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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Funklochkarte Deutschland



lina
11.11.2019, 08:23
Gut zu wissen: Funklochkarte Deutschland (https://breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch)
Artikel dazu hier: klick (https://www.spiegel.de/netzwelt/web/die-funklochkarte-ist-online-so-gut-und-so-schlecht-sind-die-mobilnetze-a-1295424.html)
Als App gibt’s das wohl auch – vor Ort ist das aber eher etwas sinnfrei, oder? ;-)

Ditschi
11.11.2019, 09:20
Unser Wohnort weist auf der Karte ein massives Funkloch auf. Stimmt halb. Es hängt nämlich auch von dem Anbieter ab. Wärend meine Frau mit einer Karte der Telekom bei uns mit dem Handy nie telefonieren konnte, hat Vodafon im Nachbarort einen Funkmast. Voller Ausschlag an Balken. Meine Frau hat also gewechselt. Jetzt klapps auch mit dem Handy. Mir war`s egal. Ich habe zwar noch eines mit Telekomkarte, benutze es aber nie. Allenfalls mal im Urlaub.
Ditschi

Chouchen
11.11.2019, 10:04
Deswegen kann man bei der Karte u.a. ja nach Anbietern filtern.

Ditschi
11.11.2019, 14:29
Danke. Aber bei uns ändert sich die Karte nicht, egal, welchen Netztanbieter ich eingebe. Was nicht stimmt. Telekom geht gar nicht, Vodafon prima. Und sage jetzt keiner, ich wüßte nicht, wo ich wohne. Alles einheitlich hellblau = kein Empfang. Egal, welcher Zeiraum oder welcher Anbieter. Kein Filter verdrängt hellblau.
Ditschi

bkx
11.11.2019, 14:38
Weit genug reingezoomt? Erst dann gibt's Details zu Funklöchern.

Lobo
11.11.2019, 14:39
So wie die Karte aussieht sind die Infos aus Nutzerdaten generiert. Die Infos gibts quasi nur für Straßen und bewohntes Gebiet.

Solche Karten bieten einen ganz guten Überblick über eine generelle Netzabdeckung, aber sind natürlich nicht sehr aussagekräftig im Detail. ;-)

markrü
11.11.2019, 14:42
Wenn ich das richtig verstanden habe, basiert die Karte auf Nutzermeldungen. Die sind nicht immer gleich gut... :roll:

Spannend wäre, ob sich das Bild ändert, wenn Du für Deine Telekom SIM Karte dort guten Empfang meldest. In ländlichen Gebieten kann eine einzelne Meldung schon mal bis zu 100% ausmachen. :bg:

Bambus
11.11.2019, 16:26
Gut zu wissen: Funklochkarte Deutschland (https://breitbandmessung.de/kartenansicht-funkloch)
Artikel dazu hier: klick (https://www.spiegel.de/netzwelt/web/die-funklochkarte-ist-online-so-gut-und-so-schlecht-sind-die-mobilnetze-a-1295424.html)
Als App gibt’s das wohl auch – vor Ort ist das aber eher etwas sinnfrei, oder? ;-)

Na ja, stimmt nicht ganz. Die App ist (wohl primär) zur Erfassung der Empfangsstärke ... und wenn sie keinen Empfang hat wird sie die Daten senden, wenn sie wieder Empfang hat - alles Andere wäre kumulierter Schwachsinn.
Ich denke, über eine längere Zeit gemessen läßt sich so schon ganz schön die Schwachstellen der Mobilfunknetze ausklamüsern. Klar, die Provider haben selber sehr präzise Daten/Karten dazu, aber das ist deren Betriebsgeheimnis, es ist ja die Basis ihres , das Verdienstes das in ihrem Sinne zu optimieren :ignore:.

Sarekmaniac
11.11.2019, 20:02
Im wesentlichen wird (außerhalb größerer Orte) der Empfang entlang von Straßen gezeigt.

Was dazwischen liegt: Feld, Wald Wiese, also genau das, was für uns wichtig ist, wird nicht gezeigt.

Auch die Statusmeldungen zu den Straßen und Orten möchte ich anzweifeln. Ich habe mich mal in ein paar Gebieten in Sauerland und Nordhessen, wo ich mich (auch kleinräumig) sehr gut auskenne, reingezoomt. Was da behauptet wird, G2 Netz oder höher, stimmt an mehreren Stellen definitiv nicht.

