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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : verschiedene Nähprojekte



arbuckle
27.12.2018, 22:40
Ich hatte vor einiger Zeit ein Rucksackprojekt gestartet. Leider hatte ich mir dabei etwas zuviel vorgenommen deshalb habe ich die Dokumentation nicht weitergeführt. Es ging um einen Fahrradrucksack mit Tragegestell. Ich hatte mir bei dem Projekt viel Mühe gegeben und einiges im Vorraus geplant ,allerdings habe ich auch versucht Dinge "on the Flow" zu improvisieren aber das ist bei Nähprojekten ein großer Fehler wie ich auch des öffteren bei anderen Projekten feststellen mußte. Man muß wirlich vorher ganz genau planen was man machen will.

Auch die damals verwendeten Materialien waren eigenlich totaler unsinn deshalb (und aus anderen Gründen) habe ich das Projekt abgebrochen.
Ausserdem ist mir im nachhinein bewusst geworden das ich in dieser Zeit extrem neben der Kappe war und meine Texte vollkommen unleserlich waren... peinlich.

Zwar habe ich mittlerweile passendere Materialien für einen etwas aufwändigeren Rucksack aber zur Zeit habe ich nicht die Muse das Projekt erneut in Angriff zu nehmen.

Ich möchte hier imSchnelldurchlauf einige andere Projekte Vorstellen die ich seit dem verwirklicht habe.

Als erstes ein sehr einfaches aber durchaus nützliches Utensil das wirklich gute Dienste leistet :

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01240.jpg

Es handelt sich um einen Waschlappen aus Mikrofaserstoff . Um genau zu sein basiert der lappen aus einem Universallumpen wie er auch zur Autoreinigung und ähnlichem verwendet wird. Das Material ist sehr Saugfähig und trocknt extrem schnell.

Ein weiteres Projekt war eine Snowboardtasche. Die Tasche besteht aus einem Markisentstoff der sehr dick ,steif und dadurch eher schwer zu bearbeiten war.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012722.jpg

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Im Inneren ist die Tasche Gepolstert und die Griffe und Trageschlaufen sind vernät ,vernietet und mit Kunstoff Verstärkt. Alle "Unterlegscheiben" sind per Hand aus Kunsstoff gefertigt und der Griff besteht aus einem schönen Stück Gartenschlauch .
Die Tasche ist ziemlich robust auch wenn es sich nur um Acryl handelt. Da die Polsterung aus Trittschalldämmung vor dem Zusammennähen der Tasche an die jeweiligen Einzelteile genäht werden mußte war da alles schon recht kompliziert für einen ungeübten Näher.

Mittlerweise habe ich einige einfache Rucksäcke genäht aber alle wieder verworfen.
Ausserdem habe ich ein leichtes Tragegestell mit Molleschlaufen genäht welches ganz gut gelungen ist.
Es besteht aus dünnem aber sehr festem Schaumstoff (aus Koffern recycelt) und ist über und über mit Gurtband und Molleschlaufen verstärkt. Es sind drei dünne flexible Glasfaserstäbe verbaut die für Steifigkeit sorgen sich aber dennoch der Rückenkontur anpassen. In Verbindung mit dem groszügiger dimensionierten Hüftgurt welcher mit einer Kunstoffschiene aus HDPE verstärkt ist verteilt sich das Gewicht trotz der Flexibilität unter Last sehr gut auf die Hüften.
Das Tragesystem ist dafür ausgelegt Packsäcke in unterschiedlichen Größen zu verschnüren.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012532.jpg

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Hier noch ein paar stylische Trageriemen für weitere Projekte:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012551.jpg

Desweiteren habe ich mich auch Kleidungstücken probiert. Hier habe ich mich an Fahrradhosen probiert.
Diese Hosen bestehen aus dem Stoff eines alten Sonnenschirms und sind nicht wirklich tragbar. Allerdings habe ich die Schnitte vollständig selbst entworfen. Das sind schon vortgeshrittenere Ausführungen . Das Schnittmuster der Hosen ist selbst entworfen und besteht der Optik wegen aus vielen einzelteilen und auch die Knie sind vorgeformt.
Den Sitz ,vor allem am Hintern , habe ich mit quer und längsfalten an Probedummies mit weniger aufwändigen Schnittmustern ausgeklügelt. Die Ergebnisse sind garnicht schlecht alledings habe ich mich noch nicht an teurere Stoffe herran gewagt.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012641.jpg

