PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tips zum Kauf eines Deuter Rucksacks- welcher ist geeignet?



Mercury
25.05.2006, 18:06
Hallo!
Ich möchte mir meinen ersten Traveller Rucksack kaufen, bin aber total unschlüssig, welchen ich wählen soll, u.a. auch was das Volumen angeht. Momentan schwanke ich zwischen dem Deuter Aircontact, Quantum und ACT Lite.

Ich möchte im Sommer eine Rucksacktour durch Spanien machen und habe vor, auch in Zukunft öfter derartige Rucksackreisen zu unternehmen. Gleichzeitig soll er als ganz normaler Reiserucksack dienen, der mir einen Koffer ersetzt, d.h. man muss möglichst gut an die Sachen in verschiedenen Teilen des Rucksacks rankommen. :roll:

Ich bin selbst 170m groß mit einem Gewicht von circa 50kg. Welche Größe ist da am geeignetsten? Ich hatte an die Varianten 55 +10 gedacht. Was meint ihr, könnt ihr mir Tips geben?

für Tips wäre ich dankbar!
vg
Bianca

Mischa
25.05.2006, 19:05
Hallo Bianca und wilkommen im Forum!

Leider kann ich dir nicht viele Tipps geben. Deuter macht sehr gute Rucksäcke, sie halten nun schon sehr lange bei mir.
Manche sind etwas schwerer als die Konkurrenz, aber auch teurer, aber schaue selbst.

Ich würde mich aber nicht auf eine Marke festlegen, da Du die Rucksäcke im Geschäft angepasst bekommen musst (mit Gewicht) und diese zur Probe tragen musst. Es kommt auf die Rückenform an. Leider wissen nicht alle Händler, Berater wirklich Bescheid über deren Produkte und über den optimalen Rucksack, daher wäre ich dort leider auch vorsichtig. Am besten zu mehreren Geschäften gehen. Über Globetrotter kann man auch so manchen Rucksack bestellen und mit Gewicht antesten, das könnte auch weiterhelfen. Hier im Forum müsste auch allerhand über eine geeignete Rucksackgröße stehen, wenn man z.B. eine Hüttentour, Weltreise oder andere Expeditionen unternimmt.

Viel Glück
Mischa!

Mercury
26.05.2006, 00:27
Hi Micha,

danke für die Antwort. Hmmm, was kannst du mir denn noch für Rucksackmarken empfehlen? Leider kenn ich mich nicht sehr gut aus, ich habe versucht im Internet verschiedene Tests zu finden, aber detailliert habe ich kostenlos keine geeigneten Infos gefunden.

Also das Sportgeschäft hatte auch noch andere Rucksäcke, allerdings sehr günstig (40EUR) und ich kann mir nicht vorstellen, dass die dauerhaft gut sitzen.

Ich habe mir überlegt, alle drei Rucksäcke zu bestellen und dann einfach zu sehen, welcher am besten passt.

Du sagtest, hier gibts auch detaillierte Infos dazu, hast du zufällig den link zur hand? sonst such ich mich durch :o)
Danke schonmal!
Bianca

Mischa
26.05.2006, 01:29
Hallo Bianca,

ist schon sehr spät, kann nur kurz antworten. Benutze einfach die Suche hier, am besten nur im Ausrüstungsforum. Schaue in den Beiträgen auch nach der Größe der Rucksäcke, die wirklich benötigt wird. Oft kauft man einen zu großen Rucksack. Nach Marke, Aussehen und Gewicht kann man oft nicht gehen. Am besten wäre auch ein "richtiger" Ausrüstungsladen, aber die geben dir leider auch nicht immer die beste Beratung, man muss sich eine eigene Meinung bilden. Ohne Werbung zu machen. Schaue dir mal die Modelle bei www.globetrotter.de an. Dort sind auch mitunter viele Bewertungen zu finden, die von dir und uns geschrieben wurden. Es gibt so viele Marken und noch mehr Modelle, dass es eine große Arbeit wäre, sie alle auf zu zählen.

Der Sitz eines Rucksacks kann etwas mit dem Preis zu tun haben, muss aber so nicht sein. Der teuerste Rucksack kann aber auch schlecht sitzen, weil er nicht für deinen Rücken gemacht ist. Bei Globetrotter kann man schon sehr nett bestellen und ausprobieren, ein sehr kulanter Laden!

Du musst dir noch im karen werden, wofür Du wirklich den Rucksack brauchst. Leider braucht man recht viele, meiner Meinung nach, damit sie unters. Bereiche abdecken. "Für Rucksackreisen" was meinst Du damit genau? Trekking oder einfach mit dem Auto/Flieger etc. in ein Land reisen und dort im Hotel übernachten oder in der 'Wildnis'? Ein Kofferrucksack wäre schon wieder etwas zu aufwändig und zu schwer, dass man ihn lange tragen möchte, oder?

Ich hoffe dir ein wenig gehoflen zu haben, es werden sicher noch mehr antworten.

derklaus
26.05.2006, 10:25
wie schon hinreichend erklärt, der rucksack muss passen, und da geht´s nicht über "der hersteller ist gut, und feierabend".
es gibt viele gute rucksackhersteller, aber nicht jeder passt für einen.
nach meiner meinung macht tatonka ein paar richtig gute säcke, die auch vom preis/leistuingsverhältnis passen.
probieren, probieren, probieren.

gruß
klaus

manche kleineren läden sind auch so nett dass du mal ne halbe stunde mit dem vollen rucksack durch die stadt laufen kannst. so weiß man am ehesten ob der rucksack für einen passt

asmeisne
26.05.2006, 10:27
Hallo Bianca,

auch von mir ein paar Tips:

ich kann mich Mischa nur anschließen, Rucksäcke nicht nur nach technischen Daten zu kaufen. Ich habe erst letztens eine lange Vorauswahl in verschiedenen Katalogen getroffen um dann im Fachgeschäft nach langen Tests mit Gewichten mich für einen zu entscheiden, den ich im Katalog niemals ausgesucht hätte.

Wenn Dir ein Verkäufer erzählen will, das ein Rucksack nicht mit Gewicht getestet werden muss, dann ganz schnell den Laden verlassen (ist mir schon passiert.)

Vom Volumen her sind 55+10l mit Sicherheit ausreichend, je nach Geldbeutel reichen für eine Person aber auch schon 45+10l, kleine und leichte Ausrüstung ist halt teuerer.

Ganz wichtig: Beim Rucksack selbst nie so genau aufs Gewicht schauen. Das A&O ist ein gut sitzender Hüftgurt, der das Gewicht sauber auf die Hüfte bekommt. Die menschliche Schulter ist nicht dafür geeignet, große Gewichte über längere Zeit zu tragen. Einfaches Rechenbeispiel: Spart die ein Rucksack 1kg Gewicht, hat der Hüftgurt aber schlechtere Hebelverhältnisse, kann das tatsächliche Gewicht bei einem 10kg Rucksack ganz schnell auf 15kg steigen, womit die Belastung um 4kg höher ist.

Sinnvoll ist sicher, sich erst mal zu überlegen, was ich so alles mitnehmen will, ich habe hierzu ein Excel-Sheet entwickelt, was im das benötigte Volumen und das Gesamtgewicht meines Rucksack berechnet, das klappt ganz gut. Falls Du es haben willst melde Dich.

Ein sehr guter Katalog mit vom Fachhändler selbst gemessenen Gewichten und Volumenangaben bekommst Du bei

http://www.woick.de/

und der Katalog von

http://www.lauche-maas.de

sollte auch nicht fehlen.

Noch ein paar gute Rucksackmarken:

Osprey (http://www.ospreypacks.com/) mein persönlicher Favorit, nicht immer leicht zu bekommen.
Vaude (http://www.vaude.de/) habe bisher gute Erfahrungen gemacht.
Gregory (http://www.gregorypacks.com/) technisch sehr gut, mir passen sie allerdings nicht so gut.


Viele Grüße und viel Spaß bei der Planung

Andreas

Harry
26.05.2006, 11:25
Hi,

die meisten Informationen über alle möglichen Rucksäcke findest du hier in der Suche Funktion.
Du solltest dir im Klaren sein welche Rucksackfunktionen du als Kriterien zum Aussuchen benötigst: z.B
-wie Aufwendig sollte das Tragegestell sein
Hintergrund. Ab ca 15 kg Tragegewicht werden andere Systeme und Materialien verwendet wie bei 30 Kg allerding ist dann das Eigengewicht auch höher.
-Preisgrenze, Rucksäcke gibts bis 500€ andererseits gibts auch in Läden Modelle aus dem letzten Jahr die bis 50 % Runtergesetzt sind.
-Passform, es gibt extra Frauenmodlle die anders sitzen und einen anderen Hüftgurt haben aber da hilft nur anprobieren.
-Trinksystemvorbereitung haben die meisten schon, extra Flaschenhalter
-Unterteilung im Rucksack mit extra schlafsackfach und Fronteingriff.
Meiner Meinung total überflüssig. Bringt nur mehr Gewicht und schlechteres Packverhalten. Aber weil es eine Modeerscheinung ist gibts kaum noch einfache.
#Ich stand Ostern auch vor dem gleichen Problem. Ich benötigte einen neuen Rucksack und hatte noch 3 Tage Zeit bis zur Ostertour da ich kurzfristig Urlaub bekommen hatte und meinen 20 Jahre alten Lowe Cerro Torre, den ich letztes Jahr in den Alpen verflucht habe, nicht mehr mitnehmen wollte.
Lowe ist auch ein super Rucksackhersteller.
Ich habe mir dann in Bremen alle Outdoorläden 5 Stck aus dem Internet gesucht und bin einen Nachmittag Rucksäcke anprobieren gegangen. Über 30 Stück probegetragen, war anstrengend aber lohnenswert.
Habe mir den Tatonka Katanka 60 l geholt mit einem super Tragegestell aber leider etwas schwer mit 3,6 kg aber der passt.

