Via gebennensis

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Die Via gebennensis stellt eine Verbindung zwischen dem Ende des Schweizer Jakobsweg in Genf und der französischen Pilgerstadt Le-Puy-en-Velay her. Seit 1998 ist dieser Weg durchgängig als Pilgerweg markiert. Zwischenzeitlich wurde der Pilgerweg an das Netz der Grand Randonnée eingebunden. Die Strecke zwischen Genf und Le-Puy-en-Velay ist die Verlängerung des GR 65 nach Osten. Dieser französische Weitwanderweg ist besser als Via podiensis, einer der drei Hauptpilgerwege in Frankreich, bekannt.

Die Gesamtlänge der Via gebennensis beträgt 350 Kilometer.

Inhaltsverzeichnis

Pilgerausweis

Ein Pilgerausweis ist für diesen Jakobsweg bis auf wenige Ausnahmen (siehe Unterkunft) nicht erforderlich. Pilger oder Wanderer die Wert auf die Etappenstempel legen, erhalten diesen in fast allen Hotels, Campingplätzen, Touristeninformationen und in einigen Kirchen. Es handelt sich dabei zum Teil um Stempel, die für diesen Pilgerweg angefertigt wurden, zum Teil um Firmenstempel. Der Pilgerausweis ermöglicht die Übernachtung in der Jugendherberge von Le-Puy-en-Velay für Nichtmitglieder.

Auch die französischen Jakobusfreunde, die eine Pilgerunterkunft (siehe Unterkunft) anbieten, stempeln den Pilgerausweis gerne ab.

Markierung

Markierung der Via gebennensis/GR65

Die Via gebennensis ist auf der gesamten Länge hervorragend markiert. In Genf mit der gelben Muschel auf blauem Grund, stadtauswärts zusätzlich mit braunen Schildern. In Frankreich wird die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, durch die rot-weiße Kennzeichnung der Weitwanderwege ergänzt. Das Zusammentreffen der gelben Strahlen an der Spitze der Jakobsmuschel zeigt in Richtung Santiago de Compostela, also in die Wanderrichtung. Zusätzlich zu den rot-weißen Markierungsstrichen der Weitwanderwege sind auf diesem Jakobsweg zahlreiche Wegweiser aufgestellt. Die Route des GR 65 verlässt der Pilgerweg nur auf kurzen Teilstücken.

In Verbindung mit einem Pilgerführer und den Wanderkarten ist ein Verlaufen nahezu ausgeschlossen. Einzig in der Stadt Genf können vereinzelt die Markierungsschildchen fehlen oder sie gehen im Stadtverkehr unter.

Gelegentlich wird die Wegführung der Via gebennensis geändert. In den Pilger- und Wanderführern werden diese Änderungen erst bei einer Neuauflage berücksichtigt. Für den Outdoorführer Nr. 128 "Frankreich: Jakobsweg GR 65" gibt es ein regelmäßiges Update im Internet (siehe Linksammlung).

Der Pilgerführer der französischen Jakobusfreunde wird jährlich neu herausgeben, und enthält meist alle Änderungen. Dieser Pilgerführer ist über den Versandbuchandel und in den Touristeninformationen (zum Beispiel in Frangy) am Weg erhältlich.

Unterkunft

Ein Pilgerausweis ist nur für die privaten Unterkünfte der französischen Pilgerfreunde erforderlich. Für die privaten Pilgerunterkünfte, die Accueil jacquaire, ist unbedingt eine frühzeitige Anfrage erforderlich. Diese privaten Unterkünfte sind nur im Pilgerführer der Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques aufgeführt! Das "Einbringen" in die Familie wird neben einem angemessenen Kostenbeitrag erwartet.

Nenneswerte Preisnachlässe lassen sich fast nirgendwo mit dem Pilgerausweis erzielen. Die oft angebotene Kombination aus Pilgerunterkunft und Pilgermenue hält meist nicht ihr Versprechen.

Die Hotels, Campingplätze und Wanderheime (Gîte d'étape) verlangen keinen Pilgerausweis. Gelegentlich erhalten Pilger auf Campingplätzen oder in Hotels Preisnachlässe. Die werden auch ohne den Pilgerausweis gewährt. Während der Feriensaison ist für die Unterkunft in einer Gîte d'étape eine zeitige Voranmeldung nötig. Ein Anruf, einen oder zwei Tage vor der Ankunft, wird auch in der Nebensaison erwartet.

Hotels gibt es in fast allen größeren Orten. Eine telefonische Nachfrage, am Abend des Vortages oder morgens, reicht außerhalb der Hauptsaison aus.

Zwischen Genf und Le-Puy-en-Velay ermöglichen über zwanzig Campingplätze ein preiswertes und von der Voranmeldung befreites Unterkommen - sofern ein Zelt im Rucksack ist. Einige Plätze bieten alte oder neue Wohnwagen, manchmal auch feste Hütten, als Pilgerunterkünfte an. Für das Übernachten in den Wohnwagen und festen Pilgerunterkünften auf den Campingplätzen ist eine telefonische Reservierung ratsam. Auch wenn auf den Campingplätzen der Pilgerausweis gerne abgestempelt wird, zwingend notwendig ist dieses Papier für die Übernachtung auf den Plätzen nicht.

Wanderer/Pilger die im Winter auf dieser Route unterwegs sind, sollten bei der Planung berücksichtigen, dass einige Hotels und Unterkünfte in dieser Jahreszeit geschlossen sind. Siehe dazu den unten stehenden Link "Im Winter zu Fuß von Deutschland nach Santiago". Am besten am Tag zuvor oder morgens bei der Tagesplanung anrufen oder anrufen lassen.

An- und Abreise

Genf ist sehr gut mit der Bahn erreichbar. Bei der Anreise aus Westdeutschland über Basel fahren. Diese Bahnstecke ist schneller und erfordert weniger Umsteigen als die Variante über Straßburg. Der Genfer Flughafen wird mehrmals täglich mit Linienflügen aus aller Welt angeflogen.

Le-Puy-en-Velay ist ans Steckennetz der SNCF (franz. Staatsbahn) angebunden. Die Rückreise erfolgt in der Regel über Lyon.

Für einen Zwischeneinstieg in die Via gebennensis auf ungefähr halben Weg, bietet sich der Bahnhof von le Gand-Lemps an. Die Anreise mit dem Flugzeug ist über den Regionalflughafen der Stadt Grenoble (circa 12 km südöstlich von la Côte-St-André gelegen), möglich.

Etappen

In diesem Artikel werden die Etappen der Via gebennensis nur in der Form einer Kurzinfo beschrieben.

Eine Wanderung nur mit dieser Beschreibung ist nicht möglich!

Detailierte Wegbeschreibungen, sowie eine Auflistung der Unterkünfte, bieten die in den unter "Literatur" aufgeführten Pilger- und Wanderführer.

Bitte auch die Diskusionsseite zu diesem Artikel beachten.

Genf (CH) - Mont Sion (F)

Für den Weg durch und aus der Stadt hat sich ein Stadtplan bewährt. So kann die Stadt auf eigenen Wegen erkundet werden, und beim Übersehen einer Wegmarkierung findet man einfacher zum Pilgerweg zurück. Ab dem Place du Rondeau, im Stadtteil Carouge, ist der Weg eindeutigt und in kurzen Abständen markiert. Beide unten aufgeführten Pilgerführer enthalten eine kurze Beschreibung der Stadtdurchquerung.

Anfangs Stadtwanderung entlang stark befahrener Straßen. Ab dem Dorf Sacronex-d'Arve wenig befahrene Land- und Dorfstraßen. Die grüne Grenze nach Frankreich wird kurz hinter Bardonnex überquert. Zusätzlich zur Jakobsmuschel wird der Weg nun durch die rot-weißen Balken des GR65 gekennzeichnet. Die Wegführung erfolgt überwiegend entlang der Wiesen und nach einem Ansteig von Neydens bis Beaumont, über einsame Landstraßen. Über Jussy und der Chartreuse de Pomier geht es mit einem langezogener Anstieg durch den Wald zum Col du Mont-Sion. Von hier schöne Fernsicht bis nach Genf.

  • Länge: 22 km
  • Höhenangaben: Genf 350 m, Neydens 540 m, Beaumont 700 m, Col du Mont Sion 840 m, Mont Sion 790 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 45 "Annecy - Lausanne", Stadtplan "Genf"
  • Campingplatz: in Neydens, direkt am Pilgerweg

Mont Sion - Frangy

Von der Passstraße geht es über den Hügel hinunter nach Charly und La Motte. Über Feld- und Waldwege, teilweise auch über wenige befahrene Landstraßen, führt der Pilgerweg über Contamine-Sarazin bis zur Pont su le Fornant. Im Anschluss erfolgt der steile Anstieg bis nach Chaumont. Von diesem Ort auf der Bergkuppe geht es direkt wieder - zum Teil durch Weinberge - steil abwärts nach Frangy.

  • Länge: 21 km
  • Höhenangaben: Mont Sion 790 m, La Motte 710 m, Contamine-Sarazin 575 m, Pont Fornant 410 m, Chaumont 605 m, Frangy 290 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 45 "Annecy - Lausanne"
  • Campingplatz: "Camping-Le Célestin" bei Frangy an der Straße nach Annecy (600 m)

Frangy - Chanaz

Warnung an der Rhône

Hinter Frangy kommt zunächst ein steiler Anstieg über eine Wiese und eine kleine Landstraße nach Designy. Dann weiter nach Curty und über aussichtsreiche Landwirtschaftswege (überwiegend nur leichtes Auf und Ab) entlang der Hänge des Rhônetals, und hinunter zum Rastpaltz am Pont du Fier direkt am Fluss. Der Jakobsweg bleibt jetzt immer im Uferbereich der Rhône.

Zahlreich Warnschilder verbieten das Zelten und Lagern im Bereich der Flussufer. Weiter oberhalb an der Rhône befindet sich ein großes Kraftwerk. Für den Betrieb der Anlage ist es erforderlich, dass gelegentlich die Schleusen ohne Vorwarnung geöffnet werden. Dabei steigt der Pegel der Rhône innerhalb weniger Minuten weit an. Es besteht Lebensgefahr!

Im Dorf Mathy zweigt eine Alternativroute nach Serrières-en-Chautagne ab. Die Hauptroute des Pilgerwegs und der GR 65 bleiben aber an der Rhône und deren Nebenarmen. Die Alternativroute trifft nach wenigen Kilometern wieder auf den Hauptweg. Gegenüber der Stadt Culoz wird die Brücke der D 904, wenig später die Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Lyon - Aix-les-Bains, unterquert. Vorbei an einem Fischweiher geht es dann nach Chanaz. Dieses Dorf lebt hauptsächlich von den Ausflugsfahrten der Tagestouristen mit dem Schiff über den Canal de Savières. Der Kanal verbindet den Lac du Bourget mit der Rhône.

  • Länge: 35,5 km
  • Höhenangaben: Frangy 290 m, Desingy 520 m, Curty 510 m, Pont du Fier 280 m, Chanaz 230 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 45 "Annecy - Lausanne", Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping des Iles" vor der Kanalbrücke in Chanaz. Wenn kein Platzpersonal da ist, bei den Dauerbewohnern anmelden oder zum Bürgermeisteramt im Ort gehen.

Chanaz - Yenne

Chanaz

Von Chanaz steigt der Wanderweg - vorbei an der alten Ölmühle - in die Hügel der Mont Landard an. Über Praille und Landard geht es über Feldwege nach Vetrier. Bei Montagnin wechselt der Jakobsweg in die kleinen Weinberge dieser Region. Für eine kurze Wegstrecke steigt der Pilgerweg hinab nach Jongieux, um im Ort sofort wieder durch einen langezogenen Weinberg nach Jongiueuc-Haut hinaufzusteigen. Weiter geht es durch den sich anschließenden Weinberg zur neuen Pilgerkapelle hinter dem Ort. Von der Kapelle führt ein steiler Pfad hinab zur Siedlung le Petit. Die ebenen Uferwege eines Nebenarms der Rhône bilden den Abschluss dieser Etappe. Durch eine Unterführung am Campingplatz geht es zum Ortszentrum des Städtchens Yenne.


  • Länge: 15,5 km
  • Höhenangaben: Chanaz 230 m, Vetrier 405 m, Jongieux 295 m, Jongieux-le-Haut 400 m, le Petit 210 m, Yenne 205 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping du Flon" in Yenne. Direkt am Weg. Auch wenn der Platz geschlossen ist, wird Zelten gedultet. Ein Sanitärgebäude ist immer offen. Abends kommt ein freundlicher Mitarbeiter der Stadt zum Kassieren vorbei.

Yenne - St-Genix-sur-Guiers

In Yenne teilt sich die Via gebennensis in eine Hauptroute entlang der Steilhänge über der Rhone, und in eine Nebenroute die weniger steil und bei Schnee besser begehbar ist.

Die Hautproute trifft an der Einfahrt zum Campingplatz auf den französischen Weitwanderweg GR 9. Gemeinsam geht es größtenteils über steile, schmale und meist sehr aussichtsreiche Wege mit Blick auf die Rhône, hinauf nach Dronière.

Die Nebenroute zweigt in Yenne am Hotel "Le Fer à Cheval" ab. Beinahe durchgängig wird der Jakobsweg hier über kleine Landstraßen geführt. Gelegentlich führt der Weg quer über Wiesen oder mitten durch die hier zahlreichen Bauernhöfe. Durch kleine und kleinste Bauerndörfer geht es bis zum Col du Mont Tournier hinauf. Bei Dronière treffen beide Varianten wieder zusammen. Diese Nebenroute durch das Hinterland ist sehr gut mit der Jakobsmuschel markiert. Ein zusätzlicher gelber Punkt neben der Muschel weist auf die Variante hin.

In St-Maurice-de-Rothernes trennt sich der GR 9 wieder vom Jakobsweg. Der Pilgerweg führt abwärts zur Kirche von Grésin und weiter durch den Wald, nach St-Genix-sur-Guiers, an einem Nebenfluss der Rhône.

  • Länge: 24,5 km
  • Höhenangaben: Yenne 205 m, Col du Mont Tournier 875 m, St-Maurice-de-Rothernes 780 m, St-Genix-sur-Guiers 225 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping Les Bords du Guiers" in St-Genix-sur-Guiers vor der Brücke links. Dann noch 500 Meter.

St-Genix-sur-Guiers - Les Abrets

In St-Genix-sur-Guiers biegt der Jakobsweg hinter der Brücke nach links in den Uferweg ab. Der Wanderweg folgt dem Ufer der Guiers und steigt vor Romagnieu, nach dem Überqueren der Autobahn, langsam nach la Bruyère hinauf. Der Pilgerweg wird anschließend über wenig befahrene Dorf- und Landsträßchen bis nach Le Verou weitergeführt. Vom Campingplatz in Le Verou hat man bei klarem Wetter eine Fernsicht bis zu den Alpen. Die Strecke führt nun wieder in ein kleines Tal hinab. Nach kurzem Anstieg geht es ins Ortszentrum von Les Abrets.

  • Länge: 14 km
  • Höhenangaben: St-Genix-sur-Guiers 225 m, Le Verou 345 m, Les Abrets 400 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping Le Coin Tranquille" in Le Verou. Hollands (!) Campingplatz des Jahres 2002. Luxusplatz. Restaurant, Laden und Pool.

Les Abrets - Le Grand Lemps

Der Jakobsweg zwischen Le Pin und Blaune

Durch das Wohngebiet am südlichen Rand von Les Abrets verlässt die Via gebennensis den Ort. Nach kurzem Weg durch die Wiesen und Felder, steigt die Route über eine geteerte Straße steil zum Château Fort an. Der Anstieg setzt sich über Valencogne und Lambert bis zur Anhöhe hinter diesem kleinen Ort fort. Über einen steilen Waldweg geht es abwärts nach Le Pin - ganz in der Nähe des Lac de Paladru. Vom Le Pin führt der Weg überganslos weiter nach Chassigneux, und über Wiesen- und Waldwege mit kaum merklichen Steigungen zum Karthäuserkloster Chartreuse de la Sylve Bénite (privat, Besichtigung nicht möglich). Durch ein breites Wiesental führt der GR 65 bis nach Quétan. Nach dem Unterqueren der Autobahn A48 bei diesem Ort, führt der Wanderweg steil aufwärts zur Anhöhe Le Soulier. Die Plaine de Brièvre, die Ebene um den Flughafen von Grenoble, ist von dieser Anhöhe bei guten Wetter sehr weit einsehbar. Der steile Abstieg führt dann hinab nach le Grand-Lemps. Der Jakobsweg berührt nur den Rand dieses Dorfs an der Bahnlinie Lyon - Grenoble.

  • Länge: 28 km
  • Höhenangaben: Les Abrets 400 m, Château Fort 500 m, Valencogne 560 m, Anhöhe hinter Lambert 700 m, Le Pin 500 m, Le Soulier 700 m, Le Grand-Lemps 460 m.
  • Wanderkarte: IGN Top IGN 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping Muncipal" am Ortsrand von Qyeu, etwa 1 km vom Weg entfernt. Keine Versorgungsmöglichkeiten.

Le Grand-Lemps - Faramans

Am Ortsrand von Le Grand-Lemps biegt der Fernwanderweg nach Westen ab. Ab hier wird die Wanderroute - von kurzen Ausnahmen abgesehen - nur über asphaltierte Verbindungswege entlang oder durch die kleinen Ortschaften geführt. Die immer seltener werdende rot-weiße Markierung des französichen Weitwanderwegs, wird hier mit einer großen Anzahl blauer Aufkleber mit gelben Jakobsmuschel ergänzt. In La Frette geht es über die N 85 nach Gillonay.

Auf der Kastanienallee zum ehemaligen Schloss bei Gillonay, zweigt eine selten begangene Varaiante des Pilgerwegs ab. Diese Variante führt zunächst nach Südwesten zur historischen Pilgerherberge Saint-Antoine-l'Abbayean. Vor da weiter nach Valence an der Rhône. Über Vernoux und Saint-Froni endet dieser Pilgerweg nach 211 km ebenfalls nach Le-Puy-en-Velay. Für diese Strecke ist bei der Association Rhône-Alpes des Amis de Saint-Jacques (siehe Linksammlung) ein Pilgerführer erhältlich.

Die Hauptroute führt am Schloss vorbei nach Westen bis nach La Côte-St-André, dem Geburtsort des Komponisten Hector Berlioz. Im August findet hier das Berlioz-Festival statt. Die Hotels und privaten Unterkünfte dieses 5000-Seelen Orts sind um diese Zeit ausgebucht.

Der Pilgerweg führt unterhalb der Musikschule und über den Marktplatz mit der offenen Markthalle, nach Balbins im Westen. Vor Faramans biegt die Route in die kleinen Wälder um die Fischweiher am Bach Eydoches ab. Nach einem kleinen Anstieg ist Faramas erreicht.

  • Länge: 23 km
  • