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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der effektivste Schutz gegen Malaria



blue
05.04.2006, 19:56
Wer kann mir ein Paar Informationen zu Malariaprophylaxe zukommen lassen?
Bin auf der Suche nach einem verträglichen Stand-By-Mittel, weil ich mit präventivem Lariam schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Ich halte es mittlerweile für unnötig, entgegen allen Gesundheitsämtern in Deutschland, schon vor Beginn der Reise Malaria-Mittel einzunehmen, weil diese den Körper erfahrungsgemäß stark belasten(Schlafstörungen, Unwohlsein, etc.)
Im Falle des Falles gibt es sogenannte Stand-By-Mittel, die man einnehmen kann. Welche sind die Besten? Was für eine Auswahl gibt es?

Fledi
05.04.2006, 20:44
Hallo!

Zunächst mal, es gab hier schon einige Diskussionen über Malariamedikamente. Z.B. hier. (http://forum.outdoorseiten.net/viewtopic.php?t=12293&highlight=malaria) Vielleicht findest Du in der Suche auch noch ein paar Infos.


Ich halte es mittlerweile für unnötig, entgegen allen Gesundheitsämtern in Deutschland, schon vor Beginn der Reise Malaria-Mittel einzunehmen, weil diese den Körper erfahrungsgemäß stark belasten(Schlafstörungen, Unwohlsein, etc.)
Das mag sein, ist aber bei Stand-by nicht unbedingt weniger der Fall. Und natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie er Prophylaxe betreibt. Aber das steht hier ja auch nicht zur Diskussion. :)


Bin auf der Suche nach einem verträglichen Stand-By-Mittel, weil ich mit präventivem Lariam schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Im Falle des Falles gibt es sogenannte Stand-By-Mittel, die man einnehmen kann. Welche sind die Besten? Was für eine Auswahl gibt es?
Also: Die Stand-By Mittel sind keine anderen als die normalen Prophylaxe-Medikamente. Sie werden nur anders eingesetzt.
Ein "bestes" gibt es dabei nicht, es kommt auf das Land an, in das Du willst und die Erreger dort.
Die meisten Menschen scheinen Malarone gut zu vertragen. Allerdings ist es sehr teuer. Ansonsten gibt es eben Lariam, Riamet und Chloroquin.
Aber was Du bekommst, solltest Du sowieso mit einem Tropenmediziner absprechen, Malariaprophylaxe ist so oder so verschreibungspflichtig.

Sollte vorbeugende Prophylaxe, also auch schon zu Hause, vorgeschlagen sein für das Land, würde ich mich auch dran halten. Malaria ist kein Spaß und hat schon etliche Leute das Leben gekostet.

Stand-by ist immer nur Notfallmedikation, die nur erfolgen sollte, wenn kein Arzt zu erreichen ist! Spätestens nach der Rückkehr oder besser bei nächster Gelegenheit sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden.

Was aber in Malariaregionen am wichtigsten und der effektivste Schutz ist: Expositionsprophylaxe!
Heißt: lange, mückendichte Klamotten, in der Dämmerung nicht draußen sein, Moskitonetze und Repellents.

Wenn Du mir jetzt vielleicht noch verrätst, wo Du hinwillst, kann ich evtl. genaueres sagen zur Chemoprophylaxe oder Stand-by.

Gruß,
Britta

blue
05.04.2006, 22:56
Okay, danke für deine Antwort.

dike
06.04.2006, 00:56
Wer kann mir ein Paar Informationen zu Malariaprophylaxe zukommen lassen?

Winterurlaub in Island soll eine hervorragende Prophylaxe sein.

Solange Du nicht Dein Zielgebiet angibst, kann keiner von seinen Erfahrungen berichten.

dike

Fritsche
09.04.2006, 10:00
Ich habe mal ein halbes Jahr lang Malariaquin und Chloroquin geschluckt (Kenia und Zimbabwe). Das hat bedeutet: ein halbes Jahr lang Kopfschmerzen - und 1,5 Jahre nach der Rückkehr nach Deutschland hatte ich dann doch Malaria bekommen....was nicht ganz komplikationsfrei war.

Ich persönlich würde keine Prohylaxe mehr nehmen, sondern ein Notfallmedikament einpacken. Und ganz besonders alles für die Expositionsprophylaxe tun - wie Fledi schon sagte.

BennyB
10.04.2006, 20:22
Ich halte es mittlerweile für unnötig, entgegen allen Gesundheitsämtern in Deutschland, schon vor Beginn der Reise Malaria-Mittel einzunehmen, weil diese den Körper erfahrungsgemäß stark belasten(Schlafstörungen, Unwohlsein, etc.)

Hm , diese Erfahrung hab' ich nicht gemacht. Wenns dich interessiert such ich dir den Namen des Medikaments raus, das ich genommen habe - soweit ich weiß wird aber von Region zu Region ein anderes Mittel empfohlen...

Fledi
10.04.2006, 20:32
Hm , diese Erfahrung hab' ich nicht gemacht. Wenns dich interessiert such ich dir den Namen des Medikaments raus, das ich genommen habe - soweit ich weiß wird aber von Region zu Region ein anderes Mittel empfohlen...
Stimmt genau, deswegen muß Dein Mittel nicht für alle anderen Leute auch geeignet sein.

Ein Malariamedikament muß auf das Gebiet und den Menschen abgestimmt werden! Insbesondere sind hier Krankheitsvorgeschichte etc. zu beachten. Und das kann nur ein Arzt!

Gruß,
Britta

BennyB
10.04.2006, 20:52
Hm , diese Erfahrung hab' ich nicht gemacht. Wenns dich interessiert such ich dir den Namen des Medikaments raus, das ich genommen habe - soweit ich weiß wird aber von Region zu Region ein anderes Mittel empfohlen...
Stimmt genau, deswegen muß Dein Mittel nicht für alle anderen Leute auch geeignet sein.

Ein Malariamedikament muß auf das Gebiet und den Menschen abgestimmt werden! Insbesondere sind hier Krankheitsvorgeschichte etc. zu beachten. Und das kann nur ein Arzt!

Gruß,
Britta

Ok, danke für die Info!

Holger
19.04.2006, 03:22
Hallo
hier gibt es neben den genannten Ausagen noch ein paar andere Sachen zu beachten.
Vielleicht verräts du uns ersteinmal wann und wo für wie lange du hin willst.
In der Medizin werden (je nach Land!!!) dir 50% der Ärzte zur Einnahme raten 50% Stand by. Was auch richtig ist: Was sich gerade allerdingst als Problem rausstellt ist, dass viele Reisende denken das Malaria immer heilbar ist und alles ok ist wenn sie die Medikamente stand by nehmen. Das ist aber Falsch. Du kannst an Malaria mit Stand by leicht versterben. Warum also überhaupt Standby? Der Grund sind nur bedingt die Nebenwirkungen sondern die Therapie. Wenn du die ersten Anzeichen einer möglichen Malaria bekommst ist die Dosis die du Standby einnehmen musst viel viel höher als die Prophylaxe und wie heisst es so schön "die Genge macht das gift".

Wenn man trotzt Prophylaxe an Malaria erkrankst erkennt man das erst viel später und man hat sich eines der Medikamente schon beraubt die wirksam sind. Auserdem kann es zu schweren Wechselwirkungen zwischen z.B. Mefloquin und Chinin kommen.

Lariam und Malarone wird auch als Stand by verwendet. In den meisten Malarialändern sind diese Medikamente viel günstiger als in Deutschland zu bekommen.

hast du schon mal über Doxycyclin nachgedacht? (Ist kein Standby medikament aber sehr günstig und sehr Wirksam) Ich habe es auf meinen letzten Afrikareisen verwendet und bin sehr gut zurecht gekommen. Es hat neben dem Malariaschutz auch noch den Vorteil, dass du gegen einer Vielzahl von Bakterien geschützt bist.
Doxycyclin wird täglich je 100 mg eingenommen, beginnend einen Tag vor betreten des Malariagebietes, während des Aufenthaltes und vier Wochen danach. Wenn Sie Doxycyclin verwenden, ist es nicht mehr nötig, weitere Mittel wie Chloroquin zu nehmen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Lichtempfindlichkeit der Haut, wobei Sonnenbrand gefördert werden kann. Dieses Risiko können Sie herabsetzen durch tragen eines Hutes und auftragen von Sunblockern. Frauen, die Doxycylin nehmen, können für Vaginalinfektionen empfänglicher werden und sollten das mit ihrem Arzt durchsprechen, bevor sie Doxycyclin nehmen.

DOXYCYCLIN sollte nicht eingenommen werden von:

Schwangeren während der ersten drei Monate,
Kindern unter acht Jahren oder
Reisende mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegenüber Doxycyclin

Christine M
19.04.2006, 10:55
Doxycyclin ist ein Antibiotikum und als solches (aus gutem Grund) verschreibungspflichtig. D. h. der Einsatz von Doxyciclin zur Malariaprophylaxe sollte - wie bei allen anderen Medikamenten - wohl bedacht und mit dem Arzt abgesprochen werden. Ich denke, daß die Nebenwirkungen bzw. Folgewirkungen der Einnahme eines Antibiotikums über einen längeren Zeitraum doch etwas umfangreicher sind.

Christine

Holger
19.04.2006, 20:17
Hallo Christine

das stimmt leider nicht so.
Doxyciclin ist Antibiotikum da hast du recht aber eins was gerade sehr häufig sehr lange verschrieben wird.
gerade gegenüber mefloquin hat es deutlich weniger nebenwirkungen.
Natürlich soll ein Arzt vorher aufgesucht werden, wie du schon gesagt hast bekommt er es sonst auch nicht.

Doxyciclin wird von der WHO als eines der medikamente der Wahl für malariaprophlaxe empfohlen.

Auch in Deutschland wird es jetzt empfohlen.

"Doxycyclin zur Malaria-Prophylaxe empfohlen
Gesellschaft für Tropenmedizin ändert ihre Ratschläge / Das Antibiotikum ist nicht für diese Indikation zugelassen
WIESBADEN (ug). Nicht mehr zwei Mittel wie bisher, sondern drei empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) nun zur Chemoprophylaxe von Malaria: Als gleichwertige Alternative zu Mefloquin und der Kombination Atovaquon-Proguanil wertet die DTG nun Doxycyclin, das in Deutschland nicht für diese Indikation zugelassen ist.

Die DTG wird ihre neuen Empfehlungen zwar erst in vier bis sechs Wochen publizieren. Doch Professor Gerd-Dieter Burchard, der neue Direktor der klinischen Abteilung des Tropeninstituts in Hamburg, hat sie auf dem Internistenkongreß in Wiesbaden schon vorgestellt.

Bisher werden auf der DTG-Karte zur Malariaprophylaxe nur Mefloquin (Lariam®) und Atovaquon-Proguanil (Malarone®) als gleichwertige Alternativen zur regelmäßigen Chemoprophylaxe empfohlen. Auf der nächsten Karte komme Doxycyclin hinzu, es könne dann die beiden anderen Prophylaktika ersetzen, sagte Burchard.

"Das ist ein ganz interessanter Aspekt", so auch der Heidelberger Tropenmediziner Dr. Thomas Junghanss. Die DTG habe sich entschlossen, "dieses Medikament gesellschaftlich zu unterstützen" für die Indikation Malaria-Prophylaxe, obwohl das "ein wackliger Weg" sei. Doch Doxycyclin sei "ein hochwirksames Prophylaktikum für die Multiresistenz-Gebiete", vor allem etwa für manche Regionen in Südostasien. "Es ist dort sehr gut an Amerikanern evaluiert worden und auch im subsaharischen Afrika von Franzosen."

Ausgewählt werde das passende Prophylaktikum jeweils ganz individuell anhand von Resistenzlagen im Zielland, Kontraindikationen und Nebenwirkungen, erinnerte Burchard.

Wie bei den anderen beiden Prophylaktika gibt es da auch beim Doxycyclin etwas zu bedenken. Zum einen muß Reisenden erklärt werden, daß das Antibiotikum in Deutschland nicht für die Indikation Malaria-Prophylaxe zugelassen ist. Und dann kann Doxycyclin die Photosensibilität erhöhen. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung reagierten mit hochakuten Hautreaktionen, so Junghanss. Das ist vor allem bei Tropenreisenden zu bedenken, die etwa auch einen Strandaufenthalt planen."

Warum es in deutschland bisher nicht zugelassen ist ist ganz einfach, es kostet viel Geld und lohnt sich für die Industrie einfach nicht.

Ich habe es das erstemal vor 4 jahren in Afrika eingenommen. Der Grund war damals, dass wir tauchen gehen wollten was mit Lariam nicht möglich ist.

Gruss Holger

Fledi
20.04.2006, 10:12
@Holger:
Von wann ist denn der von Dir zitierte Artikel?
Und, aus ganz persönlichem Interesse: was studierst Du?


Wie bei den anderen beiden Prophylaktika gibt es da auch beim Doxycyclin etwas zu bedenken. Zum einen muß Reisenden erklärt werden, daß das Antibiotikum in Deutschland nicht für die Indikation Malaria-Prophylaxe zugelassen ist. Und dann kann Doxycyclin die Photosensibilität erhöhen. Zwei bis drei Prozent der Bevölkerung reagierten mit hochakuten Hautreaktionen, so Junghanss. Das ist vor allem bei Tropenreisenden zu bedenken, die etwa auch einen Strandaufenthalt planen."
Hmhm, dann erklär mal jemanden, dass er ein nicht zugelassenes Medikament bekommt und nicht in die Sonne darf- viel Spaß...
Und ich denke, die Nebenwirkungen von Doxicyclin sind genauso wenig spaßig wie die von Malarone und Lariam.
Ich seh da besonders Probleme bei nicht konsequenter Einnahme im Bezug auf Resistenzentwicklungen, besonders bei Bakterien.
Und warum soll ich mich gegen Bakterien schützen die zum Teil auch bei uns vorkommen.
Zudem wird etlichen Reisenden dann der Urlaub durch Magen-Darm Beschwerden verleidet sein. Man tötet nämlich auch die Darmflora damit ab.



Warum es in deutschland bisher nicht zugelassen ist ist ganz einfach, es kostet viel Geld und lohnt sich für die Industrie einfach nicht.
Damit würde ich mich jetzt nicht so weit aus dem Fenster lehnen... Wenn es in einem anderen europäischen Land mit der Indikation zugelassen ist, solle die Zulassung eigentlich gut möglich sein.
Und sooo unwirtschaftlich sollte das nicht sein, denn dann kann man neuen Patentschutz (wahrscheinlich) erwirken.

Gruß,
Britta

Holger
20.04.2006, 21:42
Der Artikel ist von 2003.
Da Malaria auch in anderen Europäischen Länder kein Problem ist wird es auch in diesen Ländern für diese Indikation nicht zugelassen sein.

Meine Aussage über den Grund warum es bei uns dafür nicht zugelassen ist, ist im die Erklärung aus der Pharmaindustrie.

Gerade in der Reisemedizin gibt es ein paar Produkte die verwendet werden die bei uns nicht zugelassen sind wie z.B. der Impfstoff für Japanischeenzephalitis.

Ich denke, dass es kein Problem ist dieses den meisten Patienten beizubringen.

Auch heißt es nicht, dass alle Patienten die Sonne meiden müssen. Nur 2-3% reagieren sehr stark auf Sonne der Rest sollte sich nur gut schützen.
Wie gesagt wir benutzen es wenn wir tauchen gehen.

Ich denke schon, dass die NW von Lariam stärker sind schließlich ist das der Grund warum es die Leute nicht mehr nehmen wollen.
bei Antibiotika sieht das ja leider anders aus. jeder nimmt es und nimmt es gerne.
Die Resistenzentwicklung sollte bei einer Einnahme von mindestens 5 Wochen kein Problem sein.

Es kann zu Magen Darm Probleme komme aber nicht jeder bekommt es, wäre ja schlimm wenn es so wäre.
Es gibt einige Krankheiten wo ich Doxycyclin über Wochen einnehmen muss.
ich will mich auch nicht vor den normalen Erregern schützen sondern vor den besonderen die es noch in den Malarialändern gibt und dir auch schön den Urlaub verderben können.

Gruss

Holger

daxy
20.04.2006, 23:03
Malariaprophylaxe:

1. nicht in laender fahren, wo solche auftritt
2. expositionsprophylaxe: lange aermel, lange hosen, moskitonetze, repellents
3. ja nach land und aufenthaltsdauer medikamente: kann man nicht generell sagen

also:
wohin soll wie lange und wie gehen?