So hoffe geholfen zu haben

Harry

Christine M
26.05.2006, 12:16
Noch ein Hinweis zu deuter: der Zusatz "SL" bezeichnet dort die Damenversionen, die dir vermutlich besser sitzen (genau findest du es aber nur durch Anprobieren heraus und du solltest dich, wie schon gesagt wurde, nicht von vorneherein auf eine bestimmte Marke festlegen).

Christine

Shorty66
26.05.2006, 13:08
naja, sl bezeichnet "slimline", das was früher die damen modelle waren... jetzt auch in unisex. Für männer gibts auch nicht "damenangepasste" trageriemen.

-wf-
27.05.2006, 10:20
55+10 Liter finde ich schon arg grenzwertig. Allein reisen kannst du damit nicht, jedenfalls nicht mit Zelt. Wo soll das denn reinpassen?

Ich vertrete die Meinung, daß ein Rucksack nie zu groß sein kann, nur der eingepackte Inhalt zu schwer. Und daher habe ich den Bergans Viking 110 Liter. Das ist die Version des Bergans Alpinist mit der kürzeren Rückenlänge. Ich habe den Rucksack mit 25-30 Kilo Inhalt gut drei Wochen durch Schweden geschleppt. das Tragegestellt ist absolut phantastisch. Ab 25 Kilo abwärts trägt sich der Rucksack wie von selbst. Darüber habe ich aber auch nicht auf ihn geflucht. Bei einfacheren Rucksäcken ist bei 20 kg Schluß. Ich hatte vorher den Deuter Atlas 65+10, der trug sich mit 23 kg bereits unangenehm und hat mir nicht so gut gepaßt. Für Schweden mußte es was neues sein, da auch das Volumen nicht reichte. Da ich nicht jedes Jahr einen neuen Rucksack kaufen will, war eben einmal diese Investition fällig.

Bergans kann ich wirklich empfehlen. Der Rucksack hat viel mitgemacht und keinen Schaden genommen. Die Tragesysteme sind phantastisch. Allerdings sind die Säcke am preislich oberen Rand und etwas schwerer, weil sie eben sehr stabil sind.

asmeisne
27.05.2006, 21:07
55+10 Liter finde ich schon arg grenzwertig. Allein reisen kannst du damit nicht, jedenfalls nicht mit Zelt. Wo soll das denn reinpassen?

Das benötige Volumen hängt ganz massiv von der verwendeten Ausrüstung ab. Ich gehe im Juni mit meiner Familie (2 Kinder, 6 und 2 Jahre) nach Korsika. Da meine Frau den Kleinen tragen muss, bleibt mir die gesamte Ausrüstung für vier Personen. Die bekomme ich inklusive großem 4-Personen Zelt, 4 Schlafsäcken und was man halt noch alles so braucht in meinen Osprey Cresdent mit 87l.

Ich stimme aber völlig überein, lieber ein zu großer Rucksack mit einem gescheiten Tragesystem als ein passender mit einem schlechtem. Ich habe den Osprey auch bei meiner letzen Solowanderung genommen und war sehr zufrieden, weil die 17kg merkst Du wirklich nicht. Erst ab über 20kg stellt man langsam fest, das da etwas auf dem Rücken ist.
Aber so ein Osprey ist halt auch nicht billig.

Lightfoot
29.05.2006, 10:04
Da sich die Schwergewichtsfraktion -mit beachtlichen Argumenten- schon gemeldet hat, will ich mal was für die Leichtgewichtsfanatiker sagen.

