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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Malaria Medikament?



lueden
26.01.2006, 13:00
Ich möchte vom 6. - 23.2. nach Süd-Indien (Bahnreise Bombay-Goa-Kerala).

Soll ich vorsorglich Malariamittel einnehmen?

Mein Arzt hat mir Lariam aufgeschrieben, wöchentlich 1 Tablette (Vom Beginn der Reise bis 2 Wochen danach). Aber ich habe gehört, dass die Tabletten sehr heftig sind und Depressionen auslösen können.

Die Apothekerin meinte, Malarone sei besser. Man könne die Tabletten prophylaktisch einnehmen oder als Notfallmedikament, wenn man akut Fieber bekommt.

Gibt es eine alternative Malaria-Prophylaxe (vielleicht auch was Homöopathisches), so dass man die Chemo-Keulen nur für den Notfall mitnehmen muss?

chinook
26.01.2006, 15:28
Gibt es eine alternative Malaria-Prophylaxe (vielleicht auch was Homöopathisches), so dass man die Chemo-Keulen nur für den Notfall mitnehmen muss?

Sicher. Wenn Dir eine Infektion nix ausmacht und Du weltanschauliche Hilfe magst ...


-chinook

lueden
26.01.2006, 16:22
Hey, ich habe nicht davon gesprochen, mich durch Voodoo oder Mentale Kräfte gegen Malaria zu schützen. Aber immerhin hat meine Apothekerin gemeint, dass man nicht unbedingt prophylaktisch Malariamedikamente einnehmen soll - die haben eben auch massig Nebenwirkungen.

Meine Frage ist deshalb, ob es außer Lariam oder Malarone auch andere Möglichkeiten zur Malaria-VORBEUGUNG gibt, die z.B. das Immunsystem so aufbauen, dass eine Infektion unwahrscheinlicher wird. Oder ist die Gefahr sehr groß?

(keine Frage, dass ich ein Notfallmedikament einnehme wenn ich trotzdem Fieber bekomme)

Dicker
26.01.2006, 16:46
[...] hat meine Apothekerin gemeint, dass man nicht unbedingt prophylaktisch Malariamedikamente einnehmen soll - die haben eben auch massig Nebenwirkungen [...]
shoot her

Medikamente die keine Nebenwirkung zeigen, zeigen eben auch keine Wirkung.

Wenn du in ein Risikogebiet reist, ist es völlig bescheuert keine Prophylaxe zu betreiben. Schließlich ist Malaria eine potentiell tödliche Krankheit. Zig Millionen Menschen sterben jährlich daran. Der Rat deiner Apothekerin ist fahrlässig und dumm.


[...] Malaria-VORBEUGUNG gibt, die z.B. das Immunsystem so aufbauen, dass eine Infektion unwahrscheinlicher wird [...]
Nein.


Prophylaxe:

Von deinem Arzt, besser noch einem Tropenmediziner nach genauer Rücksprache empfohlenes Medikament streng nach Anweisung einnehmen.

Repellant, DEET oder Bayrepel verwenden.

Mit Insektizid (Pyrethroide) imprägniertes Moskitonetz verwenden.


http://www.cdc.gov/Malaria/faq.htm
http://www.cdc.gov/Malaria/facts.htm
http://www.cdc.gov/Malaria/control_prevention/prevention.htm



beste Grüße
Michael

dike
26.01.2006, 17:07
...Die Apothekerin meinte, Malarone sei besser. Man könne die Tabletten prophylaktisch einnehmen oder als Notfallmedikament, wenn man akut Fieber bekommt.

Gibt es eine alternative Malaria-Prophylaxe (vielleicht auch was Homöopathisches), so dass man die Chemo-Keulen nur für den Notfall mitnehmen muss?

Wir haben auch positive Erfahrungen mit Malarone. Is zwar nen bischen teurer aber hat weniger Nebenwirkungen. Grundsätzlich ist die Profilaxe ein Baustein in einem Gesamtschutz, der auch die richtige Kleidung und Mückenmittel mit einbezieht. Vor Verzicht auf die Profilaxe kann ich nur warnen. Bei fast jedem Rückflug (aus Tansania) sind regelmäßig Fälle von Malaria bei, die es mit der Profilaxe nicht ernst gemeint haben. Wenn man die Leute sieht, stellt sich einem die Frage nach ja oder nein enicht mehr.

Von wirksamen alternativen Medikamenten weiß ich nichts (was nichts bedeutet). Bitte informiere dich bei Tropenmedizineren über die Notwendigkeit von Impfungen und Profilaxe. Nur Fachärzte kennen die aktuelle Bedrohung eines Gebietes und eine sinnvolle Vorbeuge. Ich halte schon Hausärzte für nich ausreichend kompetent und würde so eine bedeutsame Frage nicht der Antwort einer Apothekerin (in sonst höchster Anerkennung) überlassen.

dike

Heike
26.01.2006, 17:25
Also ich habe mit Lariam bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht, auch noch nie Nebenwirkungen verspürt, habe aber von Leuten gehört, denen es nach der Einnahme ziemlich schlecht ging. Man kann das schlecht ausprobieren. Wenn Du allerdings in ein Gebiet mit hohem Risiko reist, würde ich auf jeden Fall eine Prophylaxe machen oder zumindest ein Notfallpräparat (z.B. auch Lariam) mitnehmen. Letztendlich muss das jeder selbst entscheiden. Wir haben auch schon Reisen ohne gemacht, einfach Mückenschutzmittel, Netz und lange Klamotten. Für Lariam spricht, dass es ein bewährtes hochwirksames starkes Mittel ist, dass gegen ziemlich alle Malariavarianten eingesetzt werden kann, man muss es nur einmal pro Woche einnehmen und es ist billiger als Malarone. Eine Garantie gibt es sowieso nie. Eine Freundin von mir bekam trotz Prophylaxe Malaria.

lueden
26.01.2006, 18:16
Vielen Dank für eure Antworten. Ihr habt mich überzeugt, auf jeden Fall vorzubeugen!

Christine M
26.01.2006, 19:53
Vorab: ich habe Malaria-kritische Gebiete bisher immer vermieden und kenne mich mit der Thematik daher nur am Rande aus. Trotzdem vielleicht in paar brauchbare Hinweise:

- ich würde mich mit solchen Fragen nicht an eine Apothekerin wenden, eigentlich auch nicht an einen (normalen) Allgemeinmediziner sondern an einen Reisemediziner oder ein Tropeninstitut (meines Wissens gibts da eins in unserer Gegend); denn

- soweit ich weiß, ist Malariagebiet nicht gleich Malariagebiet. Hier gibt es wesentliche geographische Unterschiede und es ändert sich auch immer mal. Es gibt z. B. Gegenden, da sind die Erreger gegen dieses oder jenes Mittel schon resistent und nicht in jedem Gebiet ist das Risiko gleich hoch. Wegen der bekannten Nebenwirkungen der Prophylaxe (von denen ich von meinem Arzt eigentlich erwarten würde, daß er mich darüber aufklärt und nicht erst die Apothkerin!) kann je nach Gebiet auch nur die Mitnahme eines Notfallmedikamentes Sinn machen. Dies allerdings zu empfehlen ohne Kenntnis, um welches Gebiet es sich denn überhaupt handelt und dementsprechend ohne genauere Kenntnis der Malariasituation, die den Kunden erwartet, halte ich für ziemlich fahrlässig.

Zusätzlich würde ich mich mal auf den einschlägigen Reisemedizin-Seiten informieren.

Christine

Oryema
28.01.2006, 20:27
Hallo,

in Frankfurt gibt es einen Reisemediziner, der sogar Exkursionen zur reisemedizinischen Fortbildung in Indien anbietet, die Region also auch aus eigener Erfahrung kennt.
Ich werde mich hüten, in meinem ersten Beitrag gleich "Werbung" zu machen. Wenn Du nähere Infos benötigst, schicke mir 'ne PM.

Gruß
G. Oryema

Schelli
28.01.2006, 22:06
Wir hatten bei einer Trekkingtour Nordthailand/Myanmar eher schlechte Erfahrungen mit Lariam.
Bis hin zum Kreislaufkollaps eines Teilnehmers hatten wir alle möglichen Beschwerden. Die Nebenwirkungen wurden uns auch von ärztlicher Seite bestätigt.

Lariam: kommt auf den Typus an. Kann Dich erwischen, muss aber nicht. Gamble...

Ich kann nur die Empfehlung unterstreichen, Tropenmediziner zu befragen. Es gibt unterschiedliche Medikamente, die in unterschiedlichen Reiseregionen empfohlen werden. Es gibt aber auch Medikamente wie z.B. Resochin, die gegen Malaria-Erreger nichts mehr ausrichten, da diese mittlerweile immun gegen Resochin sind.

Von Malarone hört man gutes, aber wieder: Tropenmediziner befragen!!!

LG
Schelli

Robiwahn
29.01.2006, 02:52
Moin

Die Empfehlung der Apothekerin weiter oben war eigentlich gar nicht so schlecht. Man kann die Mittel (Malarone, Lariam) auch erst einnehmen, wenn man merkt das man Malaria hat. Dann aber in konzentrierter Form. Und damit vermeidet auch die ganzen unannehmlichen Nebenwirkungen und bekaempft genauso die Krankheit. Wird z.B. von den Tropenmedizinern des DED auch empfohlen. Ich habe hier in Bolivien z.B. Lariam liegen, ich nehme es aber nicht prophylaktisch. Am besten wie bereits mehrfach erwaehnt ist es den Tropenmediziner zu konsultieren. Es gibt glaube ich auch eine Gesellschaft fuer Reisemedizin inkl. Homepage, da stehen die ganzen Spezialisten auch drauf.

Gruesse aus Bolivien, Robert

Fledi
29.01.2006, 19:07
Dann melde ich mich als angehende Apothekerin auch mal zu Wort :bg:

Also, was vorbeugendes Homöopathisches gibt es nicht. Und wenn Dein Arzt gesagt hat, Du sollst Malariaprophylaxe bertreiben, solltest Du das auch tun.

Lariam gibt man übrigens schon 2 Wochen vor dem Urlaub, um zu sehen, wie die Nebenwirkungen sind und evtl. noch auf Malarone oder was anderes umzusteigen.
Und wenn Lariam laut Deinem Arzt reicht, würde ich es mal probieren, Malarone ist nämlich zudem um etliches teurer. Du brauchst für eine 2 wöchige Reise eine Packung Lariam à ca 50 € und zwei Packungen Malarone- das macht ca. 100 €.

Und ob Du Malariaprophylaxe machen mußt oder die Sachen erst nehmen mußt/sollst/ kannst, wenn Du Malaria bekommst (nennt sich dann übrigens Stand-by Therapie) , hängt vom Malariarisiko und den Resistenzen etc in dem Gebiet ab.

Und für Indien ist quasi generell Prophylaxe empfohlen, nicht Stand-by.

Und im Übrigen kann man sich mit solchen Fragen schon an Apotheker wenden, allerdings sollten die dann eine reisemedizinische Fortbildung haben. Meine Ausbildungapotheke hat sowas z. B.

Gute Reise und viele Grüße,
Britta

Buschtrommler
29.01.2006, 20:45
laso noch meine meinung:
ich war 1,5 jahre im malariagebiet in afrika. prophyllaxe ist wichtig und sollte nicht weggelassen werden. hab genug leute gesehen, die malaria hatten und das ist nicht toll. allerdings ist lariam recht stark - ich hab es für 5 monate genommen, hatte aber kaum nebenwirkungen. ich hab die restliche zeit immer chloroquin und daraprim genommen, die zwar nicht so stark sind, aber auch ordentlich wirken und viel billiger sind. natürlich kann man es auch wie robiwan machen, wenn man sich auskennt und eine malaria überhaupt in den anfangsstadien erkennt, ich würde dir aber eher zu einer prophyllaxe raten - zumindest eine schwächere wie chloroquin/daraprim und dann kannst du immernoch falls es dir schlecht geht fansidar/lariam/malarone nehmen. hängt von dir ab wie erfahren du bist. wenn du unsicher bist, dann nimm es auf jeden fall, eine malaria erkennt nicht jeder sofort!
gruß
buschtrommler

Fledi
29.01.2006, 21:18
natürlich kann man es auch wie robiwan machen, wenn man sich auskennt und eine malaria überhaupt in den anfangsstadien erkennt, ich würde dir aber eher zu einer prophyllaxe raten - zumindest eine schwächere wie chloroquin/daraprim und dann kannst du immernoch falls es dir schlecht geht fansidar/lariam/malarone nehmen.
So halte ich das für fahrlässig, da in einigen Gebieten die Erreger auf Chloroquin schon lange resistent sind.
Ich würde bei der vom Arzt vorgeschlagenen Prophylaxe bleiben. Warum sollte er was empfehlen, was wesentlich stärker und nicht nötig ist und somit auch meist mehr Nebenwirkungen hat?

Nimm das Lariam wie vom Arzt gesagt, dann wirst Du in den 2 Wochen zuhause schon wissen, ob Du Nebenwirkungen hast und kannst zur Not noch auf was anders ausweichen.

Buschtrommler
29.01.2006, 21:33
hmmmm, fahrlässig... mir wurde auch lariam verschrieben und in afrika wurde mir schnell beigebracht, dass das unnötig ist. ich wusste dass gleich wieder von choloquinresistenzen berichtet werden würden, aber offiziell war ich auch in einem gebiet mir resistenz und chloroquin in VERBINDUNG MIT DARAPRIM hat trotzdem prima geholfen.
natürlich ist man mir lariam auf der sicheren seite, deswegen wird es ja auch immer verschrieben, aber wenn er sich nach leichteren medikamenten umschaut dann sind die von mir aufgeführten durchaus eine alternative.
bekanntlich verträgt auch nicht jeder lariam. wenn ich lariam auf nüchteren magen einnahm hatte ich einen speichelfluss wie ein tollwütiger fuchs, was wirklich nicht schick ist... ;-)
also rede bitte nciht gleich von fahrlässigkeit, lariam ist ein sicheres medikament, aber es wird leider oft verschrieben wenn es nicht nötig ist. prophyllaxe sollte man aber auf jeden fall einnehmen, das ist klar.
gruß
buschtrommler

Jens
29.01.2006, 23:33
Mal eine Frage: Wenn man Lariam vor der Reise zu nehmen beginn und in der Anfangszeit feststellt, dass man unter den Nebenwirkungen leidet, wie lange dauert es nach dem Absetzen, dass die Nebenwirkungen wieder verschwunden sind?
Zudem habe ich recht oft gelesen, dass viele Nutzer die Nebenwirkungen gar nicht als solche erkannt haben, insbesondere, wenn diese erst nach längerer Einnahmezeit zutage getreten sind (Depressionen).

Jens

dike
30.01.2006, 00:10
...
Zudem habe ich recht oft gelesen, dass viele Nutzer die Nebenwirkungen gar nicht als solche erkannt haben, insbesondere, wenn diese erst nach längerer Einnahmezeit zutage getreten sind (Depressionen).
..
Man Du sprichst von 17 Tagen Aufenthalt und nicht von einem Jahr oder mehr. Die auf 17 Tage plus 2 Wochen Vorbereitung ( 3 Tage bei Malarone) zugenommenen Nebenwirkungs-Risiken sind deutlich geringer, wie eine in der Zeit eingefangene Malaria.

Nicht vergessen, dass Indien eines der Hauptrisikogebiete für Tollwut ist

dike

Fledi
30.01.2006, 08:05
@buschtrommler:

Ok, Fahrlässigkeit passt vielleicht nicht ganz.
Aber ich finde es trotzdem bedenklich wenn Du sagst, "Lariam braucht man trotz Chloroquinresistenzen nicht" , zumal Du die Malariaverhältnisse in Indien scheinbar nicht kennst.
Und grad wenn jemand sowieso wankelmütig ist, was überhaupt Prophylaxe angeht, finde ich das nicht so gut.

Zudem ist die Frage, welche Medikamente leichter sind ein Tanz ums goldene Kalb, auch Chloroquin hat Nebenwirkungen. Das kann man so und so betrachten. Und zudem bekommst Du hier in Deutschland sowieso nur die Medikamenten, die auf dem Rezept stehen, die sind alle verschreibungpflichtig.

Aber eigentlich war hier im Thread auch nicht das Thema, welches Medikament, sondern nur ob man was nehmen sollte.

dike
30.01.2006, 09:13
Siege auch (http://www.fit-for-travel.de/reisemedizin/reiseziele/L0060.htm#malaria).

nicht desto trotz --> Tropenmediziner.

dike

lueden
30.01.2006, 11:58
Vielen Dank für die vielen Anregungen. In Anbetracht der Zeitknappheit, da ich schon am 6.2. fliege, werde ich noch mal bei meinem Arzt vorbeischauen und ihn fragen, ob er das Lariam Rezept in Malarone umwandelt. Kostet zwar 100 € statt 50, aber wenn es besser ist, ist es mir meine Gesundheit wert.

Buschtrommler
30.01.2006, 15:48
@ Fledi: ok, das kann man stehenlassen... ;-)

@ lueden: hört sich gut an - und viel spass in indien!

gruß
buschtrommler

lueden
01.02.2006, 16:24
Vielen Dank Buschtrommler :D Deine Homepage ist klasse!!!

Zu Lariam nur dies hier (http://www.dooyoo.de/sonstige-therapeutische-mittel/lariam-tabletten/806228/) :o Mein Arzt hat heute das Lariam Rezept in Malarone umgewandelt.

Was mich sehr erschreckt hat: Er hat mir gesagt, dass ich eine Woche vor Reiseantritt 3x4 Tabletten einnehmen soll. Als ich ihm gesagt habe, dass das die NOTFALL-Medikation ist und als Prophylaxe nur 1 Tablette täglich genommen wird, wollte er mir erst nicht glauben!!! Erst auf mein hartnäckiges Beharren, dass ich 2 Schachteln brauche und die Tabletten über die ganze Zeit nehmen muss, hat er sein schlaues Buch nochmal genau durchgelesen und mir zugestimmt. Soviel zum Thema Hausärzte und Impfempfehlungen :-(

Vor zwei Wochen wollten sie mir unbedingt eine Tollwutspritze in den Hinterschinken setzen, obwohl in der Packungsbeilage ausdrücklich steht, dass sie in den Arm soll und nicht in den Gesäßmuskel. Auch hier musste ich mich massiv durchsetzen. Also ich bin wirklich froh, dass man sich im Internet oder Packungsbeilagen selbst informieren kann und nicht auf die Aussage von Ärzten angewiesen ist.

Buschtrommler
01.02.2006, 16:31
hoi! joah, hab auch schon oft mitbekommen, dass impfungen falsch durchgeführt wurden oder falsches empfohlen wurde... wie überall sollte man sich etwas auskennen, sonst hat man ein problem. naja, malarone soll ja recht problemlos sein - ich kenne es aber nicht selber...
viel spass bei der reise!
gruß
buschtrommler

Christine M
01.02.2006, 17:53
Nun ja, wie hier ja von mehreren vorgeschlagen: jedenfalls mit den exotischeren Impfungen bzw. Malaria-Prophylaxe würde ich zu einem Reisemediziner oder Tropeninstitut gehen.

Zum Thema falsch impfen: Unser Hausarzt hat meinem Bruder die Polio-Schluckimpfung mal gespritzt. :shock: Nun ja, geschadet hat es anscheinend nicht. (das war noch zu der Zeit, als die Polio-Impfung wirklich eine Schluckimpfung war und noch nicht, wie heute wohl üblich, als Injektion erfolgt).

Christine

Fledi
01.02.2006, 20:36
Zu Lariam nur dies hier (http://www.dooyoo.de/sonstige-therapeutische-mittel/lariam-tabletten/806228/) :o Mein Arzt hat heute das Lariam Rezept in Malarone umgewandelt.
Ja und? Klar schockiert das, aber Du wirst solche Berichte sogar zu Aspirin oder ähnlichem finden- es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen und Risiken.


naja, malarone soll ja recht problemlos sein - ich kenne es aber nicht selber...
So prinzipiell hast Du recht. Aber dafür wechselwirkt es mit etlichen anderen Medikamenten, was auch nicht so toll ist. Zudem gibt's das noch nicht so lange.





Was mich sehr erschreckt hat: Er hat mir gesagt, dass ich eine Woche vor Reiseantritt 3x4 Tabletten einnehmen soll. Als ich ihm gesagt habe, dass das die NOTFALL-Medikation ist und als Prophylaxe nur 1 Tablette täglich genommen wird, wollte er mir erst nicht glauben!!! Erst auf mein hartnäckiges Beharren, dass ich 2 Schachteln brauche und die Tabletten über die ganze Zeit nehmen muss, hat er sein schlaues Buch nochmal genau durchgelesen und mir zugestimmt. Soviel zum Thema Hausärzte und Impfempfehlungen :-(
Vor zwei Wochen wollten sie mir unbedingt eine Tollwutspritze in den Hinterschinken setzen, obwohl in der Packungsbeilage ausdrücklich steht, dass sie in den Arm soll und nicht in den Gesäßmuskel. Auch hier musste ich mich massiv durchsetzen. Also ich bin wirklich froh, dass man sich im Internet oder Packungsbeilagen selbst informieren kann und nicht auf die Aussage von Ärzten angewiesen ist.
Oha, da hast Du ja ein tolles Exemplar Arzt erwischt... :roll:
Worauf ich trotzdem noch kurz hinweisen will: Bei Infos aus dem Internet bitte unbedingt auf die Quelle achten. Wenns ein Erlebnisbericht eines Patienten ist, ist das nicht unbedingt vertrauenswürdig was Anwendung, Dosierung etc. angeht.
Und die Apotheke ist eigentlich auch immer ne gute Informationsquelle wenn es um Medikamente geht- die sind schließlich die Fachleute dafür.

Gruß,
Britta

ice
03.02.2006, 03:22
Muß jetzt da auch noch meinen Senf dazugeben.
1. Hausarzt und Malariagebiete: Wenn er gut ist sagt er daß er davon keine Ahnung hat und sich informieren muß (das kann ich auch selbst oder = Tropenmediziener)
2. Malarone versus Lariam: Malarone hab ich profilaktisch noch nicht verwendet. Lariam hatten wir (Frau und ich) in Sulawesie (Indonesien) provilaktisch eingenommen. Zum Thema Depressionsgefahr und Lariam hatte ich welche oder nicht . Es ist bei psychischen Sachen immer schwer zu sagen ob es an den Umständen liegt (verschiedene "extreme Outdoorsachen in Sulawesie gemacht) oder ob man es dem Lariam zuschreibt, da man ja eh weiß daß dieses Medikament die Nebenwirkungen hat (umgekehrter Plazebo Effekt)
3. Meine pers. Meinung und Erfahrung in Ländern in denen es mit Malaria kritisch ist Provilaxe. Lieber Provilaxe mit Nebenwirkungen als Malaria und wenn es dumm läuft sterben.
4. No Risk no Fun. heißt es gibt nie einen 100% Schutz. = Zuhausebleiben und statistisch gesehen dann halt bei einem Autounfall, Bienenstich oder Blitzeinschlag sterben.
5. Stand by nur dann wenn ich fähig bin auf meinen Körper zu höhren und den Unterschied erkenn ob es eine stinknormale Erkältung ist oder Malaria.

lueden
03.02.2006, 12:50
Gerade hat sich noch ein neues Problem aufgetan :-? Ich wollte heute die erste Tablette Typhoral (gegen Typhus) nehmen, wie vom Arzt im Impfplan aufgeschrieben. Und da muss ich in der Beilage lesen, dass man die 3 Tabletten jeweils im Abstand von 2 Tagen nehmen soll, die letzte aber 10 Tage vor Reiseantritt. Mein Arzt hat die letzte Tablette für den 1. Tag in Indien aufgeschrieben :bash: Nützt es dann überhaupt noch etwas? Oder soll ich die Typhus Prophylaxe jetzt lieber weglassen?
Ich gehe nachher nochmal in der Apotheke vorbei und frage. Auch, ob es Wechselwirkungen mit Malarone gibt.

Buschtrommler
03.02.2006, 13:03
es gibt doch einen impfstoff als spritze gegen typhus! zu was nimmst du tabletten?
gruß
buschtrommler

p.s. naja, helfen sollte es eigentlich trotzdem, aber toll ist es nicht.... keine ahnung

dike
03.02.2006, 13:45
Hallo Lueden,

versuchs mal mit dem Arzt (http://www.med-kolleg.de/arzt/tropenmedizin/17.html). nicht das ich den kenne, aber du stammst doch aus Frankfurt und er ist tropenmediziner in Frankfurt.

Für Typhus gibt es eine einfache Injektionsimpfung.

dike

Christine M
03.02.2006, 19:53
Für Typhus gibts beides, Tabletten oder Injektion (natürlich alternativ :wink: ). Weiteres z. B. hier (mit dem Verständnis, daß keine Internetquelle die individuelle Beratung durch den Arzt/Apotheker ersetzt):
http://www.netdoktor.de/reisemedizin/impfungen/fakta/impf_typhus.htm

Christine

lueden
01.08.2006, 17:15
Also ich habe die Typhus Injektion bekommen und Malarone genommen, beides ohne irgendwelche Beschwerden 8)
Danke für eure Tipps!!!

Meine Indien-Bilder (Aufenommen mit Canon PowerShot S30) findet ihr auf http://www.gupf.de/albums/indien06