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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist das? -> Sonnenallergie



Melanie
17.04.2006, 10:35
Hallo Ihr,

in Abwandlung des "Wo bin ich" hier mal ein Versuch ob wohl irgendjemand auf die Lösung kommt, was ich mit meinen Händen angestellt habe.

Was würdet Ihr tun, wenn eure Hände wie folgt aussehen:

http://www.ubiquitaer.com/images/irland2006/slides/IMG_1212.jpg

a) schleunigst den nächsten Arzt aufsuchen
b) gemütlich weiter Tee trinken
c) dem Farbenspiel zuschauen
d) besagten Tee über die Hände kipppen


Einen Reisebericht (mit Auflösung) gibt's im Lauf der nächsten Tage.

Melanie

P.S.: Die Frage ist nicht nur Jux, ich bin durchaus an einer medizinischen Diskussion interessiert.

Bild ein wenig heller gemacht und im Kontrast verbessert

Flachlandtiroler
17.04.2006, 10:46
Also zum Ostereier-Färben ziehe ich keine Mammuthose an ;) und Blaubeeren sind auch noch nicht reif. Für Allergiker ist es dieses Jahr noch was früh und eine Verbrennung ist es auch nicht.

:roll: :roll: :roll:

Neues (blaues :bg: ) Kletterseil gekauft?

Gruß, Martin

Alpenkönig
17.04.2006, 13:17
In einem islamisch-geprägten Land wegen Diebstahl oder wegen Geschlecht ausgepeitscht worden? Nächste Stufe wäre Hand-abhacken!! 8)

pfadfinder
17.04.2006, 13:40
hi,
sieht auf jeden fall nicht gut durchblutet aus!!! :wink: *mitleid*
oder zumindest ist das blaue blut sehr sauerstoffarm!!

mfg

Mephisto
17.04.2006, 13:57
Hypothermie?

Thomas
17.04.2006, 14:06
Die Hände am Auspuff aufgewärmt? :bg:

Mandalay
17.04.2006, 14:22
Wenn Du was auf die Finger bekommen hast und das ein Hämatom ist, dem Farbenspiel zusehen.
Wenn du zusätzlich zu den Farben noch motorische Ausfälle hast/hattest schleunigst den Arzt aufsuchen.

M

marcus
17.04.2006, 14:57
hm, sieht merkwürdig aus.... :shock:
falls du nicht zum alien mutiert bist, solltest du dir ggf mal die hände waschen :bg:

Onkel Tom
17.04.2006, 15:04
Hm, reagierst Du vielleicht so auf Kälte? Ein Freund von mir hatte im Winter auch immer so lustig bläuliche Hände, wenn er keine Handschuhe an hatte, hat sich aber wieder gegeben, sobald er wieder im warmen war.

Gruß

TOM

DocViper
17.04.2006, 15:04
in die Brennesseln gefallen (wie auch immer man das jetzt schreiben mag)

Joe

Roobert
17.04.2006, 16:44
Du hast eine neue, noch ungewaschene und überdies nicht farbechte Jacke oder Hose an, blau, und die hat abgefärbt, weil du die Hände in den Taschen hattest?
Was mir auffällt, dass die Fingerknöchel vorne nicht oder weniger blau sind ...
LG, Robert

Waldhoschi
17.04.2006, 18:17
Hö? Ich dacht das wär normal. Meine Hände sehen so immer aus. ;)

semmi
17.04.2006, 18:28
Neue Handschuhe, möglicherweise blau.

Melanie
17.04.2006, 19:18
Nein, ich habe mir kein Kletterseil gekauft - ebensowenig waren abfärbende Hosen- oder Jackentaschen die Ursache. Auch sonstige äußere Farbeinflüsse fallen aus, der Blauton war hausgemacht.

Des weiteren war ich in Irland, wo meines Wissens nach keine Strafen in Form von Auspeitschen und dergleichen vorgesehen sind.

Meinen Händen war auch nicht kalt - im Gegenteil, Kälte war angenehm, während Wärme dem Wohlbefinden eher abträglich war.

Motorische Ausfälle hatte ich nur insofern als dass die Hände reichlich geschwollen waren und somit Beugen und Strecken nur noch eingeschränkt möglich war.

Genausowenig bin ich auf die Hände gefallen. Wenn, dann hätte ich mir wohl eher die Handgelenke gebrochen - oder wie schafft man es auf die Handaußenflächen zu fallen?

Und dass ich blaublütig bin hatte ich bisher nicht vermutet - lasse mich aber eines besseren belehren.

Aber spannend welche Vermutungen so eintrudeln ;-)

Melanie *inzwischen wieder tippfähig*

Master_of_Disaster
17.04.2006, 19:25
Sieht ein bischen wie erfroren aus.

MfG
Max :wink:

boehm22
17.04.2006, 20:35
Du konntest am Tag vor der Rückreise Deine Socken und T-Shirts nicht mehr riechen und hast diese mit irischem Waschpulver im Handwaschbecken gewaschen?

marcus
17.04.2006, 20:41
hmmm, grummel...

"hausgemacht" in folge äußeren einflusses? oder?

insektenstich mit allergischer reaktion? :shock:

boehm22
17.04.2006, 21:00
Ich hoffe mal, nichts dauerhaft Schmerzhaftes oder bleibend Chronisches. Ich denke jetzt an entzündlich rheumatischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen. Hier sind vor allem die antineutrophilen-cytoplamatischen Antikörper (ANCAs ) zu nennen, welche vor allem bei der Wegenerschen Granulomatose vorkommen und über die Bindung von Strukturen an der Zellwand von Gefäßzellen (Endothel) eine Entzündung der mittelgroßen Gefäße verursachen.

Medizinische Entwarnung: Irgendwas zusammenkopiert, daß so keinen Sinn ergibt

Fledi
17.04.2006, 21:10
Hm, ich glaube, Du solltest uns mal aufklären, Melanie.

Rumrätseln bringt in diesem Fall wohl nix, da wir die Vorgeschichte nicht kennen. So kann man quasi gar nix dazu sagen.

Gruß,
Britta

Waldhoschi
17.04.2006, 21:14
Das war HAgel!

Traeuma
17.04.2006, 21:32
auf dem Boden liegen ja sogar noch die Hagelkörner, oder??

semmi
18.04.2006, 10:56
Das sind Steine.

Blaubeergrütze über die Hände geleert.
Sonnenbrand.
Draufgesessen und eingeschlafen.
Draufgelegen und eingeschlafen.
Starkes Rauchen, als Folge davon werden erst die Lungenflügel schwarz, danach die Hände blau und anschliessend auch schwarz.

Melanie
18.04.2006, 11:35
Da ich ja auch noch auf medizinische Tips hoffe, löse ich das Rätsel mal auf.

Am nähesten dran waren Flachlandtiroler (auch wenn er Allergie ausgeschlossen hat), Marcus (auch wenn es kein Stich war) und semmi (mit dem Sonnenbrand).

Das Bild ist am 8. Tag einer (schon wieder abklingenden) üblen Sonnenallergie entstanden.

Am zweiten Tag in Irland habe ich mir in der Sonne die Flossen verbrannt und weitere zwei Tage später flippte meine Haut dann völlig aus. Erst Pustel, dann Rötung, dann Schwellung, verbunden mit irrsinnigem Brennen und Juckreiz, der nur erträglich war, wenn ich die Hände quasi tiefgekühlt habe. Der Zustand auf dem Bild ist schon unter Einfluss eines Antihistaminicums.

Ich habe bis heute nicht herausgefunden wann die Allergie ausbricht und unter welchen Umständen und warum sie manchmal so extrem wird. Im August auf 2500m Höhe hatte ich trotz tagelangem Sonnenschein gar nichts.
Mutmaßlich hängt eine Unverträglichkeit von tierischem Eiweiß, insbesondere Kuhmilch, damit zusammen.

Jedenfalls war ich diesmal ziemlich aufgeschmissen, weil ich es trotz totalem Sonnenschutz und kühlender Salbe überhaupt nicht in den Griff bekommen habe.

Tips sowohl über Ursachen als auch Behandlung sind also herzlich willkommen.

Melanie

Ragnar
18.04.2006, 11:37
Hiya,
tippe auf Radfahren bei Hagel oder Schnee ohne Handschuhe,....war auf jedenfall Kaltes sauwetter,und keine geschützten Hände!

lg Randy

Indi
18.04.2006, 11:45
laß dich bitte auf "(systemischen)lupus erythematodes" untersuchen! Meine Mutter hat das..

..muß ja nicht.. will dich nicht verrückt machen.. aber geehh zum Doktor! Und zwar zu nem Facharzt!

Christine M
18.04.2006, 11:50
Also eine Erklärung für die unterschiedliche Reaktion könnte sein, daß deine Haut jetzt im Frühjahr die intensive Sonne noch nicht so verträgt. Ich hatte als Kind Probleme mit Sonnenallergie, als wir im Frühjahr in den Skiurlaub gefahren sind (so heftig wie bei dir sah es allerdings zum Glück nicht aus, die Beschreibung "Pustlen und Juckreiz" kommt mir allerdings bekannt vor). Vor dem nächsten Skiurlaub habe ich dann vom Arzt eine nur in der Apotheke erhältliche Sonnencreme mit LSF 16 verordnet bekommen und musste einige Zeit vorher Beta-Carotin-Kapseln futtern (Achtung: das ist schon eine ganze Weile her, k. A. ob man das heute noch macht).

Christine

cd
18.04.2006, 12:36
Aua.... :o
Das sieht gelinde gesagt übel aus...

Meine Mutter hat ebenfalls mit ner Sonnenallergie zu kämpfen, allerdings wohl nicht in Verbindung mit noch was anderem.

Sie (selber Ärztin) hat mit dem Medikament "Mersol" sehr gute Erfahrungen gemacht, ein oder zwei Wochen vor dem Urlaub begonnen einzunehmen, dann auch während des Urlaubs.
Problem bei der Sache ist: "Mersol" ist nicht mehr auf dem Markt.
Allerdings ist es wohl möglich, die Wirkstoffe einzeln zu beziehen, es handelt sich im Wesentlichen um bestimmte B-Vitamine und Folsäure. Womöglich kann ein Apotheker das wieder entsprechend zusammenrühren. Da sollten dir dein Arzt und der Apotheker weiterhelfen können, was da möglich ist.

Guter Sonnenschutz ist natürlich trotzdem nötig.

chris

Alpenkönig
18.04.2006, 17:58
@ Melanie
Seh ich richtig und außer Blau kann man jede Menge Sommersprossen sehen? Also wenn du eine rothaarige, am ganzen Körper sommersprossige Irländerin bist osä, weisst du ja eh, wie,s um deine Sonnenresistez steht, oder?

Holger
19.04.2006, 02:47
Hallo Melanie
aufgrund eines Fotos ist das nur sehr schwer zu sagen. Es kann sich natürlich um eine sogenante Sonnenallergie (Dermatitis photoallergica handelt. Dabei handelt es sich um eine „photodynamische“, durch Lichteinwirkung u. ein – meist exogenes – Allergen. Häufige Photokontaktallergene sind antibakterielle u. antimykotische Substanzen, Duftstoffe, Sonnenschutzmittel, pflanzliche Stoffe. Nachweis einer Ph. durch den belichteten Epikutantest (Photopatch-Test) bedingte entzündlich-allergische Hautreaktion. Ob es bei der Sonnenallergie wirklich um eine Allergie handelt ist aber noch fraglich. jetzt verstehst du vielleicht auch warum du es manchmal bekommst und manchmal nicht.
Um ganz sicher zu gehen und auch für die naechste Reise entsprechend vorbereitet zu sein würde ich aber auf alle Fälle einen guten Hautarzt aufsuchen: bring ihm auch ruhig die schönen Bilder mit

Melanie
19.04.2006, 13:07
Indi, da keins der sonstigen Symptome für einen Lupus auf mich zutrifft glaube ich das ausschließen zu dürfen.

Christine, ich nehme auch an, dass die Reaktion so heftig war, weil es eben so früh im Jahr war. Hoher Lichtschutzfaktor kräftig Möhren futtern bringt vermutlich schon etwas - sofern man die Sonnencreme verträgt und überhaupt mal damit rechnet ;-)

Alpenkönig, Du hast schon recht, da sieht man noch jede Menge Sommersprossen und meine Haare sind auch reichlich rotbraun. Ich weiß auch wie es um meine generelle Sonnenverträglichkeit steht und kann damit normalerweise schon umgehen, nur war ich von der Heftigkeit doch ein wenig überrascht.

Holger, mir ist bekannt, dass Duftstoffe, Konersvierungsstoffe und dergleichen zusätzliche Faktoren sein können, drum gehen meine Hände normalerweise (so auch dort) unbecremt durchs Leben. Dass man soetwas testen kann wußte ich nicht, danke für den Hinweis.

Generell war bisher die Vermutung, dass es einen Zusammenhang zu Milcheiweiß geben könnte bisher am ehesten hilfreich - allerdings wüßte ich nicht, wie man das testen könnte bzw. welchen Zeitraum ich überhaupt im Auge haben muss. Tage? Wochen? Monate?
Die Nicht-reproduzierbarkeit erschwert dann auch hausgemachte Tests der Art "Ich ernähre mich jetzt mal x Wochen rein pflanzlich und geh dann in die Sonne" - denn wenn dann nichts ist, heißt das noch lange nicht, dass das des Rätsels Lösung war.

Ein weiterer Tip war: evtl war die Sonnen- bzw. UV-Einstrahlung deutlich höher als ich angenommen hatte, eben weil Irland weiter nördlich liegt und evtl. das arktische "Ozonloch" diesen Winter mal wieder besonders ausgeprägt war - derzeit bin ich auf Datensuche um diese Theorie zu überprüfen. Leider gibt es bei den Wetterdiensten nur aktuelle UV-Index-Werte und keine in der Vergangenheit liegenden - von realen Ozon-Daten mal ganz zu schweigen.

Melanie

P.S.: Ich werde wohl - mal wieder - zu einem Hautarzt oder Allergologen gehen und selbigen raten lassen...

Indi
19.04.2006, 13:18
Indi, da keins der sonstigen Symptome für einen Lupus auf mich zutrifft glaube ich das ausschließen zu dürfen.
...
Melanie



Hi Melanie,

warscheinlich wird es auch so sein, allerdings hatte meine Mutte von ihrer frühsten Kindheit bis zu meiner Geburt auch "nur" eine Sonnenallergie. Doch dann ist die Krankheit ausgebrochen. Und trotz einigen Synthomen ab meiner Geburt fanden die Ärzte bis vor ca. 10 Jahren nix! Und von heut auf morgen hat sie ihre Lebenserwartung bereits um Jahre überschritten.
Ich möcht dich auf keinen Fall beunruhigen! Ich denke nur damit is nicht zu spaßen. Lieber ein, zweimal mehr zum Doc ;-) .

LG und ne gute Besserung, Indi

Christine M
19.04.2006, 13:23
Wenn du Sonnencreme nicht so gut verträgst (und auch diese ist ja kein Allheilmittel) ist natürlich entsprechende Kleidung immer noch ein guter Sonnenschutz (wobei man z. B. auch durch ein dünnes T-Shirt Sonnenbrand bekommen kann, aber es geht doch schon mal deutlich weniger Strahlung durch). Bei Benutzung von Trekkingstöcken ist der Handrücken ziemlich exponiert; hier helfen Handschuhe ohne Finger (z. B. Radhandschuhe) oder eine Bluse mit sehr langen Ärmeln, die man über die Hand hängen lassen kann. Aber klar, wer rechnet schon bei Irland um diese Jahreszeit mit so intensiver Sonne.

Christine

Melanie
19.04.2006, 13:28
Aber klar, wer rechnet schon bei Irland um diese Jahreszeit mit so intensiver Sonne.


Ebens :-?

Meine ultimative Packliste ist jedenfalls um einen Punkt ergänzt worden. Neben Schlafsack, Zelt und Isomatte (wobei... dazu mehr im Reisebericht...) steht da jetzt SONNENCREME - und zwar selbst wenn ich im Dezember am Nordkap rumturnen sollte...

Melanie

Melanie
19.04.2006, 19:34
Falls dann noch einer der medizinisch vorgebildeten Menschen hier in der Lage ist mir folgendes Phänomen zu erklären:

nach wie vor ist die Haut (wenn auch mit kleiner werdender Fläche) die meiste Zeit leicht rot bis rot. Nur manchmal - und unter welchen Umständen habe ich noch nicht raus - wird sie blau. Und zwar so blau, dass ich, wenn ich nicht wüßte, dass es das nicht ist, Angst wegen einer kräftigen Erfrierung bekäme oder um meine Finger, wenn selbige nicht gleichzeitig gut durchblutet und warm wären. Wie geht das??? Was läuft da ab und warum?

*rätselnd*
Melanie

Holger
19.04.2006, 20:02
Guck doch mal ob du dich hier wiederfindest. Auch Stress kann das auslösen.

RAYNAUD-SYNDROM
akrales Ischämie-Syndrom

Wenn die Anfälle beim Raynaud-Syndrom nur selten und dann noch kurzzeitig auftreten, ist i.d.R. keine Behandlung erforderlich. Vorbeugend sollte Kälte und Nässe vermieden werden. Auch ist das Rauchen mit der Diagnose eines Raynaud-Syndrom s nicht zu vereinbaren.

Das Raynaud-Syndrom wird häufiger auch als (akrales) Ischämie-Syndrom bezeichnet.

Die Bezeichnungen Raynaud-Syndrom oder Ischämie-Syndrom werden im weitesten Sinne für alle akralen (= das äußere Ende betreffenden) Durchblutungsstörung en an Händen oder Füßen benutzt (a krale Ischäm ie), im engeren Sinne für funktionelle Durchblutungsstörungen (vasospastisches Syndrom), verursacht durch eine überschießende, funktionelle Gefäßverengung durch muskuläre Kontraktion (= Verengung, Zusammenziehen) der Tunica media (= mittlere Muskelwandschicht einer Schlagader), insbesondere an Finger - und Zehen arterien.

Der Begriff "Raynaud" geht auf den französische Arzt Maurice Raynaud zurück, er entdeckte bereits 1862 diese Form einer Durchblutungsstörung.

Das Raynaud-Syndrom (Ischämie-Syndrom) tritt in zwei Formen auf:

Das primäre Raynaud-Syndrom ist eine rein funktionelle Störung im Bereich der kleinen Arterien der Hände und Füße, bzw. Finger und Zehen. Eine Grunderkrankung kann nicht aufgedeckt werden, weshalb dieses Syndrom als primär, idiopathisch oder auch essentiell bezeichnet wird. In typischer Weise tritt das idiopathische Raynaud-Syndrom symmetrisch auf, wobei meist Daumen oder Groß zehen ausgespart bleiben. Die Langzeitprognose (= Vorhersage über den wahrscheinlichen Verlauf und Ausgang einer Kran kheit über einen längeren Zeitraum) ist beim primären Raynaud-Syndrom bzw. Ischämie-Syndrom gegenüber der sekundären Form als günstiger zu bezeichnen.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom, auch als symptomatisches (= infolge einer anderen Er krankung auftretender) Raynaud-Syndrom bezeichnet, ist gekennzeichnet durch einen (meist) asymmetrischen (= ungleichen) Befall von Händen und Füßen.

Das sekundäre Raynaud-Syndrom kommt als Begleiterkrankung bei Arteriopathien (= Erkrankungen der Schlagader), Kollagenosen (= Defekt im Immunsystem mit Bindegewebsverhärtung), chronischer Traumatisierung (= zu einer Störung/Er krankung führende Einwirkung) und Vergiftungen (hpts. Ergotamin, aber auch Arsen und Blei) vor.

Meist tritt das Raynaud-Syndrom (Ischämie-Syndrom) anfallsartig in drei Phasen auf. Zunächst sind die Fi nger/Ze hen blaß bzw. weißlich, dann kommt es zu einer Zyanose (= bläuliche Verfärbung) und als Zeichen einer reaktiven Hyperämie (= vermehrte Blutfülle) stellt sich dann später eine Rötung ein.

In manchen Fällen bleibt die Abblassung aus. Schmerzen können sowohl in der ersten als auch in der zweiten Phase auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium bestehen nicht selten Dauerschmerzen.

Schreitet das Raynaud-Syndrom fort, kann es zu Wachstumsstörungen der Nägel sowie Absterben der Fingerkuppen kommen. Die Langzeitprognose (= Vorhersage über den wahrscheinlichen Verlauf und Ausgang einer Kran kheit über einen längeren Zeitraum) hängt von einer evtl. vorhandenen Grunderkrankung ab.

Therapie beim Raynaud-Syndrom (Ischämie-Syndrom):

Im Vordergrund steht zunächst einmal die kausale (= ursächliche) Behandlung einer möglichen Grunderkrankung, die das Raynaud-Syndrom auslöste.

Bis eine solche Therapie greift, wird man beim Raynaud-Syndrom symptomatisch (= nur auf die Kran kheitszeichen bezogen) durchblutungsfördernde Mittel wie Naftidrofuryl, Pentoxifyllin oder Buflomedil versuchen, in den letzten Jahren auch zunehmend das Prostaglandin E1-Analogon Alprostadil (Prostavasin®).

Zur Behandlung weiterhin bestehender Schmerzen hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form längerfristiger (2 bis 3 Wochen), kontinuierlicher Blockaden (= Betäubungen) mit Katheter (*siehe unten) sehr bewährt.

Für die oberen Extremitäten (= Arme) eignet sich die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht). Da der Plexus brachialis reich an vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffend) Nervenfasern ist, tritt neben der nozizeptiven (= die Schmerz reizleitung betreffenden) Hemmung auch eine ausreichende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung ein.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetikakonzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die Motorik (= Muskelkraft) erhalten, so daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen für die Hände möglich sind (trainingshalber auch mit Kälteexposition).
Die Methode kann zeitgleich beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation (= wiederholter Einzelverabreichung) diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Blockade (=Betäubung) des Ganglion stellatum in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*.

Für die distalen unteren Extremität en (Füße) eignet sich die kontinuierliche Blockade des N. ischiadicus mit Katheter* (Klatt et L eser 1994 - Schmerzkl inik Bad Mergen theim). Auch dieser Nerv führt vegetative Fasern mit sich, so daß hier ebenso die gewünschte sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkungen eintritt, wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim Plexus brachialis.

Diese kontinuierlichen Blockaden bewirken beim Raynaud-Syndrom (Ischämie-Syndrom) eine Art Gefäßtraining, wodurch sich die ursächliche Engstellung der Gefäße wieder normalisiert.

Die Durchführung kontinuierlicher Blockaden mit Katheter* erfordert in der Regel einen stationären Aufenthalt. Im ambulanten Bereich kommen hauptsächlich single-shot-Blockaden (= Einzelbetäubungen) zur Anwendung. Beim Raynaud-Syndrom wäre dann die Guanethidin-Blockade (= Blockade mit einem gefäßerweiternden Mittel) vorzuziehen, da deren sympathikolytische Wirkung tagelang anhalten kann.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung (Raynaud-Syndrom!), auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist.

Melanie
19.04.2006, 21:07
Jaaa... was das Raynaud-Syndrom ist weiß ich sogar.
Aber a) ist das nicht als akral zu bezeichnen, wenn es die Handrücken betrifft und die Fingerkuppen gänzlich unbeeinflusst sind.
Und b) stimmt der Verlauf nicht im geringsten: erst war es rot (nix weißlich vorher) und nun wird es hin und wieder bissel blau, dann aber wieder rot. Außerdem schmerzte es nicht wie schlecht durchblutetes Gewebe schmerzt sonder brannte und juckte auf der Oberfläche.

Des weiteren sind meine Hände und Füße reichlich kälteunempfindlich.

Aber es ist schon interessant was man alles so haben kann. Hat auch noch jemand weniger schwerwiegende Erklärungsansätze?

Melanie

marcus
20.04.2006, 02:26
@melanie:

hauptsache du bist wieder gesund?! hoffe ich mal. dachte mir schon, das du nen rotstich bei der haarfarbe hast...und halt helle haut...kann man(n) sich bei den vielen sommersprossen denken....

so gleich ins bettchen *gähn* :sleep:

Fledi
20.04.2006, 09:56
Vor dem nächsten Skiurlaub habe ich dann vom Arzt eine nur in der Apotheke erhältliche Sonnencreme mit LSF 16 verordnet bekommen und musste einige Zeit vorher Beta-Carotin-Kapseln futtern (Achtung: das ist schon eine ganze Weile her, k. A. ob man das heute noch macht).
Macht man durchaus heute noch so. Aber Du meinst eine Sonnencreme mit LSF 60. :)
Die gibt es noch, allerdings heißt der Sonnenschutzfaktor jetzt 50+, ist aber das gleiche drin.

@Melanie:
Es gibt Sonnencreme, die speziell für Sonnenallergiker geeignet ist. Z.B. die von Roche Posay mit Sonnenschutzfaktor 50+.
Gegen starken Sonnenbrand hilft auch eine Creme mit Cortison sehr gut. Es gibt da einige, die nicht verschreibungspflichtig sind.

Aber ich würde auch vorschlagen dass Du das mal mit einem Arzt besprichst. Denn so wie Deine Hände auf dem Bild aussehen, ist das kein Spaß! Nimmst Du andere Medikamente und bist deswegen vielleicht photosensibel?

Gute Besserung wünscht
Britta

Melanie
20.04.2006, 13:03
Aber ich würde auch vorschlagen dass Du das mal mit einem Arzt besprichst. Denn so wie Deine Hände auf dem Bild aussehen, ist das kein Spaß! Nimmst Du andere Medikamente und bist deswegen vielleicht photosensibel?


Nein, andere Medikamente sind nicht im Spiel.

Und dass das kein Spaß war habe ich ausführlich genug mitbekommen, ich werde also mal schauen ob die Medizin in den letzten 5 Jahren schlauer geworden ist.

Grüße,
Melanie

Wildbertstock
20.04.2006, 16:36
Ich habe mir so eine ähnliche Erscheinung an den Händen nach ein paar Tagen intensiver Radelei im Hochsommer (so was gab es mal vor paar Jahren hier) zugezogen. Es gab "nur" Pusteln und Bläschen an den Händen, kaum an anderen Hautpartien, die der Sonne ausgesetzt waren. Meine Lösung: Kauf von Radhandschuhen. In den Jahren danach ist es nicht mehr aufgetreten, obwohl ich etliche Stunden auf dem Wasser war.