Ein noch so gutes Tragesystem kann die Gesamtbelastung des Körpers nicht verringern, es kann sie nur erträglicher (hihi) machen. Auch das hat aber Grenzen. Den Kniegelenken ist es z.B. egal, ob die Schultern durch den Hüftgurt entlastet werden. Ich würde mir daher gut überlegen, ob ich eher leicht unterwegs sein will, oder die imho mittlerweile mehr militärischen Haltbarkeitsansprüchen genügende Normalausrüstung schultern will.

Das kommt natürlich auch auf die Touren an. Begibt man sich 3 Wochen lang ohne Versorgungsmöglichkeit unterwegs in die schwedische Wildnis, stellen sich sicher andere Anforderungen als bei "üblicheren" Touren mit häufigerem Kontakt zur Zivilisation.

Was soll das ganze Gefasel? Man sollte sich für ein System entscheiden, danach bestimmt sich der Rucksack. Wenn Du jetzt anfängst, die Ausrüstung zusammenzustellen, wäre die Zeit für grundsätzliche Richtungsentscheidungen noch vorhanden.

Ich halte es mit einiger Überlegung bei der Ausrüstungswahl auch bei Verwendung eher normaler Sachen für unnötig, mit mehr als 15 bis 16 kg durch die Gegend zu stapfen, sofern man wochenweise an Versorgungsstellen kommt und nicht im Winter unterwegs ist oder keine Kletterausrüstung mit sich führen muß. Ein Rucksack für mehr als 20 kg halte ich daher im außermilitärischen oder Nichtexpeditionsbereich für übertrieben.

Wählt man mit Bedacht leichte Teile aus, muß der Rucksack für eine Wochentour inkl. Essen und Wasser nicht mehr als 10 kg wiegen, sofern man sich in dankbaren Gegenden wie z.B. Schweden bewegt, wo das Schwerste, was man schleppen muß (Wasser!) im Übermaß vorhanden ist.

Es gibt -vor allem im USA-Markt- einige leichte und trotzdem relativ robuste Rucksäcke mit Tragegestell, die sich bis ca. 15 kg gut zu tragen scheinen lassen und selbst nicht viel mehr als 1 kg wiegen, z.B. von ULA, Golite, Granite Gear etc.. Ich selbst habe den Bergans Helium mit 55 l, der für normale Touren mehr als ausreicht, nur 1,1 kg wiegt und mit ca. 12-13 kg gut zu tragen ist (mit 15 kg sicher auch noch).

Also, kurz gesagt, der Rucksack muß zu den übrigen Sachen passen, für leichtere Ausrüstung reichen 50 bis 55 l allemal, für schwerere Ausrüstung oder Touren ohne Versorgungsmöglichkeiten im Wochenabstand würde ich 65 bis 80 l nehmen und mich eben totschleppen. :bg:

Normalo
29.05.2006, 11:51
Stimme Dir vollkommen zu.
Menschen die z.Bsp. in Skandinavien mit 30 kg herumlaufen, bedürfen womöglich anderer Hilfe.

fotograf
30.05.2006, 15:34
25-30 kg in Skandinavien finde ich ganz normal. ich hatte ein Zelt mit, was mit 2,2 kg nicht eins von den schweren ist. Mein Schlafsack hat nur 1 kg Gewicht. Essen habe ich für 10 tage mitschleppen müssen, da es auf dem Bohusleden von Vassbotten bis Munkedal nichst zu kaufen gibt. das hat am meisten gewogen. Wasser hatte ich immer 2-3 liter in einem ortlieb sack. ein bißchen Fotoausrüstung wollte ich auch mitnhemen, die hat etwa 2,5 kg gewogen. eine Reise ohne Bilder zu machen ist für mich nichts. eine digiknipse mag ich nicht. ich hatte auch einen ganz großen Rucksack mit, den schon genannten Alpinist, wobei ich den blau-schwarzen genommen habe. Das grün fand ich zu militärisch. Der Rucksack selber wiegt wohl so 4 kg. ich habe ihn gern getragen, weil er sehr bequem ist und mit viel Gewicht sich noch tragen läßt. für die Knie kann man doch Trekkingstöcke nehmen zur entlastung.

Lightfoot, ich wäre dir echt dankbar, wenn du mal aufschreibst, was du für ausrüstung hast und wie du die in den 55 liter rucksack reinpackst. 10 kg Rucksäcke sind für mich sonst nicht vorzustellen

Lightfoot
31.05.2006, 00:30
Mmh, bei Verpflegung für 10 Tage und 2-3 l Wasser komme ich auch nicht auf 10 kg. :wink: Da müßte schon die Ultraleichtfraktion ran, zu der ich mich nicht zähle.

