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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nahtabdichten Baumwoll/Polyester



Gersprenzfischer
27.05.2006, 10:32
Nach heftigstem Regen am Regen und einer grausamen Wettervorhersage haben wir unsere Kanutour einen Tag früher beendet. Das Pakboat ist super, die Kohte wurde erstmals intensiv getestet und prinzipiell für super befunden. Nur begann es nach 3-4 Stunden im Zelt an wenigen Stellen etwas zu Tropfen. Eigentlich noch nicht mal direkt an den Nähten, sondern dort, wo noch in der Kappnaht Baumwollschlaufen eingenäht sind. Die Schlaufen dienen im Innenzelt als variable Befestigungsmöglichkeit.
Ich vermute nun, dass in die Kappnaht manchmal Wasser eintritt, jedoch in der Kappnaht verbleibt, bzw. nach unten abläuft. Befindet sich jetzt aber in der Kappnaht ein Baumwollstreifen, wirkt er quasi wie ein Docht und saugt langsam das eingedrungene Wasser ab. Mit der Konsequenz, das es innen tröpfelt. Es waren zwar nicht viele Tropfen aber lästig wars dann doch, insbesondere bei den Kindern.
Ich denke, mit Nahtdichter ist das Problem in den Griff zu kriegen.
Da ich mind. 40m Naht habe, bräuchte es schon eine größere Menge.
WAs liegt also näher, als sich Nahrdichter aus Baumarktsilikon selber zu machen.
Nur, funktioniert das auch gut bei einem imprägniertem Baumwoll/Polyesterstoff oder soll ich was anderes probieren (quasi Silgrip statt Sylnet)?

Auftragen wollte ich es jedenfalls ziemlich dünnflüssig mit Pinsel, damit es in die Naht gut eindringt, dann einmal von außen, einmal von innen und die Schlaufen im Ansatz nocheinmal gesondert.

Was meint Ihr dazu

Uwe

Lodjur
27.05.2006, 20:05
Hallo Uwe, so liesst man sich wieder :-).
Dein Dochtphänomen haben auch schon Profizeltnäher des öfteren produziert :-).
Ich denke nicht das du mit Baumarktsilikon was anfangen kannst. Das Zeugs ist viel zu dickflüssig und wird nicht in die Fasern und Poren eindringen. Das würde eine Mordsschmierrei geben und dick auftragen. Nicht umsonst sind die käuflichen Nahtdichter mit einem Lösemittel versehen und recht dünnflüssig. Das zieht ins Gewebe ein und bei einem evt. zweiten Auftrag kommt es dann zur Filmbildung an der Oberfläche. Ich habe immer gute Erahrung gemacht mit dem Zeugs. Ob es nun die Nähte an meinen Spritzdecken am Kanu oder Zeltnähte waren. Sicher das Zeugs ist nicht ganz billig aber funktioniert. Deine schöne Kohte würde ich nicht mit sonem Schweinkram beschmieren :-). Es gibt übrigends auch ein sehr dünnflüssig eingestelltes Silikon. Das heisst "Elastosil" und kostet locker 13 Euro die 100 ml Tube!! Aber auch damit kann man keine Nähte abdichten. Wenn überhaupt kann man das Zeug nur liegend verarbeiten weil es sonst wegfliesst. Braucht so 30-40 MInuten bevor es anzieht.
CU Bernd

Gersprenzfischer
28.05.2006, 10:12
Hallo Bernd,
so liest man sich wieder, Ofen- und Zeltbastler unter sich :lol: !
Ich wollte das Baumarktsilikon aber auf keinen Fall pur benutzen, sondern analog der Anleitungen weiter unten bei "selber silikonisieren" stark verdünnen, dass es eine wässrige Konsistenz bekommt. Damit sollten die "Dochte" am Ansatz eingepinselt werden und die Flüssigkeit sollte quasi "andersrum" einziehen. Da Du aber mit "Elastosil" arbeitest, denke ich es sollte funktionieren. Bedenken hatte ich nur wegen dem bereits imprägnierten Baumwollstoff.

Uwe

Christian Wagner
28.05.2006, 10:14
Wirf die Baumwollschlaufen raus. Es gibt halt einfach Dinge die an einem Baumwollzelt nicht "gehen".

Glaube nicht das Nahtdichter dir da groß was bringt. Irgendwann saugt die Baumwollfaser halt schon Wasser nach innen. Baumwollzelte darf man von innen bei Regen nicht berühren. Das gilt auch Schlaufen.

Nahtdichter aufs Baumwollzelt ist außerdem irgendwie Stilbruch :wink: .

Gersprenzfischer
28.05.2006, 19:41
Rauswerfen, nein, das würde leider bedeuten, alle Nähte aufzutrennen, da ich auf jeder Naht 4 Schlaufen für alle möglichen Zwecke eingenäht habe.
Sicher ist Nahtdichter Stilbruch,a ber eigentlich will ich nur dass sich die Schlaufe im Ansatz mit Silikon quasi vollsaugt, damit die Kapillarwirkung nicht mehr funktioniert und die Schlaufen nicht mehr saugen.

Interessanterweise tropfte es nur aus vielleicht 6 Schlaufen und auch da eigentlich relativ wenig, aber es stört einfach.

Uwe

=Ole=
29.05.2006, 00:46
du könntest die schlaufen auch bis auf wenige cm abschneiden und mit den "schlaufenresten" D-ringe einnähen ....

ole

Gersprenzfischer
29.05.2006, 09:42
@Ole
Solange die Teilschlaufen noch in der Kappnaht stecken, würde alles nicht nutzen, da (nur) von dort das Wasser herrührt. Dann würde es halt beim D-Ring tropfen.

Falls Du Deine Kohte wirklich nähst, wirst Du im Zweifel dasselbe Problemchen bekommen. Entweder Du verzichtest auf Schlaufen (Ich bin aber von den Schlaufen überzeugt, sie dienen z.B. zum Hochrollen der Zeltbahn von innen zur besseren Lüftung im Sommer, zur Befestigung von Stangen, falls die Kohte traditionell mit Bohnenstangen aufgestellt wird, zur Befestigung von Wäscheleinen oder zur Aufhängung von Lampen), oder Du erstickst die mögliche Kapillarwirkung im Ansatz. Ich denke da sofort an silikonisieren. Ich hoffe, dass es bei mir nachträglich funktioniert.
Eine andere Möglichkeit wäre vielleicht die Schlaufen nicht in die Kappnähte mit einzunähen, sondern von innen einfach annähen. Ob das aber besser wäre, bliebe auszutesten.

Uwe

=Ole=
29.05.2006, 16:39
ich hatte vor, unter jede vertikale kappnaht ein gurtband zu nähen, das vom hering zur spitze läuft. hier könnte ich die d-ringe einfach unter das band nähen. dies würde den docht-effekt unterbinden.

ole