PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wetterverhältnisse im Narvikfjell und um Abisko



bjrn
22.02.2019, 09:37
Hallo,

ich wollte nächste Woche eine Wandertour im Narvikfjell und rund um Abisko machen. Im Sommer bin ich schon einige Mal dort unterwegs gewesen; im Winter wäre es das zweite Mal und letztes Jahr hatte ich sehr gute Bedingungen. Für die vergangenen Tage wurden Warnungen der Stufe 3/4 angezeigt und es scheint, dass sich daran nicht viel ändern wird.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Wetterverhältnissen oder war vor kurzem dort ? Ich stehe vor der Frage, ob es Sinn macht, hoch zu fahren und sich die Gegebenheiten anzuschauen oder ob ich lieber ganz umplanen sollte.

Gruß,
Björn

Juhla
22.02.2019, 10:33
Was meinst du mit Wandern? Zu Fuß/Schneeschuhe/Ski/...?
Warnstufe wovon?
Tagestouren oder Strecke?
Sehr gute Bedingungen? Zum Wandern = kein Schnee?

Wenn du genauer fragst können andere genauer antworten.

bjrn
22.02.2019, 10:59
Was meinst du mit Wandern? Zu Fuß/Schneeschuhe/Ski/...?
Warnstufe wovon?
Tagestouren oder Strecke?
Sehr gute Bedingungen? Zum Wandern = kein Schnee?

Wenn du genauer fragst können andere genauer antworten.

Hallo Juhla,

danke für den Hinweis.
Geplant: per Fuß/ Schneeschuh
Warnstufe: u.a. Lawinengefahr, Temperatursprünge ( momentan in Richtung 0°C ), Regen/Schnee-Gemisch
Strecke: Katterat nach Abisko ( u.a. Kungsleden Singi - Abiskojaure )
Bedingungen im letzten Jahr: Temperatur um -20°C, wenig Schnee, kein Niederschlag

Wie geschrieben, geht 's mir um die Frage: Hochfahren und probieren? D.h. eine Unterkunft vorort zu suchen, schauen, wie die Verhätlnisse sind und je nachdem entscheiden z.B. nur Tagestour. Oder ist anhand der Warnstufen schon ersichtlich, das es besser wäre, ganz umzuplanen.

Gruß,
Björn

Juhla
22.02.2019, 12:15
Mich würde die Lawinenwarnstufe 4 nicht besonders stören, ich bin aber auch nicht der Gipfelsammler. Da müsste man sich wohl einschränken.

Für Schweden sind die Hangneigungen hier:
https://www.lavinprognoser.se/
und für Norwegen hier:
https://geodata.ngi.no/arcgisportal/apps/webappviewer/index.html?id=fd597e0179fe479b9274d95a90b00931

In Kombination mit dem Lawinenlagebericht sollte sich da eine sichere Route finden lassen.

Vintervik
22.02.2019, 14:48
In Schweden sind die markierten Winterwege (die roten Andreaskreuze) so gelegt, dass sie nicht in Lawinenauslaufzonen verlaufen (gibt nur ein paar wenige Ausnahmen, wo es nicht 100%ig zutrifft).
Wenn Du einem markierten Winterweg folgst, verringerst Du also Dein eigenes Risiko bzgl. Lawinen.

Fjellfex
23.02.2019, 07:38
Es soll ja auf norwegischer Seite schon einiges an Schnee liegen, heute soll´s bis hoch hinauf regnen, und darauf wieder einiges an Schnee kommen.
Schneeschuhe tragen auf losem Untergrund schlechter als Ski. Wenn Du hier selber eine Spur treten mußt, kommst Du wohl bald an Deine Grenzen. Da würde ich eher zur schwedischen Seite raten: entlang der markierten Wege kannst Du eher mit einer Spur rechnen, und das Atlantiktief schlägt dort vielleicht auch nicht so sehr zu wie im näher an der Küste gelegenen Narvikfjell.

Fjaellraev
23.02.2019, 20:00
Wenn ich das richtig verstehe hast du noch nicht fix geplant und überlegst jetzt ob es Sinn macht hoch zu fahren, in dem Fall würde ich es wohl bleiben lassen.
Wenn du aber eh schon länger geplant hast und auch alles gebucht hast und jetzt überlegst ob du wirklich hoch sollst oder ob du umplanen sollst, da würde ich wohl hoch reisen und mir vor Ort anschauen was möglich ist und Spass macht.

Die hohen Lawinenwarnstufen liegen ja nicht nur an den Schneemengen (Ich habe mich dieses Jahr nicht auf dem Laufenden gehalten wieviel es gab, da ich diesen Winter nicht in den Norden komme) und den Temperaturschwankungen sondern auch daran dass es vor gut einer Woche sehr (!) stürmisch war und zu grossen Schneeverfrachtungen kam.
Einen Start in Katterat würde ich persönlich im Moment auf jeden Fall nicht in Betracht ziehen sondern mich auf der schwedischen Seite halten.
"Meine" Lawinenkarte für Norwegen zeigt nicht nur die steilen Hänge (Wenn auch nicht so schön bunt - Danke für den Link) sondern auch das üblicherweise zu erwartende Auslaufgelände: https://gis3.nve.no/link/?link=SnoskredAktsomhet
Aus der Ferne würde ich nach den Stürmen der letzten Wochen das Risikogelände vermutlich noch etwas weiter abstecken.

Der letzte Winter war ja bis weit in den März rein eher schneearm - wie es diesen Winter aussieht kann ich, wie oben geschrieben, nicht beurteilen, aber Wind und Temperaturschwankungen sind wohl auch in den kommenden Wochen noch ein Thema.

Gruss
Henning

bjrn
27.02.2019, 11:43
Wenn ich das richtig verstehe hast du noch nicht fix geplant und überlegst jetzt ob es Sinn macht hoch zu fahren, in dem Fall würde ich es wohl bleiben lassen.
Wenn du aber eh schon länger geplant hast und auch alles gebucht hast und jetzt überlegst ob du wirklich hoch sollst oder ob du umplanen sollst, da würde ich wohl hoch reisen und mir vor Ort anschauen was möglich ist und Spass macht.

Naja, ich plane meistens Eckdaten: wann hin, wann zurück. Insofern hatte ich die Hin-/Rückfahrt schon gebucht; diesmal mit einem Tag Puffer, da ich bei der Rückfahrt nach Stockholm im letzten Jahr mit knapp 11 Stunden Verspätung meinen Flug verpasst hatte.
Ich hatte mir verschiedene Strecken herausgesucht: ursprünglich wollte ich in Abisko starten und über Gautelishytta / Unna Allak wieder dort landen; mich hat's auch gereizt, von Katterat aus zu starten – kenne ich von den Sommertouren gut. Mit den wenigen Wintererfahrungen konnte ich aber schwer beurteilen, ob es Sinn macht, überhaupt hinzufahren oder, wie du sagtest, hinfahren und vor Ort schauen.

@Vintervik @Fjellfex @Fjaellraev

habt vielen Dank für eure Einschätzung, Hinweise und Links. Die haben mir sehr weitergeholfen. Leider macht mir die Gesundheit noch einen Strich durch die Rechnung, so dass ich dieses Jahr wohl oder übel verzichten muss. :sad: Aber unterm Strich: ich wäre auch hochgefahren und hätte geschaut, was möglich ist. Nochmals Dank.

Gruß,
Björn

Zz
27.02.2019, 12:18
Hallo Björn!
Bei relativ kurzfristigen Plänen, kann es Sinn machen sich die europäische Großwetterlage anzusehen.
2014 z.B. zog ein Atlantiktief nach dem anderen an der norwegischen Küste von Süden nach Norden. Da war es sehr wechselhaft und warm, u.a. mit Regen, Starkwind bis Sturm.
Im letzten Jahr z.B. lag für lange Zeit ein Hoch über Nordskandinavien. Da war das Wetter insgesamt recht stabil und teilweise sehr kalt.
In diesem Jahr dagegen sieht es wieder ganz anders aus. Das Wetter wechselt schnell und die Temperaturen gehen hoch und runter innerhalb kurzer Zeit, teilweise in den Plusbereich.
Kurz zusammengefaßt, ein kontinentales stabiles Hoch mit Polarenluftmassen bringt relativ ruhiges, aber sehr kaltes Wetter. Wenn es eher Luftmassen aus dem Atlantikbereich mit relativ milden Temperaturen sind, ist insgesamt mit viel Niederschlägen, starkem Wind und instabilem Wetter zu rechnen.
Gruß und gute Besserung,
Z

Fjaellraev
02.03.2019, 12:55
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, ich hoffe für dich auf bessere Gesundheit und bessere Bedingungen im nächsten Winter. :D

ursprünglich wollte ich in Abisko starten und über Gautelishytta / Unna Allak wieder dort landen;
...
Mit den wenigen Wintererfahrungen konnte ich aber schwer beurteilen, ob es Sinn macht, überhaupt hinzufahren oder, wie du sagtest, hinfahren und vor Ort schauen.

Gerade wenn man den Abschnitt zwischen Gautelis und Cunojaure in die Planung mit einbezieht sollte man (meiner Meinung nach) immer noch einen Plan B haben. ;-)
Wenn ich mich nicht verzählt habe, hatte ich die Route jetzt viermal in der Planung und bin zweimal auch wirklich da durch gegangen, die anderen Male war mir die Lawinensituation zu heikel oder das Wetter zu schlecht.

Gruss
Henning