Außerdem darf man die 10 kg nicht zu ernst nehmen, das ist ein Schnitt. 8)

Für eine Woche von Spätfrühjahr bis Frühherbst rechne ich ~ 5,5 kg Ausrüstung, 3,5 kg Essen und 1 kg Wasser. Geht natürlich nur, wenn Wasser recht häufig zu finden ist.

Als da wären:
Bergans Helium 55 l: 1050 gr. (nach leichten Änderungen)
Regenhülle: 100 gr.
Müllsack: 60 gr.

Tarptent Rainbow: 900 gr. (hab ich noch nicht, sondern ein leichteres Tarp, aber ist bestellt)
Yeti Pound, auf 400 gr. Daune aufgeplustert: 750 gr.
wasserdichter Beutel dafür: 50 gr.
TAR Prolite 3 kurz: 400 gr.
Schaummatte für Beine, Füße und zum Sitzen: 60 gr.

Wollshirt Smartwool: 300 gr.
Polargard Pullover: 260 gr.
lange Unterhose: 120 gr.
Regenanzug: 300 gr.
Mütze: 60 gr.
Handschuhe: 50 gr.
Ersatzsocken: 30 gr.
wasserdichte Socken: 100 gr.
Schlappen: 100 gr.

Waschzeugs etc.: 200 gr.
Kleinigkeiten: 200 gr.

Kocher 15 gr.
Brennstoff: 200 gr.
Topf 100 gr.
Kleinzeug, wie Windschutz, Löffel, Becher etc.: 100 gr.
Platypus 1 l und 2,4 l: 60 gr.

zusammen 5565 gr. (Ich hab sicher was vergessen.)


Dabei hab ich natürlich etwas geschummelt :bg: Z.B. habe ich nicht die Gürteltasche gezählt, in der Erste Hilfe-Sachen, Notausrüstung, MP3-Player etc. drin sind, die dürfte ca. 300 gr. wiegen. Plus 150 gr. Fotoapparat. Die sind zwar nicht im Rucksack, belasten den Körper aber natürlich auch.

Außerdem ist das oben das Rucksackgewicht, nicht wie in der US-Leichtwanderszene üblich das Gesamtgewicht aller Ausrüstung. Von den üblichen 8 pound packs (~ 3,6 kg) bin ich also weit entfernt; Komfort ist mir eben leider zu wichtig. :ill:

Bedenkt man zudem alle möglichen zusätzlichen Kleinigkeiten, Karten sowie die Tatsache, daß man am Körper getragene Sachen öfter mal am Rucksack transportiert, werden wohl auch eher 11 kg für den Rucksack zusammenkommen. Ich schaffe es aber sogar, auch mal 12 oder 13 kg zu schleppen. :bg:

Man könnte sicher noch sparen, z.B. an der Matte, aber ich liege auf der TAR zu gut, als das ich das gerne tun würde. Mein neuer Schlafsack wird etwas leichter, aber unwesentlich. Probieren werde ich den SMD Essence Pack 50 l mit 370 gr., der würde das Gewicht noch runterbringen.

Zum Essen: 3,5 kg für eine Woche reichen mir, obwohl man ja meist mit 600 bis 800 gr. pro Tag rechnet. Das setzt allerdings voraus, daß ich mir vor Tourbeginn noch mal den Bauch vollschlagen kann und am Abend des letzten Tages wieder am Verpflegungstropf hängen kann.

-wf-
31.05.2006, 14:40
Hallo Lightfoot,

das hat mich genauso interessiert wie den Fotografen, der war schneller mit der Frage. Ich schreibe hier zum Vergleich mal mein Schwedengepäck für vier Wochen (geworden sind es dann nur gut drei) rein.