Bspw. Neuhaus im Arnsberger Wald, hat angeblich ein G4-Netz von Telefonica. Wahrscheinlich war es, als ich im Oktober dreimal da war, jedesmal gerade kurzzeitig abgeschaltet. Das soll bei O² ja öfter vorkommen.:bg:

zhnujm
11.11.2019, 20:02
Der Datenbestand scheint jedenfalls viel zu niedrig zu sein um ein sinnvolles Ergebnis zu liefern.
Hier im Sauerland gibts z.b nach der Karte überhaupt nur Empfang entlang von Hauptstrassen und Wohngebieten.....

Und nein, das ist nicht wirklich so :bg:

Sarekmaniac
11.11.2019, 20:05
Und nein, das ist nicht wirklich so :bg:

Außer im Arnsberger Wald.:bg:

Chouchen
11.11.2019, 20:14
Manchmal macht es auch noch einen Unterschied, mit welchem Handy man unterwegs ist. Gleicher Netzanbieter, gleicher Standort: Handy 1 hat Verbindung, Handy 2 nicht. Woran auch immer das dann konkret liegt.

Bulli53
11.11.2019, 20:56
Da, wo kein netz ist fallen die Immobilienpreise. Ein Dorf in der Eifel kostet dann € 3000.

DerNeueHeiko
11.11.2019, 21:56
Der Datenbestand scheint jedenfalls viel zu niedrig zu sein um ein sinnvolles Ergebnis zu liefern.

Böse Zungen haben das schon behauptet, als Scheuer die "Funkloch-App" vorgestellt hat, die wohl die Datenbasis für diese Karte liefert: https://www.stern.de/digital/smartphones/funkloch-app--andreas-scheuer-und-sein-aberwitziger-plan-7924772.html

MfG, Heiko

TanteElfriede
12.11.2019, 08:44
...das handy Modelle einen unterschiedlchen Empfang aufweisen können ist reine Physik. Ebenso wie das Strahlungsverhalten eines Handies in Richtung Kopf unterschiedlich ist, so ist auch die Empfangs- und/oder Sendleistung unterschiedlich. Faktoren wie Ausführung der Antenne, lage dieser innerhalb des Gerätes, usw. beinflussen dies. Früher war die Antenne aus eben diesen Gründen oft außerhalb des Gerätes angebracht. Leider wird beim Bau der Geräte heute nicht mehr so sehr auf opitmale Platzierung der Antenne geachtet. Optik, Kamerapostion, etc stehen im Vordergrund (persönliche Meinung von mir).

morit.z
12.11.2019, 09:13
Das Problem an der Sache ist meines Erachtens, dass die Interpretation der Daten (und folglich auch die der Karte) den Journalisten und Bürgern überlassen wird. Da entstehen ganz schnell Funklöcher die keine sind, weil es zB gar keine Daten dafür gibt - in der Erfassung macht es eben einen himmelweiten Unterschied, ob der Wert für einen Ort gleich Null ist, oder ob es gar keinen Wert gibt. Auf den ersten Blick kommt man dann schnell zu dem Schluss, dass "Null" doch mit "nix" gleichzusetzen ist. Deshalb ist es in solchen Fällen essentiell, dass die erhebende Stelle eine Interpretation der Daten mitliefert, damit eben der Informationsgehalt (mit allen Vor- und Nachteilen) erhalten bleibt.

Ganz abgesehen davon, wird ein Netz per Definition immer Löcher aufweisen.. ;-)

Becks
13.11.2019, 08:53
Wird sich eh nix in Deutschland ändern, egal ob nun Karte da oder nicht.

Ich bin immer verblüfft, wie schlecht das Funknetz in Deutschland insgesamt ist. Per Zug von Schaffhausen nach Stuttgart und weiter nach Darmstadt - 5 Minuten, bevor der Zug in Stuttgart am HBF einfährt nulle Empfang, und sobald er 5 Minuten in nördliche Richtung raus rollt, das gleiche Spiel. Zuvor: Pampa, mit etwas Glück 1-2 Balken, und im Minutentakt fliege ich raus. Und vor Darmstadt das gleiche Spiel. 5 Min vor Ankunft und weite Strecken davor: null Empfang.
Kollegen, die in Stuttgart wohnen, können auf dem Heimweg nicht mit mir unterbruchsfrei telefonieren, sondern je nach Strasse fliegen sie auch mal gerne raus. Internetanschluss in Deutschland (Festnetz) ist ebenso ein Graus.

Es ist da schon komisch, wenn dann von 5G geredet wird (welches 4x so viele Masten benötigt als 4G), aber nicht einmal 3G durchgehend vorhanden ist, und das Netz eigentlich abgebaut werden soll, um die Frequenzen für 5G frei zu machen.

Wenn jetzt als jemand erklärt, Deutschland sei eine Hightechnation, dann sollte derjenige bitte keine Auslandsreisen unternehmen, denn die sind dann etwas ernüchternd. Dabei ist es egal, ob man in die Schweiz, nach Norwegen, Italien oder Rumänien geht. Überall findet man eine weitaus bessere Infrastruktur im Hinblick Handy/Internet vor.

markrü
13.11.2019, 09:08
Es ist da schon komisch, wenn dann von 5G geredet wird (welches 4x so viele Masten benötigt als 4G), aber nicht einmal 3G durchgehend vorhanden ist, und das Netz eigentlich abgebaut werden soll, um die Frequenzen für 5G frei zu machen.
Ja, es ist erschreckend, wie viele Gegenden in D gar keinen Zugang zum Internet haben - weder per Funk noch per Festnetz. Da fällt mir spontan der Spreewald ein... Und trotzdem wird dauernd darüber schwadroniert, wie man denjenigen, die sowieso schon gut versorgt sind, mit hohem Aufwand zu bis zu 100 MB/s per Mobilfunk verhelfen kann. :roll:

Ditschi
13.11.2019, 09:42
Ja, liegt überwiegend an der Telekom, die hier bei uns bis heute nicht geschafft hat, über ihr Netz Handyempfang zu ermöglichen. Und Internet war bislang nur über LTE-Router möglich. Fiel jedesmal aus, wenn sich eine dicke Wolke dazwischen schob. Und war unendlich langsam. Einen Reisebericht mit Bildern zu lesen war ohne Kaffeepause dazwischen nicht möglich.
Zum Glück hat uns ein lokaler Anbieter, die Stadtwerke Neumünster, zu moderatem Preis Glasfaser direkt ins Haus gelegt. Jetzt Internet mit 500 MBit/ s. Es erfolgten penetrante "Rückgewinnungsanrufe" der Telekom , die uns in ferner Zukunft ebenfalls Glasfaser-Internet anboten, allerdings mit Kupferleitung ins Haus ab Verteiler. Also "irgendwann" weniger Leistung für mehr Geld in Aussicht stellten. Ob sie wohl Erfolg hatten ?
Becks hat recht: im einsamsten Norden Lapplands haben die Sami in Finnland, Norwegen und Schweden besseren Handyempfang als wir hier in D.
Ditschi

Pfad-Finder
13.11.2019, 09:51
Die grottigen Netze liegen eher nicht an den Telefonnetzbetreibern, sondern am Ausschreibungsdesign des Bundes, das bisher immer eher auf Maximierung des Versteigerungserlöses als auf bestmögliche Netzabdeckung ausgelegt war.

Intihuitana
13.11.2019, 09:55
Becks hat recht: im einsamsten Norden Lapplands haben die Sami in Finnland, Norwegen und Schweden besseren Handyempfang als wir hier in D.
Ditschi

Auch im tiefsten senegalesischen Busch und der bolivianischen Pampa zumeist feinstes 4G.

Ditschi
13.11.2019, 10:25
Nebenbei: im Festnetzt telefonieren wir jetzt auch über Glasfaser-Internet, und zwar deutlich günstiger als vorher bei der Telekom. Die rufen nicht nur an, sondern schicken auch Werber an die Tür. Und die können einem nur leidtun. Wenn sie ihr Angebot unterbreiten, halte ich ihnen den SWN-Vetrag unter die Nase, und sie ziehen mit langem Gesicht wieder ab. Das kennen sie aber schon. Die Telekom hat für uns hier auf dem Land zu gut wie nichts getan. Die neue Konkurrenz ist besser und günstiger. Der Telekom laufen scharenweise die Kunden weg. Zu spät aufgewacht. Ich nenne das Mißmanagement.
Und wenn ich das hier lese
https://kostencheck.de/glasfaser-hausanschluss-telekom-kosten
nimmt die Telekom für den Glasfaser - Hausanschuß ( mit Kupferleitung ab Verteiler?) 1500,- €. Wir haben für Glasfaser ins Haus keinen Cent extra gezahlt. Doch, lese grade nach: einmalige Bereitstellungskosten 79,00€. Und monatlicher Beitrag für echte 500 MBits/s download 69,90 € ( abzüglich 25 % Rabatt im ersten Jahr.) Schaut mal in den link, was die Telekom da nimmt. Die Hausanschlußkosten sind im monatlichen moderaten Betrag, an den wir zwei Jahre gebunden sind, mit drin. Selbst wenn wir nach zwei Jahren einmal den Anbieter wechseln sollten: die Leitung liegt! Und Eigentümer ist der Gemeindeverbund. Das TV -Gerät ist natürlich jetzt auch mit dem Glasfaseranschluß über Kabel verbunden. Kein Problem, über Internet Filme zu sehen. Ging vorher gar nicht. Meine Frau hat ihr Büro in der Stadt gekündigt und kann endllich von zu Hause arbeiten. Bedeutet 900,- € weniger Kosten im Monat. Die Telekom hat das nicht ermöglicht.
Schnelles Glasfaser- Internet ins Haus wirkt sich übrigens schon merklich auf die Grundstückspreise aus. Durch die Wertsteigerung zahle ich im Endeffekt bei Gegenrechnung nichts, sondern mache Gewinn. Davon haben die Kinder in nicht allzuferner Zukunft etwas, wenn sie das Haus einmal erben und verkaufen.
Ditschi

morit.z
13.11.2019, 11:20
[..]Die Telekom hat für uns hier auf dem Land zu gut wie nichts getan. Die neue Konkurrenz ist besser und günstiger. Der Telekom laufen scharenweise die Kunden weg. Zu spät aufgewacht. Ich nenne das Mißmanagement.[..]

Ist das nicht einfach der in den meisten Bereichen übliche Trend?! Investitionen in schwach besiedelten, ländlichen Gebieten rechnen sich doch für die Telekom kaum - in Städten und Ballungszentren bekommt sie doch ein Vielfaches an potentiellen Kunden je investierter Leitung. Hauptsache der Gewinn stimmt - und je größer der Konzern, desto unattraktiver sind die kleinen Fische, die sich dann eben die kleineren Firmen schnappen. Aus reiner Menschlichkeit, damit die Landbevölkerung auch schnelles Netz hat, rührt sich die Telekom sicher nicht. Traurig, aber Realität.

Ditschi
13.11.2019, 11:29
Wenn wir kleinen Fische auf dem Land für die Telekom den Einsatz nicht wert sind, dann verstehe ich die panisch anmutenden Reaktionen nicht, mit den sie anrufen und ihre Werber an die Tür schicken. Jetzt rühren sie sich ja, wenn auch zu spät, zu teuer, mit zu schlechter Leistung. Wenn wir hier keinen Gewinn abwerfen, könnten wir ihnen doch egal sein? Und die Konkurrenz unterbreitet ihre Angeboten ja vermutlich auch nicht aus Nächstenliebe, sondern in Gewinnerzielungsabsicht. Gewinn läßt sich auch hier erzielen. Für ein ordentliches Angebot fehlte es der Telekom bislang nur an Konkurrenz.
Ditschi

morit.z
13.11.2019, 11:39
Na gut. Dann wurde der Gewinn eben bisher als zu gering/vernachlässigbar/unwichtig eingestuft und jetzt, wo andere damit Gewinn machen, hat die Telekom halt die Buxen voll, weil das ja als Platzhirsch ja mal ihr potentieller Gewinn war. ;-)
Spaß macht das alles trotzdem nicht :-? Aber es ist zum Glück schon mal viel wert, wenn sich die Gemeinden aktiv für einen Anschluss einsetzen und das nicht auf die einzelnen Anwohner abwälzen.

atlinblau
13.11.2019, 11:57
Funknetz und Internet-Hausanschluss sind zwei unterschiedliche Strukturen.
Hier sind noch Funklöcher bei 1G (nur telefonieren) - bei Waldbränden problematisch für die Rettungskräfte.

Internet-Hausanschlüsse...
Hätte man vor 100 Jahren die Elektrifizierung auf gleicher Basis organisiert, es gäbe heute noch Dörfer ohne Strom und Anschlusswerte, die nicht einmal gleichzeitig Licht in allen Räumen ermöglichen würden.

Thomas

Becks
13.11.2019, 12:03
Deutschland hat da leider gleich mehrere Probleme, kann man z.B. hier (https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/breitband-ausbau-warum-ist-das-internet-in-deutschland-so-langsam-a-1211511.html) mal etwas nachlesen.

Und leider hilft ein punktueller Ausbau in den Ballungszentren rein gar nichts. Industrie 4 basiert u.a. auf teilautonome, selbst organisierende Systeme (z.B. bei der Planung und Auslieferung), und damit das funktioniert, muss zwangsweise Breitbandnetz flächendeckend da sein, also beim Hersteller, beim Kunden, und auf der Strecke unterwegs.

Hier in der Schweiz habe ich quasi im letzten Kaff Glasfaser, auf Wunsch (für etwa 60 Euro/Monat) mit 1 Gigabit/Sekunde. Bockstabil das Ganze (ich hatte in 7 Jahren maximal 1h Ausfallzeit insgesamt) und nicht nur theoretische Maximalwerte, sondern wirklich durchgehend 100 MB/Sekunde Transferleistung.

In anderen Ländern sieht es ähnlich aus.

atlinblau
13.11.2019, 12:05
Wenn wir kleinen Fische auf dem Land für die Telekom den Einsatz nicht wert sind, dann verstehe ich die panisch anmutenden Reaktionen nicht, mit den sie anrufen und ihre Werber an die Tür schicken. ...
Ditschi

Kennzahl für Unternehmen ist der Marktanteil.
Kündigende Kunden bedürfen zweier Vorraussetzungen
1. eine Alternative
2. dem Kündigungsakt selbst
An beidem ist die Telekom (als ehemaliger Staatsbetrieb und Monopolist) nicht interessiert.

Thomas

Ditschi
13.11.2019, 12:38
Guter link, Becks. Aber die Kommunen haben nun hier auf dem Land die Sache selbst in die Hand genommen, schreiben aus und lassen Glasfaser ins Haus legen -- an der Bundesregierung und der Telekom vorbei. Günstiger und besser. Zur Zeit noch geschieht es hier in SH überall durch verschiedene lokale Anbieter. Meist kommunale Eigenbetriebe. Ich sehe die Schilder und die Erdarbeiten, wenn ich über Land fahre. Wir waren mit die ersten, die Glasfaser ins Haus bekommen haben. Und wir wohnen wirklich abgelegen. Da kommen viele Großstädte nicht mit. Die 500 MBits/s download stehen nicht nur auf dem Papier. Ich verstehe davon nicht viel, aber mein Jüngster ist ja Informatiker und hat natürlich gleich nachgemessen. 1000MBits/ wären möglich, waren uns aber zu teuer und für uns auch Overkill. Aber Internet ist jetzt nach jahrelangem permanentem Ärger nur noch eine stabil stehende Wohltat. Der Spiegel hat recht: wer da als Konkurrent noch Kupferkabel ins Haus legen will, reitet ein totes Pferd.
Ditschi

entropie
13.11.2019, 16:57
Die 500 MBits/s download stehen nicht nur auf dem Papier. Ich verstehe davon nicht viel, aber mein Jüngster ist ja Informatiker und hat natürlich gleich nachgemessen.

Das problem ist zwar wesentlich umfassender als nur download oder uploadzahlen, aber der anbieter würde mich dennoch interessieren.
Wir sind seit unserem umzug auch bei netkom (thüringer lokalanbieter) weil die telekom (die selben leitungen benutzen) irgendwie versagt hat unserer adresse richtig zuzuordnen (was wohl wirklich nicht so trivial erscheint wie man glaubt, wir haben nämlich mindestens 3 adressen).

Ich bin nicht wirklich überzeugt von diesen lokalen anbietern, weil die sich leitungen mieten bzw. immer einen zugang zu einem hauptleitungssystem haben, und diese zugang kann der flaschenhals sein. Bis jetzt habe ich eine verhältnismässig (!) stabile bandbreite. Glücklich bin ich aber auch nicht.

Wir haben auch die versprochenen 100mbit zur meisten zeit, aber teile des netzes brechen zu primetime zeiten trotzdem zusammen. Das liegt mehr an den hauptknoten bestimmter anbieter (a). (Ich habe nicht genug know how das genau zu erklären). Aber auch wie viele sich mit dir die leitung teilen und natürlich gleichzeichtig auch benutzen.
Das bin ich aber aus leipzig gewohnt, das war bei kabel deutschland, später primacom, das selbe problem (und hat mich einen jahrelangen supportmarathon gekostet).

Um genau zu sein hat Vodafone hat das problem deutschlandweit seit jahren und keiner kümmert sich so richtig. Nicht viele bemerken es überhaupt, bzw. bzw begründen die ursache falsch (schlechtes wlan zuhause zb, wollen einem die am telefon gerne mal einreden). Jeder der einen vodafone anschluss hat kann das gerne austesten. Einfach paar tage 2 mal am tag messen, 11 uhr und 20 uhr und sich über den unterschied wundern.


Die daten der karte sind grossteils usergeneriert. Jeder kann das app installieren und erfasst dann die netzqualität wo er sich bewegt und übermittelt diese an die server der aus genug gesammelten daten einen mittlerwert bildet (zumindest hoffe ich das die das mitteln, die datensätze die die da haben scheinen nicht sehr üppig).

Wie couchen auch festegestellt hat, ist die qualität des empfangs auch von den endgeräten abhängig.

AlfBerlin
13.11.2019, 22:51
... Hier in der Schweiz habe ich quasi im letzten Kaff Glasfaser, auf Wunsch (für etwa 60 Euro/Monat) mit 1 Gigabit/Sekunde. Bockstabil das Ganze (ich hatte in 7 Jahren maximal 1h Ausfallzeit insgesamt) und nicht nur theoretische Maximalwerte, sondern wirklich durchgehend 100 MB/Sekunde Transferleistung. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus.

:cry:


Die grottigen Netze liegen eher nicht an den Telefonnetzbetreibern, sondern am Ausschreibungsdesign des Bundes, das bisher immer eher auf Maximierung des Versteigerungserlöses als auf bestmögliche Netzabdeckung ausgelegt war.

Also die Funklöcher bleiben, weil die Haushaltslöcher gestopft werden?

bkx
13.11.2019, 23:23
Es genügt ja nicht, einen Funkmast zu bauen, wo er gebraucht wird. Der benötigt nämlich auch Strom und vor allem einen Breitband-Internetanschluss, idealerweise mit Glasfaser. Also bremst die mangelde Festnetz-Infrastruktur letztlich auch den Mobilfunknetzausbau.

Lobo
14.11.2019, 07:35
Und wer will schon einen Mobilfunkmast direkt vor der Haustüre. :ignore:

Geschweige denn die Bauarbeiten einer Strom/Glasfaserleitung quer durch den heimischen Wald. ;-)

LihofDirk
14.11.2019, 15:21
Es genügt ja nicht, einen Funkmast zu bauen, wo er gebraucht wird. Der benötigt nämlich auch Strom und vor allem einen Breitband-Internetanschluss, idealerweise mit Glasfaser. Also bremst die mangelde Festnetz-Infrastruktur letztlich auch den Mobilfunknetzausbau.

Strom und Glasfaser haben sehr viele Windräder. Da könnte man ja gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (wenn der Generator nicht das Sendesignal stört).

Für Rechenzentren wird es ja schon erprobt:

https://www.heise.de/select/ct/2019/11/1558699538313063

DerNeueHeiko
14.11.2019, 17:12
Uh-Oh, dann müsste man Mobilfunk-Gegner _und_ Windkraftgegner überzeugen...

(Inhaltlich-technisch wäre es natürlich eine gute Lösung)

MfG, Heiko

AlfBerlin
14.11.2019, 21:22
Als ob es nicht schon schlimm genug ist, in einem Mobilfunk-Entwicklungsland leben zu müssen, müssen wir auch noch das Gespött der Schweizer und Rumänen über uns ergehen lassen, zumal unsere Funklochkarte noch schlimmer ist als die Funklöcher :cry: