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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [IT] harte und schöne Cinque Terre - Seekajak + Fotos



Kajaking-Mark
25.02.2006, 22:37
Region/Kontinent: Südeuropa

Hallo zusammen,
bin soeben vom Paddeln aus Cinque Terre (Golf von Genua) zurück.
Das Mittelmeer ist nur im Sommer ruhig, im Winter kann es stürmisch werden.....
und an der 30 Km langen Felsküste von Cinque Terre dann anspruchsvoll.
Dass meine Seekajaktour in den Cinque Terre im Februar keine Spazierfahrt werden wird war mir bereits an der anhaltenden Föhnwetterlage in den Tagen zuvor klar. Ein Norditalientief, Dauerschneefälle während der olympischen Spiele in Turin, eine am Abfahrtstag angesagte Schneemenge von 70-110cm auf der Alpensüdseite sowie ein vorhergesagter 7-er Wind aus Süd-Südwest im Golf von Genua, der auflandig auf der Felsküste von Cinque Terre steht, lies nichts Gutes erwarten.
Ich lud letzten Sonntag trotzdem mein Kajak auf`s Autodach und brach um 4.30 Uhr früh auf. Im Gotthardtunnel kamen mir die ersten Autos mit 30cm Schnee auf dem Dach entgegen. Nach dem Verlassen des Tunnels auf der Südseite des Alpenhauptkamms herrschte weißes Chaos, Lastwagen hingen fest, die Fahrrillen im Schnee waren so tief dass ich mittig aufsetzte und meinen Auspuff schrottete. Diese Schneemassen waren nicht mehr zu räumen. Bis Mailand ging der Schnee langsam in Dauerregen über, immerhin eine Verbesserung – ideales Paddelwetter also. Das Feststecken im Mailänder Berufsverkehr war vergessen als es vor Genua kurz zu regnen aufhörte. So von der Autobahn runter, aus 10 Km sah das Mittelmeer „machbar“ aus. Ich sollte mich jedoch gewaltig täuschen. Als ich nach 7 Stunden endlich in Levanto ankam wollte ich auf den Campingplatz (laut ADAC ganzjährig offen) und mich erst mal an dem 200m Sandstrand „warmpaddeln.“ Der Campingplatz war jedoch “chiuso”. Beim Anblick der wenigstens 2m hohen Dumper, die am steilen Strand herunterbrachen wurde ich kleinlaut. Eine Chance durch die Brandung zu kommen hätte theoretisch entlang einer Kaimauer bestanden, aber wo dann in diesem mir unbekannten Gebiet wieder anlanden ? Ich erfuhr von einem Arbeiter, dass in einem 15 Km entfernten Dorf ein Campingplatz offen hätte. Nach endlosem Serpentinengeschlängel kam ich an eine Betonsiedlung mit geschlossenen Fassaden die im Salznebel lag - was wieder nichts Gutes erwarten ließ. Erneut verschlug es mir beim Anblick der Brandung die Sprache. Ich will kein Seemannsgarn spinnen – ob die sich steil aufbäumenden und dann in sich zusammenfallenden Dumper nun 2 m oder 3 m hoch waren, - ein Spaziergänger sah vor diesen Wellenbergen klein aus -, ich habe noch nie so hohe Wellen gesehen, weder am Mittelmeer noch am Atlantik, an der Nordsee, im roten Meer, im indischen Ozean oder sonst wo. Lange bestaunte ich dieses Naturspektakel. Ein Korridor mit etwas niedrigerer Brandung, und ein Rhythmus mit einer Phase kleinerer Wellen war zwar für Sekunden zu erkennen, aber selbst wenn es mir gelänge rauszukommen, würde ich es nie schaffen da heil wieder anzulanden. Von hinten von so ein einem Dumper begraben zu werden, mit reellem Verletzungsrisiko... das Meer sprach eine deutliche Sprache, das war eine Nummer zu hart für mich.
In diesem verlassenen Nest abhängen bis sich das Meer beruhigt hat... diese Option missfiel mir, so dass ich mich gemäß der bayrischen Lebensphilosophie „a bisserl was geht immer“ an einen Reiseführer erinnerte, in dem ich gelesen hatte, dass irgendjemand (es war Napoleon) gesagt hatte, die Bucht von La Spezia sei der beste Naturhafen der Welt. Ein Blick in die Karte gab Gewissheit, durch die geschützte Lage müsste es möglich sein mich leeseitig auf die vorgelagerten und fast unbewohnten Inseln mit ihren Badebuchten zu schleichen wo ich auch wild zelten könnte. Wäre nur noch das Parkplatzproblem. Also noch mal auf die Autostrada. In La Spezia tobte ein Unwetter, so dass das Autofahren Motorbootfahren glich, dann kamen noch Blitz und Hagel dazu. Bei diesem Wetter hatte ich es nicht mehr so besonders eilig, stellte mich in Portovenere auf einen Parkplatz und wartete das Gewitter ab. Das ist jetzt definitiv nicht übertrieben, aber das stehende Auto wackelte von den Donnerschlägen.
Als das Wetter etwas besser wurde schlenderte ich durch die verwinkelten Gassen dieses alten Fischerdorfes, das im Sommer als Touristenfassade clever vermarktet und um diese Jahreszeit von ein paar Handwerkern, Alten, Anglern, Kindern und auch ärmeren Italienern bevölkert wird. Unter der auf einem umbrandeten Felsen errichteten Kirche San Pietro zerstob die Dünung und drückte zwischen der gegenüberliegenden Insel Palmaria noch höhere Wellen in die Bucht von La Spezia. In dieser Meeresenge herrschte aufgrund beiderseitiger Wellenreflexion und Clapotis ein tosendes Chaos:

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Ich nahm die Ausstrahlung dieser strengen Seefahrerkirche in mir auf und disziplinierte das Kind, die Eitelkeit und die Geltungssucht in mir, hier keinen Unsinn zu machen und da rein zu paddeln. Vielleicht ist ja nicht das Meer als solches sondern der Paddler gefährlich (!?).Auf dem Foto erkennt man am Horizont die hereinlaufende Dünung. Wenn man die Höhe der Kirche mit etwa 15 – 20 m annimmt, kann man in etwa die Wellenhöhe abschätzen:

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Ein größeres Fischerboot nahm Kurs auf die Meerenge und begann in sehr weiter Entfernung, als die auslaufenden Wellen noch lächerlich klein aussahen, immer ärger zu stampfen und drehte bald bei.
Also blieb mir nicht anderes übrig als mich auf der Leeseite der Insel Palmaria entlangzuschleichen und mich von einem Kap zum nächsten zu tasten. Früh kam mir ein Fischer entgegen und deutete per Hand Wellenbewegungen an. So paddelte ich in der Dämmerung entlang der Insel, nachdem ich mein Auto auf der Straße abgestellt hatte, da ein Parkhaus pro Tag 18.-€ gekostet hätte. Da ich keine Diebstahlversicherung habe, könnte dies am falschen Ende gespart sein.....wenigstens kettete ich Gaspedal und Lenkrad zusammen.
O.k. ein Schlafsplatz auf einem halbwegs geraden Felsen war auf Palmaria wegen der Gischt zwar nicht drin,

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dafür aber einer auf abschüssigem Kies:

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Von dem wenigen Schlaf war ich etwas unkonzentriert und brannte mit der Gaslaterne erst mal ein Loch in das relativ neue Zelt. So was passiert halt, dachte ich mir, nur sollte man den gleichen Fehler nicht zweimal machen. Ich wollte noch etwas lesen, schlief jedoch neben der brennenden Gaslaterne ein, als ich durch den Geruch verkokelten Plastiks erwachte: Ich träumte nicht von Frau Holle, die durch das Zelt fliegenden Daunenfedern waren leider real. Ich hatte ein ca. pfirsich-großes Loch in meinen neuen Daunenschlafsack gebrannt. Kein Klebeband und kein Nähzeug dabei, jede Bewegung des Schlafsacks erzeugte den Ausstoß einer Wolke bester Gänsedaune. Die gründlichen Schweizer hatten in den Häringsbeutel des Exped-Zeltes Ersatzstoff - und diesen auch noch selbstklebend - beigefügt. Dieser dichtete das Loch perfekt ab.
Das Meer hatte sich über die Nacht beruhigt. Laut Wetterbericht waren jetzt zwar zwei regnerische, aber windärmere Tage vorhergesagt, so dass ich theoretisch die Felsküste der Cinque Terre entlangpaddeln könnte. Ich umrundete die Insel Palmaria, wobei vom Vortag immer noch einiges Geschaukel angesagt war. Die „alte“ Dünung von gestern wurde von den Felsen reflektiert und lief in schnellen kleinen Wellen zurück aufs Meer.

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Die Meerenge bei San Pietro, die am Vortag noch so bedrohlich aussah war nun gefahrlos passierbar.

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Die Rottöne der Roccia Cava bildeten einen schönen Kontrast zum türkisen Meer.

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Nach 15 Km, auf denen definitiv kein Anlanden möglich ist,

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kam als erstes Dorf der “Cinque Terre” Riomaggiore:

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Im Schutz einer vorgelagerte Kaimauer konnte ich mal durchschnaufen, was trinken, fotografieren etc., ggf. auch notfallmässig anlanden, aber definitiv nicht wildzelten. Wenn es überhaupt Campingplätze gibt, dann mehrere Kilometer im Landesinneren mit einigen hundert Höhenmetern dazwischen. Wer will da sein Boot raufschleppen ?

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Nach weiteren 10 Km, in denen höchstens Leitern und Treppen zum Meer führen, kommt Monterosso al Mare, der einzige Ort der Cinque Terre Dörfer, der einen Sandstrand von etwa. 200 – 300m hat. Da das knappste Gut dieser Gegend Platz zu sein scheint, ist jeder Meter dieses Sandstrands mit Badekabinen und Seebädern zugebaut. So war ich froh am Ortsrand ein paar m² Kaimauer zu ergattern.

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Ich kochte meine täglich Pasta Cozze zur Hälfte mit Meerwasser. Bei genauerer Analyse der Umgebung wurde mir nach dem Essen klar, dass das neben meinem Zelt ins Meer laufende Rohr der Abfluß der örtlichen Kläranlage war. Die Pasta war dennoch köstlich. Da mein Biwakplatz zwischen herumliegendem Müll und Kläranlage auch bei den Einheimischen wenig beliebt zu schein schien, konnte ich mein ganzes Equipment liegen lassen und in der winterlichen Verlassenheit eines italienischen Badeortes flanieren.

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Der dauernde Regen, das dumpfe Rauschen des Meeres, die klebrige Salzluft und die Verlassenheit des Ortes erzeugten eine traurig-schöne Stimmung, die im Kontrast zur heiteren Ausgelassenheit der wenigen Einheimischen stand. Ich wollte mir irgendwo einen Schluck Whisky gönnen, kaufte mir dann aber ein Fläschchen des ortsüblichen Limonenschnaps. Ich lag im Zelt, mein Glück für heute Abend waren 2m flacher Untergrund. Der Limonenschnaps schmeckte in meinem Mund wie süße Zitronen, wobei ich im Schlafsack weiter schaukelte und schwankte.
Am nächsten Tag zog eine Regnfront nach der anderen durch, es gelang mir gerade noch zwischen zwei Schauern das Zelt abzubauen und alles wasserdicht zu verpacken. Da ich nur 4 Tage Zeit hatte und der Wetterbericht für morgen erneut Windstärke 6 allerdings aus Osten vorhergesagt hatte, beschloss ich zurückzupaddeln. Entferne ich mich noch einen Tag weiter vom Ausgangspunkt müsste ich anschließend 2 Tage bei jeglichem Wetter zurückpaddeln, was mir bei diesen unberechenbaren Bedingungen zu gefährlich erschien.
Beim Rückweg war deutlich weniger Clapotis, so dass ich die Häuser von Vernazza, die wie bunte Bonbons am Hang klebten ruhiger betrachten konnte:

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Die bunten Häuser, die früher von Fischern in den verschiedensten Farben gestrichen wurden, damit jeder bereits vom Meer aus das Haus seiner Süßen erkennen konnte, sind heute im Sommer die Attraktion deutscher und schweizerischer „Individualtouristen“. Der Platzmangel bewahrte die Dörfer bislang vom Massentourismus, allerdings macht er sich auch in knackigen Preisen für Zimmer und Parkplätze bemerkbar. Die Wanderwege zwischen den Dörfern entlang der Steilufer sind gut ausgebaut und eindrucksvoll, verlangen aber einiges an Höhenmetern. (Wobei ich nicht weiß wie viele Höhenmeter sich mit meinem Geschaukel summierten)

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Die tiefe Bewölkung lichtete sich rasch und es trat das ein wonach ich mich die ganze Zeit sehnte, weswegen ich die Reise überhaupt unternahm: Es war das Erlebnis dieser Elemente, des türkisen Meeres, des azurblauen Himmels und der leichten Brise im Gesicht, dazu der Salzgeruch, das war das was ich beim Seekajakfahren suche, nicht mehr (Meer) aber auch nicht weniger. Blinkende Lichtpunkte fuhren mit dem Wind über das Wasser, drehten sich und wurden am Horizont zu einem gleißenden Streifen weißen Lichts:

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Der Blick zurück lies das im Golf von Genua festsitzende Tief erkennen, vor mir lag die schöne Küstenlinie der Cinque Terre.

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Das Mittelmeer schimmerte abends in verschiedenen violett-, platin-, rosa- und Türkistönen. Der Himmel zauberte ein Farbenspiel aus Orange und Blau, ich konnte mich in diesem Zauber der Farben und der endlosen Weite am Horizont verlieren.

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Die Zeit war mir egal, ich paddelte im Dunkeln zu einer unbewohnten Insel und suchte nach einem Platz zum anlanden, konnte aber nur verfallene Hafenmolen erkennen.

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Deswegen paddelte ich weiter zu der mir bereits bekannten Insel Palmaria. Am nächsten Tag umrundete ich diese unbewohnte Insel und erfuhr dass sie militärisches Sperrgebiet ist und nur zweimal pro Jahr betreten werden darf. Da am morgen ständig Militärboote vorbeifuhren (La Spezia ist der größte Marinestützpunkt Italiens) hätte es garantiert Ärger gegeben, wenn die mich dort mit meinem Zelt entdeckt hätten. (Al Quaida im Kajak ? CIA ? Guantanamo ?)
Auf Palmaria hatte ich vorgestern etwa 30m Sandstrand gesehen, die ich jetzt im Dunkeln jedoch nicht mehr wiederfand. Eine rein akustische Orientierung im Dunkeln um anhand des Meeresrauschens zwischen Sand- und Felstrand zu unterscheiden gelang mir nicht. So landete ich mehr oder weniger unbewusst wieder an der Stelle an der ich vor 2 Tagen campiert hatte. Der Fels war diesmal trocken und am nächsten morgen bot sich beim Öffnen der Apsis eine schöne Aussicht:

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Am Vorabend hatte die Gaslampe in den Felsen fast „Gaslightclub“-Atmosphäre erzeugt, so dass ich über den erlittenen Verlust meines Hutes hinwegsah. (Ich hatte ihn gestern kurz auf der Spritzdecke abgelegt und ihn einfach vergessen). In dieser „Club-Stimmung freute ich mich gerade auf ein stimmungsvolles Pastaessen als ich feststellte, dass ich auch den Brenner meines Kochers verloren hatte. (Ich war am Morgen im Regen darübergestolpert). Statt Pasta gab`s dann halt Fischbrötchen mit Prinzenrolle und Bier. Aarrrghhhh! Ohne Hut konnte ich gut leben, aber der kaputte Kocher wurde bei der hereinbrechenden Kälte zum Killerargument. Wie im Wetterbericht vorhergesagt fegte heute ein kalter 6-er Ost vom schneebedeckten Apennin herab, der in Fallböen ablandig von den Klippen wehte:

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Ich genoss noch einen Tag, in dem ich langsam die vorgelagerten Inseln entlangschlenderte und die Möwen in den senkrechten Felsen beobachtete:

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Die Fallböen kamen unberechenbar von den Felsen herunter, mal von hinten und – mir zunächst rätselhaft nach 30 sec. wieder von vorn und umgekehrt. Eine Windrichtung war gar nicht mehr auszumachen.
Da der Wind ablandig kam war das Meer relativ ruhig, dennoch forderten die plötzlich einfallenden Böen ständige Wachsamkeit. Zweimal musste ich offene Meerespassagen zwischen den Felswänden queren, durch die der Ostwind wie durch eine Düse verstärkt wurde. Ich stellte mich dort auf ordentlich Wind ein. Dieser kam auch, allerdings nicht am Stärksten in der offenen Passage, sondern vorher, als der Wind im 90° - Winkel um die Kaps fegte. Zuletzt musste ich wieder durch die Meerenge bei San Pietro durch die der Ostwind jetzt ablandig fegte. Wie beschrieben war er noch im Windschatten der Felswände um die er im 90°-Winkel blies am heftigsten, so dass ich auf der Stelle paddelte. Teilweise waren die Böen so hart, dass ich das Paddelblatt nicht mehr rausnehmen konnte und stützend warten musste, bis die heftigste Böe durch war. Irgendwann erreichte ich erleichtert die Bucht von Portvenere und war froh dass ich mein Auto sogar ohne Strafzettel (kostenpflichtiger Parkplatz, Stunde 1.40 €) wiederfand. Es war mir danach ein inneres Bedürfnis nochmals die Kirche von San Pietro aufzusuchen und dafür dankbar zu sein, diese Tour bis auf einige Materialschäden und –Verluste heil überstanden zu haben.

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Von der Kirche hatte ich nochmals einen schönen Blick auf die Küste von Cinque Terre wobei sich auch das Rätsel der Fallböen klärte: Es war gut erkennbar, wie sie von oben auf das Meer herabfielen und sich wie ein Schwall Wasser kreisförmig ausbreiteten. In Abhängigkeit davon, wo man sich gerade auf der sich kreisförmig ausbreitenden Fallböe befindet, kommt der Wind dann einmal von vorn und im nächsten Moment wieder von hinten etc.

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Paddlerisches Fazit: Vor allem bei Wind aus Süd über Süd-West bis West im Golf von Genua (auch am Vortag) kann sich in den Cinque Terre eine Brandung aufbauen, die an den wenigen steilen Sandstränden zu Dumpern und an den Felswänden zu chaotischer Clapotis führt, die nicht unterschätzt werden sollte. Ein Anlanden ist dann über Strecken von 10 – 15 Km nicht mehr möglich. Da ebener Platz äußert knapp ist, ist Wildzelten in der Saison sehr konfliktträchtig. Campingplätze direkt am Meer gibt es in keinem der fünf Dörfer, die nächstgelegenen sind in Levanto und Deiva Marina.

Sea You Mark

Nicki
26.02.2006, 11:39
Immer wieder Toll , deine Touren, Berichte und Bilder .

Folko

Ranger
27.02.2006, 15:26
Wow, wirklich toll!

Ich war vor ca. 2 Jahren auch mal dort unterwegs allerdings zu Land. Sehr schöne Gegend!

Grüße

Kajaking-Mark
27.02.2006, 21:45
Hallo Folko, hallo Ranger,

danke für eure Antworten.

@ Folko: tolle Fotos Deiner Pyrenäenquerungen, Danke dafür.

@ Ranger: Wie war`s in den Cinque terre zu Fuß ? Wie war`s dort mit den Höhenmetern (nicht weil ich ein Weichei bin, aber ich müßte dort meine 15 Kg schwere Tochter über weite Strecken tragen, was bei den hohen Stufen auf die Dauer in die Knie geht). Wo hast Du übernachtet ? Wann warst Du da ? War es recht überlaufen ? Wie waren die Preise ?
Da ich auch mal mit meiner Frau und meiner Tochter da hin fahren will. fragte ich in Monterosso al mare nach einem Zimmer bei einem handgemalten Holzschild mit "Rooms drauf. Die wollte 90.-€/nacht für uns 3 , das ist mir defintiv zu teuer. Hast Du Tips ? Oder warst Du zelten ?

Grüße und Sea You
Mark

Ranger
27.02.2006, 22:34
Wie war`s in den Cinque terre zu Fuß ?

Leider nein, ich war damals zusammen mit meiner Freundin dort. Wir sind damals mit dem Auto von der Toskana bis nach Barcelona gefahren und eher zufällig auf den Nationalpark gestoßen. Wir waren auch nur 3 Tage dort aber es war einer der schönsten Plätze!


Wie war`s dort mit den Höhenmetern

Wie gesagt, so viel hab ich nicht gesehen. Zur Küste hin ging es eigentlich immer steil hinunter und sonst ists halt hügelig.


Wo hast Du übernachtet ?

Wir haben immer im Auto geschlafen, auf irgendwelchen Parkplätzen.


Wann warst Du da ? War es recht überlaufen ?

Mitte Juli. Ich habe es nicht als sehr überlaufen empfunden. Die Preise für Essen und Trinken waren so wie überall dort unten. Zur Übernachtung in Pensionen oder Hotels kann ich leider nix sagen. Wir waren halt ohne großes Budget unterwegs. Kann mich zwar nicht mehr genau an Campingplätze erinnern aber die waren etwas von den Küsten und Dörfern entfernt.

Monterosso ist wirklich ein Traum, einfach wunderschön romantisch. Dort will auf jeden Fall wieder hin.

Grüße Ranger

Master_of_Disaster
27.02.2006, 23:29
Hi

Krasser bericht. Find ich toll

@ Kajaking Mark Wie lange hast du gebraucht das zu Posten? :confused:

MfG
Max :wink: