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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mentales Training



Bakterie
17.01.2006, 08:43
Hallo,
ich werde im Februar Richtung Tansania aufbrechen und will auf den Kili rauf. Konditionell dürfte durch meine Lauferei alles klappen. Nun mache ich mir Gedanken, ob ich dabei auch mental und taktisch was vorbereiten müsste. Das ich irgendwie an einen Punkt komme, wo ich meinen inneren Schweinehund überwinden muss, ist klar (war bei meinem Marathon auch). Vielleicht hat jemand ein paar Tipps ....

Michael

Flachlandtiroler
17.01.2006, 09:21
"Pole, pole." :)

Viel Erfolg, Martin

dike
19.01.2006, 23:20
Ja, pole pole ist gut.

Wir haben uns mit einem Herzfrequenz-Messgerät gebremst. Über einem bestimmten Level ging der Warnton an und es musste langsamer werden. Zusätzlich viel trinken ...

Über den Marathon hast du ja mit deinem Schweinehund schon viel Erfahrung. Es ist nicht überall und immer sinnvoll die Empfindungen des Körpers auszuschalten. Manchmal ist es nicht der innere Schweinehund, sondern das sinnvolle Empfinden der Höhenkrankheit, die einen zur Umkehr überreden. Ich habe zuviele Leute auf dem Kili rumtorkeln gesehen, denen der "innere Schweinehund" empfohlen hatte umzukehren, um sonst sinnvolle Werkzeuge wie das mentales Training "ungeschult" für so riskanten Bereiche zu empfehlen.

dike
:kaffee:

daxy
20.01.2006, 00:21
langsam, langsam fang den affen

indisches sprichwort

du hast zeit in huelle und fuelle
jeden tag 1000 hm

zeit zum fotografieren, schauen, rastchen

dann wirst du es schaffen!

Bakterie
25.01.2006, 08:31
Danke @all,
selbstverständlich werde ich das Ganze pole pole angehen. Viel trinken ist klar, auch wenn man sich zwingen muss bzw. in der Nacht mal raus (oder öfters). Das mit der Pulsuhr ist ne gute Idee.
Michael

alaskawolf1980
25.01.2006, 11:40
Du läufst Marathon? Dann gibts doch nichts zu befürchten oder? Ich glaube im TV gesehen zu haben, dass da Tourigruppen hochgeführt werden, mit normalen Pauschaltouristen. Wenn die das schaffen wist du Marathonmensch da ja wie ne Gazelle hochhüpfen.

dike
25.01.2006, 13:22
Du läufst Marathon? Dann gibts doch nichts zu befürchten oder? ...
Genau das haben einiger meiner marathonläufigen Gruppenmitglieder auch gedacht. Ich denke, konditionell war das auch nie ein Problem. Leider sind der Großteil der Hindernisse konstitutioneller Art. Man kommt mit der Verköstigung nicht klar, hat zu wenig Substanz, es stellen sich Erkältungserscheinungen ein, man friert, man läuft zu schnell, der Magen rebelliert in der Höhe, ...
Insbesondere fitte Leute sollten einer alpinen Erfahrung lauschen. Wir hatten bei all unseren Touren erhöhte Ausfälle von Leuten, bei denen wir als letztes geglaubt hätten.

dike

Christine M
25.01.2006, 14:50
Du läufst Marathon? Dann gibts doch nichts zu befürchten oder?

Gerade wenn man gut trainiert, ist kann es einem passieren, daß man zu schnell aufsteigt und dann Probleme mit der Höhe bekommt. Jemand, der konditionell nicht so gut drauf ist, schnauft eben auch den Berg langsamer rauf.

Christine

ice
26.01.2006, 04:09
Du läufst Marathon? Dann gibts doch nichts zu befürchten oder? ...
Genau das haben einiger meiner marathonläufigen Gruppenmitglieder auch gedacht. Ich denke, konditionell war das auch nie ein Problem. Leider sind der Großteil der Hindernisse konstitutioneller Art. Man kommt mit der Verköstigung nicht klar, hat zu wenig Substanz, es stellen sich Erkältungserscheinungen ein, man friert, man läuft zu schnell, der Magen rebelliert in der Höhe, ...
Insbesondere fitte Leute sollten einer alpinen Erfahrung lauschen. Wir hatten bei all unseren Touren erhöhte Ausfälle von Leuten, bei denen wir als letztes geglaubt hätten.

dike

Stimme dir voll zu und will es noch ausführen. Konditionelle Fitness ist natürlich erstmal eine gute Basis. Nur leider tauchen bei den verschiedenen "Outdooraktivitäten" auch verschiedene psychische Komponenten auf. Um es mal plakativ zu bezeichenen Höhle/Platzangst, Klettern/Hochgebirge u.s.w. Höhenangst.
Hatte bei meinen Kundentouren viele dabei die zwar körperlich fit waren aber halt das eine oder andere Problem hatten mit ihrer Psyche. Mal von so "Kleinigkeiten" wie Ernährung, Kälte, in welchem Land befinden wir uns gerade, u.s.w. abgesehen, körperliche Fittness hat nichts mit psychischer Fittness zu tun.
und @Bakterie . Die körperlichen, konditionellen Grundlagen hast du und das weißt du auch. Worüber machst du dir Gedanken?s

Bakterie
27.01.2006, 08:36
Du läufst Marathon? Dann gibts doch nichts zu befürchten oder? ...
Genau das haben einiger meiner marathonläufigen Gruppenmitglieder auch gedacht. Ich denke, konditionell war das auch nie ein Problem. Leider sind der Großteil der Hindernisse konstitutioneller Art. Man kommt mit der Verköstigung nicht klar, hat zu wenig Substanz, es stellen sich Erkältungserscheinungen ein, man friert, man läuft zu schnell, der Magen rebelliert in der Höhe, ...
Insbesondere fitte Leute sollten einer alpinen Erfahrung lauschen. Wir hatten bei all unseren Touren erhöhte Ausfälle von Leuten, bei denen wir als letztes geglaubt hätten.
dike

Ja, davon habe ich auch schon gelesen - super Kondition und zu schnell hoch und deshalb Probs bekommen. Bei meinen bisherigen Touren (war aber noch nie über 3200m) bin ich immer meinen Schritt gelaufen und damit in der Mitte/im hinteren Drittel der Gruppe. Mir geht´s eigentlich nur darum "Mental positv eingestellt zu sein". Wie im Marathon ab km 32/35 den inneren Scheinehund zu überwinden. Hier geben die km-Tafeln immer einen gewissen Schub (nur noch 8 km - 7 km ...). Vielleicht sollte ich meine Pulsuhr mit Höhenmeteranzeige anziehen (nur 1000m, 900m .... :-? ).

Hoffe, dass ich zumindest bis zur Kibo-Hütte keinerlei Probs bekomme. Wie sieht´s aus, könnte man am Tag der Ankunft an der Hütte einfach noch 100-200m höher steigen, ein paar Fotos machen, und wieder runter zum Schlafen?

Michael

dike
27.01.2006, 09:44
...
Hoffe, dass ich zumindest bis zur Kibo-Hütte keinerlei Probs bekomme. Wie sieht´s aus, könnte man am Tag der Ankunft an der Hütte einfach noch 100-200m höher steigen, ein paar Fotos machen, und wieder runter zum Schlafen?...

Kurz vor der Kibohütte geht es aus der Ebene noch ein kurzes Stück hoch. War bei mir ein Punkt, an dem ich über mein Limit gegangen bin und durch meinen Freund gebremst wurde. An der Kibohütte haben wir dann eine kurze Pause gemacht und sind erstmal noch 150 Hm weitergewandert. Dann Fotots und kurze Pause und zurück zur Kibohütte. Es schläft sich besser wenn man von oben runter kommt.
Wenn man überhaupt schlafen kann, da der Schlafzyklus jetzt von 6 Uhr bis Mitternacht vorverlegt wird. Macht übrigens Sinn, die Tage zuvor früher schlafen zu gehen.

Am Anstieg zum Gillmanspoint hat mir sicher geholfen, ab und zu die exakte Höhe zu kennen (GPS). Der ist durch das Geröll ziemlich eklig. Natürlich alles in Kombination mit der Herzfrequenz. Kurz vor Gillman ist es dann etwas felsiger und man kann seine HF auch nicht mehr halten.

Bei Gillmans ist es dann so ein Bruch. Offiziell gilt das dann schon als bestiegen. Einige haben dann gesagt "OK das reicht" und haben sich unten dann geärgert. Ab Gillman nimmt die Steigung auch ab. Das Problem ist dann nur noch Kälte und Wind. Du must dich mental vorher vorbereiten, wie du am Gillmanspoint dich verhalten möchtest.

Es bleibt dir allerdings nicht erspart, während der gesamten Strecke in dich hereinzuhören, ob du durch Weitergehen Risiken eingehst. Verstärktes Torkeln, Schwindel und Trittunsicherheit kann auch auf den schmalen Wegen zum Uhuru extrem gefährlich werden.

Die Probleme "erarbeitest" du dir jedoch selten am Punkt, andem du sie empfindest, sondern vorher - zum Teil an den Tagen vorher.

dike