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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [NZ] Neuseeland, 8 Wochen unterwegs im Land der Kiwis



BlackDaytona
16.05.2006, 23:27
Region/Kontinent: Australien/Ozeanien

Hallo allerseits,
bin hier ja eher so regelmäßiger Mitleser, aber jetzt hab ich mal wieder was, was hoffentlich einige interessiert. Nach meiner letzten Tour nach Pakistan zum Concordia-Platz hatte ich mir für dieses Jahr etwas grüneres vorgenommen. Neuseeland, nicht ganz so ausgefallen wie das letzte Ziel, aber es steht schon lange auf meiner Wunschliste.

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Morgenstimmung am Mackinnon Pass, Milford Track, Fjordland National Park. Mein Highlight der gesamten Reise. Aber zunächst zur

Nordinsel

Der erste Teil schildert die drei Wochen auf der Nordinsel.
Nach 28h Flug kam ich um 11:15 Uhr Ortszeit in Auckland an. Den Zwischenstop in Singapore hatte ich ausgiebig zum Wandern im Duty-Free Bereich genutzt. Konnte sogar einigermaßen schlafen, zumindest während des zweiten Flugteils. Am Flughafen nahm ich mein Gepäck entgegen, tauschte Geld und reihte mich in die Schlange am Zoll ein. Vorher hatte ich schon gelesen, das sie Backpacker recht genau kontrollieren. Mich winkten sie jedenfalls zur genaueren Kontrolle, wo ich doch so harmlos aussehe ?! Dann nahmen sie mich 2 Stunden auseinander. Alles musste ich auspacken. Ob ich Drogen dabei hätte etc. Und drumherum wurden nur Asiaten gecheckt. Na ja gegen 14:00 Uhr saß ich dann endlich im Air-Bus in Richtung City. Er setzte mich direkt am Bamber House (www.hostelbackpacker.com) in Mount Eden ab. Ein sehr netter Backpacker übrigens. An diesem Tag hab ich nicht mehr viel auf die Reihe bekommen. In einem 24h Supermarkt kaufte ich ein für die nächsten Tage.

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Am nächsten Tag (Montag) war ein ges. Feiertag. Trotzdem ging ich nach dem Frühstück in die Stadt, um mir ein SIM-Karte für mein Handy zu kaufen. Das klappte auch. Dann gings zum Visitor-Center, wo ich meine erste Tagestour für den nächsten Tag buchte.

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Es sollte an die Westküste gehen und zu den Gannet-Kolonien (Seevögel) am Muriwai-Beach. War recht teuer, aber die einzige Tour, die mir gefiel. Den Rest des Tages schlenderte ich durch die Stadt. Von Mount Eden hatte ich am Nachmittag noch einen schönen Überblick über Auckland.
Dienstag morgen wurde ich von meinem Guide abgeholt. Eine sehr individuelle Tour, nur er und ich. Auf zu den Waitakere Ranges (www.trekker.co.nz).

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Zunächst fuhren wir an die Westküste und unternahmen eine Wanderung durch den Regenwald und später zurück über den schwarzen Strand. An dieser Küste wurden einige Landungs-Szenen des Films "The Piano" gedreht.

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Am Nachmittag gings dann zur Gannet-Kolonie.

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Gegen 20:00 Uhr kam ich wieder am Bamber House an. Ein langer schöner Tag ging zu Ende.
Mittwoch gegen 5:30 Uhr stand ich auf. Ein langer Bustag stand an Richtung Coromandel an der Bay of Plenty. Das Wetter war leider nicht so gut. Die Lookouts während der Fahrt verschwanden im Regen bzw. Nebel. Am Nachmittag erreichte der Bus Whitianga (www.whitianga.co.nz). Hier buchte ich zwei Nächte im On the Beach Backpackers. Das Wetter sollte die nächsten Tage nicht besser werden.
Am nächsten Tag beteiligte ich mich an einer Tour von drei Frauen aus dem Backpacker. Eine von Ihnen hatte einen Wagen gemietet und wir teilten uns später dann die Kosten für die Fahrt. Zunächst ging es im Regen nach Coromandel. Dort auf der anderen Seite der Halbinsel wurde das Wetter besser. Nach einer kurzen Wanderung und einem Snack ging es auf einer parallelen Strecke durch den Coromandel Forest Park zurück. Im Park sahen wir uns einige Wasserfälle und die Kauris an, riesige Bäume die tausende von Jahren alt werden. Am Nachmittag fuhren wir nach Hahei, einem sehr schönen Strand im Cathedral Cove Marine Resort. Wir wanderten am Strand entlang zur Cathedral Cove, einem riesigen Felstor am Meer.

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Am Hot Water Beach buddelten wir uns ein Becken, um in dem vulkanisch heißen Wasser zu sitzen. Die Neuseeländer verstehen sich wirklich zu vermarkten.
Freitag gings per Bus nach Whakatane, im Osten der Bay of Plenty. White Island (www.whiteisland.co.nz), eine der aktivsten Vulkaninseln Neuseelands stand am nächsten Morgen auf dem Programm. Am Samstag morgen rief mich die Agentur Pee Jay an, das es klappen würde. Das erstemal wieder seit drei Tagen, da das Meer zur Zeit recht rauh war. Glück gehabt. Mit einem der Agentur-Boote ging es in 2 Stunden zur Insel.

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Mit Helm und Atemmaske betraten wir die Insel. Unser weiblicher Guide führte uns ca. 2 Stunden über die Vulkaninsel. Überall dampfte und rauchte es.

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Man durfte sich nur auf den vorgeschriebenen Wegen aufhalten. Es war wirklich sehr eindrucksvoll.

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Wieder an Bord gab es Lunch und dann gings zurück nach Whakatane.
Am Sonntag fuhr ich wieder zurück nach Rotorua, dem Zentrum des Vulkan- und Maoritourismus der Nordinsel. Ich quartierte mich in Funky Green Voyager Backpackers ein, eins der besten Backpacker bisher. Von dort aus buchte ich meine weiteren Aktivitäten. An diesem Abend gings zu einer Maori-Veranstaltung. Mitai (www.mitai.co.nz) ist ein nachgebildetes Maori-Dorf. Die Ureinwohner Neuseelands führen ein Konzert auf, indem sie ihre Kultur vorstellen. Im zweiten Teil des Abends folgte das Hangi, ein typisches Abendessen. Hier wird in einem Erdloch auf heißen Steinen das Essen (Fleisch, Gemüse, Kartoffeln) über mehrere Stunden eingeschlossen gegart. Nach dem Essen folgte noch eine kleine Nachtwanderung. Besonders beeindruckend fand ich unseren Maori-Busfahrer, der sämtliche Vornamen der Businsassen, immerhin 30, jederzeit wiedergeben konnte.

Am Montag standen zwei Dinge auf dem Plan: Wai-O-Tapu (www.geyserland.co.nz), ein geothermales Gelände mit zahlreichen farbigen Seen,

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und eine Wanderung im Waimangu Vulcanic Valley (www.waimangu.co.nz). Inklusive Shuttle-Bus waren da schnell wieder 80 NZ$ weg, ein teures Pflaster hier.

