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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : KOchen im Zelt, Vergiftungsgefahr etc.



JR
06.02.2006, 11:09
Hi

ich hab zwar schon die suche bemüht, aber irgendwie finde ich keien konkreten antworten :)


Kochen im Zelt...stellen wir uns vor, es regnet wie Hölle, das kompl. Zelt is verrammelt...wir haben Hunger, soll vorkommen.

Also packe ich meinen Kocher aus (Gas) und fange gemütlich an, wie groß is die Chance das ich mein Essen fertig bekomme, bevor ich zwecks kohlenmonoxid vergiftung wegschlummere!?

Spaß beiseite, wie ernst is dieses Problem?

Vielleicht würde ich auch gerne mal nachts bissle "heizen" bevor wir schlafen gehen etc.! ABer würde gerne am nächsten morgen net mit kirschroten lippen gefunden werden :)

Grüße

Joe

Indi
06.02.2006, 11:19
ich denke die sicherste Methode wäre in der Apsis zu kochen oder zumindest die "Türe" geöffnet lassen damit genug Luftzirkulation möglich ist.

gregi
06.02.2006, 11:26
Hallo

ich glaub die Gefahr einer Vergiftung besteht nicht, da ein Innenzelt Luft durchlässig ist (merkt man am Kondenswasser auf der Innenfläche vom Außenzelt). Und das Außenzelt schließt ja unten nicht ab.

Ansonsten würdest du wahrscheinlich schon ersticken, wenn du ne Nacht da drin schläfst.... :shock:

Die Gefahr, daß dir das Zelt abfackelt ist viel größer - darum koch ich bei Regen nur in den Apsiden...

gregor

Indi
06.02.2006, 11:38
vergiß es! Darauf würd ich mich nicht verlassen!

Kanem
06.02.2006, 12:37
Er wäre bestimmt nicht der erste, der in einem geschlossenen Zelt kocht. Ich hab bisher noch nie gehört, dass jemand in seinem Zelt erstickt wäre. So ein dichtes Zelt muss erst noch erfunden werden, dass sich darin eine tödliche Konzentration CO ansammeln kann.
Und so viel Kohlenmonoxid liefert so ein Brenner gar nicht. CO entsteht eigentlich nur bei Verbrennung unter Sauerstoffmangel, was bei einem normalen Brenner normalerweise nicht der Fall ist

Lodjur
06.02.2006, 12:41
Hi, wenn du mit Gas kochst entsteht so gut wie kein Kohlenmonoxid ,CO. Das entsteht nur bei unvollstaendiger Verbrennung. Also wenn du z.B. einen kokelnden Hoboofen benutzen wuerdest der mit Holz befeuert wird. Bei der Verbrennung von Gas ensteht Kohlendioxid also CO2 und Wasser. Das Wasser findeste als Kondensat an den Zeltwaenden wenn es draussen kalt ist und CO2 ist schwerer als Luft und sinkt zu Boden. Da muessteste also in einem Loch hocken und lange lange kochen um das aufzufuellen. Ich denke in einem Zelt ist die Gefahr sich mit CO2 zu vergiften vernachlaessigbar. In einem richtig gebauten Iglu saehe das anders aus.
CU Bernd

Indi
06.02.2006, 12:49
Aber wenn er z.B. morgens Teewasser aufsetzt und sich hinliegt... ich würd halt bisl offen lassen.. gesund ist es sicher nicht auch wenn nicht unbedingt tödlich.

Stephan Kiste
06.02.2006, 12:59
Hi,

da das Gas ja immer Lust hat sich mit der Umgebung auszugleichen,
und es kein ( ausnahmen solls immer geben :wink: ) gasdichtes
Zelt gibt sollte der unangenehme Geruch des Gaskochers von alleine für eine Belüftung sorgen, befor Du Probleme bekommst.
Zudem würde ich nicht im Zelt kochen und pennen wegen der Brandgefahr, aufgepasst!
Kommt natürlich immer auch auf das Zelt an, bei dem neuen Atlas hätte ich da gar keine bedenken 8)

Grüße Stephan

Erny
06.02.2006, 13:42
Aber wenn er z.B. morgens Teewasser aufsetzt und sich hinliegt... ich würd halt bisl offen lassen.. gesund ist es sicher nicht auch wenn nicht unbedingt tödlich.