Rucksack Bergans Viking 110 Liter, ohne Seitentaschen 3,8 kg
Schlafsack North Face 850 g + Silnylon Beutel 50 g
Isomatte Pro Lite 3 normal 580 g (halbe Matten und dann Schaumgummi unter die Füße, das würde mich stören), außerdem halte ich die Gewichtsersparnis für minimal.
Industriemüllbeutel (als Waschschüssel) 30 g ?
Zelt Wechsel Pathfinde Silnylon mit Footprint 2,2 kg (ich hasse Tarps, dann schon eher Biwaksack, aber nicht im Urlaub, da will ich es bequemer.)
Erste Hilfe Beutel Silnylon ca 400 g inkl Zeckenzange, Nagelschere, Medikamente gegen Allergie (muß ich mitnehmen), Mini Schnaps als letzte Rettung, übliches Verbandzeug, Tapeverband, Blasenpflaster, Sonnenmilch. Gebraucht habe ich nur die Sonnenmilch und etwas Pflaster
Silnylon Beutel mit Hygieneartikeln ca 400 g darin 125 ml Outdoorseife in Nalgene Flasche, Zahnbürste, Zahnpasta, Rasierzeug, Mini Spiegel.
Wasserfilter MSR Min Works 500g inkl 1/2 Putzschwamm
Wasserbeutel MSRDromedary 10 L 215 g
Kocher Primus Duo 270 g + Kartusche 450 g (Bei deinem Kocher meinst du 150 g? Selbst der Optimus Crux wiegt nämlich schon 88g)
Topf mit Deckel 150g
Becher 110 g
Kleidung geschätzte 2,5 kg Regenjacke, Regenhose, 2 Boxershorts, 2 Paar Socken, Badehose, T-Shirt, Unterhemd.
Fotoausrüstung D100 700 g Kameragehäuse, vier Akkus und fünf Speicherkarten CF in Kunststoffbox geschätzte 250 g, Objektiv mit Filter und Sonnenblende 700 g, Silnylonbeutel mit Fleecepullover als Polster ca 300g.
Essen hatte ich etwa 10 kg dabei. 600-800g bekommst du nur hin, wenn du teure Expeditionsverpflegung kaufst, sonst reicht der Energiewert nicht rum. Ich habe in knapp vier Wochen 8 kg Gewicht verloren, obwohl ich nahezu ständig gefressen habe, wo ich dann wieder was kaufen konnte. Da werde ich im nächsten Jahr noch mehr mitnehmen, einschließlich Dingen wie Salami, Käse, Speck.
Wasser hatte ich etwa 2-5 Liter mit, je nachdem wie oft ich an einem See hätte neues filtern können. Da es sehr warm war, habe ich das auch gebraucht.

Ohne Fotoausrüstung und Essen komme ich schon auf 12,5 kg. Zuzüglich Fotoausrüstung wären es dann 14,45 kg. Nun noch 10 kg Essen und ca 3 kg Wasser: 27,45 kg.

Kleinkram wie Feuerzeug, Wäscheleine, Ersatzschnürbänder und das Kartenmaterial habe ich sogar noch vergessen aufzulisten.

Ich glaube nicht, daß ein Leichtgewichtsrucksack für dieses Gewicht stabil genug wäre. Noch eine Frage: Bekommst du die aufgezählten Dinge alle in deinen Rucsack gepackt? Das ist mir nämlich sehr wichtig. Ich kann es nicht leiden, Dinge draußen dranzubinden. Auch das hat meine Entscheidung für diesen Rucksack beeinflußt.

Lightfoot
01.06.2006, 08:55
Ich komme mir immer wie ein Weichei vor, wenn ich Leute sehe, die knapp 30 kg über lange Strecken schleppen. :bg:

wf, wir haben stark unterschiedliche Konzepte, was die Ausrüstung betrifft. Du bist quasi für jede Situation perfekt ausgestattet, ich gehe Kompromisse ein.

Z.B. Matte: ich hab kurze Matten auch lange abgelehnt. Aber Versuch macht kluch. Torsolange Matten sind nichts für mich, aber die 3/4 Prolite 3 hat mich überzeugt. Da ich ein unangenehmes Gefühl hätte, nur eine Matte dabeizuhaben, die mit Loch funktionsunfähig ist, paßt die zusätzliche Schaummatte perfekt zu meinen Anforderungen (Sitzen bei Rast, Unterlage unter den Füßen, Notnagel, falls TAR versagt).

Man könnte die Schaummatte auch weglassen und die Füße mit dem Rucksack oder Zusatzkleidung polstern, was viele Leichttourer machen, aber das ist mir zu lästig (und was ist, wenn der Rucksack völlig naß ist und man alle Kleidung im Schlafsack braucht?)

Und die Gewichtsersparnis ist nicht minimal, so darf man nämlich nicht denken: es sind 120 gr. weniger; für sich betrachtet vielleicht wenig, aber das Wenige summiert sich.

Z.B. Unterkunft: ein Tarp für Schweden wäre für mich auch nichts, dazu ist es zu feucht. Ich bin eben nicht Ryan Jordan. :bg: Aber vom Tarptent (einwandig, mückendicht, mit eingenähtem, hochgezogenem Boden) erwarte ich einigermaßen Komfort; dieser ist nicht mit einem Doppelwandzelt vergleichbar, aber ich bin bereit, die Abstriche in Kauf zu nehmen. Dafür genieße ich das geringere Gewicht.

Z.B. Kocher: ich mache eigentlich nur Wasser heiß und gieße es über teure Treckingkost. Das Argument mit den Kosten ist für mich unbedeutend. Erstens finde ich sie nicht sehr hoch (ca. 5,- € für z.B. Simpert Reiter 125 gr. Beutel; ich geb jeden Tag zu Hause mehr für mein Essen aus :wink: ), zweitens ist es Urlaub und ich will den möglichst "unbeschwert" genießen, da bin ich spendabel.

Der Kocher wiegt übrigens wirklich 15 gr., ein selbstgebauter Spirituskocher. Ich werde wohl auf Esbit umsteigen, dann wiegt mein Kocher 13 gr. 8)

Für welche Zeit rechnest Du die 10 kg Nahrung? Doch wohl nicht für die ganzen 4 (3) Wochen? 2 Wochen, 1 Woche? Letzteres wäre aber sehr reichlich. :shock:

Z.B. Becher: 110 gr. für einen Becher? Das ist Luxus. :o Ich benutze für meinen Haferschleim und fürs Trinken einen (leeren :wink: ) Birkel-5-Minuten-Terrinen Becher, leicht und recht robust und irgendwie auch recht preisgünstig. Seitdem das Spaghetti-Aroma verpflogen ist, bin ich sehr damit zufrieden (dank an Carol Crooker für die Anregung).

Z.B. Wasserfilter: ist der für Schweden nötig? Ich bin Anhänger der neueren Theorie, daß die meisten Darmerkrankungen bei Rucksackreisenden nicht mit schlechtem Wasser, sondern mit leichtsinnigem Umgang mit der Handhygiene, insbesondere nach "Toilettengängen" zu tun haben. Antibakterielles Handgel gehört daher bei mir immer dazu.
Ansonsten nutze ich Aqua Mira oder neuerdings Klearwater (braucht man nicht mischen), das tötet auch Amöben und Bakterien (im Unterschied zu Micropur), wiegt nur ca. 30 bis 100 gr. je nach Tourlänge und kann auch zur Wunddesinfektion eingesetzt werden.

So kann man die Beispiele weiterspinnen, ich versuche leichte Sachen zu wählen, ohne auf Funktion zu verzichten. Das ganze nur deshalb, weil ich zu faul/schlapp bin, schwere Lasten durchs Gelände zu wuchten. Das würde mir den Urlaub vermiesen. Ich hatte ehrlich gesagt längere Touren aufgegeben, weil mir die schweren Rucksäcke den Spaß genommen hatten. :old: Wer mit dem Gewicht kein Problem hat, braucht sich auch nicht zu sorgen, das Ganze ist ja keine religiöse Grundsatzfrage. :)

Mein Zeug paßt masse in den 55 l Rucksack mit Luft für ein bißchen mehr, da ist nichts draußen, außer der 1 l Platypus in der linken und der Karte in der rechten Netztasche.

Ähm, irgendwie ist das Ganze eigentlich ziemlich off topic, fällt mir gerade ein. :kaffee:

fotograf
01.06.2006, 20:57
Hallo Lightfoot!

Danke dir für deine ausfürhliche auskünfte, auch wenn du recht hast, wir sind off topic gekommen.

Manchmal würde ich auch gern weniger schleppen, aber mit deinem Gepäck würde ich nicht zurecht kommen. ich mag auch ein Zelt viel lieber. Du scheibst was vom einwandzelt. Mag ich nicht, hatte mal ein Tunnelzelt mit nur einer Wand. Nach einer Nacht Regen hatte ich das Wasser drin im Zelt. Ohne Regen hatte ich immer mit Kondenswaser zu kämpfen, obwohl ich beide Lüftungsklappen aufgemacht hatte. Bei einen normalen Zelt hatte ich damit nie Probleme. Bei mir in Schweden hat es ein paarmal ziemlich geregnet. Das Außenzelt war schon durch, aber der Regen ist innen im außenzelt runtergelaufen. Beim Einwandzelt würde das dann drinne runterlaufen. Für ein gutes Zelt trag ich gern 1,5 kg mehr. so viel Luxus muß schon sein, schließlich ist es Urlaub.

Was ist das für ein kocher, den du dir gebaut hast? Zeig doch mal ein Bild. Spiritus ist ok, ich habe auch ein Trangia, aber das mit dem Esbit würde ich mir noch mal überlegen. Mein erster Kocher war einer mit Esbit vom Bund. Ich habe da echt 20 Minuten für Wasser heißmachen für Tee gesessen. Das war nicht mein Ding, hab mir einen Gaskocher für kurze Touren und den Trangia für länger geholt. Weil es Spiritus in Schweden besser zu kaufen gibt.

Also 5 Euro für die kleine 125 g Pakung finde ich echt viel. Es ist ja nicht das einzige was du an dem Tag ißt. Da kommst du doch locker auf über 10 euro am Tag. So viel gebe ich zuhause nicht aus, auch nicht 5 euro. Mag sein, daß ich extrem geizig bin, aber ich esse sowohl zuhause als auch auf der Tour vor allem Nudeln.

Für wie viele Tage wf seine 10 kg Essen rechnet, keine Ahnung. für mich rechne ich 10 kg für 10 bis 12 Tage. Ich nehme Nudeln mit, besonders gerne Spaghetti, weil die nicht so viel Platz wegnehmen, dazu eine Flasche Ketchup, Trockenzwiebeln, ein großes Stück schweizer Käse, eine fette Salami. Ausreichend Tee und Kaffee für die ganze Tour, weil man nicht weiß, kriegt man unterwegs was gescheites. Auch nehme ich lieber Brot als Musli mit. Dazu noch ein paar Tütensuppen von Aldi und ein paar Tafeln Schokolade. Unterwegs hab ich mir speziell schwedisches Essen gegönnt, Knäcke, Instant Blaubeersuppe, Fisch in Tuben, aber auch Früchte und Eis, kleiner Luxus aber lecker.

Wasserfilter habe ich auch mitgenommen. Chemiezeug reinkippen mag ich nicht. Der MSR Filter paßt perfekt auf meinen Ortlieb Beutel. Hände hab ich mir nach dem Klo immer im See gewaschen. Auch soll man zum Hintern abwischen die linke Hand nehmen, wenn man Rechtshänder ist und die rechte zum Essen nimmt. Habe ich wo gelesen und auch so gemacht.

Kurze Touren, speziell in entfernteren Ländern, finde ich wenig sinnvoll. Für eine Woche wäre ich nicht nach Schweden gefahren. Da ist mir die Fahrt zu teuer. Ich war froh, daß ich wenigstens 3 Wochen Uralub gekriegt habe. Sonst hätte ich bloß was in Deutschland unternommen.

Grundsatzfrage oder nicht? Ich finde, soll jeder machen wie er will. Bei meiner Reise habe ich aber nichts gehabt, was ich nicht wieder mitnehmen werde. Nähzeug und die Ersatzschnalle für den Bauchgurt habe ich zwar nicht gebraucht, aber mitnehmen finde ich doch sinnvoll.

Lightfoot
02.06.2006, 09:52
Sehe ich auch so, jedem Tierchen sein Pläsierchen. :bg:

Bild vom Kocher geht nicht, da ich (noch) keine Digitalkamera habe (und selbst mit nicht recht wüßte, wie ich Bilder hier rein kriegen sollte). Der Kocher entspricht aber im Prinzip dem letzten Modell von sal/saloon12yard, der auch hier im Forum in dem großen Kocherselbstbauthread vorgestellt und verlinkt wurde.

Esbit werde ich auf jeden Fall versuchen, mit Windschutz dürfte er nicht so viel schlechter sein als Spiritus. Mal schauen.

Die Geldfrage ist natürlich auch individuell zu sehen. Eine Folge des Alterungsprozesses ist es ja meist, daß man weniger Haare, aber dafür mehr Geld hat. Früher hätte ich keinen Schlafsack für 300,- DM gekauft, heute sehe ich, 300,- €, na ja...

Das mit den kurzen Reisen schmerzt, da hast Du völlig recht. Dann noch fliegen und das schlechte Gewissen ist perfekt. Da siegt bei mir aber idR der Egoismus.

fotograf
02.06.2006, 14:39
Weniger Haare, ja das ist schon eingetreten, aber mehr Geld, nein, leider nicht. 300 dm fürn Schlafsack = 150 Euro ist echt ein SChnäppchen und 300 Euro wurde ich auch ausgeben. Besser einmal was richtiges als ständig ein neues Kufa Dings kaufen. Das habe ich in den letzten 10 Jahren gelernt. Ist mit allem so: Rucksack, Schuhe, Klamotten.

Fliegen schließe ich für mich aus da muß ich immer :kotz:

Von deinem Kochervresuch mit dem Esbit erzähl mal, wenn du es probiert hast. Ich habe selbst keine guten Erfahrungen damit, lasse mich aber gern überzeugen. Vielleicht ist das Zeug ja auch besser geworden seit meinem Versuch vor 12 Jahren.