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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tarnfarben zur Wildbeobachtung



Becks
18.11.2001, 17:49
Der letzte Satz von Mokkadem hat mich aufhorcehn lassen. Wie andere vorher schon haben Leute versucht, mir beizubringen daß man Tiere nicht in roten Klamotten besuchen sollte. Irgendwie war mir es nie geheuer, denn von Tier zu Tier unterscheidet sich die Farbwahrnehmung ja, und nu hab ich mal etwas genauer geforscht.
Hier (http://www.safariteam.de/tarnkleidung.htm) mal nachlesen. Etwa in der Mitte ist die interessante Stelle:
Die beim Wild in 90 Prozent auf der Netzhaut vorkommenden Schwarz-Weiß registrierenden Stäbchenzellen haben ihr Maximum an Empfindlichkeit im Wellenbereich von 500 nm, dem Farbübergang von Blau zu Grün. Das dunkle Jägergrün fällt also in die maximale Sehempfindlichkeit, wird allerdings nur als dunkel wahrgenommen - so wie dem Menschen nachts ein rotes Auto als
dunkel in der Umgebung verschwimmt.
Somit sieht Schalenwild den Grünbereich sehr gut, während es Gelb, Erdfarben und besonders Rot nur noch als schwache Schwarz-Weiß-Schattierungen registriert. Unauffällige Kleidung sollte also in Erdfarben - oder ketzerisch in Knallrot gefärbt sein.

Alex (in ketzerischstem Rot)

Manuel
18.11.2001, 17:52
:wink:

Finn
18.11.2001, 21:07
he cool muss ich mal einem kumpel erzählen. guter tip!

Mokkadem
18.11.2001, 23:20
...das ist ja wohl ein Scherz.
Die Wahrnehmungsdifferenzen lassen aufhorchen, nicht die Tatsache daß man sich im sichtbaren Bereich bewegt!

Becks
19.11.2001, 09:28
Ist kein Scherz, sondern ein wirklich interessanter Text - und bestätigt meine Meinung des Ganzen:
Wenn ein Lebewesen für die jeweilige Farbe unempfindlich ist, also keine Rezeptoren im Auge besitzt, kannst Du damit rumrennen - und bist quasi unsichtbar. Für ein Reh stellst Du also im Gelände mit roten Klamotten ein dunkler Fleck dar - mehr nicht.

Viel wichtiger ist dann, daß Deine Konturen verschwimmen - darin liegt der Tarneffekt. Wenn Du also ein wellenförmiges Muster in kreischend orange auf einen leuchtend roten Hintergrund malst, ist das eine Tarnung.
Ich fand auch das Beispiel, daß schottische Jäger ein Karomuster (mit rot etc. drin) als Tarnung verwenden - und es wohl funktioniert.

Hart, gelle :smile:

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Becks am 2001-11-19 09:54 ]</font>

Becks
19.11.2001, 11:50
Hier noch ein Kommentar eines weiteren Outdoorlers:

hi alex,
problematisch ist meisst nicht die farbe (da das meiste wild eh nur s/w- bzw. bewegungsseher ist) sondern die große einheitliche farbfläche, die die konturen des trägers nicht verwischen. die schweden haben schon roten flecktarn für die elchjagd. der elch sieht einen kaum, jeder andere jäger dann schon...*g*

grüße
jörg

navyseal
19.11.2001, 16:14
Hi

ist soweit alles richtig, dazu gabs mal sehr interessante Artikel in der DJZ (Deutsche Jagd Zeitung) und in der Wild und Hund. Im Forum bei Wild und Hund laufen eigentlich ständig Diskussionen zu dem Thema.
Auch wenn Wild die rote Farbe an sich nur schlecht warnehmen kann, so fällt ihnen eine einfarbige Fläche in rot z.B. eine Jacke dennoch schnell auf. Bei uns Menschen ist das nicht anders!
Wir sehen einfarbig grüne Flächen einfach besser, als wenn eine Fläche ein tarnmuster a`la Flecktarn etc. aufweist.
Optimal ist wohl ein Ghillie Suit, wie er von schottischen wildhütern abstammt.... fuchs, Rehwild usw. auf 10m kein Problem (bei richtigem Wind)

Gruß ein getarnter
navy

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