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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Im Winter Schlafsack nass



roli75
05.12.2005, 12:25
ich war dieses Wochenende auf einer kleinen Wintertour unterwegs. Zuerst wars relativ warm (so 0 Grad und starker Schneefall), dann gegen 24 uhr wars dann sternenklar und somit viel kälter. Ich glaub so um die -10 Grad. Übernachtet habe ich in meinem neuen Hilleberg Akto, mit der Thermarest Z-Lite Matte und der Schlafsack Kombi Cartinthia Tibet 600 und innen drinn der Salewa Diadem Ultra (beides Dauenschlafsäcke mit -5 bzw +5 Grad Komfortberecih). Ajo unterhalb war noch so 50cm Schnee, dh ich hab das Zelt auf zusammengetrampelten Schnee aufgestellt. Obwohl die Schlafsäcke zusammen schon -10 Grad Komfort packen müssten ist es mir in der Nach unangenehm kalt geworden und zwar weil der Schlafsack außen feucht/nass geworden ist (durch den Schnee war die Luftfeuchtigkeit sicher hoch, denke ich). Die Frage ist: Wie kann ich das verhindern? Hilft mir da ein Bivi Bag oder soll ich einfach einen wirklichen Winterschlafsack kaufen (zb Sir Joseph Looping 1200). oder liegt der "Fehler" woanders. Zusätzlich ist mir zum ersten Mal vorgekommen, dass durch die Isomatte Kälte kommt.

Zwei Kumpels haben in dieser Nacht zu zweit in einem Kuppelzelt übernachtet und hatten das selbe Problem.

Ein Bild vom Zelt ist zb hier KLICK (http://roli.fkno.net/sirvival/?Touren:2005_12_03_wildbachalm&pic=17&page=0)

danke, roli

chrysostomos
05.12.2005, 12:52
Salve Roli

Glückwunsch zum Akto!

Das Frieren und den feuchten Schlafsack würde ich in Deinem Fall getrennt anschauen.

Erst mal zum feuchten Sack: hattest Du beim Akto alle Venti-Löcher zu, sodass Deine feuchte Atemluft am Innenzelt & dem Schlafsack kondensierte? Zudem noch die nasse Jacke und die feuchten Schuhe ins Zelt genommen? Rieselte es morgens vom Zelthimmel oder tropfte es? Bei Gelegenheit mal "Zeltstandort" und "Ventilation" im Forum suchen.

Bezüglich frieren: IMHO genügt die Z-Rest als Winterisolation nicht (OK, bin ein Weichei! :ill: ). Der beste Schlafsack nützt nichts, wenn die Bodenkälte durchdrückt. Ich hätte eine zweite Matte oder grad was fettes zum Draufliegen mitgenommen. Deine Kombination der beiden Schlafsäcke kann (!) funktionieren, muss aber nicht: 2 x -5°C gibt leider nicht 1 x -10°C, denn die Daunen der beiden Säcke werden wohl etwas zusammengedrückt, sodass die wertvolle Isolation dünner wird.

Grüsse, Marc

roli75
05.12.2005, 13:06
danke marc. also, JA alle Venti-Löcher natürlich zu :) da kommt aber sonst schnee rein, dh die wären auf jeden fall zugeschneit worden. und JA, jacke und schuhe im zelt, weil die wären draußen eingefroren, ok sind im zelt auch eingefroren. also in der früh war NUR der schlafsack nass, alles andere war gefroren. und zwar komplett gefroren (schuhe und handschuhe anziehen war mutprobe :) ) dh am zelt war nichts nass, da alles wasser (egal wo her das gekommen ist) zu eis geworden ist. gut ich check das wegen der ventilation, aber auf jeden fall bringt einen ein feuchter schlafsack um

