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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leichte Brennstofflaschen, was gibt es?



RoJo
10.11.2005, 13:50
Moin,
früher gab es mal Brennstofflaschen von MSR aus Titan mit so ca. 130g. Weiß jemand von Euch od es diese oder Alternativen noch igendwo gibt?

Die aktuellen 1L Flaschen von MSR sind ja "sauschwer" mit 210g, Primus mit ca. 170g ist da schon besser.
Die Flaschen sollten für Benzin/Diesel/Petroleum geignet sein und kältefest sein. Sie müssen nicht an ein bestimmtes Pumpengewinde passen, wäre aber natürlich ein Vorteil.

friewu
10.11.2005, 19:25
Mal ehrlich spielt das ausgerechnet bei den Flaschen eine Rolle? Man nimmt doch wirklich nur selten mehr als 1 Flasche mit auf Tour. Da fallen mir spontan ganz andere Ausrüstungsgegenstände ein bei denen man eine ganze Menge an Gewicht einsparen könnte (Rucksack, Schlafsack, Zelt...)
Die Flaschen wären bei mir fast zum Schluß dran und das auch nur wenn ich alles andere schon optimiert hätte.

Gruß Uwe

Erny
10.11.2005, 23:04
Die von Trangia wiegt 160 gr. (gemäß Küchenwaage). Trotz jahrelangem benutzen ist sogar noch das Preisschild von Globi dran.

15,90. Allerdings noch DM. Weiß nicht, wie teuer die jetzt sind, und ob Globi die noch hat. Hab jetzt auch keine Lust zu suchen. Muss dringend in die Waagerechte.

Gruß Erny

RoJo
11.11.2005, 08:45
Auf einigen Wintertouren kommen doch schnell mal 4, 5 oder auch 6L zusammen. Obwohl ich deutlich weniger Sprit verbrauche als hier von einigen anderen Teilnehmern für sich angegeben wurde, geht es nicht ganz ohne.
Langfristig werde ich auch hoffentlich mal in den entlegeneren und kalten Gegenden unterwegs sein, da plane ich so eher 15L Brennstoff zu transportieren. Die üblichen 5L Blechkanister in denen z.B. häufig Petroleum geliefert wird sind nicht sonderlich stabil und ab und zu auch undicht, also ungeeignet. Den üblichen Plastikkanistern von der Tanke würde ich jenseits der -25° ohne Bestätigung nicht trauen, gleiches gilt für die Trangiaflasche, hier insbesondere für den Verschluß.

Die Ttitanflaschen (und auch die alten, nicht mehr erhältlichen unbeschichtete SIGG Falschen) sind bisher die leichtesten, sicher dichten und stabilen Behältnisse die ich kenne. Außerdem besteht zumindest bei diesenbeiden Alternativen die Möglichkeit ohne Umfüllsauerei direkt den Kocher anzuschließen.

Erny
11.11.2005, 08:50
Ein Problem dürfte mit Sicherheit die Kälte sein.

Da sehe ich aber bei Titanflaschen das gleiche Problem, wie bei den Trangiaflaschen.

Das Problem dürfte bei Trangia nicht der Kunststoff der Flaschen sein, sondern, wie wohl auch bei Titanflaschen, die Dichtungsringe am Verschluss. Auch bei Titanflaschen dürften da aus Gummi sein. Wieviel Kälte können die ab, ohne richtig hart, und damit auch undicht und sensibel für Brüche werden.

Du solltest dir vielleicht weniger Gedanken um das Material der Flaschen selbst machen, sondern um die Verschlüssel.

RoJo
11.11.2005, 09:44
Die Dichtungen sind kein Problem, da diese nicht durch Schläge, Bewegung oder ähnliches belastet werden. Sie haben nur eine statische Belastung. Dynamisch müssen die nur einmal zuschrauben und einmal wieder aufschrauben aushalten.
Außerdem wird es schwierig, eine Flasche ohne Dichtung dicht zu bekommen, ebenso wie den Kocheranschluß. Auch die Standard MSR, SIGG und Primusflaschen kommen ja nicht ohne Dichtungen aus.

Natürlich wäre ein Kochersystem ohne jegliche Elastomer oder Kunststoffdichtung ideal, aber selbst die alten Primuskocher hatten mindestens 2 Dichtungen, eine an der Pumpe und eine am Einfüllstutzen, das ist so nahe am Optimum disbezüglich wie es nur geht, trotzdem würde ich so einen Kocher heute nicht mehr mitnehmen.

BTW, ich komme aus der Dichtungsbranche, die Problematik ist mir sehrwohl bewußt, aber aus oben genanntem Grund nicht kritisch.

Erny
11.11.2005, 09:51
Das ist mir klar, dass die Dichtung nur beim auf- und zuschrauben belastet weden. Wenn die Dichtung aber durch die Kälte steinhart wird, dann läufst du Gefahr, diese beim Zuschrauben zu brechen. Wenn so eine Dichtung steinhart wird, bricht sie, wie Glas. Leg ein Glasdichtung rein, und schraub zu. Du wirst dann merken, was ich meine.

Es gibt Gummis, die auch bei - 30°C noch flexibel sind. Man müsste einfach nachfragen, ob die Flaschen für solche Extremsituationen ausgerüstet sind.

underwater
11.11.2005, 10:22
Frag doch mal in Foren arktischer Länder nach, wie sie größere Mengen an Sprit gewichtsgünstig transportieren - die brauchen doch auch ne Lösung...
Es sind zwar nicht die Gewichtsfanatiker, aber jede Menge Praktiker da zu finden:
http://www.outdoorsdirectory.com/akforum/index.php

Gruß Klaus

... der sich nach nem stabilen Kunststoff-Kanister wahrscheinlich umschauen würde, falls die Umgebungstemp. noch über der Anwendungstemp.-Grenze des entspr. Kunststoffes liegen würde. Ansonsten einfache Sigg-Flaschen.

RoJo
11.11.2005, 10:53
Moin,
keiner einen Tip für die Flasche? Die Dichtung ist nicht das Thema.

@ underwater: hast Du Infos aus welchem Kunststoff die Benzinkanister einschließlich verschluß sind und was die wiegen? Hast Du eine Quelle wo es die SIGG Brennstofflaschen (nicht die beschichteten Trinklaschen) noch gibt?
Wenn mir das Gewicht egal wäre und ich nur was bräuchte was in der Praxis funktioniert, würde ich nicht nach einer leichten Flasche fragen!

Nicht übertreiben
11.11.2005, 11:04
Ich nehem schon aus gesundheitlichen Gründen nur gereinigtes Benzin mit. Da es das ganze schon in sehr leichte Kunststoffflaschen zu kaufen gibt, nehme ich es einfach so mit, wie es ist. Auf Tour fülle ich dann bei Bedarf das ganze in eine MSR-Flasche.

Bisher ist noch nie irgendwas passiert, die Kunststoffdinger sind nahezu unzerstörbar und sehr sehr leicht.

Für mich die optimale Lösung, wenn es dann wirklich mal auf jedes Gramm ankommt, dann kann auch noch 90g sparen indem ich statt MSR-Alu Titan kaufe.

Generell ist es glaube ich nicht sinnvoll einfach Flaschen anderer Hersteller zu nehmen, da in Europa und USA und dann noch von Hersteller zu Hersteller die Gewinde leicht unterschiedlich sind. Alu oder Kunststoff passt sich da zwar an, aber verformt sich. Lecks bei Benzinkochern sind recht kritsch :roll:

my 2 cents,
Thorben

RoJo
11.11.2005, 11:12
Genau das ist die Frage: Wo bekommt man diese Titanflaschen?

Würdest Du 5 dünnen Plastikflaschen mit Sprit trauen die unter dem restlichen Gepäck in einer Pulka liegen? Im Rucksack bzw. Seekajak verwende ich z.T. auch die Standard Spiritusflaschen ohne Probleme, in der Pulka ist mir das irgendwie unsympathisch aber ich werde versuchen es selber mal auszutesten.

Meine alte MSR Pumpe paßt anstandslos of die aktuellen MSR und die alten SIGG Flaschen, bei den neuen Primus Flaschen bin ich mir nicht sicher, denke aber im Kopf zu haben, das diese sowieso bei SIGG gefertigt wedern.

alaskawolf1980
11.11.2005, 11:29
Auf einigen Wintertouren kommen doch schnell mal 4, 5 oder auch 6L zusammen.

Also ich habe bisher auch extra Sprit in den original Coleman Plasteflaschen mitgehabt. Wenn die voll sind, haben die doch schon von sich aus eine sehr gute Stabilität. Außerdem kann man sie, wenn man Angst vor dem Auslaufen hat, die in einen festen Plastebeutel tun. Fertig. Noch leichter als die Plasteflaschen kann es nicht werden.

Nicht übertreiben
11.11.2005, 11:42
Ich lege die Flaschen immer in die Kuven der Pulka und dann das andere Gepäck oben rauf. Einige Flaschen, die von der vorherigen Tour übrig geblieben sind, haben so schon teilweise 4 Wochen da unten drin verbracht, von einigen trüben Stellen abgesehen, war eigentlich kein Verschleiss feststellbar.

Die einzige Gefahr sehe ich bei scharfen oder spitzen Gegenständen, sollte aber zu handhaben sein. Ich geh immer davon aus, dass nach deutschem Recht zulässige Transportbehälter für Gefahrstoffe auch meinen Anforderungen gerecht werden und liege da glaube ich nicht so falsch.

Die Titanflasche sollte eigentlich jeder MSR-Händler bestellen können, Globi z.B. kann die sicherlich besorgen.

Sigg/Primus und MSR haben imo leicht unterschiedliche Gewinde, nur ist Alu und der Kunststoff der Punpe flexibel genug um das auszugleichen. Dauerhaft kann das aber evtl. Probleme geben.

cd
11.11.2005, 12:20
Mal kurz (fast OT) zur Kältestabilität von Kunststoffen:
Ich hab vor ein/zwei Monaten mal in einem Labor Kunststoffproben (von verschiedenen Teilen von Elektrogeräten) zerkleinert, für Sadstoffuntersuchungen.
Die hartnäckigen Fälle (die nicht mit ner scharfen Zange oder so kleinzukriegen waren) hab ich in flüssigen Stickstoff getaucht, um sie spröder zu machen und dann mit nem Hammer zerklopfen zu können. Oft hab ich da noch ziemlich kräftig drauf rumklopfen müssen. Eigentlich waren alle Kunststoffe, die bei Zimmertemp. nen irgendwie "zähen" Eindruck gemacht haben auch nach nem 30-60 sekündigen Stickstoffbad noch überraschend fest.

Ich würde mir daher bei üblichen Plastikbrennstoffflaschen keine Sorgen machen.

Viele Brennstofflaschen (auch die Trangia-Flasche) sind glaub ich aus Polyethylen, das laut hier (http://www.hug-technik.com/inhalt/fb/polyethylen.htm) und hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Polyethylen) bis -50°C auf jeden Fall aushalten sollte.

cd

Thomas75
11.11.2005, 17:18
Würdest Du 5 dünnen Plastikflaschen mit Sprit trauen die unter dem restlichen Gepäck in einer Pulka liegen? Im Rucksack bzw. Seekajak verwende ich z.T. auch die Standard Spiritusflaschen ohne Probleme, in der Pulka ist mir das irgendwie unsympathisch aber ich werde versuchen es selber mal auszutesten.
Ja. Damit hatten wir noch nie Probleme.