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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berghaus Bioflex so besch...?



Maickl
18.10.2005, 18:59
Hallo miteinand',

ich hab' gestern in der neuen Outdoor den Test zu dem Rucksack Berghaus Bioflex 70+10 gelesen. Hat ziemlich bescheiden abgeschnitten, nämlich nur befriedigend, wobei das Tragesystem nur zwei von fünf möglichen Sternen erhalten hat. Da ich selber die Pro-Version dieses Rucksacks besitze, allerdings noch keine Langstreckenerfahrung habe, wollte ich diejenigen unter Euch 'mal fragen, die ebenfalls auf dieses Modell vertrauen, ob die Kritik nachvollziehbar ist. So wie sich das liest, muß man ja jeden Moment damit rechnen, daß der Träger mitsamt Last umwirft, sobald er einmal nicht mehr optimal in Balance ist. Was mich an so einem Ergebnis erst recht irritiert, ist, daß das Bioflex-Tragesystem ja auf einer der vergangenen Ispos einen Innovations-Award erhalten hat (und die Outdoor dort ja wohl auch mit in der Jury sitzt, oder?). Warum zeichnet eine internationale Jury eine Entwicklung aus, die unter ungünstigen Umständen angeblich lebensgefährlich werden kann?

Maickl

WinniePooh
18.10.2005, 19:38
Hi!
Outdoor und Test- ich lach mich schlapp.
Berghaus inseriert wohl nicht mehr.
Verlass dich lieber auf dein eigenes Urteil.
Du wirst ja wohl das Ding schon mit Gepäck geschleppt haben - und hat es dich umgerissen?

Schönen Tach noch

Winnie Pooh

Schoolmann
18.10.2005, 20:07
nach dem Test kann ein MACPAC Glissade auch nur 20kg Zuladung, naja 25 verträgt er schon. Wahrscheinlich wahren die Träger alles Schwächlinge.

friewu
19.10.2005, 17:38
Nachvollziehbar sind die Testergebnisse von outdoor nicht mehr. Ich habe mich zweimal auf deren Urteil verlassen und wurde jedesmal enttäuscht (1x beim Schlafsack und nochmal beim Kocher).
Da kann ich WinniePooh nur recht geben: Verlaß dich auf dein eigenes Urteil, und wenn du mit ihm gut zurecht kommst, spricht doch nichts dagegen ihn auch weiterhin einzusetzen.

Gruß Uwe

alaskawolf1980
19.10.2005, 18:12
nach dem Test kann ein MACPAC Glissade auch nur 20kg Zuladung, naja 25 verträgt er schon. Wahrscheinlich wahren die Träger alles Schwächlinge.

ja ich gebe dem Glissade (bis vor einiger Zeit gehabt) ebenfalls genau 24 kg. 25 kg ist dann das Limit tatsächlich genau überschritten.
Interessant, wie man tatsächlich merkt, dass an einem Punkt der Rucksack schlapp macht. :)


Interessant wäre mal eine Stellungnahme von Outdoor, wie genau die Produkttests denn so ablaufen?

WinniePooh
19.10.2005, 18:57
Hi!
Meiner Meinung nach hapert es bei den Outdoortests (und auch bei denen des Kanumagazins) daran, das es keine verbindlichen Parameter gibt.
Dem Kanumagazin wurden einmal folgende Parameter zum Testen von Booten vorgeschlagen, wobei ich mir für andere Sachen ähnliches vorstellen könnte:


Kriterien für Canadiertests

!7 Fuß Canadier
Test:
Maße (objektive Testkriterien)
Länge gesamt 521 cm
Breite gesamt 89 cm
Höhe Bugsteven / Mitte / Hecksteven 52 / 34 / 45 cm
Länge Wasserlinie 512 cm
Breite Wasserlinie 80 cm
Verhälnis Länge / Breite Wasserlinie 6,43
Kielsprung 0
Rumpfform sym. / asym. asym.
Rumpfform vorderer Bereich sehr schlank, relativ wenig Volumen, leichtes Flare
Rumpfform mittlerer Bereich leichter Rundboden, weiche Chines, gerade Seiten
Rumpfform hinterer Bereich gerade Seiten, ...
Material GFK + Kevlar
Steifheit des Rumpfes sehr steif
Gewicht 27,5 kg

Bewertung durch die Tester (subjektiv) Punkte 1 - 10 1 = gering oder schlecht / 10 = sehr viel oder sehr gut
Anfangsstabilität 5
Beschleunigung / Leichtlauf (nur Paddler) 8
Beschleunigung / Leichtlauf (+ Zuladung) 7
mögliche maximale Geschwindigkeit 8
Wendigkeit 3
Verhalten beim Kanten / Endstabilität 9
Trockenlauf in Wellen auf Seen 7
Trockenlauf in Wellen im WW 4
Windempfindlichkeit 6
Zuladung bei akzeptablem Fahrverhalten 7
Handling beim Landtransport 8
Verarbeitung, optischer Gesamteindruck 9
idealer Einsatzbereich ruhige u. leicht fließende Gewässer, die nicht zu eng sind
akzeptabler Einsatzbereich Kleinflüße, Fließgewässer mit leichten Schwällen
sehr ungünstiger Einsatzbereich enge, verblockte Schnellen, Wildwasser, sehr enge Kleinflüße

Preis des Testbootes 1.790,- €
Bezugsquellen + weitere Infos www.mustermann-canoes.de
Fazit:
Der Beispiel 17 ist ein sehr flotter Tourencanadier für ruhigere Gewässer. Zwei Personen können
auch ausreichend für die große Tour zuladen, für Expeditionsgepäck oder die Großfamilie ist das
Volumen zu gering. Das Boot läßt sich leicht beschleunigen und erreicht auch eine flotte
Reisegeschwindigkeit, die sich beladen nicht erheblich verringert.
Durch die schlanke Bauweise ist die Paddelposition im Bug und Heck gut, bei Paddlern mit
großen Gewichtsunterschieden sollte man auf Grund des schlanken Vorschiffes einen gegen
Aufpreis erhältlichen verstellbaren Vordersitz dazu ordern, um das Boot gut trimmen zu können.
Für Einsteiger ist die Anfangsstabilität, die durch den relativ runden Boden nicht groß ist, recht
gewöhnungsbedürftig, auf der Kante liegt dann das Boot allerdings sehr sicher im Wasser.
Durch die gerade Kiellinie ist der Beispiel 17 nicht sehr wendig, so daß man im Fließwasser und auf engen
Kleinflüßen schnell an Grenzen kommt, die sich höchstens mit guter Paddeltechnik noch etwas erweitern lassen.
Die Verarbeitung des Bootes ist insgesamt sehr gut, besondere Erwähnung verdient das sehr gut ausgearbeitete
Tragejoch.
Der Beispiel 17 ist nicht gerade ideal für Anfänger, mit etwas Erfahrung bietet er aber jede Menge Freude
und flotten Paddelspaß auf ruhigen Gewässern und kann mit leichten Einschränkungen noch als
schneller Allroundcanadier bezeichnet werden.
...


In Verbindung mit einer kleinen Erklärung der wichtigsten Begriffe sollte ein Test nach diesen
Vorgaben sowohl für Einsteiger informativ sein und auch einem erfahreneren Paddler eine
Beurteilung des Bootes erlauben.
Ein Vergleich ähnlicher Boote ist hier ebenso möglich, wie eine allgemeine Marktübersicht
aus Äpfeln und Birnen. Der Aufwand hierfür dürfte auch den Rahmen einer Zeitschrift nicht sprengen


So, das wurde mal dem Kanumagazin vorgeschlagen. Passiert ist nichts.
Warum wohl?
Vielleicht will man ja die Inserenten nicht verärgern. Denn warum schließen einige Hersteller die Outdoortests immer mit sehr gut (oder besser) ab, obwohl viele bei der Qualität schon durchfallen würden? Eine ehemals deutsche Firma, (sponsert die nicht auch Arved Fuchs?), ist für mich hier synonym. Denn was nützen einem die schönsten Sachen, wenn sie schon nach kurzer Nutzungsdauer ihren Geist aufgeben?

Schönes Testen
Winnie Pooh

alaskawolf1980
19.10.2005, 20:52
Man sollte doch nicht immer das Neuste kaufen, außer man ist sich sicher, dass die Firma sowieso Qualität produziert. Was es schon länger gibt, findet man dann eben in diversen Kundenproduktbewertungen oder in Foren wie diesem. Diese Quellen sagen sicherlich viel mehr darüber aus, als ein Outdoor-Magazin-Test, wo ein Rucksack mal 2 Tage herumgetragen wird.

Wenn man ein z.B. Vaude Mark III kaufen will, dann kann man davon ausgehen, dass es viele LEute gibt, die dieses Zelt schon besitzen und unter diesen welche sind, die das auf diversen Touren dabei hatten wo es auch wirklich beansprucht wurde. Wenn man dann von solchen LEuten ein gutes Testurteil hört, dann kann man sich der Sache schon sicher sein.

Luki
20.10.2005, 11:56
Im aktuellen Heft hat sich Outdoor ja eh mal wieder blamiert.
Einen Schuh für Höhenbergsteigen für Sumpf und Regenwald empfehlen, und sich dann beschweren das er "schwitzig" sei. Man sollte deren TESTs nicht allzu Ernst nehmen
Luki

alaskawolf1980
20.10.2005, 14:08
Im aktuellen Heft hat sich Outdoor ja eh mal wieder blamiert.
Einen Schuh für Höhenbergsteigen für Sumpf und Regenwald empfehlen, und sich dann beschweren das er "schwitzig" sei. Man sollte deren TESTs nicht allzu Ernst nehmen
Luki

:bg: :bg: OK damit wäre meine Frage, wie die Tests denn so ablaufen, beantwortet. :bg: :bg: :roll:

boehm22
20.10.2005, 17:41
Im aktuellen Heft hat sich Outdoor ja eh mal wieder blamiert.
Einen Schuh für Höhenbergsteigen für Sumpf und Regenwald empfehlen, und sich dann beschweren das er "schwitzig" sei. Man sollte deren TESTs nicht allzu Ernst nehmen
Luki

naja, als Empfehlung kann man das nicht nennen.

Und getestet wurde der Schuh auch nicht in einer Testreihe, sondern der Herr "rg" - was hier für Ralf Gatzhorn, den Tausendsassa steht, hatte den Schuh an. Der will halt, wenn er in Patagonien usw. rumläuft nicht mehrere Schuhe mitnehmen.
Und bei Regenwald denke ich nicht an Tropen, sondern an den kalten Regenwald in Kanada usw.

tiejer
20.10.2005, 18:55
OT: zum Scarpa Test:
aber auf das eigentliche Einsatzgebiet wurde nur äußerst oberflächlich eingegeangen- wie sich die recht schlechte (F OD-Verhältnisse) Testnote gut ergibt ist mir auch nicht klar.

Weil der Tizip- Verschluß schlecht lief (ein bißchen Silikonfett wirkt Wunder!!)? weil der Schuh schwitzig war? (der ist ja auch für Hochtouren gemacht und nicht für den feuchten Regenwald)Letztlich ist der Schuh als Gimmistiefel mißbraucht worden und nicht seinem eigentlich vorgesehenen Einsatzgebiet entsprechend verwendet worden- oder wie darf man das ganze sehen`?
Also so eine Produktvorstellung ist etwas oberflächlich und schafft nicht gerade Transparenz. Aber das ist ja nicht neues.
Interessant ist Daß sie schreiben er sei wasserdicht. Das hatte hier im Forum jemand anders geschildert.

ezb
20.10.2005, 19:03
Hi !

Kann das Testergebniss auch nicht ganz nachvollziehen. Meine bessere Hälfte hat letztens beim Outdoorhändler unseres Vertrauens nen Bergaus RS mit dem Tragesystem getestet. Wurde testweise mit ca. 18 Kg beladen und trug sich, lt. ihrer Aussage sehr gut (ok ist damit nur ca. ne halbe Stunde im Laden rummarschiert, aber immerhin). Allgemein ist zu den Test in Outdoor ist zu sagen, daß die mit Vorsicht zu genießen sind. Haben in der 10er Ausgabe (glaube ich) den Raichle Mt. Trail GTX mal wieder getestet und siehe da, aus einer ehemals sehr guten Wertung (zu lesen auf deren HP) ist nur noch eine gute geworden. Fand ich sehr interessant, da ich den Schuh selber besitze und schon ne Menge damit gelaufen bin. Gerade das Argument der etwas weichen Sohle ist m. M. nach so an den Haaren herbeigezogen, daß es schon richtig wehtut.

So long,

ezb