Also ich weiss nicht. Immerhin sind schon viele erfroren, aber kaum einer erstunken. :bg:

Många hälngingar

Indi
06.02.2006, 13:57
Oh Leute ...entschuldigt dass ich ihm einfach nicht raten kann und will im Zelt zu heizen bzw. zu kochen.... kann ja sein das nix passiert.. aber ich würd´s halt nicht.. wofür ist die Apsis da?

Was wenn nachher doch was passiert? Ich brauch mir dann keine vorwürfe machen.

LG, Michael

Thomas75
06.02.2006, 14:28
Ich würd auf jeden Fall nur mit geöffneten Lüftern kochen oder heizen. Warm wird's trotzdem.
Mal abgesehen von einer möglichen Kohlenmonoxidvergiftung: beim Kochen veringerst Du auf jeden Fall den Sauerstoffanteil der Luft und erhöhst den Kohlendioxidanteil. Macht sich z.B. durch Müdigkeit und Kopfschmerzen bemerkbar.

Zwiebelforscher
06.02.2006, 15:29
ich würde schon aus dem grund in der apsis oder mit geöffneten "türen" kochen,w eil der beim kochen entstehende wasserdampf mich nerven würde muss ich sagen. im zelt is die luft schon schlecht genug^^

kannst natürlich auch einfach n schokoriegel essen :P

hikingharry
06.02.2006, 15:53
Für mich wäre es der Supergau, im Innenzelt zu kochen, und den Topf z.B. mit Gulaschsuppe oder Curryreis umzustoßen, oder kochendes Wasser auf Ausrüstung oder den Zeltboden zu vergießen.

Man setzt sich nur mal schnell um, die Isomatte bewegt sich und .... :bash:, daher koche ich immer in der Apsis, oder irgendwo außerhalb.

Gruß hikingharry

Erny
06.02.2006, 16:02
Oh Leute ...entschuldigt dass ich ihm einfach nicht raten kann und will im Zelt zu heizen bzw. zu kochen.... kann ja sein das nix passiert.. aber ich würd´s halt nicht.. wofür ist die Apsis da?

Was wenn nachher doch was passiert? Ich brauch mir dann keine vorwürfe machen.

LG, Michael

Ist ja gut. Aber mal ganz ehrlich. Selbst wenn draussen kaum ein Luefchen weht, glaube ich kaum, dass, nur weil man sich was zu essen kocht, gleich was passiert. So ein Zelt ist ja nicht luftdicht. Und so lange kocht man ja nicht. Ich hätte da auch schon mehr Panik, alles zu veschuetten, bei irgend einer Bewegung. Ich wuerde alleine schon aus dem Grund immer die Absis nehmen (bei miesem Wetter). Ansonsten sowieso draussen.

Gruss

Erny

Master_of_Disaster
06.02.2006, 16:09
Im Zelt zu Kochen würde für mich schon allein wegen der Brandgefahr nicht in frage kommen.

MFG
Max :wink:

Hessel
06.02.2006, 16:46
hi,
in den letzten 20 jahren habe ich mir noch nie diese wichtige frage gestellt, vielleicht deshalb:
- bevor der sauerstoffvorrat im zelt verbracht ist, ist der wasserdampf im zelt gut genug für kiemenatmung
- ein lüftchen kommt von außen in jedes zelt
- kochen und essen im zelt führt eher zu bekleckerten textilien als zum hausbrand, dennoch: vorsicht ist die mutter porzellankiste
- es gibt zelte, in denen kann man feuer machen und es gibt zelte, in denen ich wegen mangelnden platzes nicht koche
es ist noch keiner erstunken!
viele grüße
hessel

Hannes1983
06.02.2006, 17:24
Hi,

ich hab letztes Wochenende auch das erste Mal in meiner Apside gekocht. hab einfach die Lüftung am Eingang ein bisle aufgemacht. Und von Erstickung konnte ich nicht reden. Lediglich als das Benzin anfangs noch ein bisle ruste, war ein Benzingeruch riechbar.

Gruß Hannes

Nicht übertreiben
06.02.2006, 17:49
Ich hab schon ziemlich viele Stunden im Zelt gekocht, allerdings immer in der Apside. Selbst wenn der Spalt zwischen Zelt und Boden sorgfältig mit Snowflaps und Schnee verschlossen war, wurde die Luft eigentlich nie knapp. Lüfter macht man natürlich auf, wozu hat man sie sonst und außerdem regnet es ohne nicht nur draußen sondern auch innen.

daxy
06.02.2006, 18:33
http://www.wabnig.net/Der%20Tod%20im%20Zelt.txt

hier einige infos zum kochen im zelt

daxy

JR
06.02.2006, 18:51
super, vielen dank für die vielen antworten!

kochen werde ich nach möglichkeit eh immer außerhalb oder in der abside...groß genug is die allemal :)

geht eher um den "notfall" :)


DANKE an alle :)

Stephan Kiste
06.02.2006, 19:37
Hi Daxi,

hab gerade mal gegoogelt, warum haben alle expeditionen Gas als Brennstoff?


Grüße Stephan

Waldhoschi
06.02.2006, 19:39
Hossa. Ich koche seit jeher mit meinem Benzinkocher im Gossamer. Beim Vorheizen musst du darauf achten, dass du einen Topf oder etwas ähnliches über den Kocher hälst, dass hochschlagende Stichflammen die Zeltdecke nicht erreichen können. NAtürlich muss die Lüftung offen sein. Es geht nicht um wärme, sodnern ums kochen. BEi Gaskochern wäre ich persönlich vorsichtiger, weil sie eine ganz andere Stichflamme "schmeißen" wenn sie umfallen. Klar, eigentlich nur eine Notlösung, wenn draußen zu viele Mücken sind oder es regnet.

Vor dem Zelt sitzen ist viel gemütlicher ;)

Norbert
06.02.2006, 20:45
Hier (http://www.spiritburner.com/backpacker_stove_safety.htm) (englisch) ist noch interessante Lektüre zum Thema CO-Vergiftung durch Kocher.

Gruß,

Norbert

daxy
06.02.2006, 21:22
Hi Daxi,

hab gerade mal gegoogelt, warum haben alle expeditionen Gas als Brennstoff?


Grüße Stephan

habe nicht alle.
zb am Mc Kinley haben alle benzin, da man gas mit dem flugzeug nicht mitnehmen darf.
ansonst brennt gas leichter in der hoehe und die kartuschen sind leichter als die benzinkanister.

Indi
06.02.2006, 21:44
Ich dachte Gas brennt in der höhe schlechter?

LG, Michael

daxy
06.02.2006, 21:50
butan/propan mischung nicht

Nicht übertreiben
06.02.2006, 22:26
Je höher man kommt, desto geringer der Luftdruck und damit vergrößert sich die Differenz zwischen Kartuscheninnendruck und Außen, sprich das Gas stömt leichter raus. Das kompensiert den negativen Einfluss der Kälte. Zudem ist Gas einfach zu bedienen (Schlechte Koordination durch Höhe) und leichter als Benzinkocher.

Stephan Kiste
06.02.2006, 22:29
thanks...
grüße
Stephan

Dieter
07.02.2006, 08:34
Hallo,

ich koche seit Jahren mit Gas und eigentlich immer im Zelt. Habe also an die 500 mal im Zelt gekocht. Island ist sehr windig und das Wetter oft genug schlecht. Die Apsis habe ich dabei auch nie benutzt. Meist öffne ich das Innenzelt zur Apsis hin und öffne die Lüftung des Außenzeltes leicht. In erster Linie damit der Wasserdampf vom Kochen entweichen kann.

Wenn das Zelt vorher naß eingepackt wurden und nach dem Aufbauen das Innenzelt feucht ist reicht, daß man den Gaskocher ein paar Minuten anhat und schon ist das Innenzelt trocken. Wichtig ist, daß man ein rutschfestes Brett (Speckbrett) als Unterlage für den Kocher hat. Es gab nie Probleme damit und umgefallen ist mir auch noch nie was.

Ich habe immer alle Zeltler bemittleidet die in Regen und Sturm vor ihrem stinkenden und rußenden Benziner kauererten und diesen regelmäßg Stichflammen produzierend anwarfen :ill:

Hier ein Blick in meine Zeltküche.
http://www.isafold.de/vatnajokull04/img_kueche.htm
Da das Zelt auf Schnee steht, habe ich zwei Brettl im Einsatz :)
Das Hoz ist rutschfest, isoliert den Zeltboden vor der Strahlungswärme und verteilt den Druck.

Dieter :old:

Waldhoschi
07.02.2006, 14:33
Ich habe immer alle Zeltler bemittleidet die in Regen und Sturm vor ihrem stinkenden und rußenden Benziner kauererten und diesen regelmäßg Stichflammen produzierend anwarfen

Da muss es sich um einen Juwel oder Optimus gehandelt haben :motz:

BEnziner an die Macht°! :bg:

daxy
07.02.2006, 16:57
habe sowohl im als auch außerhalb gekocht.

wenn es draussen -50° grad hat und schneesturm, dann bleibt einem wohl nichts anderes uebrig.
haben meist eine kleine oeffnung in die apsis offen gelassen.
aufpassen muss man nur beim anzuenden von benzinkocher wegen der stichflamme.
habe schon einmal ein loch in das innenzelt dabei produziert :cry:

Thomas75
08.02.2006, 09:16
Ich habe immer alle Zeltler bemittleidet die in Regen und Sturm vor ihrem stinkenden und rußenden Benziner kauererten und diesen regelmäßg Stichflammen produzierend anwarfen

Da muss es sich um einen Juwel oder Optimus gehandelt haben :motz:



Was soll das denn heissen??? Wenn ich meinen Optimus ordentlich vorheize, dann brennt er wie eine Eins, ohne zu stinken, ohne zu russen, ohne Stichflammen und ohne das Geräusch eines startenden Düsenjets! Sowohl im Zelt als auch draussen.
:)

Waldschreck
08.02.2006, 13:55
Mit meinem Trangia Spirituskocher habe ich auch immer im Zelt
gekocht. Das Zelt hatte Pyramidenform mit entsprechender Belüftung
an den Eingängen und in der Spitze. Null Probleme und schön warm :lol:

Waldhoschi
08.02.2006, 14:52
Spirituskocher im Zelt sind mal eklig. Spiritus verbrennt fast nier vollständig und das brennt in Lunge und in den Augen... bäbä ;)

Erny
08.02.2006, 15:01
@ Vivalranger

Du magst ja im Grunde recht haben. Aber eigentlich ist ein Zelt nich luftdicht, so dass - zumindest ich, noch keine Probleme damit hatte. Wobei ich eigentlich finde, dass beim Trangia das Zeug relativ gut verbrennt.

Vielleicht habe ich aber auch keine grossen Probleme, weil ich bis jetzt noch kein 5-Gängemenue im Zelt gebrutzelt habe. Mal schnell Nudel- oder Reiswasser aufkochen, vielleicht noch Wasser fuer´n Tee. Fuer mehr hat es nie gereicht.

Gruss

Erny

ThomasMerten
09.02.2006, 15:04
Moin moin!

Das ist so eine Frage, die natürlich ständig bei uns aufläuft. Dazu hätte ich folgende Dinge zu sagen:

Bei der Verwendung eines Kochers im Zelt entsteht Kohlendioxid. Erst wenn der Sauerstoffgehalt im Zelt weit verbraucht ist, entsteht Kohlenmonoxid. Das ist a. Klugscheißerei von mir :wink: und b. nicht ganz uninteressant, weil CO auch noch brennbar ist. Stellt sich aber die Frage, ob Dich das bei dem geringen O2-Gehalt im Zelt überhaupt noch interessiert :wink:

Ich frage mich immer: warum müssen eigentlich alle immer im Zelt kochen? Ich bin natürlich kein Messner, Koche nicht in der Steilwand oder auf dem Gipfel des Brockens. Blizzards und Sandstürme sind da sicher eine Ausnahme. Aber da rennt man nun den ganzen Tag unter widrigsten Bedingungen durch die Gegend, erträgt Regen und Wind, kann man da nicht eben 30 Minuten im Regen bleiben und seine Suppe kochen und dann mit dem dampfenden Futternapf im Zelt verschwinden? Sie wird umso besser munden.

Kochen im Zelt ist in vielerlei Hinsicht ungünstig: noch mehr Feuchtigkeit im Zelt, Gefahr von Verbrennungen (umkippende Töpfe oder ganze Kocher), Gefahr durch Vergiftung von CO2 (davon atmet man in der Nacht eh schon genug ins Zelt), Gefahr durch Sauerstoffunterversorgung etc. blä blä.

Herzlichen Gruß,

Thomas

Markus K.
10.02.2006, 09:27
Moin moin!

Das ist so eine Frage, die natürlich ständig bei uns aufläuft. Dazu hätte ich folgende Dinge zu sagen:

Bei der Verwendung eines Kochers im Zelt entsteht Kohlendioxid. Erst wenn der Sauerstoffgehalt im Zelt weit verbraucht ist, entsteht Kohlenmonoxid. Das ist a. Klugscheißerei von mir :wink: und b. nicht ganz uninteressant, weil CO auch noch brennbar ist. Stellt sich aber die Frage, ob Dich das bei dem geringen O2-Gehalt im Zelt überhaupt noch interessiert :wink:

Ich frage mich immer: warum müssen eigentlich alle immer im Zelt kochen? Ich bin natürlich kein Messner, Koche nicht in der Steilwand oder auf dem Gipfel des Brockens. Blizzards und Sandstürme sind da sicher eine Ausnahme. Aber da rennt man nun den ganzen Tag unter widrigsten Bedingungen durch die Gegend, erträgt Regen und Wind, kann man da nicht eben 30 Minuten im Regen bleiben und seine Suppe kochen und dann mit dem dampfenden Futternapf im Zelt verschwinden? Sie wird umso besser munden.

Kochen im Zelt ist in vielerlei Hinsicht ungünstig: noch mehr Feuchtigkeit im Zelt, Gefahr von Verbrennungen (umkippende Töpfe oder ganze Kocher), Gefahr durch Vergiftung von CO2 (davon atmet man in der Nacht eh schon genug ins Zelt), Gefahr durch Sauerstoffunterversorgung etc. blä blä.

Herzlichen Gruß,

Thomas


Morjä Thomas,

Es geht ja nicht nur um das Abendessen nach der Tour, sondern auch ums Frühstück.
Wenn Du die ganze Nacht im warmen Schlafsack liegst, und es draussen unwirtlich, kalt, kühl oder ähnliches ist, bist Du froh, wenn Du Deine Füsse noch ein weilchen im warmen Schlafsack und den Hintern auf der warmen Isomatte lassen kannst. Dann ist halt Frühstückmachen im Zelt angesagt.


Gruss Markus

ThomasMerten
10.02.2006, 09:51
Es geht ja nicht nur um das Abendessen nach der Tour, sondern auch ums Frühstück.
Wenn Du die ganze Nacht im warmen Schlafsack liegst, und es draussen unwirtlich, kalt, kühl oder ähnliches ist, bist Du froh, wenn Du Deine Füsse noch ein weilchen im warmen Schlafsack und den Hintern auf der warmen Isomatte lassen kannst. Dann ist halt Frühstückmachen im Zelt angesagt.


Moin Markus,

stimmt, ich habe zu meiner Messer/Blizzard/Schneesturm-Aufzählung auch noch die Warmduscher vergessen :wink:

Ich will ja nicht mit zu vielen Details langweilen, aber ich muss morgens sowieso immer pullern und dann kann ich auch gleich draußen Kaffee kochen und den meiner Frau an den Schlafsack bringen :D

Grüße,

Thomas

Indi
10.02.2006, 09:55
Gentleman wie sich´s gehört!

Waldhoschi
10.02.2006, 10:19
@Thomas: Das impliziert aber immerhin eine warmduschende Frau. Schlechte Erziehung Tzzz... :bg:

Nein ganz erhlich. Wenn ich abends nach einem 30 oder 40 km Gewaltmarsch bei Anbrunch der Dunkelheit mein Geraffel aufgebaut habe und etwas kochen will, kann es sein, dass ich wirklich heftig uz Zittern anfange. Nicht weil ich ein Weichtier bin, sondern weil irgendwo einfach physisch Gwrenzen erreicht sind. Wenn ich dann im Schlafsack leige und mit zufallenden Augen meinen Dragonfly ausmache erlischen meine Lebensgeister (temporär) sowie die Prellplatte vom KOcher ausglüht. *schwärm*

Wenn man einigermaßen Zeit hat, und nicht vor Sonnenaufgang aufstehen muss, der kann seinen Kreislauf betätigen und draußen kochen. Keine Frage.

ThomasMerten
10.02.2006, 10:52
@Thomas: Das impliziert aber immerhin eine warmduschende Frau. Schlechte Erziehung Tzzz... :bg:

Ich verwende so viel Energie bei der Erziehung der Hunde, da bleibt einfach nichts mehr für meine Frau übrig. Und trotzdem können die Köter immer noch keinen Kaffee kochen - blöd :wink:


Nein ganz erhlich. Wenn ich abends nach einem 30 oder 40 km Gewaltmarsch ...

Ich kenne das, ich war ja auch mal jung :wink: Aber gerade nach Gewaltmärschen, den die Konzentration nachlässt, die Bewegungen unkoordinierter werden hat ich Kocher, finde ich, erst recht nichts im Zelt zu suchen.

Es ist natürlich auch immer eine Frage der Ausrüstung. Bei Gewaltmärschen habe ich auch eine gewaltig minimalistisches Equipment einstecken. Da kommt dann auch nur ein winziger Kocher (aus Japan) und ein winziger Titantopf zum Einsatz. Den könnte man sich zur Not auch liegender Weise für ein Süppchen in die Apsis stellen - wenn ich dann nicht auch noch mit dem Gore-Biwaksack unterwegs wäre - darin kann man wirklich nicht kochen 8) Dann habe ich aber auch meinen BW-Poncho in den schönen gedeckten Farben dabei, darunter dann man (als Tarp aufgespannt) schön sitzen, kochen und essen.

Aber das ist meine Weise, natürlich hat jeder sein Recht auf Bequemlichkeit.

Indi
10.02.2006, 10:56
Ein vorteil scheint mir der Benzinkocher im gegensatz zum Gaskocher im Zelt zu haben - wenn man einschläft geht er früher aus als der Gaskocher...nämlich wenn der Benzindruck auf 0 ist.

ThomasMerten
10.02.2006, 11:01
Ein vorteil scheint mir der Benzinkocher im gegensatz zum Gaskocher im Zelt zu haben - wenn man einschläft geht er früher aus als der Gaskocher...nämlich wenn der Benzindruck auf 0 ist.

Das mag sein, aber wenn ich da an die Stichflammen bei verdeckten Düsen denke oder aus auslaufenden, brennenden Flüssigkeiten auf engstem Raum - keine schöne Vorstellung! Und dann der Gestank ... irgendwo bin ich eben auch ein Warmduscher :D

Indi
10.02.2006, 11:26
Naja.. ich geb´s zu..ich dusche auch warm... aber im Zelt kochen ist für mich trotzdem nur ne absolute Notlösung. Und wenn dann auch nur bei geöffneter "Türe". D.h. einmal mit Schlafsack umdrehen in richtung "Türe" und Kocher raus vor´s Zelt/Apside stellen. Aber da mein Zelt soo winzig ist...sowieso viel lieber draußen...

paraflyer
11.02.2006, 01:38
Ich durfte mich im September letztes Jahr das erste Mal als 'Hüttenkoch' betätigen und muß sagen, daß ich echt überrascht war, wie gut das ging.

2004 auf meinem ersten Single-USA-Trip noch ohne Kocher ausgestattet (gibt ja überall was zu Futtern), wollte ich es 2005 mal selber mit der Küche probieren und habe mich mit einem Primus Omnifuel beglückt, wobei ich bislang nur mit diesem gereinigten Benzin gekocht habe - kenne also noch nicht die praktischen Eigenschaften von Gas. ;-)

Gerade morgens war es eine wirkliche Wohltat den Kocher anzuschmeißen, um die Kälte aus dem Zelt zu treiben. Manch einer mag lächeln bei 0°C Außentemperatur, doch für mich war's/ist's recht neu und doch ziemlich fröstelig. Auf die Idee das Teil IM Zelt anzuzünden bin ich nun nicht gekommen, weil mir das Leichtkunststoffzelt doch etwas zu brennbar aussah (Salewa Sierre Leone).

Doch in den Apsiden ging das wunderbar. Kocher an, Außenzelt zu und Innenzelt etwas im oberen Bereich geöffnet. Die Lüftungsöffnungen im 'Dach' des Außenzelts haben quasi als Schornstein fungiert und auch wenn's dadurch weniger warm war, fühlte ich mich sicherer, als die 'Abgase' durch geschlossene Öffnungen in der Kuppel zu haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: IM Zelt würde ich nie kochen - mag jeder so handhaben wie er will. Doch sofern möglich würde/werde ich jederzeit wieder in den Apsiden kochen bzw. den Kocher als Heizung 'zweckentfremden', um sich morgens zumindest in etwas wärmerer Umgebung umzuziehen. :-)

Aber ich bin ja noch Anfänger - sobald ich den 'Trick' mit warmer Funktionskleidung rausgefunden habe, brauche ich vielleicht auch das nicht mehr.

daxy
11.02.2006, 18:04
na ja bei -40 ° oder niedriger und schneesturm bist du fuer ein bisschen waeren dankbar



http://img95.imageshack.us/img95/4002/gr120ox.th.jpg (http://img95.imageshack.us/my.php?image=gr120ox.jpg)

paraflyer
11.02.2006, 19:14
Das sind Gefilde, in die ich mich bislang noch nicht vorwagen möchte. Mir haben die -3 bis 0°C schon gereicht. Wie gesagt, ich bin ja noch ein Frischling. ;-)

alpen-yeti
21.10.2007, 19:17
sondern auch CO2!! Das wird irgendwie immer vegessen. CO2 ist schwerer als Luft und flutet daher einen Raum / Zelt von unten nach oben. Fragt mal einen Weinkellermeister zu dem Thema ... der Bericht auf

http://www.wabnig.net/Der%20Tod%20im%20Zelt.txt

(unten diskutiert) erklärt sich genauso. Um genau zu sein: CO2 an sich ist nicht giftig, tötet aber trotzdem (Auszug Gefahrstoffblatt): In der Ausatemluft ist das CO2 mit ca. 4 Vol. % enthalten und steuert über diesen Anteil im Blut die Atmung. Bei einer Konzentration von über 6 Vol. % in der Luft tritt ein erhöhter Reiz auf das Atemzentrum ein, der zu *Kopfschmerzen* und Schwindelgefühl fühlt. Durch ein weiteres Ansteigen des CO2-Gehaltes im Blut ist eine Anpassung der Atmung nicht mehr möglich. Bei einer Konzentration von 8 bis 10 Vol. % in der Luft tritt eine *schlagartige Bewusstlosigkeit* durch Lähmung des Atemzentrums ein, die in kürzester Zeit zum Tode fühlt.

Und aus die Maus. CO2 erzeugen wir durch Luftholen, unser Kocher (egal ob Gas oder Benzin) durch verbrennen <joke ein>... oder habt ihr auch einen CO2-neutralen Plutoniumkocher dabei </joke aus>)?

Wieder ernsthaft: man könnte gebrannte Kalkpatronen ähnlich derer in 'Wiederbeatmer-Tauchgeäten" einsetzen um das CO2 zu binden. Aber ich denke das schleppt keiner den Berg rauf!

Soviel zu diesem Thema vom Yeti.

sjusovaren
21.10.2007, 21:11
sondern auch CO2!! Das wird irgendwie immer vegessen. CO2 ist schwerer als Luft und flutet daher einen Raum / Zelt von unten nach oben. Fragt mal einen Weinkellermeister zu dem Thema ...
Ein Zelt is aber kein Weinkeller, deshalb wird da auch nichts "geflutet".
Selbst eingeschneit ist ein Zelt nicht luftdicht.

CO dagegen ist schon in so geringen Konzentrationen gefährlich (0,03 % v/v !!), die durchaus bei schlechter Ventilation auftreten können. Wie in dem verlinkten Bericht.

daxy
23.10.2007, 22:16
noch ein problem:

in der hoehe entzuendet sich das gas meist schlecht. oft muss man mehrere zuendhoelzer verwenden, bei aufgedrehtem gas ..
das gas buthan/propan gemisch ist schwerer wie luft und macht die gleichen symptome, wie hoehenkrankheit

Snuffy
24.10.2007, 03:41
Tents and Carbon Monoxide - Deadly or not?

Part 1: Theory (http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/stoves_tents_carbon_monoxide.html)


Part 2: Testing the Theory (http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/stoves_tents_carbon_monoxide_pt_2.html)


Part 3: Laboratory Measurements for Canister Stoves (http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/stoves_tents_carbon_monoxide_pt_3.html)


Part 4: Measurements on Alcohol Stoves (http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/stoves_tents_carbon_monoxide_pt_4.html)


Part 5: Laboratory Measurements for Solid Fuels (http://www.backpackinglight.com/cgi-bin/backpackinglight/stoves_tents_carbon_monoxide_pt_5.html)


Snuffy

Shorty66
24.10.2007, 15:09
Danke, Daxi!
Endlichmal jemand der diesen "es ist sicher total ungefährlich weil man ja merkt wenn die luft knapp wird und ausserdem kommt in jedes zelt gaaanz viel Luft"-Irsinn richtig stellt.
Fakt ist:
Auch beim kochen mit gas entsteht kohlenmonoxid. Insbesondere wenn die heiße Gasflamme auf den Kalten topfboden trifft ist dies der Fall. Folglich ist das ganze schlimmer, wenn man beispielsweise Schnee schmilzt um an wasser zu kommen oder man mit sehr kaltem wasser kocht.
Kohlen monoxid ist leichter als luft. Folglich birngt dir der Hohe rand des aussenzeltes wenig, da sich das Gas erstmal an der decke staut, bis es unten am rand entweichen kann.
Besonders übel wirds natürlich, wenn es geregnet hat (und das ist ja meistens der grund um im zelt zu kochen), da ein nasses Zeltgewebe kaum noch gase durchlässt. Insofern wird die aufgestaute konzentration an Kohlen monxid schneller gefährlich als bei gutem wetter.
Zeltet man im schnee ist das aussenzelt meistens leicht eingebraben und dadurch kann noch weniger gasaustausch stattfinden. Allerdings begünstigen kalte temperaturen den Gasaustritt direkt durch den zeltstoff solange dieser nicht nass ist.
Kohlenmonoxid ist geruchslos. Daher bemerkt man eine Vergiftung erst, wenn es schon zu spät ist. Viele kohlenmonoxid vergiftungen werden gar nicht erst bemerkt, tortzdem kann es schon zu erheblichen schäden gekommen sein, da die schädliche wirkung schon lange vor der Bewusstlosigkeit eintritt.

Tatsächlich kamen schon einige Unfälle mit todesfolge vor, die mit hoher sicherheit am kochen im Zelt lagen.
Zwar will ich das Kochen im zelt jetzt nicht verteufeln, alleridngs ist immer darauf zu achten, das aureichend belüftet wird. Am besten, man stellt den kocher kurz vor das zelt, so dass man sich hinauslehnen kann um zu kochen ohne das man gleich dem Wetter ausgeliefert wäre. Offene Apsis ist ebenfalls sinnvoll.
Nicht zuletzt ist aber das Kochen im zelt auch deshalb gefährlich, weil es immer zu Stichflammen kommen kann - auch mit gaskochern. Da viele neue zelte aus stoffen hergestellt werden die nicht mehr flammhemmend ausgerüstet sind um sie leichter zu machen ist das ein ernstes problem. Wer mal gesehen hat wie schnell ein SIlnylon zelt herunterbrennt kann da sicher noch mehr zu erzählen.

[edit] hab grad geshen das der thread ja schon drei seiten hat.... daher wurde sicher schon einiges gesagt was ich jetzt hier gepostet hab, stört euch nicht dran :-)

Mecoptera
02.11.2007, 15:36
Häng mich mal an den Thread dran (ist ja schon lange genug:-) ); wie siehts denn bei Einwandzelten aus? Klar, die Vergiftungsgefahr durch Kocher ist höher als bei Zweiwandzelten, wie siehts denn mit CO_2-Ansammlung aus Atemluft aus? Muß ich mir bei einem eingeschneiten Einwandzelt sorge machen, am nächsten morgen nicht mehr aufzuwachen? Die Atmungsaktivität des Gewebes dürfte bei Nasschnee ja gegen 0 gehen