den Schlafsack schwitzt? :o Das ist ja (selbst in einem viel zu warmen Schlafsack) wirklich völlig absurd (--> Dehydratation). Kann es sein, dass Du Schlaf mit Ausdauersport verwechselst (da kommt 1L/h (jedenfalls bei mir) nämlich hin)? Selbst in einer 90°C heißen Sauna verliert ein "normaler" Mensch nur etwa 100-150ml Schweiß in 15 Minuten und das hält man nicht wirklich lange durch...


Wenn es Schweiss waere muesste ja auch innen etwas feuchte sein, oder nicht? Da war es aber immer trocken.
Waere die Feuchtighkeit durch gewandert, muesste sie ja ziemlich nasse Daunen hinterlassen...
Die warme Luft im Inneren Deines Schlafsacks kann mehr Feuchtigkeit (in Form von Wasserdampf) aufnehmen als kalte Luft. Durch die niedrigere Umgebungstemperatur kondensiert der Wasserdampf auf der Oberfläche Deines Schlafsacks zu Wasser.

Peter2
30.05.2006, 13:44
@ Corton
Müsste das Problem dann nicht bekannter sein?
Ich war verunsichert da die Antworten recht überrascht ausfielen.
Peter

pfadfinder
30.05.2006, 15:05
@Corton:
Ich habe ja auch geschrieben,dass dies MÖGLICH ist. Und vielleicht ist es ja auch nur bei manchen Menschen möglich.Aber wenn man in der Sahara bei Sturm nackt herumspaziert,halte ich es für möglich.
Du hast natürlich Recht,dass es im Schlafsack nicht möglich ist!Es war nur ein Beitrag dazu,die Schweißmenge nicht zu unterschätzen. :wink:

mfG-Der Pfadi

Bingo
30.05.2006, 17:18
Danke erstmal für die vielen Antworten.
Wenn die Wassertropfen echt vom Schweiß kamen, dann weiß ich ja jetzt Bescheid. Klar ist es übertrieben bei +5° mit einem Denali Arctic zu schlafen. Aber auf jedem Fall war es schön warm. Mich hat es halt nur verwundert, dass sich außen Wasser sammelt. Dies habe ich bei meinen anderen 0815-Schlafsäcken noch nie festgestellt :( . Aber vielleicht zog dort die Feuchtigkeit auch einfach in die Füllung ein.
Ich hatte halt nur gedacht, dass dieses Phänomen ja dann öfter vorkommen muss, da man ja auch eigentlich nichts dagegen machen kann (außer halt nur in kälteren Umgebungen schlafen). Nur dort hatte ich ähnliches nur dann als Eis von außen (allerdings habe ich sonst ohne Zelt geschlafen, nur auf Isomatte).

pfadfinder
30.05.2006, 18:16
Hi,
bei meiner nächsten Zeltübernachtung werde ich auf jeden Fall versuchen,in Schlafsack so viel wie möglich zu schwitzen und Dir dann berichten,ob bei meinem Ajungilak dasselbe passiert!
Leider ist es schon zu warm um den richtigen Effekt zu erreichen...

MfG-Der Pfadi

Corton
31.05.2006, 11:57
Kondensation und Feuchtemaße (http://www.webgeo.de/beispiele/rahmen.php?string=1;k_202;1) :zeitung:

Bingo
15.01.2007, 16:34
Hallo zusammen,

ich muss das Thema nochmal hochholen.
Nach erneuten Nächtigungen im Denali Arctic Schlafsack beil "leider" nur -5°C trat das Problem wieder auf.
Inzwischen ist klar, dass die Wassertropfen auf der Außenhülle echt vom Schwitzen kommen. Bei über 0°C habe ich dann echt Wassertropfen auf der Außenhülle, bei tieferen Temperaturen halt Reif.
Ich finde es halt nur merkwürdig, da meine anderen Schlafsäcke dieses Verhalten nicht zeigen. Dort wird wahrscheinlich die Feuchtigkeit von der Füllung aufgenommen.
Ich möchte halt nur nochmal hören, ob jemand ähnliches berichten kann bzw. ob ich irgendwas falsch mache.
Jaja ich weiß, bei -5°C im Denali Arctic ist schon an sich falsch, aber es ist auf jeden Fall schön warm und leider gibt der Winter im Moment nicht viel mehr her.

Viele Grüße
Bingo

Stev
15.01.2007, 17:17
Hallo Bingo,

nein du machst nichts falsch. Ist bei mir genauso. Selbst bei meiner kleinen Tochter ist der Schlafsack morgens bei kühleren Temp. auf der Oberfläche feucht. Da tropft nichts vom Außenzelt runter. Das Innenzelt ist normalerweise vernünftig imprägniert. Was drauftropft läuft dann außen runter.

Steffen

Nicht übertreiben
16.01.2007, 07:49
Eigentlich spricht das doch für den Schlafsack, wenn die Feuchtigkeit nicht drinnen bleibt, sondern entweichen kann. Dass es bei den Temperaturen dann zur Kondensation kommt, ist einfach Physik.

barleybreeder
16.01.2007, 08:40
@bingo

Sei doch froh wenn die Feuchtigkeit nur an der Außenseite deines Schlafsacks kondensiert. Ist meiner Meinung nach völlig normal. Bei stengem Frost besteht ja eher das Problem das sich der taupunkt in die Füllung verlagert und somit dei Isolation flöten geht.

Zudem ist es im Zelt nie homogen warm, oben wärmer unten kälter, dadurch kann es schon mal sein das einige Sachen im Zelt trocken und andere feucht sind.

Das ganze ist so ne physikalische Geschichte zwischen Temperatur und Luftdruck.
http://de.wikipedia.org/wiki/Taupunkt

Noch ein paar feuchte Träume :wink:

Carsten010
16.01.2007, 08:56
Hallo zusammen,

mich wundert es ein wenig, das dieses Phänomen so großes
Erstaunen bewirkt.

Ich habe es jetzt nicht auf Anhieb gefunden, aber das Thema wurde
in Punkto Winterschlafsäcke schon öfter besprochen. Kondensierter
Schweiß gefriert im Winter nämlich auch ganz gerne im Schlafsack.

Ist einem Kumpel bei seinem Denali zwischen -10 und -16 Grad quasi
ständig passiert. Mir auch bei einer Daunen/Kufa-Kombi.

Deswegen propagiert mancher Trekker im längeren Wintereinsatz ja
auch die Nutzung eines Vapour Barrier Liner (VBL), also einem
wasserdichten Schlafsack Inlet, dass dann keine Schwitzfeuchte in den
Schlafsack lässt. Komfortfragen lasse ich an dieser Stelle einmal
außen vor.

Bei eher gemässigten Temperaturen hilft sicher eine gute Lüftung
des Zeltes und eine clevere Wahl des Zeltplatzes (unter einem
Baum, nicht in einer Senke ...). Unterschiede in der Wahl des Zeltplatzes
werden einem gerade als Singlewall-Zeltnutzer oder Tarpschläfer
schnell bewusst, da man hier einen viel direkteren Kontakt mit
Kondensationsphaänomenen hat.

So, dat war et.


Carsten010