roli

Nicht übertreiben
05.12.2005, 13:21
Ich würde mal ganz klar auf die Isomatte tippen - und die mangelnde Durchlüftung natürlich. Wenn die Daunen wirklich durch die feuchte Luft ihr Isolationsvermögen eingebüßt haben, dann merkt man das recht schnell daran, dass der Loft spürbar weniger wird. Falls das nicht der Fall war, würde ich auch mal auf zusammengedrückte Füllung + die nasskalte Luft tippen. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit normalerweise übrigens eher gering. Nen Biwaksack erhöht die Luftfeuchte im Schlafsack noch und ist so ziemlich das falscheste, was du machen kannst (außer du nutzt auch noch nen VBL). Mit einem dicken Winterschlafsack hast du natürlich wesentlich mehr Reserven, die Grundproblematik bleibt aber die gleiche. Gerade im Winter ist Lüftung + gute Isolation zum Boden hin extrem wichtig...

roli75
05.12.2005, 13:40
bzgl isomatte: könnt ihr mir da eine speziell für den winter empfehlen. ich war eigentlich der meinung dass die Theramrest Z-Lite eh genau für den Winter gedacht ist. Was ist mit der Thermarest FL Prolite 3?
das mit der Lüftung teste ich das nächste mal an, also alle Lüfter vom Akto auf. Bin ja mal gespannt ob somit das Problem behoben werden kann. Macht das dann eigentlich auch Sinn im Notfall einfach das komplette Innenzelt aufzumachen?

danke, roli

Kanem
05.12.2005, 13:42
Wenn der Schlafsack außen nass war, alles andere aber gefroren, so deutet das IMO darauf hin, dass ziemlich viel deiner Körperwärme nach außen gedrungen ist. Die Isolation war also wohl von Anfang an nicht ausreichend.

Nicht übertreiben
05.12.2005, 13:47
Die dickste Evazote-Matte bei Globi, eine Kombi von einer der leichten TARS mit einer Standart-Evazote-Matte oder einer Z-Rest (die versinkt aber durch die Rillen im Schnee und verliert dadurch nochmals Isolation) oder eine der Exped-Luftmatten mit Daunen/Kufa-Füllung. Eine einfache TAR Prolite ist definitiv nicht genug, da frierst du selbst mit dem Daunenmonster.

Corton
05.12.2005, 13:47
Der Tibet 600 hat ne ziemlich schlechte Daunenfüllung, realistisch betrachtet kann man diesem Modell für einen durschnittlichen Mann vielleicht -1/-3°C Komfort zutrauen (EN-Rating, Komfort: +2°C). Wenn dann noch der Diadem Ultra aufgrund des Schnitts des Tibet seine Füllung nicht entfalten kann, hast Du durch den zusätzlichen Schlafsack fast keinen Nutzenzuwachs. Du machst dann allerdings zusätzlich noch einen gravierenden Fehler, nämlich dass Du mit einer für -10°C völlig unterdimensionierten Matte losziehst. Ich würde Dir (wie andere auch) nahelegen, erst mal an Deiner Bodenisolierung zu arbeiten und die Kombination dann noch mal zu testen.

Corton

P.S. Nein, Prolite 3 reicht nie und nimmer für -10°C

roli75
05.12.2005, 13:59
uh, danke corton und "nicht übertreiben". das hört sich ja fast so an, als hätte ich nur durch zufall überlebt :) also, mir war etwas kalt aber es war durchaus noch im grün-orangen bereich. dh unangenehm, aber nicht dem TOD nahe. bzgl Carinthia Tibet 600, ich hab mit dem schon ein paar mal bei -5 Grad geschlafen und hab nie einen Stress gehabt. Komisch. Allerdings kann es sein, dass es ev unter -10 Grad gehabt hat, weil zB sind meine Schuhe im Zelt noch nie so extrem eingefroren.
Gut, zu Weihnachten kommt also eine neue Isomatte, dann neuer Test und dann neuer Schlafsack :)

Vielen Dank, Roli

ps: einer meiner kollegen bei der tour hat auch wegen kälte von unten gejammert und er hat die dünne Thermarest RidgeRest 15mm

kollege nummer 2 hat die Prolite 3, hat nicht wenigen kälte von unten, aber auch wegen feuchtem schlafsack und somit wegen kälte gejammert. wahrscheinlich kommt das auch daher dass wir schon alle 30 sind bzw werden :)

Thomas
05.12.2005, 14:09
Prolite "3" bedeutet, dass sie als 3-Jahreszeitenmatte gedacht ist.
Mit der Prolite 4 kämst Du also wahrscheinlich eher zurecht.
Bei Kälte habe ich meine Prolite 3 bisher immer mit einer Evazotematte als Unterlage 'getunt', allerdings hab ich die Kombination noch nicht bei -10° getestet.

ant-online
05.12.2005, 14:23
Prolite 3 mit Evazote drunter geht prima auch bei -10°. Ich hab das letzten Winter oft getested. mit ner 5mm Evazote war´s ok und mit ner 1,5cm mollig warm von unten...

Grüße,
Ant

Corton
05.12.2005, 14:26
@ Roli
Die Anschaffung eines Thermometers wäre vielleicht noch hilfreich, damit Du die Außentemperatur künftig auch mal messen kannst, anstatt sie zu schätzen. Deine gefühlten -5°C sind ja vielleicht nur 0°C und im Zelt ist es bekanntlich wärmer als draußen. Gerade bei der Beurteilung von Schlafsäcken kann so ein Thermometer durchaus sinnvoll sein. :wink:

Corton

P.S. Den obersten Thread im Ausrüstungsforum schon gelesen?

roli75
05.12.2005, 14:59
@ corton, danke hab den thread mit den link jetzt gelesen und zur kenntnis genommen :) tschuldige. bzgl thermometer. ich hab eines mitgehabt, aber ich wollte mitten in der nacht nicht aus dem schlafsack heraus und stirnlampe und thermometer suchen. um 10.00 uhr am vormittag hats im freien ca. -2 grad gehabt. roli

derMac
05.12.2005, 15:14
aber ich wollte mitten in der nacht nicht aus dem schlafsack heraus und stirnlampe und thermometer suchen.
Am kältesten ist es normalerweise früh kurz nach Sonnenaufgang. Man muss weder mitten in der Nacht aufstehen noch braucht man eine Lampe. :wink:

Mac

Thomas75
05.12.2005, 15:14
Hi Rolli,

entweder zwei Sommermatten übereinander (z.B. 2 Ridgerest) oder eine dicke (d.h. 19mm) Evazote-Matte.
Ausserdem die Lüfter immer auf - ausser bei Sturm, da zieht es auch so genug.

Ob die Schlafsack-Kombination zu dünn ist, findest Du dann beim nächsten mal raus ;)

Viele Grüsse,
Thomas

alaskawolf1980
05.12.2005, 15:41
bzgl isomatte: könnt ihr mir da eine speziell für den winter empfehlen. ich war eigentlich der meinung dass die Theramrest Z-Lite eh genau für den Winter gedacht ist. Was ist mit der Thermarest FL Prolite 3?
das mit der Lüftung teste ich das nächste mal an, also alle Lüfter vom Akto auf. Bin ja mal gespannt ob somit das Problem behoben werden kann. Macht das dann eigentlich auch Sinn im Notfall einfach das komplette Innenzelt aufzumachen?

danke, roli

Ist die Z-Lite nicht die mit der Eierpappenstruktur? Die darfste doch nicht im Winter nutzen. Nimm die Evazote Winter von Globi. In Lappland hat die im Winter auf alle Fälle keine Probleme bereitet. Also dürfteste hier in unseren Breiten damit sehr gut bedient sein.
Lüfter sowieso immer auf. Du warst doch bestimmt in keinem Schneesturm. Wenn die Lüfter geschlossen sind, dann kann sich das unter gewissen Umständen schnell zu einem Feuchtbiotop im Zelt entwickeln. Wenn du nichts gegen dein Feuchtbiotop machen kannst (kann ja sein, dass das Akto nicht anders zu benutzen ist) dann leg deine JAcke über den Schlafsack, damit die das schlimmste abfängt.

roli75
08.01.2006, 20:21
so, ich war jetzt wiedermal unterwegs. diesmal wieder mit dem akto so auf einer ein meter hohen schneeschicht. hab eure tipps beachtet, dh ich hab erstens mal alle 3 lüfter des aktos aufgemacht (die mach ich gleich nie mehr zu) und zweitens hab ich zusätzlich zur z-lite matte noch meine normale thermarest benutzt. dh zuerst die z-lite und die thermarest dann drauf. beim hinlegen hats im zelt -8 grad gehabt (mit thermometer gemessen), mir wars aber trotzdem die ganze nacht nicht kalt. Dh alles bestens und die zweite isomatte bringts. wunderbar...

danke, roli

nexus234
09.01.2006, 09:22
Hab auch immer so ein Problem.
Mein Schlafsack geht bis -29Grad Komfort (Herstellerangabe).
Allerdings frierte es mich schon ab ca -15.
Seit diesem Winter lege ich unter den Schlafsack eine dicke Therm a Rest und in den Schlafsack eine 3/4 lange Prolite.
Das bringt meiner Meinung nach die 10 grad mehr (noch nicht getestet), aber mir war es bei ca -10 zu warm.
Mein Schalfsack ist dabei bis etwa -10 grad um den Mund feucht und im Zelt ists auch immer 5 bis 10 grad wärmer als im freien.

Skatval
09.01.2006, 10:33
Seit diesem Winter lege ich unter den Schlafsack eine dicke Therm a Rest und in den Schlafsack eine 3/4 lange Prolite.

Du legst die Prolite IN den Schlafsack ?? :o
Wieso das, ist das nicht volles rohr unbequem ? Vor allem wenn man kein reiner Rueckenschlaefer ist, stelle ich mir das sehr schwierig vor...

nexus234
10.01.2006, 11:00
ich bin auch kein Rückenschläfer, aber es funzt ganz gut.
Wenn man sich dann halt dreht, dann wacht man evtl. schon mal kurz auf.

roli75
10.01.2006, 11:30
@nexus: sollte die isolierung nicht besser sein, wenn du die prolite unterm dem schlafsack legst? bei mir wars eben mit einer isomatte zu kalt, aber mit 2 isomatten übereinander gings gut. somit hab ich mir mal erspart eine extra winter ismatte zu kaufen mit dem nachteil, dass meine z-lite + die thermarest zusammen ca 1.3 kg haben

nexus234
10.01.2006, 14:33
Ich erklär mir das so:
Die Daunen werden zusammengedrückt egal wie die Lagen angeordnet sind.

1. Matte drunter:
Die zusammengedückten Daunen isolieren nicht mehr, da kein luftpolster unter dem Körper.
Die Körperwärme geht aus dem Schlafsack nach außen wird abgekühlt und auch teilweise durch die Matte reflektiert. Da die Matte selbst kalt ist wird weniger körperwärme in den Schlafsak zurückgeschickt.

2. Matte drin:
Die Matte reflektiert die Wärme direkt zum Körper zurück.
Die gesamte Körperwärme bleibt im Schlafsack!

Ich selbst benutze auch 2 Matten eine Innen die andere Außen. Is bequemer und an den Füßen dann doch wärmer (Prolite3/4) wobei ich unter den Füßen noch meine Fleecejacke hab.

underwater
10.01.2006, 15:08
@roli: das von dir genannte Problem mit dem naßen Sack kenne ich auch aus meinem Namatj: Der kauf eines Schlafsacks mit Gore-Hülle hat dem ein jehes Ende gamcht: seitdem ist nicht das Fußteil oder die Oberschciht mehr naß & die Probleme von wegen naßer Daune von innen heraus hatte ich auch noch nie...

so long: Viel Spaß mit dem Hilleberg!