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Dienstag morgen nahm ich einen Shuttle-Bus zu den Waitomo-Caves, einem Labyrinth von Tropfsteinhöhlen inlk. Glühwürmchen. Eine der großen Attraktionen der Nordinsel, das Black-Water-Rafting, erwartete mich. Rap Raft 'n' Rock (www.cavercraft.com) hieß der Veranstalter. 5 Stunden waren wir in den Höhlen unterwegs. Zunächst zog man sich um, Neoprenanzug Lampe Helm etc.. Dann seilten wir uns über ca. 30m in die Tiefe. Mit dicken Gummireifen bewaffnet wanderten und schwammen wir dann durch die Höhlen. Höhepunkt war das Ausstellen der Kopflampen. Nur noch das blaue Licht der Glühwürmchen war zu sehen. So zogen wir im Dunkeln durch die Höhlen. Nach vier Stunden waren meine Füße halb erfroren und die Reise durch dieses Labyrinth zu Ende.
Mit dem Bus fuhr ich am nächsten Tag nach Taupo, weiter gen Süden. Es sah ziemlich nach Regen aus. Trotzdem ließ ich mich mit einem Boot über den größten See Neuseelands schippern. Es goss in Strömen!! Abends im Rainbow-Backpacker traf ich wieder einige Bekannte und es wurde ein lustiger Abend bei Pasta (Standard-Backpacker-Gericht) und Rotwein.
Am Donnerstag lieh ich mir ein Mountain-Bike aus und fuhr ca. 6 Stunden durch die Wälder Richtung Huka-Falls (Wasserfall) und Aratiatia Rapids, Wasser-Katarakte. Sky-Diving war hier in Taupo der große Renner, und Bungi natürlich. Beim Sky-Diving führt man aus 12.000 Fuß einen Tandem-Fallschirmsprung aus. Für 150 NZ$ recht erschwinglich. Aber ich hatte mich fürs Biken entschieden und wollte mal einen Tag etwas weniger Geld ausgeben. Die Kiwis verstehen es ihr Land zu vermarkten.

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Freitags fuhr ich weiter nach Turangi, in die Nähe des Tangariro National Park. Hier sollte mein erster Great-Walk starten. Aber das Wetter war auch hier bescheiden. Es schüttete den ganzen Tag wie aus Eimern. Die Leute, die vom Tangariro-Crossing (einer Tageswanderung) wiederkamen, waren vollkommen fertig und durchnässt. Ich wollte den Northern-Circuit wandern. Er war für 3-4 Tage vorgesehen und ich plante 2 ein, da ich nicht mehr Zeit hatte.

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Samstag Morgen 6.00 AM stand ich auf und eine Stunde später saß ich im Shuttle-Bus. Mit Sebastian, einem Deutschen, startete ich die Wanderung (und mit ca. 100 Leuten, die im Regen am Parkplatz des National-Parks ebenfalls losliefen!). Erst gegen Mittag hörte der Regen auf. So konnten wir die Hauptattraktion, die Emerald Lakes, zumindest sehen.

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Ich bog dann zum Northern Circuit ab, und war schlagartig alleine unterwegs.

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In der Hütte abends nächtigten gerade mal 7 Leute. Es war ein toller Sonnenuntergang. Mit dem Warent der Hütte, einer Neuseeländerin, checkten wir noch all Oppossum-Fallen rund um die Hütte ab, eine der Tierplagen der Insel. 9 Stunden Wanderung lagen hinter mir.

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Sonntag hoffte ich auf besseres Wetter, wurde aber enttäuscht. Es fing wieder an zu regnen. 5 Stunden brauchte ich bis zum nächsten Visitor-Center. Die letzte 3 Stunden Wanderung schenkte ich mir sowie die Hüttenübernachtung. Meine Schuhe waren vollkommen nass und ich konnte mal wieder eine heiße Dusche gebrauchen. Also setzte ich mich zum Trocken in ein Cafe und wartete auf den Shuttle zurück nach Turangi. Eine Deutsche fuhr diesen Bus. Mit Ihrer Hilfe fand ich dann doch noch eine Busverbindung in einem Tag nach New Plymouth, zum Mount Edmont National Park, meinem nächsten Ziel.
Zurück im Extreme Backpacker in Turangi hatte ich diesmal ein 8-Bett-Zimmer. Aber da der Hauptteil der Backpacker in diesem Raum Mädels waren, hielt sich das Schnarchen in Grenzen. Der Backpacker hatte übrigens eine klasse Kletterwand. Abends trocknete ich noch so gut es ging meine Schuhe und Klamotten. Während ich morgens um 8 Uhr meinen Rucksack packte, lagen die meisten noch in ihren Schlafsäcken. Heute gings per Bus an die Westküste zum Egmont National Park. Dies dauerte den ganzen Montag, da ich erst Richtung Süden musste, dort umstieg und dann wieder hochfuhr.

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In New Plymouth angekommen, belud ich mich mit meinen Rucksäcken und auf gings Richtung YHA. Ich muss wohl ziemlich überladen ausgesehen haben, jedenfalls hielt eine Mutter mit ihrem kleinen Kind an und brachte mich samt Gepäck in ihrem Wagen zum YHA. Dies lag zwar sehr schön im Grünen, leider aber auch etwas abseits.

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Eigentlich wollte ich den Mt. Taranaki Nachts besteigen. Aber nach einem Telefonat mit der Agentur war klar , dass das am Mittwoch nicht funktionieren würde. Somit entschied ich mich für die Tour nächsten Morgen um 6 AM.
Dienstag Morgen um 5.15 AM stand ich auf. Um 6 AM wurde ich von meinen Mitstreitern abgeholt. Der Mount Taranaki ist 2518m hoch und bergsteigerisch nicht schwierig. Was allerdings nicht zu unterschätzen ist, ist das Wetter, das über die Tasmanische See aus Westen kommt und meist nichts gutes bringt. Somit hatte ich von einer Solo-Tour Abstand genommen. Nach einer Stunde Autofahrt erreichten wir das Visitor-Center, wo unser Guide wartete. Wir hatten 1700 Höhenmeter vor uns. Schon nach der ersten Stunde im dichten Busch war mit klar, dass die beiden anderen ganz schön zu kämpfen haben würden.

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Unser Guide war zwar Pensionär aber TopFit. Der kannte den Berg schon seit Jahrzehnten. Wir gingen eine recht steile Route abseits der normalen Nordroute. Nach Ende der Baumgrenze nahm der Wind dramatisch zu, vor allem sehr unregelmäßig. Da wir einen recht schmalen Grat begehen wollten, war das recht tückisch und unser Guide beschloss auf die Nordroute auszuweichen.

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Wir machten kurze Rast auf einer Hütte. Einer der beiden beschloss auf der Hütte zu bleiben, da er jetzt schon absolut am Ende war. Und ab einer gewissen Höhe wäre der Guide nur noch mit allen gleichzeitig zurückgegangen. Das schlimmste Stück kam dann auch eine halbe Stunde später. 300 Höhenmeter nur Sand und Schotter. Danach kam etwas Felskletterei und schließlich hatten wir es gegen 11:30 AM geschafft.

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Noch war das Wetter gut, aber es rückte schon eine Schlechtwetterfront von Westen an. Unser Guide erzählte uns von seinen Rettungsaktionen hier an diesem Berg. Im Schnitt starb hier jedes Jahr ein Tourist. Das Wetter konnte innerhalb von 15 min komplett umschlagen. Gegen 14.00 PM holten wir unseren Kollegen von der Hütte ab und es ging wieder runter zum Visitor-Center. Eigentlich wollte ich nächsten Tag nochmal in den Park, aber abends stellte ich dann doch fest dass ich mir eine recht große Blase am Fuß gelaufen hatte. Somit wurde der Mittwoch etwas ruhiger.
Morgens merkte ich dann auch die 1700m rauf und runter in meinen Oberschenkeln. Ich kümmerte mich zunächst um meine Wäsche und schaute mir dann New Plymouth an. Die NZ-Staedte sind nicht gerade sehr ansehnlich. Sieht alles recht bunt gemixt aus, vom Baustil her eher englisch und viel Holz, zumindest die Privathäuser. Ich wanderte den Strand entlang, kletterte auf einen Aussichtsberg und genoss die Cafes der Stadt.
Donnerstag Morgen gegen 8 AM bestieg ich den Bus nach Wellington, der südlichsten Stadt der Nordinsel. Als Hauptstadt Neuseelands ist sie mit 400.000 Einwohner die zweitgrößte nach Ackland. Viele hatten mich hier schon vor den Backpackern gewarnt. Sie sind riesengroß und absolut unpersönlich. Die meisten blieben hier eh nur eine Nacht. Meiner, the Wildlife-House, hatte 5 Etagen und man kam nur mit seinem Zimmerschlüssel in die jeweilige Etage. Zwei Tage vorher hatte ich mir das Ticket für die Fähre auf die Südinsel per Internet besorgt. Morgen Mittag sollte es mit Bluebridge-Ferry Richtung Süden gehen. Somit hatte ich noch etwas Zeit für die Museen der Stadt. Das bekannteste ist das Te Papa (www.tepapa.govt.nz). Auf 5 Etagen wird hier mit modernsten Mitteln die Geschichte und Neuseeland an sich vorgestellt. Über 2 1/2 Stunden hörte ich mir Einwanderergeschichten an, lass die Geschichten der Maoris und lauschte Zeitgenössischen Tondokumenten. Es war einfach super interessant.

