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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Daunen - Grenze der Komprimierung?



SvenSch
19.04.2006, 13:40
Hallo an die Daunenexperten!

Mein WM Ultralite passt ganz gut in einen halb so grossen Nylonsack wie der mitgelieferte. Ist dann praktisch klein, aber auch so hart/prall, dass es mir fast weh tut. Mit Riemen liesse sich das noch weiter steigern ...

Wie weit kann/sollte man einen Daunenschlafsack eigentlich komprimieren? Der mitgelieferte Packbeutel der Hersteller lässt gewöhnlich immer einigen Spielraum (< 50%).

Gibt es eine Art Schadensgrenze?

Schon klar, dass dies eine Frage ist die nicht mit Zahlenvorgaben zu beantworten ist, aber eine gibt es dazu eine grundsäzliche Aussage/Empfehlung?

Nicht übertreiben
19.04.2006, 14:07
Naja, irgendwann verbiegst du die Federn/Daunen nicht mehr, sondern knickst und brichst sie. Ich denke mal die Hersteller haben sich bei der Packsackgröße schon was gedacht... Ich würde bei so einem teuren Schlafsack eher auf der sicheren Seite bleiben und nichts riskieren.

Gleiches gilt übrigens für Kufa, weil sich hier immer Leute über die geringe Lebensdauer auslassen - wenn ich die nicht mit Spanngurten etc. auf Minimalgröße quetsche, lebt die auch länger, das Packvolumen ist dann aber natürlich nochmal größer.

Gruss,
Thorben

lupold
20.04.2006, 08:04
Schönes Thema,
ich habe mir gerade einen GRÖSSEREN Packsack gekauft, da mir die Komprimierung im alten doch etwas zu brutal erschien.
Der Original Packsack war eh schon klein und nach dem Auffüllen mit mehr Daune viel zu klein. Der Nachfolger vom Schlafsackbefüller war zwar passend, aber qualitativ nicht so dolle.

Der erste Sea to Summit event Beutel in s (10 Liter) war ähnlich dem original Yeti. Der zweite in m mit 14 L past so gut zu den 700g Daune das er sich noch "formfolgend" dem Rucksackinnenraum anpast.

Ich glaube das neben der Stärke der Kompression auch die Dauer entscheidend ist. Wenn man den Schlasa benutzt ist das gequetsche unter dem Rücken auch nicht ohne.

Wulf
20.04.2006, 10:13
Bei dem Thema kommt mir die Frage in den Kopf wie es denn mit den Downmats von Exped ist. Die kann man ja nicht stopfen, was man ja bei Schlafsäcken unbedingt machen soll um die Daune zu schonen, sondern nur rollen. Ich bin schon immer ganz vorsichtig dabei und gönn mir ein relativ großes Packmaß aus Angst um die Daune. Hat jemand von Euch Erfahrung oder genauere Infos zu dem Problem?

cd
20.04.2006, 10:23
Meines Wissens hat das Stopfen weniger damit zu tun, die Daunen zu schonen als vielmehr die Hülle.
Beim Rollen (dazu werden ja auch immer Teile des Schlafsacks eingefaltet) werden immer die gleichen Stellen der Hülle stark belastet, während das beim Stopfen jedes mal andere Stellen ist.

chris

chrysostomos
20.04.2006, 10:26
Bei den Downmats spielt es IMHO nicht so eine grosse Rolle, ob die Daunen ihre volle Bauschkraft aufbauen können oder nicht - die Matte erhält im Gegensatz zum Schlafsack seine Form durch den Überdruck. Die Daunen sollen nur die Luftzirkulation innerhalb des "Schlauches" verhindern. Dennoch gehe ich sorgsam mit meiner Matte um und lagere sie eigentlich nur aufgeblasen oder ausgelegt mit offenem Ventil.

Grüsse aus dem Süden, Marc

jackknife
20.04.2006, 10:39
Das Ende der Komprimierung ist ein weißer Zwerg.

Corton
20.04.2006, 11:25
Wie weit kann/sollte man einen Daunenschlafsack eigentlich komprimieren?
Wie soll die Antwort auf diese Frage aussehen bzw. wer soll Dir dazu eine vernünftige Antwort geben können? Wenn WM Gründer Gary Shaezlein diese Frage nicht mal richtig beantworten kann (--> Trailcast Interview), wer soll die dann hier beantworten können? :D Da gibt es wohl ausnahmsweise mal keinen Leitfaden und keine allgemeingültige Handlungsemfpehlung, sondern hier muss mal jeder mit sich selbst und seinem eigenen gesunden Menschenverstand kämpfen. :bg: Meine Meinung: Kurzzeitge Kompression schadet ner guten Füllung praktisch gar nicht, solange man es nicht übertreibt. Ich wähle im Zweifel jedenfalls lieber den etwas größeren Packsack und nutze keine Kompressionsriemen. Auf ausgedehenten Wintertouren mit Pulka ist es wohl besser, den Schlafsack überhaupt nicht zu komprimieren (wenn man keinen VBL nutzt), weil Loftverlust IMHO zum Großteil auch dadurch entsteht, dass feuchte Schlafsäcke komprimiert werden.

Ich rege aber an, zu diesem Thema eine wissenschaftliche Versuchsreihe durchzuführen, da ich an einer Antwort auf obige Frage selbst interessiert wäre. Wer macht´s ? Als Preis für eine erfoglreiche Arbeit wird die goldene Anstecknadel des Instituts für Schlafsackwissenschaften, der sog. "Güldene SchlaWiner" in Aussicht gestellt. 8)

Corton

Flachlandtiroler
20.04.2006, 12:16
Naja, irgendwann verbiegst du die Federn/Daunen nicht mehr, sondern knickst und brichst sie.
Man sollte sich von der Vorstellung lösen, Schlafsack-Daunen wären irgendwie "Federn" mit "Kielen" dran -- IMHO kann an diesem schwebe- und flugfähigen Flaum nichts "brechen".
Ich kann mir allerdings vorstellen, daß dieser Flaum -- besonders nach Benutzung, also mit Feuchte -- derart verklumpt, daß es auch mit viel gutem Zureden nicht mehr loften will.

Gruß, Martin

lupold
20.04.2006, 17:10
Ne Fausformel wäre vielleicht, das wenn man den Packsack noch mal 50% zusammendrücken könnte er locker genug gepackt ist, um der Daune genügen Raum zu lassen und im Rucksack wenig Hohlräume zu bilden.

Also doppelt soviel Raum wie minimal möglich wäre.
2 Vkotz=Vnutz

Corton
21.04.2006, 12:19
Man sollte sich von der Vorstellung lösen, [...] Daunen wären irgendwie "Federn" mit "Kielen" dran
Stimmt! (http://www.sass.msu.edu/staff/DauneRensing.html) :bg: oder meintest Du vielleicht doch die hier? (http://www.joutsen.com/de/e-site/daune/data/groups/00000006-n.jpg) 8). Na ja, zunächst einmal enthält so eine Schlafsack-Füllung ja nicht nur Daunen, sondern auch anderes Zeug.

Nebenbei bemerkt: Ich denke anhand des (zweiten :wink:) Bildes wird auch unmittelbar klar, dass so ein zartes Geschöpf niemals alleine ein Gewebe durchdringen könnte. Wie sollte so eine Daunenflocke das hinkriegen? Teleportation? Wohl kaum. In Wahrheit ist der Anfang allen Übels immer der Kiel einer Feder (die dann u.U. Daunenflocken mitreißt).


IMHO kann an diesem schwebe- und flugfähigen Flaum nichts "brechen".
Doch, die feinen Daunen"beinchen" können von Cluster-Kern bei entsprechender Belastung abbrechen, es entstehen dann beschädigte Flocken und Bruchstücke, sog. "Daunenflug". Derartiger "Müll" befindet sich übrigens ganz legitim bereits in völlig neuer Ware. Selbst eine Ware, die nach EN als "Klasse I, neu" (oberste Stufe) gekennzeichnet ist, darf neben Daunenflocken und Federn immerhin bis zu 5 Massenprozent solcher "Fremdelemente" (Daunenflug, Federnflug, wiederaufbereitete alte Federn und Daunen sowie andere Rückstände) enthalten.

Wichtig: Große ausgereifte Daunenflocken sind gegen Bruch resistenter als kleine (von Jungvögeln). Das ist (neben dem geringen Anteil an Federn) auch der Grund, warum die Füllungen der teuren Spitzenschlafsäcke auch noch nach 10-15 Jahren Benutzung gut aussehen (regelmäßige Wäsche vorausgesetzt), wohingegen man die Füllungen minderer Qualität und Co. schon nach etwa 5-7 Jahren wechseln muss.

Hinzu kommt, dass aufgrund der bekannten Problematik in der Sortieranlagen keine völlig reine Daune (ohne Federn) erzeugt werden kann, was zur Folge hat, dass der Federanteil selbst in den besten Füllungen immer noch bei 5-10% liegt. Dass Federkiele bei zu starker Kompression brechen können, wird ja niemand ernsthaft bestreiten wollen.


Ich kann mir allerdings vorstellen, daß dieser Flaum -- besonders nach Benutzung, also mit Feuchte -- derart verklumpt, daß es auch mit viel gutem Zureden nicht mehr loften will.
Stimmt, gutes Zureden alleine bringt wenig (8)), mit einem Schaubad (mit einem Lanolin-haltigen Wellness Produkt), Arbeitseinsatz, Geduld sowie fachgerechter Trocknung lassen sich aber tatsächliche wahre Wunder vollbringen. Ich hab mal einen uralten FF Schlafsack bekommen, der aussah wie ein neuer Yeti: Null Loft, völlig verklumpt und dazu noch dreckig (von dem besonderen Gschmäckle ganz zu schweigen). :) Dieser Bursche bedurfte tatsächlich 3er (!) ausgiebiger Schaumbäder, ehe er wieder in "altem Glanz" erstrahlte. Seit dem Tag der Wiedergeburt dieses FF bin ich davon überzeugt, dass bei einer hochwertigen Füllung auch nach etlichen Jahren fast alles möglich ist.

Jegliche Art von Wiederbelebungsversuch ist allerdings zwecklos, wenn die Füllung bereits verottet ist. Das schafft man z.B., indem man einen nassen Schlafsack am Ende der Reise komprimiert und ihn dann so für einge Monate einlagert. Es gibt tatsächlich Leute, die so was machen und sich anschließend beim Hersteller über die schlechte Qualität der Füllung beschweren... :roll:

Gruß,
Corton

Flachlandtiroler
21.04.2006, 12:27
Nebenbei bemerkt: Ich denke anhand des (zweiten :wink:) Bildes wird auch unmittelbar klar, dass so ein zartes Geschöpf niemals alleine ein Gewebe durchdringen könnte. Wie sollte so eine Daunenflocke das hinkriegen? Teleportation? Wohl kaum. In Wahrheit ist der Anfang allen Übels immer der Kiel einer Feder (die dann u.U. Daunenflocken mitreißt).
Diese kleinen Dingerchen lassen sich übrigens hervorragend elektrostatisch aufladen (guter Isolator, rel. große Ausdehnung), z.B. indem man sie einfach an der (Nylon-) Schlafsackhülle reibt. Derart präpariert fliegt das Federchen seinem Schlafsack auch noch aus mehreren Metern Entfernung zu... 8)

Jegliche Art von Wiederbelebungsversuch ist allerdings zwecklos, wenn die Füllung bereits verottet ist. Das schafft man z.B., indem man einen nassen Schlafsack am Ende der Reise komprimiert und ihn dann so für einge Monate einlagert.
"Stinkbombe" :roll: Auspacken... http://www.multidat.de/vis/smilies/new_blowingup.gif

Gruß, Martin

Corton
21.04.2006, 16:33
Schaubad
Ähem, das sollte natürlich Schaumbad heißen. Nicht, dass jetzt hier irgendjemand auf die Idee kommt, seine Badewanne rauszureißen, sich damit auf die Straße zu stellen und in aller Öffentlichkeit seinen verklumpten Schlafsack zu waschen (weil der Corton das gesagt hat). Ein öffentliches Schaubaden bringt meines Wissens keinen weiteren Nutzenzuwachs. :bg:

lupold
21.04.2006, 18:36
der aussah wie ein neuer Yeti
Zack

Corton
21.04.2006, 19:49
@ lupold
Diese Aussage bezog sich selbstredend nur auf den Loft. Tut mir übrigens Leid, wenn ich Deinen Schlafsack beleidigt haben sollte (war nicht meine Absicht), aber bis man die Füllung eines FF Lark ("700+") auf das Niveau der Füllung eines Yeti Powerizer 500 heruntergewirtschaftet hat, bedarf es vermutlich einiger Anstrengung. :roll:

Ich hoffe, dass sich durch die Übernahme von Yeti in Punkto Daune einiges zum besseren verändert (oder vielleicht sogar schon verändert hat :confused:).

lupold
22.04.2006, 06:16
corton,
ich finde Yeti ist sowas wie St. Pauli beim Fußball. Die können nun wirklich nicht spielen, gewinnen aber regelmäßig die Sympathiewertung.

Ich finde die "Story" von Yeti so interessant (Produktverliebte Ossis fertigen unter einsatz ihres Lebens verhältnismäßig hochwertige Artikel für "Freunde"). Und dann die Öffnung, die Chance, der gute Start gleich in die 2. Bundesliga und nach kurzer Zeit... ein Anfängerfehler den sich sonst nur renditegeile Wessis erlauben. Billige Spieler eingekauft, keine Tore mehr, kein Geld mehr für neue Spieler. Schluß. Outlet, Ebay, was für ein Abstieg.

Unterwegs frierend im Zelt kann man sich natürlich ein Image sonst wo hin stecken, da zählt nur die Leistung. Da hab ich hier nun wirklich von WM,FF und Co. wesentlich besseres gesehen als bei mir im Schrank "steht".

Nur ein aktueller Yeti könnte da den doch sehr angeknacksten Ruf wieder herstellen. Die RV rechts Ware bei Ebay macht alles nur noch schlimmer. Ob man einen Agent (Praktikant) bei Nordisk einschleust und "organisiert" das die richtigen Fussel geordert werden?

Eins steht fest, mein geflickter, gepimpter 1,3 kg +5 Komfort Yeti bleibt im Hause. Es könnte allerdings sein das er Gesellschaft bekommt.
:bg: