PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gas oder Spirituskocher



ImMai
09.05.2018, 17:18
Moin,
wir wollen im August den Kungsleden unsicher machen. Jetzt überlege ich , was wohl besser, energiesparsam und leichter ist.
Ich habe einen Gaskocher von Kovea Spider und meine Wanderpartnerin einen Trangia Benzinkocher. Ist Gas oder Benzin sparsamer im Verbrauch? Dazu habe ich einen Titanbecher, der ca. 80g wiegt und einen Windschutz der 200g wiegt. Der kocher wiegt 168g macht zusammen 468g + Gaskartusche. Sie ist sehr von dem Trangia überzeugt , der wiegt allerdings ohne Benzin schon 900g. Lohnt es sich den mitzuschleppen, weil evtl. er sparsamer im Verbrauch ist?
Freue mich auch Antworten

mariusgnoedel
09.05.2018, 17:25
Moin,

hat Deine Wanderpartnerin einen Trangia Benzin- oder Spirituskocher (Überschrift vs. Text).

Im Allgemeinen: Gas ist sparsamer als Spiritus, aber Benzin ist noch sparsamer. Dafür ist ein Bezinkocher relativ laut und aufwändig zu betreiben.

ApoC
09.05.2018, 17:28
[...]
Im Allgemeinen: Gas ist sparsamer als Spiritus, aber Benzin ist noch sparsamer. Dafür ist ein Bezinkocher relativ laut und aufwändig zu betreiben.

Willst du damit sagen, dass ein Benzinkocher effizienter als ein Gaskocher ist? Wenn ja: Wie kommst du dadrauf?

Bei allen Tests die ich bisjetzt gemacht hab benötigte der Benzinkocher immer mehr Brennstoff als der Gaskocher. Mit Spiritus habe ich keine Erfahrung.

Bei deinem Setup nutzt Du deinen Becher als Topf?

Der Trangia ist eben schön als abgeschlossenes System. Dass ihr damit nennenswert Brennstoff spart halte ich für für unwahrscheinlich. Normaler Windschutz tut das gleiche. Dein Windschutz ist relativ schwer. Mein Rat: Deinen Kovea, einen normalen Topf (vielleicht vom Tradia mopsen) und Windschutz als Alufolie. Dann braucht ihr natürlich beide noch Teller und Tasse. Oder einer nimmt den Topf. Wäre aber beim Trangia genauso. Das ist imo die für euch die günstigste Lösung um Gewicht zu sparen.

Katun
09.05.2018, 17:39
Dieser (https://www.amazon.de/Faltbarer-Alu-Windschutz-Windscreen-Gaskocher-9-Lamellen/dp/B015YYSREM/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1525880262&sr=8-3&keywords=windscreen+camping)Windschutz wiegt 100 g - 1-2 Lamellen kann man noch abknipsen. (gibt's bei Aliexpress vermutlich noch billiger, manchmal auch in bunt)

Ich würde vorschlagen, jede nimmt ihr Kochzeug mit und ihr vergleicht unterwegs.

morit.z
09.05.2018, 17:46
Für den Kungsleden würde ich auch zu Gas raten, ist einfach deutlich bequemer und unterwegs gibt es auch Nachschub wenn die Kalkulation nicht ganz hinhauen sollte. Zudem ist das Setup deutlich leichter; für den Spider braucht es auch keinen 200g-Windschutz: https://whiteburnswanderings.wordpress.com/2013/10/17/kovea-spider-stove/

thomas79
09.05.2018, 18:11
Moin,
wir wollen im August den Kungsleden unsicher machen. Jetzt überlege ich , was wohl besser, energiesparsam und leichter ist.
Ich habe einen Gaskocher von Kovea Spider und meine Wanderpartnerin einen Trangia Benzinkocher. Ist Gas oder Benzin sparsamer im Verbrauch? Dazu habe ich einen Titanbecher, der ca. 80g wiegt und einen Windschutz der 200g wiegt. Der kocher wiegt 168g macht zusammen 468g + Gaskartusche. Sie ist sehr von dem Trangia überzeugt , der wiegt allerdings ohne Benzin schon 900g. Lohnt es sich den mitzuschleppen, weil evtl. er sparsamer im Verbrauch ist?
Freue mich auch Antworten

Am Ende kommt es beim Gewicht auf das Gesamtgewicht des Kochsystems inkl. des Brennstoffes an, da ist Dein Ansatz die Ausrüstungsgewichte mit einzubeziehen genau richtig. Dazu jetzt noch den Verbrauch über eure Tourdauer dazu rechnen und schon hast Du Deine Antwort. Dafür brauchst Du nur noch den Verbrauch der beiden Kochsysteme ermitteln und schon kann der Vergleich gerechnet werden.

Dazu gibt es zwei Tools: Den Brennstoffrechner (https://trekkingtrails.de/trekking-tools/) auf meiner Seite und den Kalkulator (https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/102017-Gas-oder-Spiritus-Was-ist-leichter?highlight=kalkulator) von bitblaster

Den Brennstoffverbauch/l ermittelst Du am Besten durch Testen unter möglichst praxisnahen Bedingungen, noch besser sind aber natürlich Erfahrungswerte (Wind, Temperatur, Höhe,...)

Wenn ich mir eure beiden Systeme aber ansehe würde ich persönlich immer zum Gaskocher greifen. Einfacher in der Handhabung und aller Voraussicht nach auch im Gesamtsystem leichter. Um 400g Gewichtsunterschied zu kompensieren müsste der Benzinkocher schon deutlich effizienter sein.

Meer Berge
09.05.2018, 21:38
Ich bin mit dem Trangia "aufgewachsen", in seiner Urform als Spirituskocher.
Ich liebe ihn und war absoluter Verfechter dieses Kochers.

Vor wenigen Jahren bin ich durch Alaska gelaufen, wo es keinen Spiritus zu kaufen gab, und wurde daher zum Umrüsten meines Trangia auf Gas gezwungen.
Seitdem bin ich absoluter Fan von Gas! (Zumindest unter nicht-winterlich-arktischen Verhältnissen.)
-> rußt nicht!
-> kleckert nicht
-> verseucht nicht das Wasser, weil irgendwie immer mal eine Spur Spiritus ihren Weg in den Topf findet und damit den Inhalt ungenießbar macht
-> stinkt nicht
-> lässt sich viel besser regulieren

Jetzt plane ich eine ziemlich lange Trekkingtour und habe ein wenig Gepäck-Diät begonnen.
Auf einer 2-Wochen-Tour habe ich etwas Ähnliches wie deinen Spider ausprobiert und bin begeistert! Gegen Wind habe ich mir einfach aus Alufolie (Haushalt), 3fach gefaltet, einen Schutz gemacht, der auch die 2 Wochen unbeschadet überstanden hat. Er unterschreitet die Skaleneinteilung meiner Küchenwaage, wiegt also nicht einmal 10 Gramm.

Dazu habe ich mir einen neuen Topf spendiert, Titan, 1,3 Liter (damit etwas kleiner als der große Trangia-Topf), hat gereicht um für 2 Personen zu kochen.
130g incl. Deckel und angebauter, klappbarer Griff. Wiege mal alleine nur einen Trangia-Topf mit Deckel und Griffzange!
Das schwerste Einzelteil des Trangia ist wohl der Topfdeckel (=Pfanne), den ich aber als Pfanne nie gebraucht habe.
Meine gesamte Küche ohne Kartusche wiegt jetzt also etwa 400g incl. Löffel, Messer, Feuerzeug und einem Mini-Schneebesen.
Der Trangia wog über 1kg.

Ich meine für mich festgestellt u haben (ohne empirische Untersuchungen), dass mein Verbrauch von 1 L Spiritus etwa dem einer großen 450g Gaskartusche entspricht. Die wiegt incl. der Kartusche selbst neu 650g. Also auch hier noch eine Gewichtsersparnis.
Da man auf eurer Tour offensichtlich beide Brennstoffe bekommen kann, gibt es hier kein Ausschlusskriterium.

Der Kopf würde als ganz klar für deinen Spider entscheiden.
Ich weiß aber, wie sehr man an seinem Trangia hängen und ihn lieben kann. Der ist einfach soooo toll! :-)

lutz-berlin
10.05.2018, 17:25
Der Windschutz geht auch leichter

Titanfolie ca 20 gr
Dicke Alufolie ca 50-60 gr

3f Edelstahl Windschutz 60 gr
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/3f_windschutz.JPG
Topf 1350 Toaks 150gr

Katun
10.05.2018, 19:15
Ich finde dieses Klappwindschützchen so bequem und idiotensicher, da können mir alle scharfen Titanrollen und Bastelfolienvarianten gestohlen bleiben. :D

Für die Soloküche mit Aufschraubkocher hat irgendwo im Internet einer eine Art Hexenhäuschen entwickelt aus einer Aluminiumschale, das sieht recht ausgefeilt und relativ dauerhaft aus, aber bisher war ich dafür zu faul.

Eine 80g-Tasse in Kombi mit dem Spider ist doch etwas verschenkt - Titantassen sind bei mir keine besonders überzeugenden Kochtöpfe - sehe daher bisher auch von Titantopf lieber ab. Ihr hättet zumindest Trangiatopfauswahl -

Prachttaucher
10.05.2018, 21:16
Gibt´s auch so ähnlich von EOE (https://www.walkonthewildside.de/outdoor-kuche/1100-eoe-magpie-windschutz-4260324830066.html?search_query=windschutz&results=16), wenn man nicht in China bestellen möchte. Schön ist ja auch die Möglichkeit das ganze im Boden befestigen zu können.

Wobei bei mir dann eher beim Paddeln wo ich nicht tragen muß. Im Norden allerdings auch ein solider (nicht ganz leichter) Primus-Windschutz für den Aufschraubkocher. :ignore: Soll ja nicht wegfliegen.

momper
10.05.2018, 21:49
Kovea Spider +1

lutz-berlin
10.05.2018, 22:14
Den Primus Windschutz gibt es nicht mehr

Fuer einen Schlauchkocher braucht man keinen 20cm hohen Plattenwindschutz, halbe Hoehe reicht wiegt dann auch die Haelfte
https://www.outdoorseiten.net/fotos/data/500/medium/P1010737.JPG

Ein Waermetauscher Topf spart Treibstoff,
Der Alocs cw-s10 passt gut zum Spider

Prachttaucher
11.05.2018, 15:45
Der Vargo (36 g) hat sogar nur 8,1 cm - schien mir für Schlauhkocher auch auszureichend zu sein, wo es leicht sein soll.

P.S. Gut daß ich mir damals zwei Teile vom Primus besorgt habe.

Katsche
12.05.2018, 11:19
Mit Gas kocht es sich auch deutlich sicherer im Zelt als mit Spiritus oder Benzin. Hatte mit Benzin schon mal den Boden des Vorzelts in Flammen... Wenn man erschöpft, hungrig und ausgekühlt ist, passiert leicht mal ein Mißgeschick. Unfälle mit Gaskartuschen sind mir nur unter Einfluß von Substanzen bekannt... Wenn man nüchtern ist, geht aufschrauben und anzünden idiotensicherer. Auch mit Spiritus muss man aufpassen, einmal nicht aufgepast und beim Eingießen gekleckert und dann geht die Flamme plötzlich hoch.

Ist nur so ein zusätzlicher Aspekt für Gas...

Prachttaucher
12.05.2018, 13:44
Sehe ich auch so, aber gerade der Aufschraubkocher kann bei falschem Untergrund (Vegetation..) auch gerne mal umkippen. Wenn möglich nutze ich bei Bedarf einen flachen Stein als Unterlage.

PWD
12.05.2018, 15:41
In puncto Sicherheit geht m.E. nichts über den Trangia mit Gaseinsatz drin. Ein Kippen fast unmöglich. Dafür nehme ich gerne das Mehrgewicht in Kauf.

Meer Berge
12.05.2018, 21:34
Bei Aufschraubkochern sehe ich das Risiko auch. Aber bei dem Spider des TO nicht, der steht ja genauso fest und niedrig auf dem Boden wie ein Trangia. Mein Primus Express Spider zumindest, und vom Bild her der Kovea ebenfalls.
Aufschraubkocher haben dazu eine deutlich höhere Flamme, was je nach Apsis näher an die Zeltwand kommt. Aber die stehen hier ja gar nicht zur Debatte.

Buck Mod.93
12.05.2018, 21:36
Aufschraubkocher haben dazu eine deutlich höhere Flamme, was je nach Apsis näher an die Zeltwand kommt. Aber die stehen hier ja gar nicht zur Debatte.

Ich bin zwar auch kein Freund von Aufschraubkochern aber wieso sollten die generell eine höhere Flamme haben?

EDIT: Oder meinst du, dass die Flamme aufgrund der Konstruktion des Kochers höher über dem Boden liegt und selbst nicht höher ist, als bei Schlauchkochern?

Meer Berge
13.05.2018, 19:02
Ich bin zwar auch kein Freund von Aufschraubkochern aber wieso sollten die generell eine höhere Flamme haben?

EDIT: Oder meinst du, dass die Flamme aufgrund der Konstruktion des Kochers höher über dem Boden liegt und selbst nicht höher ist, als bei Schlauchkochern?

Ja, genau, das meine ich. Bei einem Dreibein wie dem Spider ist die Flamme ja gerade mal vielleicht 5 cm über dem Boden. Bei einem Aufschraubkocher ist sie ja mindestens um die Höhe der Gaskartusche höher. Und damit näher an der Zeltwand (eines üblichen Trekkingzeltes).
Also nicht die Flamme selbst ist größer/höher, sondern der Brennkopf.

Prachttaucher
13.05.2018, 19:12
Mir ist das ein-/ zweimal außerhalb des Zeltes passiert und da dachte ich "Da mußt Du aber richtig aufpassen ! Wie ein kleiner Flammenwerfer."

Jag
16.06.2018, 20:58
Ich hatte immer Gas.
Als Kind, beim Militär in Franreich, bei den Deutschen,Privat im Gebirge, in den Tropen oder in der Wüste, ich hatte immer Gas.
So einer mit Stechcartouchen und zwei Bügeln. (Den habe ich heute noch.)
Und man musste lernen mit den jeweiligen Problemen zu leben, teilweise musste mit einem Brenner oder einer Kerze die Gascartouche des anderen erhitzt werden damit überhaupt irgend etwas ging.

Ich hab immer über die Spiritusfraktion gegrinst.

Über die Jugendgruppen die wir betreut haben und die alle diese Trangiasysteme hatten.

Irgendwann hatte ich dann mal privat so einen Trangia komplett mit Kessel für 5 € im neuzustand noch im 80er Jahre Karton geschossen.
Heute nehme ich nur noch diesen mit, er ist unzerstörbar und so simpel, es kann nichts kapput gehen, das Set ist in sich schlüssig, und ich kann mit dem Kocher sogar mein Lavvu im Fjäll heizen.

Nimm den Spirituskocher mit, und nehme eine extra Flasche Spiritus mit, scheiß auf das Gewicht, das bringt dich nicht um, und wenn nichts mehr geht, dann geht ein Trangiakocher immer noch.
Es geht nicht immer um Gewichtsersparnis es geht auch um ein gewisses Gefühl wenn man draußen ist.
Bei den meisten Leuten die um jedes Gramm rechnen, habe ich immer den Eindruck die bedauern nicht in Spezialeinheiten gedient zu haben und kompensieren das so.

entropie
16.06.2018, 21:09
Sehe ich auch so, aber gerade der Aufschraubkocher kann bei falschem Untergrund (Vegetation..) auch gerne mal umkippen. Wenn möglich nutze ich bei Bedarf einen flachen Stein als Unterlage.

Hab mein trangia spirtus brenner deswegen auch verschenkt. Toller kleiner brenner. Aber ein nogo wenn man mit einem oder mehr hunden unterwegs ist.

woodcutter
17.06.2018, 09:18
Bei den meisten Leuten die um jedes Gramm rechnen, habe ich immer den Eindruck die bedauern nicht in Spezialeinheiten gedient zu haben und kompensieren das so.

Bei den meisten Leuten mit Militär Hintergrund habe ich immer den Eindruck die müssen das in jedem Nebensatz betonen, die Zeit des Krieges fehlt ihnen, Schusswaffen Einsatz, Macht durch Waffenbesitz und license to kill, die kompensieren das so.

Hanebüchen. Wer seinen Verstand benutzt, auf optimale Ausrüstung achtet, weil er/sie das so möchte, Geld sparen will oder aus gesundheitlichen oder outdoor-philosophischen Gründen überflüssiges Gewicht vermeiden will, der ist in deinen Augen ein armer Hund, der es leider nicht in die Spezialeinheit geschafft hat und nun lebenslang in irrationale Gewichtskalkulationsmanie verfällt? Wow. :roll:

Ups, ich merke gerade, mein Kommentar ist kompensatorisch. :bg:

Tornado
25.06.2018, 15:11
Das einzige, was mich am Trangia stört, ist, daß man hier nur vergällten Sprit bekommt. Da muß man sorgfältig Arbeiten, sonst wird das Essen ungenießbar

Baciu
25.06.2018, 15:15
Das einzige, was mich am Trangia stört, ist, daß man hier nur vergällten Sprit bekommt. Da muß man sorgfältig Arbeiten, sonst wird das Essen ungenießbar

Hm, also ich gieß den Spiritus immer in den Brenner, nie in den Kochtopf... :ignore:

Ziz
25.06.2018, 15:42
Das einzige, was mich am Trangia stört, ist, daß man hier nur vergällten Sprit bekommt. Da muß man sorgfältig Arbeiten, sonst wird das Essen ungenießbar

Was genau machst du? :o Kippst du noch mal Sprit nach während

der Brenner noch brennt und
dein Essen auf dem Brenner steht?

:angst:

Moltebaer
25.06.2018, 15:44
Vermutlich legt er die Brennerdose einfach so in den Topf... ohne gelben Beutel, ohne Ziplock etc.

eigengott
25.06.2018, 16:06
daß man hier nur vergällten Sprit bekommt

Im Laborbedarf bekommt man ohne Probleme unvergällten Alkohol (96%, "Trinkalkohol", "Neutralalkohol"). Das Problem dürfte der Preis aufgrund der Branntweinsteuer sein - so um die 24 Euro pro Liter.

Becks
25.06.2018, 16:07
Willst du damit sagen, dass ein Benzinkocher effizienter als ein Gaskocher ist? Wenn ja: Wie kommst du dadrauf?


Ab einer gewissen Tourenlänge ist es gewichtstechnisch vorteilhafter, Benzin anstelle Gasdosen zu schleppen. Ab einer gewissen Kälte funktionieren Benziner besser als Gas, und manchmal kommt man einfacher an gereinigtes Benzin ran als an Gasdosen mit Schraubanschluss..

Spiritus würde ich nur im Flachland, im Sommer und dann nehmen, wenn ich ansonsten an Benzin/Gas nicht rankomme und zudem ausreichend Zeit fürs Kochen habe. Aber mit knurredem Magen nach 14h Tour brauch ich kein entspannend sinnliches Vergnügen, dem gemütlichen Tempo eines trangias zuzuschauen sondern will schnellstmöglich was Warmes im Bauch.

Das Ganze ist also immer eine Abwägung zwischen der Problematik des Brennstoffnachschubs, der Tour und der Einsatzdauer. Wenn möglich nutze ich Gas. Unkompliziert, schnell.

Donik
26.06.2018, 00:12
Wenn möglich nutze ich Gas. Unkompliziert, schnell.

Um auch noch eine andere Ansicht niederzuschreiben:
Ich benutze wenn möglich Spiritus, weil mir der Kocher einfach nicht kaputtgehen kann. Wenn es nicht arschkalt ist, kann ich nach einem 14h Tag auch noch die 10 Minuten mehr auf's Essen warten.

oesi
26.06.2018, 07:49
Viele sagen ja, dass es auch immer eine Glaubensfrage ist, ob man Spiritus oder Gas bevorzugt. Das stimmt natürlich auch und hängt eben auch davon ab, welches einem im Handling besser gefällt. bzw. ob man das etwas komplexere Arbeiten mit Spiritus als nicht störend empfindet.

Es hängt aber auch von dem verwendeten Setup ab und wieviel man kochen möchte. Ich habe viele male Gas und Spiritus verglichen und bei meinem Setup komme ich mit Spiritus immer leichter weg. Deswegen nutze ich auch immer Spiritus auf meinen Touren. Ausnahme war letztes Jahr Nordindien, da es dort auf über 5.000 m geschlafen habe.

Man darf natürlich beim Gewicht kein Trangia Set mit einem 80 g Aufschraubkocher und einer Alufolie als Windschutz vergleichen. Hier ist der Gewichtsunterschied natürlich enorm. Früher habe ich den Trangia über Jahre sehr gerne mitgenommen. Würde ich aber heute wegen dem Gewicht nicht mehr machen.

wilbert
26.06.2018, 07:57
Abgesehen von Beachtung der Temperatur und Höhe, hat in der ersten Woche Spiritus die Nase vorn! Danach wäre im Schnitt das Kochen mit einem Gas-Setup leichter. https://happyhiker.de/gas-spiritus-brennstoff-kalkulator/

Daher ist Sprit im "Flachland" bei Kurztrips so beliebt. ;-)


VG. -Wilbert-

Tornado
26.06.2018, 10:14
Vermutlich legt er die Brennerdose einfach so in den Topf... ohne gelben Beutel, ohne Ziplock etc.

Falsch

Tornado
26.06.2018, 10:17
Wenn es nicht arschkalt ist, ...

Selbst dann. Stichwort Vorheiz(glüh)kralle
https://www.globetrotter.de/shop/trangia-vorglueh-kralle-111526/

Buck Mod.93
26.06.2018, 11:31
Selbst dann. Stichwort Vorheiz(glüh)kralle
https://www.globetrotter.de/shop/trangia-vorglueh-kralle-111526/

Auf einer „richtigen Wintertour“ ist Spiritus einfach deplatziert. Kocher wie der Trangia haben viel zu wenig Leistung, um damit größere Mengen Schnee zu schmelzen.

oesi
26.06.2018, 12:23
Auf eine Wintertour würde ich mit meinem Spirituskocher auch nicht gehen wollen. ;-)

Aber es wird ja auch kein Anfänger direkt mit einer Wintertour anfangen wollen. Deswegen sollten wir vielleicht dafür keine Vergleiche ziehen. Das wird den Thread Ersteller nur mit unnützen Informationen versorgen.

Wenn es kalt ist, kann ich immer noch problemlos einen Spirituskocher benutzen. Bei 0 Grad in Norwegen brauche ich auch keine Vorheizkralle. Und die Leistung reicht auch aus das kalte Flusswasser zu erhitzen.

Damit will ich auch nicht sagen, dass Spiritus besser als Gas ist. Für normale Touren gibt es für beides vor und Nachteile und man muss sich nach seinen Prioritäten und Neigungen entscheiden.

Mit seinem ersten Kocher wird ohnehin keiner auf eine Wintertour gehen. Davor hat jeder genug eigene Erfahrung gesammelt.

Buck Mod.93
26.06.2018, 12:40
Auf eine Wintertour würde ich mit meinem Spirituskocher auch nicht gehen wollen. ;-)

Aber es wird ja auch kein Anfänger direkt mit einer Wintertour anfangen wollen. Deswegen sollten wir vielleicht dafür keine Vergleiche ziehen. Das wird den Thread Ersteller nur mit unnützen Informationen versorgen.

Wenn es kalt ist, kann ich immer noch problemlos einen Spirituskocher benutzen. Bei 0 Grad in Norwegen brauche ich auch keine Vorheizkralle. Und die Leistung reicht auch aus das kalte Flusswasser zu erhitzen.

Damit will ich auch nicht sagen, dass Spiritus besser als Gas ist. Für normale Touren gibt es für beides vor und Nachteile und man muss sich nach seinen Prioritäten und Neigungen entscheiden.

Mit seinem ersten Kocher wird ohnehin keiner auf eine Wintertour gehen. Davor hat jeder genug eigene Erfahrung gesammelt.

Besser und schlechter gibt es tatsächlich nicht. In diesem Thread geht nur im Moment der Trend dahin, Spiritus als das Allheilmittel zu preisen.
Den Aufbau des Trangias halte ich für recht sicher, weil der Kocher da wirklich in einer Halterung "hängt". Alle leichten Optionen für das Kochen mit Spiritus halte ich was die Sicherheit angeht für fragwürdig. Wem schon mal ein Spirituskocher umgekippt ist, weiß, was ich meine. Ich habe auch viel mit Caldera Cones (teilweise auch mit Beer Can Pot (https://www.traildesigns.com/products/caldera-keg-f-stove-system)) experimentiert. Das war dann wirklich leichter, als ein Gaskochsetup aber auch mit Vorsicht zu genießen.

markrü
26.06.2018, 13:17
Besser und schlechter gibt es tatsächlich nicht.

So isses! Es kommt letztlich auf die Anforderungen und Vorlieben an.

Prachttaucher
26.06.2018, 14:44
Auf kleinen Touren in der wärmeren Jahreszeit nutze ich gerne meinen leichten Spiritus-Kocher mit nur einer Tasse. Da wird aber eher nur Tee/ Kaffee gekocht oder maximal eine Suppe. Ein Aspekt dabei ist sicher, den Verbrauch von Kartuschen zumindest zu minimieren und Spaß macht´s eigentlich auch. In den Urlauben zählen dann auch mehr die Vorteile von Gas wie hier :


-> rußt nicht!
-> kleckert nicht
-> verseucht nicht das Wasser, weil irgendwie immer mal eine Spur Spiritus ihren Weg in den Topf findet und damit den Inhalt ungenießbar macht
-> stinkt nicht
-> lässt sich viel besser regulieren



Vor allem das letzte ist mir relativ wichtig. Hab keine Lust auf angebrannte Nudeln bzw. überkochendes Nudelwasser. Geht sicher auch halbwegs mit Trangia und Drosselklappe, aber eben nur halbwegs (meine Meinung).

LihofDirk
26.06.2018, 17:26
Vor allem das letzte ist mir relativ wichtig. Hab keine Lust auf angebrannte Nudeln bzw. überkochendes Nudelwasser. Geht sicher auch halbwegs mit Trangia und Drosselklappe, aber eben nur halbwegs (meine Meinung).

Also wir (OK meine Frau) reguliert den Trangia inzwischen fein genug, dass es für Käsefondue reicht ohne Anhängen.

Aber da sind einige Jahre Übung im Sppiel.

Buck Mod.93
26.06.2018, 17:53
Also wir (OK meine Frau) reguliert den Trangia inzwischen fein genug, dass es für Käsefondue reicht ohne Anhängen.

Aber da sind einige Jahre Übung im Sppiel.

Allein schon das Draufwerfen dieses Regulierdeckels ist doch eine Farce. Das Verhält sich so ähnlich wie der Vergleich Gasherd/offenes Feuer.

iceman
26.06.2018, 20:13
Der einfachste Weg wäre:An der Touriststation in Abisko aussteigen und für 10,95 Euro eine grosse Kartusche zu kaufen.Kein Theater mit ausgelaufenem Sprit und kein Russ.Den Rest lässt man für andere User in der Fjällstation am Kebnekaise zurück...

Katsche
26.06.2018, 21:03
Na, einem Tipp aus dem Forum folgend habe ich mir letzte Woche aus China einen Gaseinsatz für meine Bushbox XL bestellt. Bei meiner letzten Tour im März hatte ich beim Auffüllen wieder auf den Einsatz gekleckert und zweimal für eine große Fackel gesorgt. Im Zelt ist das wirklich nichts.

Tornado
27.06.2018, 10:02
Besser und schlechter gibt es tatsächlich nicht. In diesem Thread geht nur im Moment der Trend dahin, Spiritus als das Allheilmittel zu preisen.


Sehe ich jetzt nicht so, ich koche mit Spiritus, Gas, Benzin, Petroleum und Holz. Alles hat sein Nische und Anwendung.
Mal zweckgebunden, mal aus Spaß an der Freud. Bei wenig Zeit würde ich sicher nicht zu Spiritus greifen, bei der gemütlichen Kanutour am WE schon.

Jag
28.06.2018, 10:28
@ Tornado

genau das meinte ich.

Zeit haben.

Eine Trekkingtour soll etwas schönes sein, es entschleunigt.
ich hatte lediglich beschrieben das ich mich für Spiritus entschieden habe, die Gründe müssen nicht immer völlig rationell
im Sinne von mathematischer Logik sein.

Dann gibt es einen Aspekt den viele in solchen Foren vergessen.
Es sind viele Anfänger oder Leute die anfangen möchten in diesen Bereich einzusteigen.
Familien mit Kindern ?

Diese werden meistens schon vor vornherein abgeschreckt wenn sie immer nur zu hören bekommen das alles günstige Mist ist, nur "Spezial Spezial" geht.
Die geben dann einfach auf.
Warum sollte sich eine Familie aus der unteren Einkommensschicht für den Outdoorbereich interessieren, wenn sie permanent liest das ein Rucksack mindestens 200 € kosten muß, ein Zelt 600 € und bei Kochern es schon auf wenige Gramm ankommt.
Ein Kajak muß ja auch mindestens 2000 € kosten, alles andere taugt ja angeblich gar nichts.

Ich bekomme so etwas immer wieder zu hören.

Die sind dann völlig erstaunt wenn man dann sagt das wir morgen wieder ins Fjäll hochgehen und unsere Ausrüstung beschreiben.
Ich mit einem Fjällraven Gestellrucksack für gebraucht für 5€ , einem Daunenschlafsack von Caravan für 3 € , einem Trangiaset mit Kessel für 5 € , dem BW Regenzeug , der Isomatte der holl. Armee die doch 1 Kg wiegt.
Und alles zusammen wiegt max 30 kg, das ist für mich akzeptabel.
Und das Zelt, ein Lavvu von Helsport,das hat nur 200 € gekostet. Es geht aber auch ein Iglozelt für 40 €.
Mein lavvu habe ich auch nur weil ich ja des öffteren beruflich so draußen unterwegs bin.

Und mein Sohn (15) kommt noch so auf 17 Kg mit seinem Rucksack.

Und jepp, morgen geht es wieder hoch,wir fahren ja nur um die 500 km und wir werden trotz des höheren Kochergewichts 7 schöne Tage im Helagsfjäll haben.
Denn wenn die Rucksäcke oder die Füße zu schwer werden, dann schlagen wir einfach unser jeweiliges Lager auf und genießen den Tag, und wenn es mal den ganzen Tag regnet, dann machen wir einfach "nichts".

Ziz
28.06.2018, 11:26
Es gibt auch Graustufen zwischen "für 300€ mit 30 kg losziehen" und "für 3000€ mit 3 kg losziehen" – auch wenn die manchmal untergehen. :lol: Am Ende kommt es drauf an, was die Leute suchen. Wenn jemand sagt "Zelt bis 500€" wird halt ein 600€ Zelt vorgeschlagen, was man mit etwas Glück auch mal günstiger bekäme. :grins: Aber auch für günstige Zelte (und btw. auch Boote ;-) ) wird man eine gute Antwort bekommen.

Wenn sich eine Familie gleich in eine Fachdiskussion über Kochertypen reinliest, ist das nicht unsere Schuld. :ignore:

Buck Mod.93
28.06.2018, 12:33
Kinder und Spiritus halte ich übrigens auch für eine gewagte Kombination. Wenn da mal was schief geht, hat das andere Folgen, als mal kurz auf die heiße Herdplatte fassen.

sinje
28.06.2018, 13:09
Kinder und Spiritus halte ich übrigens auch für eine gewagte Kombination. Wenn da mal was schief geht, hat das andere Folgen, als mal kurz auf die heiße Herdplatte fassen.
Trangia! :D

markrü
28.06.2018, 14:58
Kinder und Spiritus halte ich übrigens auch für eine gewagte Kombination. Wenn da mal was schief geht, hat das andere Folgen, als mal kurz auf die heiße Herdplatte fassen.

Dieses Argument höre ich oft und verstehe es immer noch nicht.
Die Unfallmöglichkeiten bei Gas oder Benzin halte ich nicht für weniger oder kleiner. Ist nur eine Frage des angenommenen Szenarios. Und bei Kindern ist der worst Case / Ideenreichtum oft genug nicht vorhersehbar... :-?:roll::bg:

In meinem Bekanntenkreis hat sich eine Dreijährige einen kaum noch passenden Stein in die Nase gesteckt, der im Krankenhaus entfernt werden musste... :o

wilbert
28.06.2018, 17:10
Bis zu einem gewissen Alter sind alle Kochsysteme für Kinder potentiell gefährlich. Gerade wenn am Boden gekocht wird, ist der "Herd" noch besser zugänglich und damit gut zu erforschen.;-)

Was die Brandausbreitung durch vergossenen Sprit oder die Gefahr durch eine Stichflamme angeht, ist ein Carbonfilz Brenner nicht "gefährlicher" als ein Gas- oder Benzinbrenner. Im Gegenteil, ich Koche ich mit meinem Filzbrenner seit vielen Jahren sogar im Innenzelt. Das Set steht auf einer hitzebeständigen Aramidunterlage in der Mitte des Pyramidenzeltes besonders sicher. Bisher ist ausser dem üblichen Kleckern mit Tee, nichts erwähnenswertes passiert.

Allerdings sind unsere Jungs inzwischen etwas größer und aus dem Krabbelalter raus. Zusammen mit Kleinkindern würde ich sowas natürlich nicht machen.

VG. -Wilbert-

Prachttaucher
29.06.2018, 11:25
Manchmal auch für Erwachsene und auch bei Gas. Im letzten Urlaub hatte ich die Nudeln zum Schluß auf ganz kleiner Flamme mit meinem Primus Aufschraubkocher geköchelt. Das ganz war so unscheinbar, daß ich vergaß auszudrehen. :ignore: Sehr schmerzhaft, als ich später den Kocher abschrauben wollte....