PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fluorose - wie viel Fluorid pro Tag?



Corton
05.04.2006, 13:22
Welche Menge an Fluorid kann man Eurer Meinung nach pro Tag (und kg Körpergewicht) noch bedenkenlos zu sich nehmen? Spielt es eine Rolle, ob das Fluor an Kalzium, Kalium oder Natrium gebunden ist?

Folgender Beitrag (besonders der angebliche Eingriff in den DNA-Reparaturmechanismus) in einem Internet-Forum hat mich ein wenig irritiert:


@Ginchen

> Ok, wenn man Studien glauben darf, ist grüner Tee
> am gesündesten.

Man sollte bei so etwas immer darauf achten, wer die Studien in Auftrag gegeben hat.

> Der Fluoridanteil ist meiner Meinung nach eher gesund,
> als nachteilig, wie jn schrieb. Wo nehmen wir denn schon
> genügend Fluorid mit der Nahrung auf?

Fluorid ist ein Speicher-Enzymgift, das bereits in geringsten Mengen (ppm Bereich!) in die Enzymproduktion eingreift, die Kollagensynthese stört, die Wanderungsgeschwindigkeit der Leukozyten negativ beeinflußt und - vermutlich das größte Problem - in den DNA Reparaturmechanismus eingreift. Letzterer ist von entscheidender Bedeutung, weil damit u.a. die Entstehung von Krebs verhindert wird.

Fluorid ist weder essentiell noch harmlos, vor allem, weil es sich permanent im Körper anreichert.

> Das Fluorid ist gut für den Zahnschmelz, das weiss man
> ja wahrscheinlich.

Nicht alles, was man weiß ist auch richtig. Fluorid ist alles andere als gut für den Zahnschmelz, weil es bei der Zahnbildung das Calcium verdrängt und stattdessen Fluor in die Zahnsubstanz eingelagert wird. Das entstehende Fluorapatit ist zwar härter, aber dadurch auch spröder, es bricht leichter und ist später anfälliger. Das gebildete Material ist opak, während das natürliche Calciumapatit eher transluzent ist. Die 'schönen weißen Zähne' durch Fluoridprophylaxe sind kein Zeichen von Gesundheit, sondern Zeichen einer beeinträchtigten Zahnstruktur.

Empfehlenswerte Lektüre:

"Früher alt duch Fluoride" von Yiammouyiannis
"Vorsicht Fluor" von Ziegelbecker und Bruker
Die Webseiten von P. Meiers, der schon seit Jahren die Fluoridthematik detailliert untersucht: www.fluoride-history.de/

> Grüner Tee enthält schon einige Mengen an Vitaminen
> und Mineralstoffen, die auch weitgehends erhalten bleiben,
> wenn man ihn nicht zu heiss aufgießt.

Die Mengen sind im Vergleich zu dem, was über die Nahrung aufgenommen wird, vernachlässigbar.

> Die sek. Pflanzenstoffen, die ja immer mehr erforscht
> werden, sollen sehr gesundheitsförderlich sein.

Vorsicht: Sekundäre Pflanzenstoffe sind nicht per se gesundheitsförderlich. Sie sind zwar wichtige Vitalstoffe, die unser Körper benötigt, um die Nahrung verstoffwechseln zu können. Der Körper benötigt sie aber passend zur Nahrung und in bestimmten Mengenverhältnissen zueinander. Die Zufuhr einzelner isolierter Stoffe, auch wenn es suich um sekundäre Pflanzenstoffe handelt, ist daher keinesfalls gesundheitsförderlich, sondern eher schädlich.

> Ich finde die tradititionelle Ernährungsweise der Japaner
> und Chinesen (wo auch viel gr. Tee getrunken wird) gut,
> sie gehören zu den gesündesten Völkern (wenn sie sich
> noch traditionell ernähren - ist in den Metropolen/
> Stadtgebieten leider auch nicht mehr gängig).

Das ist der springende Punkt: Wenn sie sich noch traditionell ernähren. Dann sollte man aber tunlichst die gesamte Ernährung berücksichtigen und die Gesundheit nicht auf das Trinken von grünem Tee zurückführen - auch wenn das in der hiesigen Werbung natürlich gerne gemacht wird. Die Gesundheit ist immer proportional zur Naturbelassenheit der Ernährung.

> Irgendwie "braucht" man doch was warmes, anregendes
> am Morgen, vor allem im Winter. Ist doch ok.

Ich bevorzuge da eher Rotbusch oder Früchtetee...

> Ich denke nicht, dass 1 Liter in irgendeiner Weise ungesund
> wäre, denn der Tee enthält nichts, was in der Menge
> überdosiert werden könnte.

Wie gesagt: Fluoride sind Speicher-Enzymgifte. Sie reichern sich im Körper an.
Was ist davon zu halten?

Danke,
Corton

Sawyer
05.04.2006, 15:01
Holla Daunenmeister,

Guckst Du mal hier (http://www.charite.de/praevmed/Online-Education/Fluorid/index.htm) bei der Charité Berlin.

Gruß Sawyer

Traeuma
05.04.2006, 15:14
Was ich einmal in einem Seminar gehört habe war, dass man Fluorid verdächtigt (oder sogar schon nachgewiesen hat), bei der Schließung der Wac hstumslöcher im Kinderschädel Probleme zu bereiten.
Sprich die fleißigen Fluoridierungs-Besuche des Zahnarzts in der Grundschule können zu Wachstumsstörungen und schweren Schädigungen führen...

Sawyer
05.04.2006, 15:23
Schaut Euch den Link in meinem ersten posting mal an. Der ist ganz interessant.

Fluorid ist in dem Verhältnis wie wir es aufnehmen nicht toxisch (Mycrometerbereich), sondern erst ab größeren Mengen (mg-Bereich).

Sawyer

Waldhoschi
05.04.2006, 15:38
Hallo corton, das hört sich so an wie aus der Urkost/Bio (Konz)-Richtung.
klar ist Fluorid ein Gift, genauso wie Alkohol und Glukose und was weiß ich... Wie gesagt, die Menge machts.

Grüße Joe

Corton
05.04.2006, 15:53
Mich interessiert die Sache vor allem wegen meines in letzter Zeit drastisch gesteigerten (überwiegend Grün- und Weiß-) Tee-Konsums. Das Deutsche Tee Institut sagt dazu folgendes (http://www.teeverband.de/texte/download/wit-1-2000_1.pdf). Die von der DGE empfohlenen 3,8 mg/Tag schaff ich aktuell jedenfalls locker. :roll:

Grüße,
Corton

Sawyer
05.04.2006, 16:29
Siehste, würdest Du besser mal gepflegt ein Bier trinken anstatt der Britenpisse, achnee is´ ja Grüntee und Weißtee (Was is´n das überhaupt für eine Sorte??). :bg:

Spaß beiseite. :cry:

Mein Zahnarzt hat gesagt, dass Bier trinken, den Zähnen gut tut, was nicht bedeutet auf diese Art übermäßige Zahnpflege zu betreiben.
Wie sieht das denn bei anderen Teesorten aus? Ich bin ja bekennender Roibusch-Fan. :P

Sawyer

Corton
05.04.2006, 17:45
Hallo mein Wildnisführer,

hast Du den Tee-Thread im Laberforum schon gesehen? :) Zum Thema "Weißer Tee" kannst Du z.B. mal nach "Bai Hao Yin Zhen" googeln.

Nachdem ich jetzt mal die Werte unseres Salzes (Jodsalz mit Fluor) überprüft hab, bin ich doch ziemlich baff: "Natriumfluorid 0,047% - 0,064%"

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, bedeutet das nichts anderes, als dass schon die geringe Menge nur 10 g (oder 10.000 mg) Salz bereits 4,7 - 6,4 mg Fluorid enthält. :o Wenn außerdem 1 Liter Tee im Mittel 2-3 mg Fluorid enthält, ich täglich mindestens 2 Liter davon trinke und ich dann noch das Fluorid aus der Zahnpasta berücksichtige, ...


Man geht davon aus, dass eine Überdosierung von mehr als 6 mg pro Tag über einen längeren Zeitraum zu einer Fluorose führen kann
:roll:

Leicht besorgt,
Corton

Fireburner
05.04.2006, 20:09
hab im Internet folgendes gefunden:


Dr. John Lee (ehem. Vorsitzender des Ausschuss für Umweltfragen, Kalifornien / USA):

„Fluorid ist ein giftiges, von unterschiedlichen Industriezweigen erzeugtes Abfallprodukt. Die Industrie sah sich vollkommen außerstande, all diese Tonnen von Fluorid-Abfall zu entsorgen – jedenfalls solange es keine zweckmäßige Verwendung für dieses Produkt gab. Also hat sich jemand dieses Märchen einfallen lassen, dass Fluorid gut und gesund für die Zähne sein soll.“

ich selbst hab es stest gemieden Fluorhaltige Zahnpasta zu kaufen, bzw. noch nie im Leben benutzt und möchte trotzdem behaupten dass ich recht gute Zähne habe. Genauso meide ich Fluoriertes Salz. Nunja im Tee kann mans wohl nicht vermeiden, aber ich denke wenn man nicht Literweise Tee in sich hineinschüttet wird es einen auch nicht umbringen.

nunja und jetzt steinigt mich :)

Stephan Kiste
06.04.2006, 08:49
Hi Corton,

hast Du schon genügend Tee gebunkert?

http://stern.de/politik/panorama/558377.html?nv=sb

Wird langsam eng, könnte aber Dein Fluorproblem lösen..:-)

Grüße Stephan

Thomas
06.04.2006, 12:02
Im Rahmen der Kariesprophylaxe haben wir im Kindergarten (neudeutsch KiTa) und der Grundschule jeden Tag eine Fluorid-Tablette bekommen.
Was soll ich sagen, noch bin ich am Leben... :roll:
War das in den alten Bundesländern auch so?

Corton
06.04.2006, 13:08
Ähem... also ich find das Thema ja eigentlich nicht so wahnsinnig witzig und wär erfreut, wenn sich hier auch mal ein paar Mediziner und andere Fachleute in die Diskussion miteinschalten könnten.

Wenn eine Menge von 1 mg Fluorid pro Tag bereits zur Kariesprophylaxe ausreicht, frag ich mich, warum in 10g unseres Speisesalzes bereits 4,7 - 6,4 mg enthalten sein müssen. Sind die Hersteller noch ganz bei Trost, das derart hoch zu dosieren? Anscheinend kann bereits eine langfristige regelmäßige Zufuhr von mehr als 10 mg Fluorid (chronische Toxizität) pro Tag u.a. zu einer Skelettfluorose führen. :-?

Unser Trinkwasser enthält zum Glück kaum Fluorid (< 0,05 mg/L), aber die Zahnpasta (Sensodyne) schon wieder 1,35 mg pro Gramm. :-?

Corton

Flachlandtiroler
06.04.2006, 13:13
Frage an die Chemiker: Reden wir da immer von dem gleichen Fluorid? Je nach Kation könnte doch z.B. die Löslichkeit durchaus verschieden sein?

Gruß, Martin

Thomas
06.04.2006, 13:42
In 10g fluoridiertem Speisesalz sind laut Google nahezu einheitlich 2,5mg Fluorid enthalten. Die empfohlene Salzmenge beträgt 5g pro Tag, damit nimmt man 1,25mg Fluorid auf.
So wahnsinnig überdosiert finde ich das nicht.
Dennoch sollte man vielleicht schauen, ob andere Quellen (Mineralwasser, Zahnpasta) nicht bereits ausreichen.
Am Ende steht es jedem frei, Speisesalz ohne Fluorid zu kaufen.

manati1977
06.04.2006, 13:45
Und: Nehmen wir denn das aus der Zahnpasta überhaupt auf?

<OT>Oder isst du die Zahnpasta - Corton?? :)</OT>

Gruß
Thomas *der auch am grübeln ist, ob er zuviel Fluorid zu sich nimmt?*

Corton
06.04.2006, 14:07
In 10g fluoridiertem Speisesalz sind laut Google nahezu einheitlich 2,5mg Fluorid enthalten.
Nein, Thomas, ich hab Dich nicht angelogen und (in weiser Voraussicht (?) :roll:) schon einen Bildbeweis vorbereitet:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/14/182214/1024_3937373934613431.jpg

Glaubst Du mir jetzt? Könnte natürlich gefaked sein... :)

Thomas
06.04.2006, 14:16
Vielleicht sind es ja Volumenprozent. ;)
Hm, wurde da eventuell eine Verordnung verletzt? Gibt es überhaupt eine Verordnung?

Andererseits, wieviel mg Fluorid beinhaltet Natriumfluorid effektiv?
Aus einer Packungsbeilage:
Arzneilich wirksamer Bestandteil: 1 Tablette enthält 0,553 mg Natriumfluorid (entsprechend 0,25 mg Fluorid).

Wenn man das herunterrechnet, passt es wieder, denn dann entspricht die angegebene Menge 2,1 - 2,9 mg Fluorid pro 10g.

Corton
06.04.2006, 14:33
Ahhhh, danke! Jetzt schmeckt der Tee schon wieder besser. 8)

Nicht übertreiben
06.04.2006, 16:39
Na: 23 g/mol
F: 19 g/mol
-------------------
NaF: 42 g/mol mit einem Fluor-Anteil von ca. 45%

Ist also alles nur ungefähr halb so schlimm :wink:

Gruss,
Thorben

Timmey
07.04.2006, 00:23
in den DNA Reparaturmechanismus eingreift. Letzterer ist von entscheidender Bedeutung, weil damit u.a. die Entstehung von Krebs verhindert wird.

Na das klingt doch aber ganz gut oder? :D

timmey

Fireburner
07.04.2006, 19:53
naja ich denke mal damit ist negatives eingreifen bzw. verhindern des reparatursystems gemeint.

marcus
17.04.2006, 15:01
wie immer: Zu Risiken & Nebenwirkungen erschlagen sie ihren Arzt oder Apotheker....

oder so ähnlich.... :bg: mein Doc beantwortet meine fragen immer gern, wenn ich nachfrage....