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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [PK] Pakistan: Concordia / K2 – rund um den Masherbrum



BlackDaytona
23.11.2005, 23:39
Region/Kontinent: Zentralasien

Nachdem ich vor einigen Jahren in Nepal den Mount Everest vom Kala Pattar aus bewundern konnte, zog es mich dieses Jahr nach Pakistan ins Karakorum zum K2, mit 8611m der zweithöchste Berg der Welt und weitaus schwieriger zu erreichen geschweige denn zu besteigen (was ich allerdings auch nicht vorhatte).

Grundsätzlich spricht nichts dagegen diese Tour direkt übers Internet in Pakistan zu buchen. Denn die deutschen Reiseveranstalter machen im Prinzip auch nichts anderes. Man kommt nur mit pakistanischem Guide, Träger (ca. 5 Träger pro Person) und entsprechendem Permit in diese entlegende Gegend. Das Kashmir-Gebiet ist militärische Sperrzone und wird streng kontrolliert.
Das Problem bei einer selbst organisierten Reise ist eventuell der Reiserücktritt, falls man selber die Reise nicht antreten kann oder die Tour vom Veranstalter abgesagt wird. Auf dem Concordia-Platz habe ich einen Berliner Arzt kennengelernt, der sich alles selber organisiert hatte, und damit im Prinzip die deutsche Reiseleitung gespart hatte ( ca. 500 € pro Person).

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0570.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100038&title=pakistan-2005-0570&cat=500)
Abendstimmung am Concordia Platz, links der K2 und rechts der Broad Peak

Tour-Überblick:
Die Tour dauerte 25 Tage. Von Rawalpindi, der Nachbarstadt Islamabads, ging es über den legendären Karakorum Highway innerhalb von vier Tagen ca. 830 km mit Bus und Jeep nach Askole, dem Ausgangspunkt für das 16-tägige Zelt-Trekking zu den Eisriesen im Karakorum.
115km und Höhen bis zu 5500m lagen vor uns. In sechs Tagen ging es dann vorbei an mehreren 7000er Gipfeln (unter anderem der Masherbrum (7821m)) bis zum 4.600m hoch gelegenen Concordia-Platz. Dies ist ein 40km breite Stelle, an der 14 Gletscher aus allen Richtungen zusammen strömen. Hier blickt man auf den K2 (8611m), den Broad Peak (8068m) und die Gasherbrum I, II und IV. Ein Anblick, der nicht zu beschreiben ist, der auch wahrscheinlich durch die Fotos nicht vermittelbar ist.
Nach einem Tagesausflug zum K2 Base Camp ging es über den Vigne-Gletscher Richtung Gondogoro-Pass. Von der 5.500m hohen Passhöhe hatten wir einen traumhaften Blick auf die Bergriesen des Karakorums. Drei Tage dauerte der Abstieg nach Hushe (3.050m). Von da aus ging es dann per Jeep wieder zurück nach Skardu und per Bus nach Rawalpindi.

Die Tour im Detail:

Ankunft in Islamabad
Von Frankfurt aus flogen wir mit Emirates ( die Fluggesellschaft ist nur zu empfehlen!) per Nachtflug über Dubai nach Islamabad. Um 7.00 Uhr morgens stiegen wir bei 30°C aus der Maschine und stellten uns halb bewusstlos den Einreiseformalitäten.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0001.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99366&title=pakistan-2005-0001&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_001.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98764&title=pakistan-2005-001&cat=500)
Minarette, Rawalpindi

Im Hotel in Rawalpindi, der Nachbarstadt Islamabads, angelangt gab es erst mal Frühstück, bevor es nach einem nicht ganz legalen Geldtausch in einem Souvenirshop zur Besichtigung der Shah-Faisal-Moschee ging. Die Moschee ist eine Schenkung der Saudis an den Staat Pakistan. Sie gehört mit ihren 90m hohen Minaretten und inneren Platz für 15.000 Gläubige zu den größten islamischen Gebetsstätten der Welt.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_002.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98765&title=pakistan-2005-002&cat=500)
Shah-Faisal-Moschee

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_003.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98766&title=pakistan-2005-003&cat=500)
Schuhe ausziehen ist Pflicht

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_004.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98767&title=pakistan-2005-004&cat=500)
Besucher der Moschee

Islamabad ist eine künstliche Stadt. Sie entstand in den 60er Jahren am Reißbrett. Rawalpindi dagegen wuchs über Jahrhunderte. Die Altstadt wirkt recht chaotisch und sich zu orientieren ist nicht ganz einfach. Unser Reiseleiter musste noch ins Ministerium für Tourismus die Trekking-Tour und unsere Gruppe anmelden (sog. Briefing). In der Zeit konnten wir noch etwas im Hotel relaxen.

Reise in den Norden Richtung Baltistan
Vor der langen Busfahrt deckten wir uns noch mit einigen Kisten Wasser ein.
Zur Verpflegung ist grundsätzlich zu sagen, dass man Wasser nur aus versiegelten Flaschen oder abgekocht trinken sollte. Es gilt strikt das Gebot „ Cook it, peel it or forget it“.
In Pakistan wird scharf gewürzt, was einigen unserer Reisemitglieder stark zu schaffen machte. Wer mit Magenproblemen solch eine Tour weiter beschreitet, wird meistens scheitern, was dann später auch unser deutscher Reiseleiter feststellen musste.
Nächsten Morgen begann dann die lange Busreise in den Norden des Landes.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_005.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98768&title=pakistan-2005-005&cat=500)
Straßenszene Ri. Norden

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Pakistanischer LKW

Recht bald erreichten wir den Karakorum Highway (KKH), einer der berühmtesten Gebirgsstraßen der Welt. Er wurde in einem gemeinsamen Projekt mit China innerhalb von 20 Jahren gebaut und 1978 eingeweiht. Er folgt größtenteils dem Lauf der historischen Seidenstraße durch den Karakorum bis nach Kashgar.

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KKH

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Denkmal KKH

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Detail Denkmal KKH

Häufig gibt es Erdrutsche und Steinschlag, so daß an vielen Stellen ausgebessert wird.

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Baustelle KKH

Auffällig sind die bunten LKW’s der Pakistani, die es so wohl nur hier gibt.

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Der KKH führt am Indus entlang. Dieser große Strom entspringt in Tibet und durchfließt das ganze Land bis er bei Karachi ins Meer mündet.

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Indus

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Gegenverkehr am KKH

Das Flusstal des Indus ist wirklich beeindruckend. Wir folgten ihm bis Skardu.

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Zufluß zum Indus

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Schmuckverkauf am Aussichtspunkt Nanga Parbat

Zunächst legten wir aber einen Zwischenstop in Gilgit ein, da der Weg nach Skardu an einer Stelle noch freigeräumt werden musste. Gilgit ist zur Zeit recht unruhig. Es kommt immer wieder zu Unruhen, meist wohl religiös motiviert. Daher sieht man auch viel Militär in den Straßen.

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Budhhistische Felszeichnungen Nähe Gilgit

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Geschwister, Nähe Gilgit

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Budhhistische Felsfigur Nähe Gilgit

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_019.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=98782&title=pakistan-2005-019&cat=500)
Hausbau in Pakistan, Gilgit

Am nächsten Tag überquerten wir die Brücke des Gilgit River. Nach einem Stop am Nanga Parbat Ausblick bogen wir in die gewaltige Schlucht des Indus ein.

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Brücke über den Gilgit River

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Nanga Parbat (8125m)

Hier war unser Kleinbus den Gegebenheiten nicht so richtig gewachsen. An einer freigeräumten Stelle zerriß die Air-Condition an den Bodenunebenheiten.

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Richtung Skardu

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Straßenschäden im Industal

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Hühnertransport Ri. Skardu

Auf dem weiteren Weg trafen wir unsere Vorgängertruppe, die nicht besonders viel Glück hatten. 4 von 7 fielen aus wg. Privater Dinge, Magenprobleme, Höhenkrankheit etc. außerdem war das Wetter schlecht, so dass eine Passquerung über den Gonogoro La unmöglich war und die meisten Berge im Nebel verschwanden. Sie mussten den gesamten Weg vom Concordia-Platz aus wieder zurückwandern. Das verunsicherte unsere Truppe natürlich ungemein. Aber wir hatten Glück.
Das Wetter wurde immer besser und stabiler. Später auf dem Trekking standen wir öfters schon um 4 Uhr morgens auf, um in den kühleren Morgenstunden den Hauptteil der Tageswanderung zu absolvieren.

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Oase im Industal

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Stromschnellen im Industal

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Kachusa See, Nähe Skardu


Von Skardu aus ging es mit Jeeps weiter.

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Unsere Jeeps

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Ab hier nur noch 4WD

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Flusstal Jeeptour

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Pause

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Flussquerung

Wie schon vorher angekündigt mussten wir wegen eines Erdrutsches die Jeeps wechseln.

Ankunft in Askole, Beginn des Trekkings
In Askole (3000m), dem Ausgangspunkt unseres 16-tägigen Tekkings, wartete schon unsere Begleitmannschaft und unsere Träger.

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Askole

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Steingewinnung, Askole

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Felsen, Askole

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Terrassenanbau, Askole

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Feldarbeiter, Askole

Insgesamt begleitete uns ( 12 Teilnehmer, 1 deutscher Guide) eine ca. 60 köpfige Mannschaft. Ein recht hoher logistischer Aufwand. Alles wurde mitgeschleppt: Zelte, Vorräte, Kocher etc. Es gibt auf dem Weg keine Dörfer oder bewirtschaftete Hütten. Einzig in den Camps gab es ab und zu die Gelegenheit etwas zu kaufen.
An dem ersten Wandertag wurde das Gesamtgepäck auf die Träger aufgeteilt. Jeder bekam max. 25 kg zugeteilt, dies wurde auch abgewogen. Wer schon mal einen 25kg-Rucksack in unwegsamen Gelände geschleppt hat, weiß was das bedeutet. Die meisten der Träger hatten nur primitive Holzgestelle, auf die dann alles draufgeschnallt wurde. Für die komplette 16-tägige Tour lag der Lohn etwa bei 120 US$. Für pakistanische Verhältnisse ein guter Verdienst. Ein Teil der Träger ist dann im Laufe der Tour wieder zurückgegangen, sobald die ersten Vorräte verbraucht waren.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0124.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99391&title=pakistan-2005-0124&cat=500)
Gepäckaufteilung

Hunza und Nagar, zwei der Bergvölker Baltistans
Noch ein Wort zu dem Menschenschlag dieser Gegend. Baltistan, ein Teil der Northern Areas von Pakistan und bei uns besser bekannt als Kashmir-Region, wird zum großen Teil von zwei Bergvölkern bewohnt, die Hunza und die Nagar. Ihre Geschichte geht bis auf das 14.Jahrhundert zurück. Obwohl sie in einem Tal leben, haben sie sich vollkommen anders entwickelt. Die Hunza gelten als freundlich und weltoffen, wo hingegen die Nagar als verschlagen und hinterlistig angesehen werden. Unsere direkte Begleitmannschaft (Tour-Guide, Trekking-Guide, Koch etc., 7 Leute) kam aus der Hunza-Gegend, sprachen alle perfekt englisch und bestätigten dieses Bild. Unsere Träger waren ausschließlich Nagar. Die Verständigung mit ihnen war schwierig und sie waren recht unzugänglich. Wirklich negativ empfunden habe ich aber nur ihren Streik am Concordia-Platz. Sie wollten plötzlich mehr Geld haben, trotz Vertrag mit der Agentur. Wenn man in anderen Reiseberichten nachliest, kommt es immer wieder zu diesen Streiks (Rollo Steffens: Faszination Karakorum, Bruckmann Verlag, ein toller Bildband). Eine russische Gruppe musste sogar ein Teil ihres Gepäcks am Concordia-Platz zurücklassen, da einige ihrer Träger einfach zurückgingen.
Unser pakistanischer Guide war darauf sicherlich vorbereitet. Bei uns verließen 7 Träger die Mannschaft. Er hat das durch spätere Vorratseinkäufe einigermaßen ausgleichen können. Am Schluß des Trekkings in Hushe hat er mit unseren restlichen Trägern drei Stunden nachverhandelt und auch noch mal nachgezahlt.

Die Trekking-Etappen
An unserem ersten Trekking-Tag folgten wir dem Flusslauf des Braldu River bis zum Camp Korophon (3000m), am Ende des Biafo Gletschers. Ein nahe gelegener See bot noch eine der letzten Bademöglichkeiten.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0127.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99393&title=pakistan-2005-0127&cat=500)

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Trekkingstart

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0131.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99396&title=pakistan-2005-0131&cat=500)

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Flussquerung

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Camp Korophon

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Trägergestelle

Von Korophon aus ging es am nächsten Tag zunächst nach Camp Jola.

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Zwei unserer Träger

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0143.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99404&title=pakistan-2005-0143&cat=500)
Ausschnitt Felsgestein

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Kurz vor Camp Jola

Hier machten wir Mittagspause (11:00 Uhr und 30°C auf 3000m Höhe). Das Essen war bei diesen Pausen immer einfach bzw. praktisch gehalten. Es wurde eine gute Suppe gekocht, dazu wurden Kekse, Nüsse, Cornet Beef etc. gereicht. Zu trinken gab es grünen oder schwarzen Tee bis zum Abwinken. Nach dem 16. Trekkingtag sehnt man sich dann aber doch schon mal nach einer Pizza oder ähnlichem.

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Unsere Gruppe

Der weitere Weg nach Camp Bardumal führte am Biaho River entlang. Solange wir am Fluß liefen, war die Hitze recht erträglich.

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Felsen am Biaho River

Nach drei Stunden erreichten wir ziemlich erschöpft und durstig das Camp. In einer verrauchten Hütte erstand ich mir eine Dose Pepsi, die mir auch wirklich gut tat. Trotz UV-Brille mit Seitenschutz tränten mir die Augen durch die starke Sonneneinstrahlung und den Staub. Camp Bardumal liegt auf 3250m Höhe und ist von eindrucksvollen Bergen umgeben.

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Camp Bardumal

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0163.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99412&title=pakistan-2005-0163&cat=500)
Abendgebet

In Absprache mit den Trägern änderten wir den Verlauf des Trekkings. Im nächsten Camp Paiju war ein Ruhetag vorgesehen. Traditionell bereiten die Träger hier ihre Rationen an Chapatti, dem pakistanischen Fladenbrot, vor für die lange Gletscheretappe bis Concordia. Diesen Ruhetag ließen wir entfallen und den darauffolgenden langen Wandertag nach Urdukas teilten wir in zwei Etappen auf.
Die Etappe nach Paiju (3440m) ging um 5:30 Uhr am nächsten Morgen los. Dies bedeutete um 4:00 Uhr aufstehen und Rucksack sowie Zelt im Schein der Kopflampen zusammenpacken.

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Morgenstimmung

Einige Flussdurchquerungen standen an. Bei einer hieß es Schuhe aus, Sandalen an und ab durch das eisige Wasser.

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https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0169.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99417&title=pakistan-2005-0169&cat=500)
Flußquerung

Wir erreichten Paiju schon um 9:00 Uhr. Hier gab es sogar noch mal eine Duschgelegenheit, die letzte bis nach der Passquerung.
Am Nachmittag machten wir uns noch etwas mit dem Certec-Bag, der Überdruckkammer, vertraut. Der Luftdruck in 5500m Höhe beträgt etwa noch 500mbar. Über eine externe Pumpe wird der Druck in der Kammer wieder auf 1bar gebracht um dem Patienten eine gewisse Erholung zu ermöglichen. Diese Erholung ist aber nur temporär. Sind Symptome der Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Ataxie, plötzlicher Leistungsabfall) vorhanden, sollte sofort in niedrigere Höhen abgestiegen werden. Die Höhenkrankheit ist ein ernstes Thema und sollte nicht unterschätzt werden. Am Concordia-Platz kam der Certec-Bag dann auch mehrmals zum Einsatz.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0179.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99421&title=pakistan-2005-0179&cat=500)
Certec-Bag

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0173.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99419&title=pakistan-2005-0173&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0176.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99420&title=pakistan-2005-0176&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0182.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99422&title=pakistan-2005-0182&cat=500)
Abendstimmung Camp Paiju

Kurz hinter Paiju beginnt der gewaltige Baltoro-Gletscher. Er hat eine Länge von 62km und eine Fläche von 755qm. Damit ist er der größte Gletscher außerhalb der Polregion. Er ist zu großen Teilen mit Geröll und Sand bedeckt, was das Begehen nicht gerade einfacher macht.
Früh am nächsten Morgen brachen wir Richtung Camp Robutse (3820m) auf. Gegen Mittag erreichten wir das Lager.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0183.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=99423&title=pakistan-2005-0183&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0216.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100013&title=pakistan-2005-0216&cat=500)
Paiju Peak

Eindrucksvolle Bergmassive wie die Trango Towers konnten wir von hier aus bestaunen. Der Ausblick von Camp Urdukas (4050m) am folgenden Tag war allerdings noch eine Stufe besser. Es war nur eine kurze Wanderung von 2 Stunden, so dass wir noch den ganzen Tag Zeit hatten die Gegend zu erkunden und den grandiosen Blick zu genießen. Oberhalb des Lagers befand sich eine traumhafte Blumenwiese. Dort grasten auch einige Pferde der Armee, die unterhalb des Camps eine Militärstation betrieb.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0217.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100014&title=pakistan-2005-0217&cat=500)
Trango Towers (6617m)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0239.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100019&title=pakistan-2005-0239&cat=500)
Camp Urdukas

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0228.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100017&title=pakistan-2005-0228&cat=500)
Edelweiß

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0224.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100016&title=pakistan-2005-0224&cat=500)
Blumenwiese auf 4000m

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0240.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100020&title=pakistan-2005-0240&cat=500)
Abendstimmung Camp Urdukas, Trango Towers

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0241.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100026&title=pakistan-2005-0241&cat=500)
Cathedral Towers

Dies war die erste Nacht, wo ich gut schlafen konnte. Sogar den Schlafsack musste ich komplett zuziehen. Bei den Nächten vorher hatte ich ihn oft nur als Decke genutzt.
Mit einer Wanderzeit von netto 7 Stunden war die nächste Etappe zum Camp Gore II wieder länger.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0244.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100022&title=pakistan-2005-0244&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0245.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100023&title=pakistan-2005-0245&cat=500)
Baltoro Gletscher

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0247.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100025&title=pakistan-2005-0247&cat=500)
Bachlauf im Baltoro Gletscher

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0251.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100028&title=pakistan-2005-0251&cat=500)
Mittagspause Camp Gore I

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0253.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100029&title=pakistan-2005-0253&cat=500)
Brücke auf dem Baltoro Gletscher

Langsam tauchte auf der rechten Seite der Masherbrum (7821m) auf, allerdings noch Wolkenverhangen. Camp Gore II bietet einen phantastischen Rundblick auch schon Richtung Concordia Platz. Der Zeltaufbau auf dem Hügel gestaltete sich als recht schwierig, da der Unterboden nur aus Steinen und Eis bestand. Der Wind zerrte ganz gut an den Zeltwänden.
Trotz zunächst dicken Regenwolken klärte es sich aber doch noch auf und der Masherbrum zeigte sich von seiner besten Seite. Ein weiteres Highlite dieser Tour.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0259.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100031&title=pakistan-2005-0259&cat=500)

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0260.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100032&title=pakistan-2005-0260&cat=500)
Masherbrum im Abendlicht

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/Pakistan_2005_0261.jpg (https://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=100033&title=pakistan-2005-0261&cat=500)
Gipfel des Masherbrum

Fortsetzung folgt.

BlackDaytona
23.11.2005, 23:57
Sorry, Überschrift sollte eigentlich so aussehen.
Hoffe das wird einem Newbi :bg: verziehen.
Fortsetzung folgt nächste Woche.

Menelaos
24.11.2005, 00:30
Super Reisebericht den ich wirklich mal wieder mit Lust und Laune vernascht hab ... das liegt vor allem daran, dass es was ausgefallenes ist. Pakistan, sehr geiles Land ... irgendwann muss ich da auch mal hin ... "mit dem Wüstenschiff durch verlassene Hochebenen Pakistans" wahhh :bg:

Vielen Dank für das Gerät und herzlich willkommen im Forum.

mv
24.11.2005, 06:44
Irre! :shock:

MaMa
24.11.2005, 07:46
Seeeehr geil! Klasse bilder und gut geschrieben!

Flachlandtiroler
24.11.2005, 10:03
ACK. Fiebern wir der Fortsetzung entgegen... :)

Zum Selberbuchen: Pakistan ist allerdings gerade ein Land, wo man gerne eine Rücktrittsversicherung hat...

Gruß, Martin

Shirkan
24.11.2005, 10:27
Wow, was für ein Einstand hier.

Herzlich Willkommen, Black Daytona! (schreib mal noch was zu deiner Person, Alter, Herkunft und was du bereits alles so gemacht hast; das interessiert viele)

Viele Grüße,
Sebastian, der sich an sowas hochgebirgiges noch nicht herantraut

Hannes1983
24.11.2005, 12:00
Sehr geile Bilder, da kommt Vorfreude auf. Nächstes Jahr gehts bei mir nach Nepal. :D

*neidischbin*
Gruß Hannes

Nicki
24.11.2005, 14:36
Sehr schöner Bericht und tolle Photos.

mistral
24.11.2005, 14:58
puah - hört sich sehr sehr fantastisch an!!! könnt man glatt heuln...

darf man fragen was es in etwagekostet hat, mit allem drum&dran?? hab ni schlecht gekuckt - 5 lastenträger pro person :o alles zu futtern oder wat??

thx & cheers, rob.

Flachlandtiroler
24.11.2005, 15:15
darf man fragen was es in etwagekostet hat, mit allem drum&dran?? hab ni schlecht gekuckt - 5 lastenträger pro person :o alles zu futtern oder wat??
Mehr oder weniger: Ein Träger hat typisch von 1-2 Touris das Gepäck (persönliche Ausrüstung ohne Tagesgepäck). Einer schleppt Fraß für den Touri, alle weiteren Fraß für sie ersten beiden Träger und sich selbst -- wunderbare Rekursion :bg: Wenn man das nicht zur Konvergenz bekommt landet man eben bei einigen hundert Trägern wie die Großexpeditionen :roll:

Ist in Nepal etwas verwischt dadurch das viele Lebensmittel unterwegs auf dem Trek erhältlich sind (also entweder da wachsen oder von unabhängigen Karawanen transportiert werden). Erst wenn man von den Touri-Trail abzweigt beginnt die fatale Reihen-Berechnung.

Gruß, Martin

mistral
24.11.2005, 15:27
...alle weiteren Fraß für die ersten beiden Träger und sich selbst -- wunderbare Rekursion :bg: Wenn man das nicht zur Konvergenz bekommt landet man eben bei einigen hundert Trägern wie die Großexpeditionen :roll:

:o hihi, stimmt... die andern tragen sich dann gegenseitig ihr gepäck...

na rein vorstellungsmäßig hätte ich eigtl gedacht, dass ich als trekker selbst alles aufm buckl hab, ausser halt lebensmittel und getränke - da hörten sich 5ziemlich viel an, aber stimmt, 2schleppen proviant un die anderen3 das proviant+klamotten der ersten - herrlich :bg:

rob.

mistral
24.11.2005, 15:28
[edit] sorry, auf falschen button gekomm

BlackDaytona
24.11.2005, 22:44
Danke für das positive Feedback. Will mal auf die Fragen eingehen.

@Shirkan und wen es interessiert:
Etwas zu meiner Person. Bin 42 Jahre alt, in Brasilien geboren, lebe seit meinem dritten Lebensjahr in Deutschland, im Rheinland. Inzwischen in Bergisch Gladbach nahe bei Köln, der schönsten Stadt im Rheinland (irgendwelche Düsseldorfer anwesend ? :wink: ).
Zu meinen Hobbys neben den Trekking-Reisen zählt wohl Motorrad fahren und Sport (Mountain-Bike, Marathon etc.).
Ein Wort zu den Trekking Reisen (die Motorrad-Reisen lasse ich jetzt mal weg), die ich in der zeitlichen Reihenfolge nenne. Die Highlights sind wirklich nur Punkte, die mir jetzt spontan eingefallen sind:

Australien (Ostküste und Outback). Highlights: Frazer Island, Cape York, Ayers Rock.

Venezuela (Karibik, Orinoco, Gran Sabana). Highlights: Besteigung des Roraima (Tafelberg in der Gran Sabana, Drei-Länder-Eck Venezuela/Guayana/Brasilien), Salto Angel.

Patagonien (Chile / Argentinien). Highlights: Umwanderung der Torres del Paine, Perito-Moreno-Gletscher, Fitz-Roy-Massiv, Seengebiet. Bisher die einzige Tour, die ich sofort nochmal machen würde.

Nepal (Zum Base Camp des Mount Everest). Highlights: Besteigung des Gokyo Ri (5330m) und des Kalar Pattar (5545m), die Aussichtsberge des Everest. Die Menschen des Khumbu-Gebietes.

Tasmanien (Insel an der Südküste Australiens). Highlights: Der Overland-Track und der South-Coast-Track. Die Ursprünglichkeit der NPs.

Island (Mitte bzw. Süden der Insel). Highlights: Landmannalaugar. Mitternachtssonne. Die Insel ist mir noch gutes Wetter schuldig.

Tansania (Safari, Trekking, Sansibar). Highlights: Besteigung des Kili (5895m). Sansibar.

Peru. Highlights: Machu Picchu, Urubamba-Tal, Titicacasee, Cordillera Blanca (Huascaran-NP)

Ecuador mit Galapagos-Inseln. Highlights: Besteigung des Cotopaxi (5897m), Amazonas, die Tiere der Galapagos-Inseln.

Für Ende Januar 2006 plane ich 8 Wochen Neuseeland. Hat mein Chef ganz schön geschluckt, beim Unterschreiben des Urlaubsantrags. Das wird dann der nächste Bericht.

@Mistral
Die Kosten der Tour. Die Tour kostete bei Hauser 2990 €. Dazu kommen noch Kosten fürs Essen in Rawalpindi (kann man aber fast vernachlässigen), ansonsten Vollverpflegung.
Weitere Veranstalter sind z.B. Dav Summit Club oder die Bergspechte.
In Pakistan kann ich empfehlen: Himalaya Nature Tours Pakistan (das war meine Agentur)
oder mit die größte: Adventure Tours Pakistan.

Das wars soweit. Werd mich dann nächste Woche mit dem zweiten Teil der Pakistan-Tour zurückmelden.

Shirkan
24.11.2005, 23:00
wow, ob ich in 18 Jahren auch mal soviel von der Welt gesehen haben werde?

:roll:

Flachlandtiroler
25.11.2005, 07:45
Kannst Du was zur Akklimatisation bei diesem Trekking sagen?

Die Tour dauerte 25 Tage. Von Rawalpindi, der Nachbarstadt Islamabads, ging es über den legendären Karakorum Highway innerhalb von vier Tagen ca. 830 km mit Bus und Jeep nach Askole, dem Ausgangspunkt für das 16-tägige Zelt-Trekking zu den Eisriesen im Karakorum.
D.h. nach ein paar Tagen im 2-3000m Bereich auf der Straße und gut zehn Tagen Trekking kommt die höchste Übernachtung auf bald 5000m, also eigentlich einigermaßen unkritisch würde ich sagen. Gab es irgendwelche Ausfälle? Hast Du Gruppen beobachtet die die Runde schneller (oder andersherum, d.h. mit dem steilen Anstieg von Hushe zuerst) gingen?

Am Concordia-Platz kam der Certec-Bag dann auch mehrmals zum Einsatz.
D.h. in Eurer Truppe gab es Höhenprobleme? Oder bei den Trägern?

Gruß, Martin

BlackDaytona
25.11.2005, 11:07
Die Akklimatisierung ist auf dieser Tour vollkommen ausreichend. Von Askole aus machten wir in den ersten Tagen max. 300 Höhenmeter pro Tag. Den Concordia-Platz (4650m) erreichten wir am 13.Tag der Tour, den Gondogoro Pass, mit 5500m der höchste Punkt des Trekkings, am 16.Tag. Wenn man sich z.B. die Kili Tour dagegen ansieht, da werden in 5 Tagen 4000 Höhenmeter gemacht und in 2 Tagen wieder abgestiegen. Eigentlich unverantwortlich. Ich kenn es so, dass man max. 600 Höhenmeter pro Tag macht und jeweils ca. 1000m höher einen Ruhetag einlegt.
Ausfälle bei unserer Gruppe gab es schon. Greife jetzt dem 2.ten Teil etwas vor (werde ich eh gleich noch ins Netz stellen). Unseren deutschen Tour-Guide erwischte es. Allerdings war es meines Erachtens nicht die Höhenkrankheit, sondern einfach der geschwächte Kreislauf auf Grund von tagelangen Magenproblemen.
Etwas anders lag der Fall bei einem Teilnehmer einer parallelen Gruppe. Er war mit einem Pakistani am Concordia-Platz zurückgeblieben. Einige Teilnehmer dieser Gruppe hatten uns gebeten sich um Ihn zukümmern während sie Richtung K2 Base Camp loszogen. In meinen Augen ein etwas seltsames Verhalten da er war mit der Situation vollkommen überfordert war. Wie auch immer, er aß mit uns zu Abend und nutzte unseren Certec-Bag mit. Beide wurden dann von einem deutschen Arzt untersucht. Er riet Ihnen zum sofortigen Abstieg.
Später im Krankenhaus von Skardu wurde dann bei Ihm schon Wasser in der Lunge festgestellt.
Man kann die Tour durchaus auch in der Gegenrichtung laufen. Hat allerdings einen großen Nachteil. Wenn der Gondogoro Pass auf Grund schlechter Wetterverhältnisse nicht zu queren ist, hat man keine Chance den Concordia Platz zu erreichen. Außerdem ist das Höhenprofil dieser Variante weitaus steiler und der Aufstieg vom Camp Xhuspang zum Pass ist extrem Steinschlag gefährdet. Aber wir haben eine Gruppe Amerikaner getroffen, die das so gemacht haben.
Hier noch die Tourenkarte aus dem lonely planet: Trekking in the Karakorum & Hindukush.
Hoffe man kann einigermaßen was erkennen.

http://img363.imageshack.us/img363/6573/trekkingroute10003pm.th.jpg (http://img363.imageshack.us/my.php?image=trekkingroute10003pm.jpg)

Gruß, Walter

P.S. Frage von einem Neuling. Wie funktioniert das mit den Zitaten?

Christine M
25.11.2005, 11:26
Wenn du eingelogged bist, gibt es bei jedem Beitrag rechts oben einen Button "Zitat". Ansonsten einfach eine Textpassage kopieren und über "Quote" in deinen Beitrag einfügen (dann steht aber nicht automatisch "Zitat" drüber).

Christine

Flachlandtiroler
25.11.2005, 11:29
Wie funktioniert das mit den Zitaten?
Wenn Du einfach ein Posting im gleichen Thread zitieren willst klicke auf "zitat" ;) Sonst beim Verfassen des Postings "Quote" drücken, den Text eingeben und wieder "Quote" drücken. Optional kann man in dem Quote-Befehl den Zitierten angeben: quote="BlackDaytona" steht dann da und über dem Zitat nachher: "BlackDaytona schrieb:" statt einfach nur "Zitat:".

Gruß, Martin

BlackDaytona
25.11.2005, 11:37
Wie funktioniert das mit den Zitaten?
Wenn Du einfach ein Posting im gleichen Thread zitieren willst klicke auf "zitat" ;) Sonst beim Verfassen des Postings "Quote" drücken, den Text eingeben und wieder "Quote" drücken. Optional kann man in dem Quote-Befehl den Zitierten angeben: quote="BlackDaytona" steht dann da und über dem Zitat nachher: "BlackDaytona schrieb:" statt einfach nur "Zitat:".

Gruß, Martin

Danke, Walter

Flachlandtiroler
25.11.2005, 11:40
Ich zitiere mal aus Deinem Fortsetzungs-Thread ;)

Unserem deutschen Guide ging es immer schlechter. Er hatte sich schon einmal in den Certec-Bag begeben. Das hielt dann 3-4 Stunden, dann sackte der Kreislauf wieder ab. Ein Mitglied einer anderen Gruppe , die schon weitergegangen waren, hatte sich zu uns gesellt. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Glücklicherweise war ein deutscher Arzt zugegen, der beide untersuchte und einen sofortigen Abstieg empfahl. Diese Nacht hörte ich die Pumpe des Certec-Bag 3 mal.
Praktisch jede Krankheit wird durch die große Höhe weiter verschärft. Die minimalste Auswirkung ist immer, daß es mit der Höhenanpassung nicht weitergeht. Insoweit würde ich Höhenkrankheit etwas verallgemeinern. Auf Meereshöhe hätte Euer Guide einen Tag seinen Rucksack abgegeben und gefastet dann wäre die Magenverstimmung bestimmt weggewesen.

Gruß, Martin

BlackDaytona
25.11.2005, 11:52
Ja Du hast recht. Da vermischen sich schnell einige Dinge miteinander. Es ist wirklich nicht einfach, eindeutig zu bestimmen, ob jemand höhenkrank ist. Hier ein Buchtipp dazu, der diese Thema recht ausführlich behandelt:

Franz Berghold / Wolfgang Schaffert:
Handbuch der Trekking- und Expeditionsmedizin
(Praxis der Höhenanpassung - Therapie der Höhenkrankheit)

erschienen bei DAV SUMMIT CLUB.

Gruß, Walter

Nammalakuru
27.11.2005, 18:44
Sehr interessanter Bericht, gutes Ziel. Sehr gut aufbereitet.
Danke dafür.

... und Köln ist natürlich die schönste Stadt im Rheinland :wink:

Nam