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Nächsten Morgen vor dem Start der Fähre hatte ich noch etwas Zeit für den Hafen und das Museum of Wellington City & Sea, das sich mehr mit der Schifffahrt beschäftigte. Im Hafen lagen eine Reihe großer Segelboote, die an einer internationalen Regatta rund um die Welt teilnahmen (gesponsert von Volvo).

Fortsetzung (Südinsel) folgt. :wink:

jasper
17.05.2006, 08:34
Hä, mein Post ist verschwunden! :shock:

Sehr coole Bilder! Es wäre allerdings noch sehr hilfreich, wenn du die größten davon noch so skalieren könntest, dass ich beim lesen nicht horizontal scrollen muss. Die anderen vielleicht noch so groß, dass man etwas mehr erkennt!

Weiter so,

Jasper

Flachlandtiroler
17.05.2006, 08:38
Fortsetzung (Südinsel) folgt. :wink:
Jo, mehr davon... *sabber*

Gruß, Martin

BlackDaytona
17.05.2006, 20:50
Komisch :o irgendwie hab ich heute schon mehr Anmerkungen gesehen.

@Jasper
Also das mit dem Scrollen kommt wohl vom Text. Werd beim nächsten
Bericht mal drauf achten. :)
Weiß nicht ob ich das jetzt richtig verstehe, aber die kleinen Bilder
sind Thumbs. Wollte nicht alle Bilder so groß darstellen wg. der Ladezeit.
Hab zwar selber dsl2000 und somit damit kein Problem, aber hier schon
öfter solche Bemerkungen gelesen.
Im zweiten Teil kommen noch mehr Bilder und da wollte ich es ähnlich
halten. Oder wird es anders gewünscht ?
Denke am Wochenende kommt der zweite Teil. :wink:
Gruß
Walter

Wulf
17.05.2006, 21:05
Ich hatte auch schon meine Vorfreude auf mehr zum Ausdruck gebracht aber irgendwie ist da heute Nachmittag auf dem Server was abgestürzt glaub ich. Ist in anderen Threads auch so, dass die letzten Einträge fehlen...

Also wenn Du mich fragst, dann fände ich es schöner wenn Du Alle Bilder direkt in den Thread einbindest und nicht als kleine Version zum anklicken. Dann muss man zwar etwas warten aber das ist mir persönlich lieber so. Reicht ja wenn Du eine Breite von 600 oder 800 Pixeln nimmst.

Sneaker
17.05.2006, 23:06
Wow, klasse Fotos und Bericht.. da kriegt man richtig Sehnsucht.
Bin selber gerade mit 2 Firmen am verhandeln wegen 6 Monate Praktikum in NZ (aber Südinsel), jetzt erst recht ;)

Werner Hohn
17.05.2006, 23:12
()...
Also das mit dem Scrollen kommt wohl vom Text. Werd beim nächsten
Bericht mal drauf achten. :)
Nö, der Text passt sich der Breite der Bilder an - und zwar dem mit den meisten Pixel.



()....Im zweiten Teil kommen noch mehr Bilder und da wollte ich es ähnlich
halten. Oder wird es anders gewünscht ?
Denke am Wochenende kommt der zweite Teil. :wink:
Gruß
Walter

Ja dann lass mal kommen. Aber bitte mit kleineren Bildern. So um die 650 Pixel. :P

Gruß, Werner

Sneaker
18.05.2006, 00:01
Ja dann lass mal kommen. Aber bitte mit kleineren Bildern. So um die 650 Pixel. :P


lass die Bilder ruhig gleich groß, aber pack nur die Thumbs in den Beitrag.

Rikki
29.05.2006, 14:09
Echt superschöne Bilder! Weckt tolle Erinnerungen an unseren Neuseelandurlaub.

Seufz....

BlackDaytona
07.06.2006, 22:56
Die Südinsel


Die Marlborough Sounds und der Queen-Charlotte-Track

Die Fähre legte pünktlich ab. Die Überfahrt dauerte 3 1/2 Stunden. Besonders die letzte Stunde durch die Marlborough Sounds war echt klasse.

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Marlborough Sounds

Bei strahlendem Sonnenschein schipperten wir Picton entgegen. Die Landschaft ist mit den Fjorden in Skandinavien oder spezieller den Schäreninseln vor Stockholm vergleichbar. In Picton angekommen gings erstmal zur Agentur (www.marlborough-sounds.co.nz), wo ich meine Kajak-Tour gebucht hatte.

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Hafen von Picton

Sie wird nicht stattfinden soviel wusste ich schon. Also ließ ich mich dort über die Alternativen informieren. Innerhalb einer halben Stunde hatte ich mein 3-Tages-Programm umgestellt. Am Samstag sollte es per Boot nach Punga Cove Resort gehen, wo ich einen Tag den Queen-Charlotte-Track (www.qctrack.co.nz) wandern wollte. Dann am Sonntag einen Tag Kajak auf dem Kenepuru Sound und am Montag mit dem Mountain-Bike über den Queen-Charlotte-Track nach Anakiwa und zurück mit dem Boot nach Picton. Mein Rucksack wurde unabhängig von mir per Boot nach Portige transportiert, wo ich zweimal übernachtete. Klingt relativ kompliziert, war es aber nicht. Die hatten das hier organisatorisch gut im Griff.
Im Sequoila-Backpacker gab ich mein überflüssiges Gepäck ab und machte mich Samstag Morgen gegen 7.30 AM zum Hafen auf. Das Wetter versprach gut zu werden und das wurde es auch. Drei Tage Sonne und 25 Grad C. Das kleine Boot brauchte mich ganz in den Osten der Marborough-Sounds und schiffte dann meinen Rucksack nach Portige.
Die Wanderung war einfach traumhaft. Es ging fast die ganze Zeit auf einem Bergrücken entlang mit wunderschönen Blicken nach beiden Seiten auf den Marlborough- und den Kenepuru-Sound.

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Bucht im Marlborough Sounds

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Kenepuru-Sound

Nach 7 Stunden erreichte ich meine Unterkunft in der Bucht von Portige. Ein schoener Sonnenuntergang bei einem Glas Bier schloss den Tag ab.

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Portige Bay

Sonntag startete die Kajak-Tour erst gegen 9.30 AM, so dass dem Ausschlafen nichts im Wege stand. Drei Boote, ein weiblicher Guide und vier Touris, damit ging die Tour los. War ein angenehmer Tag auf dem Wasser. Wir steuerten diverse Buchten an. Hatten eine Tee- und eine Mittagspause, bevor es am Nachmittag wieder Richtung Portige zurückging. Im Nachhinein muss ich sagen, ein Tag Kajak war für mich eigentlich auch genug. Von daher hatte die schnelle Umplanung auch was für sich.
Nach der schönen Kajak-Tour sollte es an diesem Montag per Mountain-Bike zum Ende des Queen Charlotte Tracks gehen. Morgens kaufte ich erstmal im Laden des Backpackers ein. Hier hat jeder Supermarkt jeden Tag auf. Am Kajak-Verleih holte ich dann um 9.30 AM mein Rad ab. Mein Rucksack wurde noch am gleichen Tag per Boot nach Picton zurückgebracht. Das Wetter war einfach klasse, nur fürs Mountain-Biken fast schon zu warm. Im Verleih hatten sie mich schon vor dem ersten Berg gewarnt und mir die Straße am Beach entlang empfohlen. Davon wollte ich natürlich nichts wissen. Also mit Tagesrucksack den Berg rauf, erst Straße dann Feldweg. Nach einer halben Stunde gab ich schweißüberströmt auf. Schieben war angesagt. Wenn man mit dem Rad schon langsamer ist als zu Fuß sollte man lieber absteigen! Endlich hatte ich den höchsten Punkt erreicht und es folgten einige grandiose Abfahrten, immer die beiden Sounds rechts und links im Blick.

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Unterwegs auf dem Queen-Charlotte-Track

Der Wanderweg für diese Strecke dauert 8 Stunden, mit dem Rad brauchte ich knapp 4. Von Anakiwa gings per Boot nach Picton zurück. Im Backpacker angelangt, der Rucksack war übrigens auch wieder da, hieß es "Free BBQ", also Grillen bis zum Abwinken. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Bier eingekauft und los gings. Nächsten Tag sollte es weiter nach Nelson gehen, Richtung Abel Tasman National Park, der ersten längeren Wanderung über vier Tage.
Das Problem, was ich jetzt grundsätzlich hatte, war mein Gepäck. Trotzdem ich in Auckland schon etwas zurückgelassen hatte, war es weit aus zu viel um zwei Great Walks hintereinander zu bestreiten. Also entschloss ich mich in Nelson ein Packet an mich selber aufzugeben. Immerhin sparte ich dadurch etwa 6 Kilo Gepäck. Ich rief den Backpacker in Franz Josef Glacier an der Westküste an und kündigte schon mal mein Paket an. Alles kein Problem war der Kommentar.


Abel Tasman Coast Track (Great Walk)

Am Dienstag nahm ich Mittags den Bus nach Nelson. Dort gab ich mein Paket auf und deckte mich mit Vorräten für die folgende Tour ein. Der Abel Tasman Coast Track (http://doc.govt.nz/Explore/001~National-Parks/Abel-Tasman-National-Park/index.asp) gehört zu den sogenannten Great Walks von NZ. Er ist der meist frequentierte Nationalpark, vor allem im Sommer, wenn die Kiwis selber Urlaub haben. Er wurde 1642 durch den gleichnamigen Seefahrer entdeckt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die schönen Strände dieses Parks zu erreichen. Water-Taxis, Kajaks oder eben zu Fuß. Ich hatte mich für den letzt genannten Weg entschieden. Der gesamte Track ist 51 KM lang und beinhaltet 4 Hütten-Übernachtungen. Er folgt der Küstenlinie von Süden nach Norden, teilweise durch den Wald und teilweise an den Stränden entlang. Die Hütten hatte ich schon im November vorgebucht.

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Am Mittwoch Morgen nahm ich den Shuttle von Abel Tasman Coachlines um 7.30 AM. Der sammelte dann noch einige Zeit die Leute an verschiedenen Backpackern oder Hotels auf. Die meisten fuhren nur mit Tagesgepäck los, um im per Water Taxi an die entsprechenden Strände zu gelangen. Den gesamten Track machten mit mir zusammen nur 11 Leute.

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Die erste Etappe von Parkplatz Marahau zur ersten Hütte, Anchorage Hut betrug 4h bzw. 11,5km. Der Weg war nicht sehr anspruchsvoll, mit 25 Grad war es zum Wandern allerdings recht warm. Viele Kajak-Gruppen waren zu sehen. Deren Gepäck wurde per Boot transportiert. Gegen 2 PM kam ich an der Anchorage Hut an. Sie liegt direkt am Strand der Torrent Bay. 24 Betten Platz, die auch abends vom Warent (DOC-Hüttenwart) wg. des Passes kontrolliert wurde. Nebenan gab es noch einen Zeltplatz. Die Hütten hatten alle Trinkwasser und Brauchwasser. Mit dem Wasser ist das hier so eine Sache. Es gibt Bakterien, Giardia genannt, die hier in NZ in vielen Nationalparks das Wasser verseucht haben. Man muss mind. 7 min abkochen oder Entkeimungsmittel wie Micropur forte benutzen. Dies hatte ich mir schon in Deutschland besorgt, in Tropfenform. Einfach aus den Bächen trinken konnte einem erheblich den Magen verderben. Verpflegung (dehydrierte Nahrung, Müsli, Kaffee und Riegel hatte ich dabei), Kocher und Gas hatte man selber mitzubringen. Schlafsack auch, Matratzen sind vorhanden. Diese Hütte hatte 2 Schlafräume mit jeweils 12 Leuten. Da kann man sich vorstellen, was das Nachts für eine Geräuschkulisse war. Ich hatte neben mir eine ältere Dame liegen. Hab ja bisher immer gedacht das Männer schnarchen, aber dieses Konzert in allen möglichen Variationen war wirklich heftig. Gegen 3 AM wurde es endlich ruhiger. Da ich um 7 AM schon wieder aufstand, war ich doch etwas gerädert. Das war die erste und die letzte Nacht ohne Oropax.

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Donnerstags führte der Weg von Achorage Hut zur Bark Bay Hut. Ich machte noch zwei Abstecher (Cleopatra Pool und Falls River Pools). Vor allem der zweite Weg hatte es in sich. Es ging 1 1/2 h nur Bergauf mit vollem Gepäck. Aber ich traf insgesamt nur zwei weitere Wanderer, die diesen Abstecher machten. Die Pools hatte ich eine Stunde für mich. Konnte also in Ruhe baden und fotografieren. Unter wieder am Hauptweg brauchte ich dann noch gute 2 h durch einen schönen Waldweg bis zur Bark Bay Hut. Somit hatte ich heute 7 h Tramping hinter mich gebracht, was ich merkte. Die folgende Nacht war zwar nicht ganz so laut, aber immer noch sehr unruhig.

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Freitag am dritten Wandertag folgte die Etappe von Bark Bay Hut zur Awaroa Hut (4h 11,5km). Hier startete man mit einer sogenannten Lowtide Querung, das heißt bei Ebbe konnte man in diesem Falle den kürzeren Weg benutzen. Inzwischen wanderte ich mit einem deutschen Paar zusammen. Sie waren auf ihrem Sabbatjahr 10 Wochen mit dem Fahrrad in Neuseeland unterwegs. Im Park benutzten sie ihr Zelt. Gerade an den Stränden und Abends sind die sogenannten Sandflies eine Plage. Sie sind sehr klein und man bemerkt sie meist erst nach dem Stich. Diese Stiche jucken mind. 3 Tage und man sollte tunlichst vermeiden sie aufzukratzen. Da hilft nur regelmäßiges Einschmieren. Onetahuti Bay war ein weiterer Traumstrand auf dem Wege. Kurz vor der Awaroa Huette gab es sogar ein kleines Cafe am Strand. Das war wie in einer Oase, Salat Bier Cafe Latte alles vorhanden. Hier fuhren ein Grossteil der Boote zurück.

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Am Samstag Morgen mussten wir bis 12 AM auf die Ebbe warten, bevor wir die Bay queren konnten. Einige versuchten es schon vorher, mussten dann aber ihren Rucksack auf dem Kopf balancieren. Das war mir zu gefährlich, wollte nicht riskieren, das alles im Meerwasser landet. So gingen wir, als das Wasser bis zur Hüfte reichte.

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Danach folgte mit der schönste Wandertag, zumal die Strände kaum noch mit Kajakern belegt waren. Kurz vor der Whariwharangi Hut kletterten wir noch zum Separation Point runter um Seelöwen zu beobachten. Sogar ein Pinguin ließ sich blicken. Abends an der Hütte nutzen wir noch die letzten Sonnenstrahlen um am einsamen Strand der Whariwharangi Bay im Meer zu baden.

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Wir hatten die ganze Woche fantastisches Wetter gehabt, kaum Wolken und warm.
Sonntag schließlich gings nur noch zur Wainui Bay, wo man sich am Car Park wieder im DOC-Wanderbuch eintrug, um zu dokumentieren, das man den Track auch zu Ende gegangen war. Hier trennten sich wieder die Wege. Silvia und Peter bestiegen wieder ihre Räder im nächsten Ort und wollten auf die Nordinsel. Ich fuhr mit dem Bus nach Takaka, einem kleinen Ort an der Golden Bay. Dort wollte ich mich zwei Tage erholen bis es zum nächsten Great Walk, dem Heaphy-Track, der runter zur West-Küste führt.

Montags Morgens nach dem Frühstück besorgte ich mir in der Stadt erst mal meine Bustickets für den Heaphy-Track. Diese waren nämlich nicht in meinem Flexipass mit Intercity-Coachlines enthalten. Takaka gefiel mir ganz gut. Eigentlich nur ein kleines Nest an der Golden Bay (hier wurde mal eine Zeitlang sehr intensiv nach Gold gesucht). Aber alles notwendige war vorhanden und hatte eine gewisse Gemütlichkeit. Trotzdem mir der letzte Track noch ziemlich in den Waden steckte, beschloss ich an diesem Tag mir ein Mountain-Bike auszuleihen um zur Rawhiti Cave zu fahren. In meinem Neuseeland-Bildband hatte ich von dieser Tropfsteinhöhle gelesen. Mein Backpacker lieh mir eine Wegbeschreibung und los gings. Eine Stunde mit dem Rad und noch mal eine Stunde zu Fuß den Berg rauf. Ein riesiger Höhlen-Eingang erwartete mich.

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Rawhiti Cave

Ich stieg etwa 50m ab und versuchte mich in der Stativ-Fotografie. Weiter erkundete ich die Höhle nicht, da ich allein unterwegs war und keinerlei Sicherungen vorhanden waren. Dann gings wieder in der Hitze des Nachmittags Richtung Takaka. Dort kaufte ich noch mal für den Track und den Abend ein, saß im Internet-Cafe und zog dann Richtung Backpacker.

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Unterwegs zum nächsten Walk


Der Heaphy Track (Great Walk)

Dienstag um 9 AM bestieg ich dann den Shuttle zum Start des Heaphy-Tracks. Dieser Track liegt im Kahurangi National Park (40.000 km2), im Nordwesten der Südinsel. Er ist mit 82km der längste der Great Walks in NZ. Mehr Infos unter der DOC-Seite (www.doc.govt.nz) Great Walks. In der Statistik ist er der am wenigsten begangene Walk, sicherlich zu Unrecht. Allein schon die Anfahrt über einige Schotterpisten verdeutlichten die Abgeschiedenheit dieser Gegend. Mit mir im Bus saßen nur zwei junge Amerikaner. Wir kamen bei bestem Wetter an der Brown Hut an. Also Rucksack umgepackt, Mückenspray auf Beine, Arme und Gesicht, dann gings los. Ca. 5h und 17km mit 800m Höhenmeter Unterschied lagen vor mir. Mein Rucksack mit ca. 24kg fing immer so etwa nach einer Stunde an richtig schwer zu drücken. Also machte ich dann meistens eine Pause. Das Wetter konnte besser nicht sein. Wolkenfreier Himmel und angenehm warm. Der Weg verlief meist im Wald. Am höchsten Punkt (915m) hatte man einen schönen Blick auf den National Park. Perry Saddle, die erste Hütte zur Übernachtung, war nur mit 5 Wanderern belegt. Es wurde eine ruhige Nacht.

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Perry Saddle Hut

Mittwoch Morgen stand ich als einer der ersten auf. Kaffee, Müsli mit Milch(pulver) das war das Frühstück. Heute lag die längste Etappe vor mir (61/2h 27km). Allerdings keine großen Anstiege. Das Wetter wurde etwas schlechter. Starker Westwind kam auf. Auf dem Weg lagen zwei weiter Hütten, an den ich auch pausierte. Die Landschaft wechselte in Richtung Busch statt Wald.

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Auf dem Weg zur Saxon Hut

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Gouland Downs

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Der Friedhof der Wanderschuhe

Am späten Nachmittag erreichte ich ziemlich geschafft die James Mackay Hut. 2km hatte das letzte Schild versprochen. Die dauerten aber ewig. Innerlich hatte ich mich schon auf eine einsame Hüttennacht eingestellt, da die anderen eine Hütte vorher übernachten wollten. Umso überraschter war ich das ich die Hütte fast voll belegt vorfand. Ein ganzer Trupp Neuseeländer, meist älteres Semester, hatte es sich schon gemütlich gemacht. Das wurde ein richtig lustiger Abend. Bis spät in den Abend wurde am Hüttenofen erzählt. In weiser Voraussicht kramte ich mein Oropax raus. Hatte auch eine ruhige Nacht im Gegensatz zur restlichen Hütte.

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Regenwald

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Heaphy River

Donnerstag Morgen sah es bedrohlich nach Regen aus. Die ganze Nacht hatte es gestürmt und geregnet. Aber ich wanderte erst mal ohne Regenponcho los. Den Abend vorher konnte man noch bis zum Meer runterschauen, wo der Heaphy-River in die Tasmanische See mündet. Der Weg verließ jetzt die Hochebene und führte durch den Regenwald bis zum Meer runter. 6h und 21km.

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Auf dem Weg zur Lewis-Hut

Die Lewis-Hut lag schon auf Meeres-Niveau. Dort pausierte ich zu Mittag. Endlich erreichte ich das Meer. Die Heaphy-Hut war die dritte Nacht-Hütte. Schön gelegen an der Mündung des gleichnamigen Flusses. In der Hütte gab es sogar einen offenen Kamin, der schon fleißig mit Holz versorgt wurde.

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Die letzte Brücke des Tracks

Freitag hieß es um 6 AM aus dem Schlafsack. Der Bus am Parkausgang fuhr um 1PM bzw. 2PM. Bei 5h Weg, 16,5km an der Küste und dem Strand entlang, wollte ich natürlich rechtzeitig los und kein Risiko eingehen die Busse zu verpassen. Aber schon nach der Hälfte der Strecke, als sich alle mal wieder bei einer Pause einfanden, war klar, dass ich den ersten Bus locker erreichen würde.


Die Westküste

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In Karamera, dem nächsten Ort, hatte ich Zeit bis 6PM für meinen Bus nach Westport. Hier traf sich noch mal ein Teil der Wandertruppe in dem örtlichen Pub beim ersten Bier seit vier Tagen. Den Bus , den ich für Westport hatte, war eigentlich ein Post-Transporter, der noch zusätzlich Passagiere mitnahm. Bei schöner Abendsonne ging es über eine Stunde lang die Westküste runter am Meer entlang. In Westport übernachtete ich in einem YHA, das auch von Kiwi expirience angefahren wurde. Das ist hier in NZ der Partybus der jungen Leute, die mit dem Rucksack unterwegs waren. Dementsprechend laut bis in die Nacht rein gings dann auch zu.

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Pancake-Rocks

Samstag fuhr ich nur eine Stunde Bus bis Punakaiki, der nächsten Attraktion auf der Reise. Hier gibt es die sogenannten Pancake Rocks und Blowholes am Meer zu bestaunen. Die Pancake-Rocks sind Felsgebilde, die aussehen wie aufeinander geschichtete Pfannekuchen. Die wilde Westküste hat dies aus dem Sandgestein geformt. Bei Hightide wirken dann die Blowholes, Wasserfontänen in den Felsen, besonders gut. Bevor ich mir das ganze Spektakel ansah, hatte ich noch Zeit einen kleinen Rundweg durch den Paparoa National Park zu machen. Der Backpacker am Meer wurde von einem Deutschen betrieben. Endlich mal vernünftiges Brot!

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Paparoa National Park

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Unterwegs auf dem Inland Pack Track

Am Sonntag ging mein Bus nach Franz-Josef-Glacier erst am Mittag. So konnte ich noch etwas das Meer genießen. Baden ist hier allerdings lebensgefährlich wegen starken Unterströmungen. Aber auch dran entlang laufen und einfach im Sand sitzen war mal wieder sehr schön. Der Bus brachte mich dann weiter die Westküste runter zu den Gletschern
Neuseelands. Das Wetter hier empfing mich allerdings schon mit Regen.

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Wettervorhersage made in NZ

Die Nacht zum Montag hatte es hier am Franz Josef Glacier durchgeregnet. Hatte schon schlimmste Befürchtungen wegen der Gletschertour am heutigen Tage. Aber als ich aufstand gegen 7 AM waren die Berge frei. Das besondere an den beiden Gletschern Franz Josef und Fox ist , das sie hier in den neuseeländischen Alpen in ca. 3000m Höhe entstehen und bis zur Westküste durch den Regenwald ans Meer fließen. Dies gibt es auf der Welt nur noch in Patagonien. Eine weitere Besonderheit, sie wachsen zur Zeit wieder, was es sonst überhaupt nicht mehr gibt. Ich hatte eine Tagestour auf dem Gletscher bei einer Agentur (www.franzjosefglacier.com) gebucht. Dort wurden alle Teilnehmer ausgerüstet (Bergschuhe, Steigeisen, Regenjacke, Handschuhe und Socken). Dann ab in den Bus und rauf zum Gletscherparkplatz. Wir wanderten bis zur Abbruchkante und zogen uns dort die Steigeisen an. Dann begannen wir den Aufstieg. Die anfänglichen Wege hatten die Guides schon als Treppen ins Eis gehauen. Unser Bus hatte sich in drei Gruppen aufgeteilt, wobei ich in der ersten mitlief. Das war auch gut so, da es im zweiten Teil der Wanderung recht interessant wurde. Unser Guide versuchte einen neuen Weg durch die Eisspalten zu erkunden, was ihm letztendlich auch gelang. Wir waren ungefähr 6 Stunden im Eis unterwegs und gerade im zweiten Teil mussten wir lange warten, bis es mal wieder ein Stück voranging. Da fühlte man sich manchmal wie im Kühlschrank. Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder in den Ort zurück.
Am folgenden Tag wollte ich eigentlich an einer Heli-Rafting-Tour teilnehmen. Aber mangels Teilnehmer wurde sie leider abgesagt. So hing ich diesen Tag etwas planlos in Franz Josef rum. Das Wetter war sehr schlecht. Es regnete den ganzen Tag. So besuchte ich das Visitor-Center und vertrieb mir die Zeit in einem Cafe mit Karten und Tagebuch schreiben. Gegen 5 PM hatte ich dann doch noch eine Tour zum Fox-Glacier gebucht. Ich war der einzige Teilnehmer. Das Wetter war den meisten wohl zu schlecht. Der Guide brachte mich in einem Van zum Fox-Gletscher, der etwa 1 Stunde Fahrt entfernt lag. Dort klarte das Wetter überraschend auf und wir machten noch einen schönen Abendspaziergang bis zum Eisrand hoch. Dabei erklärte mir der Guide einiges zur Entstehungsgeschichte und den Besonderheiten der beiden Gletscher. Abends um 8 PM war ich dann wieder zurück im Chateau Franz, meinem Backpacker.


Der Routeburne Track (Great Walk)

Mittwoch fuhr ich mit dem Newmans-Bus nach Queenstown. Dies beanspruchte den ganzen Tag, da der Bus zweimal zu Essenspausen hielt und auch an Aussichtspunkten anhielt damit man fotografieren konnte. Außerdem erzählen die Fahrer während der Fahrt einiges zu Land und Leuten. Für einen Standard-Bus fand ich diesen Service schon recht erstaunlich. In Queenstown wollte ich dann meine Hütten-Pässe für den Routeburn-Track abholen. Aber im DOC-Office sagte man mir, daß das Wetter in den letzten Tagen so schlecht war (Schnee in oberen Bereichen des Tracks! Hej es ist Sommer), daß sie den Track evtl. nicht freigeben und ich bis morgen warten müßte. Also sollte ich am nächsten Morgen den vorgesehenen Bus zum Track nehmen und im nächsten Ort noch mal fragen. Das tat ich dann auch.
Hier der Link zum Routeburn-Track (http://www.doc.govt.nz/Explore/002~Tracks-and-Walks/Great-Walks/Routeburn-Track/index.asp), einem der schönsten Great Walks in NZ.
Also am Donnerstag ab in den Track-Bus, erst nach Glenorchy. Aber Morgens in Queenstown war mir schon klar, dass es keine Probleme geben würde. Die Sonne strahlte und die Vorhersage für den heutigen Tag zumindest war sehr gut. In Glenorchy bekam ich dann auch meine Hütten-Pässe und es ging weiter per Bus in den Mount Aspiring National Park.

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Am Routeburn Shelter

Gegen 10 AM konnte die Wanderung beginnen. Diesmal hatte ich meinen Rucksack auf etwa 20 kg reduziert und das restliche Gepäck in Queenstown gelassen. Die ersten 6,5 km vom Routeburn Shelter bis zur Flats Hut führten durch stark vermoosten Regenwald. Es war wirklich recht kalt.

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Am North Branch

In einer weiteren Stunde ging es dann etwas steiler zur Routeburn Falls Hut, wo ich die erste Nacht verbringen wollte. Im Abel Tasman Park hatte mir ein älterer Neuseeländer gesagt, wenn du am ersten Tag gutes Wetter hast, dann geh am Nachmittag rauf zum Harris Sattle (dies ist der Aussichtspunkt des Tracks), den du weißt nie wie der folgende Tag wird. Das machte ich dann auch. Zusammen mit einer Schweizerin (ein Jahr unterwegs !!!) gings in einer Stunde auf den schneebedeckten Sattle (1255m). Wie sich am nächsten Tag rausstellte, genau die richtige Entscheidung. Die Routeburn Falls Hut hatte 50 Bunks (Betten) und war voll belegt. Von der Ausstattung und der Bauweise her die modernste Hütte, die ich in Neuseeland bisher gesehen hab.

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Blick ins Routeburne Valley

Freitag Morgen als ich mich noch mal im Schlafsack umdrehte hörte ich schon den Regen prasseln. Das blieb dann auch so bis in den Spätnachmittag rein zusammen mit einem unangenehm kalten und böigen Wind. Also erst mal frühstücken und dann denn Rucksack wasserdicht packen. Ich hatte einen Poncho dabei, der noch über den Rucksack reichte. Allerdings wehte oft der Wind drunterher, so daß ich doch recht schnell naß war. Die Schuhe hielten zumindest die ersten zwei Stunden dicht, bevor sie dann auch aufgaben. Die Wege waren zu kleinen Bächen geworden und man mußte schon recht konzentriert laufen wegen dem felsigen Untergrund. Am Sattle machte ich eine kurze Pause im Shelter. Dies ist eine Schutzhütte. Als ich eintrat, dampfte es wie in der Sauna von den anwesenden Wanderern. Der ganze Weg zur Mackenzie Hut war mit 11,3 km angegeben. Danach lief ich dann durch bis zur Hütte. Gegen 2.30 PM traf ich dort ein. Ich bezog meinen Schlafplatz und zog mir erst mal trockene Klamotten an. Nach und nach füllte sich die Hütte. Alles drängte sich um den Ofen. Bald wurden Wäscheleinen gespannt und die nassen Sachen zum Trocknen aufgehängt. Viele stellten ihre Wanderschuhe direkt an den Ofen, was für die Schuhe natürlich sehr schlecht ist, da das Leder spröde wird und damit kann man die Schuhe bald wegschmeißen. Das erklärte auch der Hüttenwart den Anwesenden. Es war die längste Ansprache mit ca. 40 Minuten, die ich bis dahin in einer Hütte gehört hatte und die witzigste. Es war wirklich schade, dass dieser zweite Wandertag so im Regen versank, denn gerade der Abstieg zum Lake Mackenzie hat mir sehr gut gefallen.
Am Samstag blieb es dann zumindest trocken, wenn auch sehr wolkig und kalt. Besonders morgens nach der kalten Nacht in die nassen Schuhe zu steigen, war nicht gerade ein Vergnügen. Nach drei Stunden meist bergab erreichte ich die Howden Hut. Dort machte ich mir noch mal was warmes zu essen, bevor es über einen kleinen Berganstieg zum Parkausgang ging. Am the divide shelter bestieg ich den Bus um 3 PM Richtung Te Anau.


Der Milford Track (Great Walk)

Hier hatte ich mir mal den Luxus gegönnt, eine B&B (Bed and Breakfast) Unterkunft (www.catswhiskers.co.nz) direkt am Lake Te Anau zu buchen. Die erste warme Dusche nach so einem Track ist immer das beste.
Den Sonntag verbrachte ich recht gemütlich. Ich holte meine Tickets für den Milford Track ab, ging ins Kino, wo ein sehr schöner Naturfilm über das Fjordland lief und genoss den See. Die Wettervorhersage für die kommenden Tage sah gar nicht mal schlecht aus, wenn man bedenkt, dass es hier im Schnitt 200 Tage im Jahr regnet.
Als fünfter und letzter Great Walk stand also an diesem Montag der Milford-Track auf dem Programm. Von den Neuseeländern als "the finest walk in the world" bezeichnet war er sicherlich ein Highlight meiner Reise. Er kostet NZ$ 260 (ca. 160 Euro) und ist damit der teuerste Walk in NZ. Der Preis beinhaltet 2 Busfahrten, 2 Bootsfahrten, jeweils eine am Anfang und am Ende, sowie die 3 Hütten. Hier der Link zur Beschreibung auf der DOC-Seite (http://www.doc.govt.nz/Explore/002~Tracks-and-Walks/Great-Walks/Milford-Track/index.asp).
Die Wetterprognose sah immer noch gut aus, und so verabschiedete ich mich dann nach meinem englischen Frühstück (ist nicht mein Fall) im Cats&Wiskers von Anne Marie. Der Bus startete erst gegen Mittag vom gegenüberliegenden Visitor-Center. Der Milford-Track war bis Ende April komplett ausgebucht. Ich hatte mich schon im Oktober 2005 um meine Tickets gekümmert. Kurz bevor der Bus eintrudelte, kamen noch Christian und Andrea vorbei, ein Paar aus Bonn, mit denen ich auf dem Routeburn Track zusammen unterwegs war. Sie liefen den Milford einen Tag später. Zum Track selber: Die Wanderstrecke beträgt 53,5 km. Der Weg kann nur in einer Richtung gelaufen werden und man muss alle drei Hütten buchen, also 4 Tage und 3 Nächte. Mit dem Bus gehts es am ersten Tag nach Te Anau Downs, von dort aus mit einem Boot über den Lake Te Anau zur Anlegestelle Glade Wharf. Der erste Wandertag beinhaltet nur 5km bzw. 1-1 1/2 h. Nach einem km erreicht man schon Glade House, die Hütte der guided walker, sozusagen die Luxus-Ausführung des Milford-Tracks. Sie haben eigene Hütten mit komfortablen Betten, guides, werden gut bekocht, tragen nur Tagesgepäck. Das alles kostet allerdings auch eine Stange Geld (NZ$ 1750, etwa 1050 Euro für 5 Tage, 4 Nächte). Ich durfte mich independent tramper nennen und abends in den Hütten wurde schon etwas über diese Luxus-Variante des Wanderns gelästert.

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Clinton River

Meine erste Hütte, die Clinton-Hut erreichte ich nach einer Stunde. Der Weg dahin verlief bei bestem Wetter hauptsächlich im Regenwald. Vor allem der Abstecher zum Wetland Board Walk hatte mir gut gefallen, viele verschiedenfarbige Moose waren dort zu sehen. Diesmal hatte ich mir sogar eine Flasche Wein eingepackt, die ich an diesem Abend öffnete. Dazu gabs Spaghetti Bolognese (dehydriert wie immer). Also kein schlechter Start.
Die Wetterprognose für den Dienstag hatte Regen vorhergesagt. Morgens war es dann auch stark bewölkt und es nieselte schon, als ich mich um ca. 8.30 AM aufmachte. Die Tagesetappe belief sich auf 16,5 km und ca. 6 h Wanderzeit. Der zweite Tag des Milford-Track führt hauptsächlich durch Buschland mit vielen Flussquerungen (zumeist Holz- oder Hängebrücken) und steigt erst am Ende zur Mintaro-Hut an. Er gehört nicht unbedingt zum interessantesten Teil des Weges. Nach schweren Regenfällen ist dies mit die schwierigste Gegend des Tracks. Ich hielt nur kurz an den Hirere Falls und am Bus Stop Shelter an. Die letzten 1 1/2 h begann es starker zu regnen und auch der Wind wurde heftiger. Gegen 2.30 PM erreichte ich schon etwas durchnässt die Hütte, gerade noch rechtzeitig bevor der heavy rain einsetzte, wie die Kiwis sagen. Es goss in den Strömen. Gut die Hälfte der Wanderer waren noch unterwegs. Abends nach Tee, Wein und Essen kam der weibliche Warden um das übliche zur Hütte und drum herum zu erzählen. Sie warnte uns vor den Keas, eine Papageienart die hier im Regenwald und in den Bergen beheimatet waren. Wir sollten unsere Wanderstiefel vor der Hütte an die Überdachung hängen, da die Keas diese mit Vorliebe zerhacken oder verschleppen. Die Wettervorhersage für die beiden nächsten Tage war sehr gut. Morgen folgte der alpine Teil und wohl auch der schönste des Tracks.

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Spiegelung

Das ganze Tal lag noch im Schatten der Berge als es am Mittwoch weiterging. Morgens in die klammen Klamotten reinzusteigen kostete immer wieder etwas Überwindung, aber nach der ersten halben Stunde unterwegs war man warm. Die heutige Etappe von der Mintaro-Hut zur Dumpling Hut (18km 5.5 - 6 h) stieg erst 500 Höhenmeter bis zum Pass an, bevor es dann ca. 1000 Höhenmeter wieder bergab ging. Mit Rucksack war das schon eine ganz ordentliche Belastung. Besonders mit dem Abstieg hatten viele zu kämpfen, da die meisten doch ohne Trekking-Stöcke liefen. Beim Anstieg zum Mackinnon-Pass und gleichnamigen Memorial holte ich die meisten Wanderer der letzten Hütte wieder ein. Man traf sich am Denkmal und bestaunte die alpine Landschaft in der Morgensonne.

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Am Mackinnon Pass

Das Wetter konnte besser nicht sein. Langsam wurde auch das zurückliegende Tal von der Sonne aufgehellt. Nach einer längeren Fotopause gings an den Abstieg am Mount Balloon vorbei. Zahlreiche Wasserfälle und ein wunderschön sonniger Regenwald kennzeichnete den langen Abstieg.

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Regenwald

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und immer noch Regenwald

Ein Seitenweg am Arthur-River führte zu den Sutherland Falls, mit 560m die höchsten Wasserfälle Neuseelands. Eine weitere Stunde, am Ende fast nur noch ausgebaute Steege über Sumpflandschaft, und wir hatten Dumpling Hut erreicht.

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Sutherland Falls

Donnerstag, der vierte und letzte Tag des Tracks, führte von der Dumpling Hut zum Sandfly-Point (18km, 5-6 h). Die meisten hatten das 2 PM Boot gebucht. Ich konnte mir etwas mehr Zeit lassen, da ich noch einen Platz für 3.15 PM erwischt hatte. Der schönste Teil war die Morgenstimmung an der Schwingbrücke am Arthur-River und die Mackay-Falls.

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Mackay Falls

Den Rest des Weges konzentrierte ich mich darauf meine Wanderzeit pro Kilometer bzw. Meile einzuhalten, um das Boot am Ende auch zu erreichen. Meine Füße schmerzten ganz gut, 5 Great Walks in 7 Wochen mit Rucksack machten sich halt bemerkbar. Aber schließlich erreichte ich Sandfly-Point, der seinen Namen zu Recht trug. Um den Tieren zu entgehen, blieb ich im Shelter sitzen, bis ich das Boot besteigen konnte. 20 min durch den Milford-Sound dauerte die Fahrt. Leider war das Wetter sehr diesig, so dass kein Postkarten-Foto möglich war. Mit dem Bus gings in 2 Stunden zurück nach Te Anau zu meinem Backpacker.


Doubtful Sound

Freitag hatte ich bis Mittag Zeit, bevor meine Bootsfahrt in den Doubtful Sound mit Übernachtung auf dem Fjordland Navigator, unserem Schiff, losging. Diese Fahrt hatte ich schon von zu Hause aus gebucht: Doubtful Overnight Cruise (www.realjourneys.co.nz). Der Bus brachte mich von Te Anau nach Manapouri. Am gleichnamigen See erwartete alle Teilnehmer ein Boot, das uns innerhalb einer Stunde zur Underground Power Station schipperte. Eine weitere Busfahrt zum Deep Cove folgte. Dann endlich konnten wir unser Schiff besteigen. Der Fjordland Navigator besitzt Platz für 70 Passagiere, hat verschiedene Aussichtsdecks, 30 Kajaks und 2 Beiboote. Außerdem erwartete uns ein abendliches Buffet und ein Frühstück am nächsten Morgen. Ich hatte mich in eine 4er Kabine gebucht. Diese teilte ich mit Kevin, einem amerikanischen Ex-Piloten (53 und im Ruhestand !) und einem Mitarbeiter von Real Journeys. Das Schiff fuhr zunächst den Sound entlang Richtung Tasman Sea. Ein Sound wurde übrigens durch einen Fluss gebildet, im Gegensatz zu einem Fjord, der durch einen Gletscher entstand. Hier herrschte eine unbeschreibliche Ruhe. Nur vereinzelt waren noch weitere kleine Boote unterwegs. Nachdem wir eine Seelöwen-Kolonie gesichtet hatten, ging es in einen Seitenarm des Sound zum Kajaken. Eine gute Stunde paddelten wir die Ufer entlang. Abends wieder an Bord genossen wir dann das Buffet. Ein Mitarbeiter zeigte anschließend noch eine Diashow zur Geschichte und den Tieren des Fjordlandes.

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Doubtful Sound

Dank Oropax konnte ich gut schlafen und überhörte daher Samstag Morgen meinen Wecker. Erst das Anspringen des Schiffdiesels weckte mich. 7 AM gab es Frühstück. Leider regnete es und der Sound war Wolken verhangen. Eine recht dunkle Morgenstimmung aber trotzdem schön anzusehen. Nur die Delphine des Sound ließen sich nicht blicken. Es ging nun den selben Weg zurück.


Mount Cook National Park

Sonntag Morgen fuhr der Bus um 8 AM in Richtung Aoraki Mount Cook National Park. Im gleichnamigen Village mietete ich mich im YHA ein, mit das beste was ich bisher in Neuseeland hatte. Das Wetter sah sehr gut aus. Der Mt. Cook (höchster Berg von NZ mit 3754m) zeigte sich in seiner ganzen Pracht. Bei den guten Bedingungen entschloss ich mich zu einem Rundflug über die neuseeländischen Alpen. Ich rief bei the helicopter line (www.helicopter.co.nz) an, ein Hubschrauberflug von 45 min sollte es sein. Lockere NZ$ 390 (etwa 240 Euro) kostete der Spaß. Aber da das Rafting ausgefallen war, lag das im Rahmen der Reisekosten. Gegen 3.30 PM wurde ich per Bus abgeholt. Am Glentanner Park Centre lag die Hubschrauber Station. Mit mir flogen noch zwei amerikanische Paare. Ich hatte noch nie einen derartigen Flug unternommen und es war wirklich eine eindrucksvolle Sache. Start und Landung waren jeweils eine etwas unruhige Angelegenheit. Aber ansonsten ein absoluter Spaß. Zunächst flogen wir am Mt Cook vorbei den Tasman Glacier hoch. Wir landeten auf einem Schneefeld in 2300m Höhe und stiegen aus. Von hier aus hatten wir einen fantastischen Rundblick auf die Alpen. Im weiteren Flug durfte ich dann vorne neben dem Piloten sitzen und konnte so optimal fotografieren. Wir umkreisten Mt. Cook und Mt. Tasman, und überflogen den Fox-Glacier. Bis zur Westküste konnte man schauen. Dort färbte sich der Abendhimmel schon rot.

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Fox-Glacier und die Westküste

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Fox Glacier

Schließlich ging es wieder zur Basis zurück. Das ganze dauerte dann insgesamt doch knapp eine Stunde, da wir wohl etwas länger als üblich auf dem Schneefeld ausgestiegen waren. Der Bus brachte mich dann zum YHA zurück.
Für den Montag klang die Wettervorhersage nicht sonderlich gut. Eine Wandertour auf die Mueller Hut, rund 1000m oberhalb des Village, hatte ich mir vorgenommen. So stand ich schon um 6 AM auf und wanderte nach einem Kaffee los.

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Hooker Valley mit Blick auf Mt.Cook Village

Die Wanderzeit war mit 4 1/2 h angegeben, aber ich kam schon nach 2 1/2 h an der Hütte an. Somit hatte ich noch schöne Ausblicke auf die umliegende Bergwelt. Nach einer längeren Pause und Verzehr meiner Sandwiches machte ich mich an den Abstieg. Den Nachmittag verbrachte ich im schönen Old Mountaineer Cafe, das von Sir Edmund Hillary eingeweiht wurde. Danach versank der Ort im Regen.

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Lake Pukaki

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Lake Tekapo

Am folgenden Dienstag nahm ich den Bus nach Lake Tekapo Mittwochs dann Christchurch, wo ich am Donnerstag den Flieger zurück auf die Nordinsel nach Auckland bestieg. Ja und am Freitag gings dann wieder Richtung Heimat.
Das wars dann soweit von meinen 8 Wochen Neuseeland. Hoffe es hat einigen gefallen.
Gruß Walter

blauerbembel
08.06.2006, 15:54
Hallo Walter,

super Bericht und erstklassige Bilder.
Mir hat es sehr gefallen :D.

Aber was kann nach so einem Erlebnis noch kommen? :wink:

Gruß Lutz

Der Waldläufer
10.06.2006, 11:50
WOW!

Und soviel Wetterglück ist ja fast schon unverschämt!

Ich bin leider noch nicht zum Lesen gekommen.

In welchem Zeitraum warst Du den 8 Wochen in NZ?

BlackDaytona
10.06.2006, 15:40
@Lutz
Danke :) .
Also Ziele hab ich noch genug.
Aber Du hast schon recht. Mit der Zeit wird man ganz schön
anspruchsvoll.

@Rossland
Ich war Ende Januar bis Ende März 2006 unterwegs.
Drei Wochen auf der Nord- und fünf auf der Südinsel.
Im Januar sind die Sommerferien der Kiwis und damit ist es
überall sehr voll.
Was das Wetter angeht, na ja bei Regen hab ich halt nicht viele
Fotos gemacht :wink: . Aber insgesamt war ich schon zufrieden.
Gruß
Walter

outdoorfeelinggermany
11.06.2006, 22:51
hey sorry, aber bei den fotos und dem bericht kamen mir fast einige tränen, da ich jetzt eigentlich in NZ wäre, für 6 monate, da kam nur leider ein kleines problem dazwischen, welches ein kreuzbandriss ist, 4 tage vor dem anstehenden flug habe ich erfahren, dass ich nicht fliegen darf und erneut operiert werden muss, nz muss jetzt warten...

viele grüße

matatu
13.08.2006, 22:32
halloechen,

hach... schoen!!*inerinnerungenschwelg

das land hat mich auch beglueckt. war jedoch statt 8WOCHEN, 8MONATE. dadurch blieb mehr zeit zum rumtingeln(und kohle verdienen).

deine bilder sind sehr genial!
wann genau warst in neuseeland?

blabla... erstma fertig lesen. begeisterung musste nur flugs raus :D

mich hat in der zeit der tourismusboom eklig angekotzt. keine ahnung wie die insel in 10-20jahren aussehen wird. wills eigentlich gar nich wissen. milford sound beste beispiel. meine fresse. vollbesetzte touribusse wohin das auge reichte. und der track.. koennte ich in die luft gehen. ewig lange vorbuchung(wenn man nicht gerade glueck hat jemand an dem tag abgesprungen is) + schweinegeld + gefuehrte touren als wuerde man den everest besteigen wollen(wahrscheinlich auch vom preis). noenoenoe...

noja, das land an sich... die natur... unfassbar. eine kleine insel die wohl ziemlich alles zu bieten hat.