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Hier eine kurze Hose die wirklich sehr bequem ist und garnicht schlecht aussieht (wenn man sich den Schnitt mal mit ordentlichem Stoff vorstellt)
gerade die etwas seltsam aussehenden erweiterten Oberschenkel machen den Schnitt beim Fahrradfahren sehr bequem.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012631.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012623.jpg

Hier sind noch weitere kurze Hosen einmal aus einem Pfungstädter Sonnenschirm welche auch durchaus tragbar ist denn sowohl der Schnitt als auch das Material sind für Kleidung gut zu verwenden:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01257.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01256.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012611.jpg



Und eine sehr gut gelungene Hose aus Fester Baumwolle. Die Kniepartien hinten und forne sowie zwischen den Beinen und am oberen Hintern sind aus extrem elastischem Jeansstoff der so ausgerichtet ist das die Dehnung einen wirklich angenehmen Tragekomfort bietet. Ausserdem sind die Verzierungen "dreidimensional" erhaben also mit Schaumstoff hinterlegt.Die Nähte sind farblich abgesetzt und aus dickem 30er Faden.
Diese Hose ist sehr Bequem und absolut tragbar. Zwar ist das Material nicht unbedingt perfekt zum Fahrradfahren aber der Komfort und Optik sind schonmal gut. Selbst Knieschoner funtionieren mit den elastischen kniepartien sehr gut.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012581.jpg

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https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012602.jpg

Ich habe mich noch an etlichen anderen Reparaturen und Projekten versucht unter anderem an einem Schlafsackinlay aus Microfaser , ein kleines Tarp und eine Regenunterlage für mein Bugbivi aus leichter aber robuster Baumarktplane in der Form eines halben Bodybags mit geringem Gewicht und Packmaß der den Schlafsack sehr gut vor Bodennässe schützt . Davon habe ich aber noch keine Fotos gemacht.

Hier noch ein Bild von meiner getunten Nähmaschine. Ich habe eine Groszügige "Ablage" angebaut. Ausserdem habe ich um besser leichte Stoffe nähen zu können den Nähfußdruck gesenkt wofür ich die Maschine aufschrauben mußte um im Inneren einige Schrauben zu lockern. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahme ist das man den Nähfuß mit weniger kraft nach oben drücken kann um dickere polster wie Rucksacktrageriemen unter den Nähfuß ein zu bringen.
Ausserdem habe ich im inneren der Maschine an einer Schraube die Fadenspannung erhöht um auch glatte 20er Fäden ordentlich vernähen zu können. (in dem fall muß man aber immer nach dem Nähen die Spannung etwas runterschrauben sonst leihert die Feder aus.) Probleme durch abgesenkten Nähfußdruck in Kombination mit schweren Stoffen und erhöter Fadenspannung habe ich bisher nicht festgestellt.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/n_hmaschine_klein.jpg

mein deutsch wird leider auch nicht besser ... naja jetzt hab ich mir die Mühe gemacht und lass es trotzdem mal so stehen

bluesaturn
28.12.2018, 22:12
Ich haette mir gerne dein Bilder angeschaut, aber weder in Safari noch Opera kann ich sie vergrössern.

Buck Mod.93
28.12.2018, 22:24
Ich haette mir gerne dein Bilder angeschaut, aber weder in Safari noch Opera kann ich sie vergrössern.

Vielleicht sind es Puppenkleider?!?!?!?!

bluesaturn
28.12.2018, 23:13
Vielleicht sind es Puppenkleider?!?!?!?!
Danke. Immerhin bezog ich mich aufs Thema. :o :ignore:

Kris
29.12.2018, 00:27
Ich haette mir gerne dein Bilder angeschaut, aber weder in Safari noch Opera kann ich sie vergrössern.

Problem ist dass die Thumbnails eingestellt wurden statt der eigentlichen Fotos.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/thumbs/DSC012432.jpg

Einfach den markierten Abschnitt aus der URL löschen, dann klappt es mit den großen Bildern...

arbuckle
29.12.2018, 04:24
ja sorry ich hatte die Fotos hochgeladen und verlinkt bevor ich auf "verarbeiten" gedrückt hatte. Danach waren einige Fotos in groß zu sehen und manche in klein. nach dem Verarbeiten habe ich alle Fotos nochmal verlinkt und jetzt sind viele überhaupt nicht mehr zu sehen. Ich versuche das nochmal in ordnung zu bringen und den Text etwas zu verbessern.

Übrigens sind das alles keine Meisterstücke (bis auf die Kurze Hose aus Jeansstoff die ist richtig gut - allerdings am Schnitt einer gekauften Hose inspiriert).
Ich habe allerdings sehr viel Zeit damit verbracht Schnitte zu entwerfen und es existieren etliche Ausführungen von Hosen die ich überhaupt nicht herzeigen will. Die Hosen die zu sehen sind sind schon etwas bessere Entwürfe.

Und ein Waschlappen ... naja es ist halt einfach nur ein Waschlappen aber mir scheint es als ob sich einige Outdoorleute garnicht mehr dieses extrem nützlichen Utensils bewusst sind. Und dieser ist eben sehr einfach herzustellen und das Material welches es überall günstigst zu kaufen gibt ist wirklich ideal für den Zweck. Deshalb habe ich es aufgeführt.

Habe noch ein paar andere Sachen und werde auch versuchen bessere Fotos zu machen und stelle vielleicht noch mal etwas vor. Falls ich einen neuen Tragegestellrucksack beginne zeig ich ihn hier auch noch mal.

arbuckle
29.12.2018, 07:05
Wen es interessiert ... ich habe oben den Beitrag nochmal sowohl textlich als auch die Fotos überarbeitet ich hoffe jetzt ist es erträglich anzusehen.

Homer
29.12.2018, 07:13
... ich hoffe jetzt ist es erträglich anzusehen.

das blau ist immer noch ganz schön krass :ignore:, aber die bilder sind jetzt alle da :bg:
danke

arbuckle
29.12.2018, 07:53
Ja das blau der Hosen ist schon extrem. Ich habe auch nur die besten Stücke aus einer Reihe von versuchsmodellen vorgestellt die so auch nicht tragbar sind. Allerdings habe ich die Schnittmuster soweit fertig gebracht das man sie verwenden könnte.
Die Schittmuster sind auch so ausgelegt das man undehnbare Stoffe mit Partien von dehnbaren Stoffen kombiniert wie ich es bei der schwarzen kurzen Hose gemacht habe.

Ich bin ein bischen stolz darauf was ich als vollkommen ungelernter und wenig geübter Näher ansatzweise fertig gebracht hat und es war sehr viel Arbeit.
Vielleicht ist es für manch einen Leser Interessant zu sehen wie ich die Schnitte und Näharbeiten gemacht habe ... mal abgesehen von den drei Worten über die Farbgestaltung.

Es ist schön das man sich an dem Thread beteilligt.
Allerdings mußte ich in vielen Jahren feststellen das hier im Internet und darüber hinaus mitten aus der Gesellschaft herraus ein absolut unerträgliches und unglaublich zerstörerisches Stalking (und damit auch Mobbing) stattfinden kann und auch realität wurde . Ich hoffe das dies in diesem Forum nicht so weitergeht.

Mittagsfrost
29.12.2018, 09:12
Respekt!
Ich schaue mir gerne noch mehr an (wenn Du hast). Bist Du Vielnäher oder war die Erweiterung der Auflagefläche nur ein (mir sehr gut gefallendes) Bastelprojekt?

wilbert
29.12.2018, 09:57
Wie viel wiegt Dein Tragegestell mit den Molleschlaufen?
(Dafür würde sich eine eigene Vorstellung lohnen.)

VG. -Wilbert-

arbuckle
29.12.2018, 10:51
Ich bin kein Vielnäher mache das nur ab und zu und dem entsprechend dauern die Projekte immer auch sehr lange.
Was mit Auflagefläche gemeint ist vertee ich nicht. Falls die Auflagefläche von der Lampenhalterung gemeint ist dabei geht es um die breiten Auflageflächen des Gummis an Lampe und Lenker , die Lampe an sich hat natürlich wenig Auflagefläche aber das spielt keine Rolle es ist bombenfest.

Das Tragesystem mit Molleschlaufen habe ich nicht gewogen aber es ist sehr leicht. So sollte es auch sein.
Es wird allerdings wohl noch etwas schwerer denn ich habe den Fehler gemacht einen der sehr elastischen Glasfaserstäbe genau in der Mitte also über der Wirbelsäule zu plazieren wenn viel Gewicht daran verschnürt ist drückt es auf den Rücken deshalb muß ich die Rückenpartie auch noch mit einer Polsterung wie am Hüftgurt versehen. Eigenlich eine Kleinigkeit aber ich habe noch kein Klettband dafür gefunden.

Die Glasfaserstäbe sind sehr dünn und biegsam trotzdem leiten sie das Gewicht gut nach unten auf den Gurt sodas die Form eigenlich gut erhalten bleibt solange man den Balast von unten nach oben aufbaut und etwas überlappend am Gestell verschnürt sonst verbiegt es sich. Trotzdem fügt es sich wenn richtig verschnürt auch unter Beastung der Krümmung des Rückens an.

Ach so mit Auflagefläche war wohl der Tisch von der Nähmaschine gemeint ... vorher hatte ich überhaupt keine Ablagefläche weil das ein Teil des Koffers war den ich aber nicht besitze. Jetzt ist das nähen sehr viel einfacher weil man die Nähte viel besser positionieren kann.

Mittagsfrost
29.12.2018, 11:42
Ja, ich meinte die Ablagefläche an der Nähmaschine.

arbuckle
29.12.2018, 11:44
Hier sin ein paar einfache grobe Beispielzkizzen wie ich verschiedene Muster für Hosen anschaulich gemacht habe um einige auszuwählen.
Hier ganz vereinfacht flach aufgemalt:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01282x.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01284x.jpg

Dann etwas räumlicher:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01283x.jpg

Naja besonders gut Zeichnen kann ich nicht aber die Muster sind zu erkennen.

Hier fehlt noch was ... ist halt einfacher zu zeichnen ;-) :

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01286x.jpg

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01285x.jpg

Das ganze dann in eine dreidimensionale Hose um zu setzen ist halt wirklich etwas aufwändig auch wenn man einige Maße an verschiedenen Hosen abmessen kann . Z.B. die Vorgeformten Knie oder die für Fahrradhosen wichtigen Bereiche zwischen den Beinen möglichst ohne Nähte sind eine Herausforderung.

arbuckle
29.12.2018, 13:59
Ich habe das Molletragegestell mal gewogen und es sind ca. 500gr.
Dafür ist es aber auch wirklich robust.
Das sollte halt ein Zwischending aus einem richtigen schweren Tragegestell und einem "weichen" Militärtragesystem werden welches meist über keinerlei Versteifung verfügt und die Last nur auf den Schultern liegt.

Wenn man dann noch davon ausgeht das da bis zu vier mittelgroße Wasserdichte Beutel drann befestigt werden ist das natürlich nicht unbedingt ultraleicht. Ich dachte halt das ich auf diese Art mit verschiedenen Beuteln wirklich Ordnung in mein Gepäck bringen kann. So hätte alles seinen Platz und ich muß nicht in einem Sack herumwühlen. Ausserdem wäre alles absolut wasserdicht ohne das ich irgendwelche Nähte abdichten muß. Flexibel mus es sein damit es fahrradtauglich ist .Ob sich das in der Praxis wirklich bewährt habe ich halt noch nicht getestet. Ist ja im Prinzip auch ein Prototyp der noch verbessert werden kann wenn sich zumindest der Ansatz als nützlich erweist.

Leider fällt bei derartigen Projekten immer jedemenge Ausschuß und Zeit an. Man muß das halt wirklich als Hobby ansehen denn Finanziell ist das alles sehr fraglich . Auch wenn es bestimmte Dinge wie eben dieses Tragesystem oder mein Bugbivi SO nicht käuflich zu erwerben gibt. Aus dem Grund mache ich das alles auch immer erst aus "Abfall oder Recyclematerialien".
Wobei mein Bugbivi aus Abfallmaterialien und wirklich schlimmen Anfängernähten jetzt schon richtig viel mitgemacht hat und bisher kaum Verschleiß zeigt das Ding war ein Erstlingswerk und ein voller Erfolg.

veloziped
02.01.2019, 19:17
Danke für Deinen Bericht und die Zusammenschau Deiner Nähkunst!

Also, Du hast Dich mit der Hose und eigenem Schnittmuster schon weit vorgearbeitet; die Nähmaschine getunt, einen auf den ersten Blick professionell aussehenden Snowboard-Koffer genäht ... da brauchst Du Dein Licht wahrlich nicht unter den Scheffel stellen, um es mal so auszudrücken.

So einen Kunstfaser-Waschlappen habe ich auch genäht und mich gewundert, dass es sowas (damals) nicht zu kaufen gab. Ein echt unterschätztes Ausrüstungsteil. Mir hat so ein feuchter Waschlappen in einer Tüte, in der Bikehose verstaut, bei heißem Wetter echt den Ar*** gerettet. So konnte ich häufig mein verschwitzes Gesicht abwischen und mich fürs Weitermachen motivieren.

Mach einfach weiter, nimm Dir die Zeit, es ist nicht umsonst! Und wenn die Nähte etwas krumm sind ... hey, es ist handgemacht :bg::baetsch:

Carry on!
veloziped

bluesaturn
05.01.2019, 00:32
ja sorry ich hatte die Fotos hochgeladen und verlinkt bevor ich auf "verarbeiten" gedrückt hatte. Danach waren einige Fotos in groß zu sehen und manche in klein. nach dem Verarbeiten habe ich alle Fotos nochmal verlinkt und jetzt sind viele überhaupt nicht mehr zu sehen. Ich versuche das nochmal in ordnung zu bringen und den Text etwas zu verbessern.

Übrigens sind das alles keine Meisterstücke (bis auf die Kurze Hose aus Jeansstoff die ist richtig gut - allerdings am Schnitt einer gekauften Hose inspiriert).
Ich habe allerdings sehr viel Zeit damit verbracht Schnitte zu entwerfen und es existieren etliche Ausführungen von Hosen die ich überhaupt nicht herzeigen will. Die Hosen die zu sehen sind sind schon etwas bessere Entwürfe.

[...]

Habe noch ein paar andere Sachen und werde auch versuchen bessere Fotos zu machen und stelle vielleicht noch mal etwas vor. Falls ich einen neuen Tragegestellrucksack beginne zeig ich ihn hier auch noch mal.

arbuckle, vielen Dank, dass du die Bilder in gross verlinkt hast. So kann man deine Werke besser betrachten und eben im Detail.
Ich bin auch nur Anfaenger, denke aber du bist auf dem richtigen Weg. Im Kurs haben wir auch gelernt, dass man fuer Hosen etc. erstmal viele Tests mit billigem Material macht und den Schnitt an sich anpasst.
Ich selbst habe ein Kleidungsstueck dreimal genaeht, bis ich es fuer gut befand.
Die Ziernaehte sehen auch gut aus, hast du dafuer eine Doppelnadel benutzt?
VG
blue

arbuckle
05.01.2019, 21:32
Danke für das Lob. Vielleicht ist das bei einigen dieser Dinge der tatsächliche Beweggrund überhaupt damit an zu fangen.

Ich bin mir nicht sicher welche Ziernähte gemeint sind . Die Buchstaben auf der schwarzen Hose sind jedenfalls ausgeschnittene Buchstaben von dem Selben Pfungstädter Sonnenschirm aus dem ich die grüne Hose genäht habe. Die Buchstaben sind mit Schaumstoffstreifen unterlegt und rund herrumm mit ganz engem Zickzackstich vernäht.

Die Hauptnähte der Hose sind einfach mit schwarzem 50er Garn genäht, dann umgeschlagen und mit zwei Reihen 30er Faden drüber genäht . Für so dicke Fäden habe ich keine Zwillingsnadel ... ach so und zusätzlich sind die Stoffränder mit dünnem Allesnähergarn per Zickzackstich versäubert.
Das ist bei so vielen Einzelteilen aus dazu noch unterschiedlichen Stoffen ein ziemlicher Akt. Denn Die Teile müssen ja Stück für Stück in einer Reihenfolge vernäht werden. Das bedeutet man muß ständig die Maschine mit verschiedenen Nadeln und Garnen ausrüsten. Unde aufgesetzte Taschen aus Kunstfaser sind auch eine ziemlich mühsehlige Sache , Baumwolle kann man einfach umbügeln.

Hat ziemlich lange gedauert dafür das die Hose fürs Fahrradfahren eigentlich nicht aus dem richtigen Material besteht.
Aber dafür könnte man sie auch gut auf dem Oktoberfest tragen.

arbuckle
06.01.2019, 00:49
Ach so was ich noch fragen wollte ... was für einen Kurs hast du (bluesaturn) denn gemacht in dem ihr Hosennähen gelernt habt ?

bluesaturn
06.01.2019, 01:22
Ich bin mir nicht sicher welche Ziernähte gemeint sind . Die Buchstaben auf der schwarzen Hose sind jedenfalls ausgeschnittene Buchstaben von dem Selben Pfungstädter Sonnenschirm aus dem ich die grüne Hose genäht habe. Die Buchstaben sind mit Schaumstoffstreifen unterlegt und rund herrumm mit ganz engem Zickzackstich vernäht.

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC012602.jpg
z.B. hier sieht man doch weisse, parallele Naehte. Vielleicht ist Ziernaht das falsche Wort hier? Es erinnert mich an Coverstitch.

bluesaturn
06.01.2019, 01:28
Ach so was ich noch fragen wollte ... was für einen Kurs hast du (bluesaturn) denn gemacht in dem ihr Hosennähen gelernt habt ?

Ich habe einen Nähkurs organisiert, bei dem sich Lernwillige/erfahrene Naeherinnnen zum Kurs trafen. Es kam eine Lehrerin ins Haus, die den Teilnehmerinnen das Hosennähen auf Wunsch gezeigt hat. Sie ging dann immer herum und hat Hilfe zum jeweiligen Projekt gegeben.

arbuckle
06.01.2019, 12:02
Eigentlich sind das ja keine Ziernähte sondern einfach die Nähte die eben strapazierfähig sein müssen. Das Zwei Nähte aus etwa dieser Fadenstärke nebeneinnader genäht werden ist bei den vielen ähnlichen Indurstrieprodukten ja eigentlich Standart.
Der Faden ist halt hellgrau , aus optischen Gründen und weil ich bei einer nahegelegenen Stoffhandlung sehr günstig ein paar Rollen 30er Garn bekommen habe dabei war die Farbauswahl aber nicht sehr groß.

Einen Nähkurs habe ich mir mal auf Youtube angesehen . Da wurde von einer Amerikanerin sehr ausführlich gezeigt wie man an einen Schnitt nur durch längs und Querfalten an den Körper anpasst.

arbuckle
06.01.2019, 12:35
Hier sind einpaar Fotos auf denen man erkennen kann wie ich bei der Erstellung eines Schnittmusters vor gegangen bin.

Als erstes werden von irgend einer Hose die vom Schnitt her wenigstens annähernd dem gewünschten Einsatzgebiet entspricht
grobe Maße abgenommen. Ich habe z.B. für die lange Fahrradhose mit dem Schnitt einer einfachen alten Jeanshose begonnen.
Nach dem übertragen der Maße stimmte in dem Fall sowieso erstmal garnichts mehr und um sich dem Schnitt einer Fahrradhose anzunähern mußten dann einige Dinge angepasst werden.
Es mußte der Nahtfreie Bereich zwischen den Beinen eingefügt werden , dann mußte der Schnitt körpernah angepasst werden und es mußte der Bund vorne etwas abgesenkt und hinten nach oben gezogen werden.
Ausserdem mußten (in der richtigen Höhe) vorgeformte Kniebereiche eingefügt werden.

Auf dem Foto sieht man das der Bund im vorderen Bereich durch eine Horizontale Naht abgesenkt wurde.
Ausserdem geht im Lendenbereich eine zweite horizontale Naht über die gesammte breite der Hose weil dieser Bereich sowohl hinten als auch vorne insgesammt gekürzt werden mußte sodas die Hose Körpernäher liegt und zwischen den Beinen nicht "sperrt". :

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01297x.jpg

Hinten wurde der Bund angehoben und durch Vertikale Nähte angeasst (ist hier aber noch nicht mit dem Rest vernäht).
Ausserdem ist eine kurze horizontale Naht in der Mitte des Hinterns zu sehen wodurch die Passform angepasst wurde.
Und auch wieder die horizontale Naht über die sich über die gesammte Breite erstreckt um die Gesammtlänge des Hinterteils insgesammt zu reduzieren.:

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01298x.jpg

Und ein Foto von dem Kniebereich welcher an einem Hosenbein eingepasst wurde.
Der Vorgeformte Bereich muß auf der richtigen Höhe sitzen und kann erst dann kontruiert werden wenn der Hintern richtig in der Hose sitzt und die Längen klar sind. Durch die Abnäher für die Form der Knie geht jeweils etwas Stofflänge verloren was für das Schnittmuster einberechnet werden muß (z.B. unten rechts unten am Knie zu sehen) :

https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/DSC01299x.jpg

Wenn man so weit ist dann kann man die Form in irgendwelche stylischen Muster unterteilen und sich überlegen welche Bereiche dehnbar sein sollen und welche man aus eventuell strapazierfähigeren und undehnbaren Stoffen herstellen will.
Und man muß sich ganz unbedingt genau überlegen in welcher Reihenfolge alles zusammengenäht werden muß um alle Nahtenden richtig einzufassen , je nach Naht überaupt richtig nähen zu können usw.

Natürlich wurden die horizontalen und vertikalen Nähte (Abnäher bzw. Falten) erstmal mit Nadeln am Körper abgesteckt und dann abgenäht. Alle Änderungen müssen dann ins Papiermuster übertragen werden.
So habe ich es bei meinen Versuchen jedenfalls gemacht .

lina
06.01.2019, 12:50
Einen Nähkurs habe ich mir mal auf Youtube angesehen . Da wurde von einer Amerikanerin sehr ausführlich gezeigt wie man an einen Schnitt nur durch längs und Querfalten an den Körper anpasst.

Das ist logisch, weil man bei der Schnitterstellung den Fadenlauf beachten muss (verläuft parallel zur Webekante). Im Übrigen kann man relativ frei formen. Referenzlinien bei Schnitten sind rechtwinklige Linien (in der Länge: Taille, Hüfte, Gesamtlänge bei Hosen, Schulter-Hals-Schnittpunkt, Brustlinie, Taille, Hüfte bei Oberteilen. In der Breite: Vordere Mitte, Linie durch den Brustpunkt, Seite, hintere Mitte, Schulterblatt-Punkt).

Überall wo "Hügel" am Körper sind, braucht man Abnäher oder Nahtlinien. Versuch mal, ein Kleidungsstück für einen Stein zu machen, mit möglichst wenig Abnähern. Das bringt einem die Möglichkeiten näher.

Den Zwickel in der Hose finde ich suboptimal, da knäuelt sich noch sehr viel Stoff. Hier könnte man evtl. die gesteigerte Dehnbarkeit eines 45 Grad Fadenlaufs einsetzen. Letztendlich brauchst Du für eine Radhose aber den Stoff, der es am Ende werden soll, um die Dehnbarkeit einberechnen zu können.

arbuckle
06.01.2019, 13:29
Zwickel ist wahrscheinlich die Falte am Hintern die nicht über die gesammte breite geht.
Ja das stimmt natürlich da stimmt es dann mit der Webrichtung nicht mehr . Ich bin mir tatsächlich auch nicht mehr sicher wie ich das damals genau weiter umgesetzt hatte. Ich hatte einige solcher Probestücke.

Über vieles bin ich mir auch garnicht so richtig bewusst weshalb und warum es funktioniert oder auch nicht. Ich hatte ja in diesem Thread mal kurz angedeuted das ich ein paar Probleme mit Stalking und Verwandten Phänomenen zu kämpfen habe und das hat mein logisches Denken wirklich extrem unter Mitleidenschaft gezogen . Das ist leider wirklich schlimm!

Auch wenn ich ihren Text lese verschwimmt alles nur vor meinen Augen auch aus dem Grund habe ich mir nie ein Buch aus der Bücherei geholt oder so und einfach irgendwie mit dem aufgeschnappten drauf los gemacht. Es ist leider wirklich extrem was da bei mir abläuft aber sowas will niemand höhren oder wahrhaben. Aber das gehört nicht hier her ... und überhaupt nirgendwo hin.

Manchmal funktoniert dann etwas meistens nicht ... aber ich versuche schon noch zu verstehen.

arbuckle
06.01.2019, 14:16
entschuldigen sie bitte das Selbstmitleid ich weiß das kommt nicht gut an.
Es ist nur einfach so das unter seelischem Stress tatsächlich als erstes das Logische denkvermögen in Form von Räumlicher Vorstellungskraft und dergleichen vollkommen verloren geht. Das ist wirklich krass!

Wenn ich unter dem Einfluß von Beruhigungsmitteln nochmal über den Zwickel nachdenke dann war es glaube ich so das ich dann damit es keine Knäuel bzw. Ecken im Stoff gibt die Länge über die gesammte breite des Hinterns und die Breite durch eine weitere vertikalnaht eingestellt hatte bin mir aber auch nicht so ganz siher was ich mir jetzt wieder einbilde.

Vielleicht ist ihr Fachbeitrag für einige Leser verständlich und weiterführend und vielleicht leuchtet es auch mir demnächst ein.
Es ist so das wenn ich diese Beiträge hier schreibe ich mir in diesem Moment selbt ein bischen erkläre was ich da getan habe.
Und auch wenn es sich manchmal plausibel anhört kann es totaler Unsinn sein.
Ich selbst finde die Beiträge gerade deshalb irgendwie interessant weil hier aus vollkommener Unbewusstheit trotzdem irgendwie etwas entstanden ist.
Für die allermeisten mag das wenn ich es so sage aber sehr suspekt erscheinen.

Ich denke jetzt nochmal in Ruhe weiter über den Fachbeitrag und vieles andere hier nach

veloziped
06.01.2019, 15:26
Den Zwickel in der Hose finde ich suboptimal, da knäuelt sich noch sehr viel Stoff. Hier könnte man evtl. die gesteigerte Dehnbarkeit eines 45 Grad Fadenlaufs einsetzen. Letztendlich brauchst Du für eine Radhose aber den Stoff, der es am Ende werden soll, um die Dehnbarkeit einberechnen zu können.

Viele MTB-Hosen habe so einen Zwickel, vor allem Freeridehosen. Das lässt sich schon rein geometrisch nicht faltenfrei hinbekommen, und war bei meinem Hosenprojekt (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/102086-velozipeds-Klamottenfaden?p=1713657&viewfull=1#post1713657)auch die blödeste Stelle. Der elastische Zwickel bringt aber bei den typisch steifen Freeridehosen-Material den entscheidenden Komfort an delikater Stelle.

Theoretisch kann man eigentlich gar nichts Rundes nähen. Man stelle sich vor, es würde dünnes Blech "vernäht". Es funktioniert nur über die Elastizität des Stoffes und die eine oder ander Falte.

Nicht neu, aber hier ist der Gegenentwurf zu tausend Schnittteilen: Hose für alle (https://www.funfabric.com/nx.php?01_30_72__Aneitung_Schnittmuster_kostenlos_die-Hose-fuer-Alle-).
Irgendwo gibt es auch jemanden, der MTb-Hosen nach so einem Schnitt näht und die reduzierte Anzahl der Nähte als Vorteil anpreist. Abnäher, höherer Bund etc. kann man ja immer noch ergänzen.

Ahoj sagt veloziped!

lina
06.01.2019, 15:35
Die "Hose für alle" ist vor allem stoffsparend. Einen Zwickel hat sich nicht, sondern Formnähte. Würde man keinen Gummizugbund machen wollen, müsste man Abnäher und einen Reißverschluss einfügen.

arbuckle
10.01.2019, 20:58
Über meine Heulerei habe ich das mit dem Zwickel vollkommen mißverstanden. Schön das ihr mich aufklärt und sich auch mal eine Dame meldet (gleich mal eine Schulter zum ausheulen -sorry).
Eigentlich ist der Zwickel ja garnichts rundes sondern ein von der Mitte aus in beide Richtungen nur leicht zulaufendes sechseck. Wenn man die Hose beim Nähen etwas auseinander zieht dann sind das zwei relativ gerade Nähte nur ganz in der Mitte muß man etwas aufpassen das man sich dort wo die Ecken des sechsecks mit den mittleren Nähten der Hose treffen nicht vernäht. Dabei könnte sich dann etwas Stoff "knäueln".
In angezogenem Zustand knäuelt sich da aber garnichts im Gegenteil das ist alles sehr gut geformt.
Natürlich muß man beim Zuschnitt des "Keils" darauf achten das die Dehnrichtung des Stoffes nicht längs sondern quer zum Keil verläuft. Ich habe dabei gemerkt das die Dehnbarkeit dieses Zwickels tatsächlich wie von Veloziped schon gesagt den Tragekomfort deutlich erhöht es aber nicht vollkommen verhindert manchmal auf einer Naht sitzten zu müssen.

Und damit wäre auch der nächste Punkt angesprochen nämlich in fern die vielen Nähte der Hose im Einsatz wirklich Sinnvoll sind. Tatsächlich könnte man meinen das eine Hose mit möglichst wenig Nähten beim Radfahren eher von Vorteil ist weil jede Naht an den Beinen scheuern könnte.
Dazu kann ich nur sagen das ich es mit meinem Schnitt noch nicht ausprobiert habe. Allerdings kommen z.B. über den Oberschenkel verlaufenden Nähte auch bei vielen gekauften Hosen in ähnlicher weise vor und das selbst dann wenn nicht unterschiedlich dehnbare Stoffe miteinander kombiniert sind. Es sieht beim Radfahren einfach sehr stylisch aus und zumindest bei kurzen Hosen gab es da bei mir keine Probleme mit Scheuerstellen.

Die Kombination von dehnbaren und undehnbaren Stoffen finde ich eine Tolle Sache und dafür braucht es dann auch tatsächlich die verschiedenen Bereiche und Nähte welche man dann natürlich irgendwie in ein Design umsetzen\integrieren muß. Nicht dehnbare Stoffe sind meistens doch deutlich robuster und wenn man es mit Dornen oder Stürzen zu tun hat dann ist die Kombination schon eine Gute Sache.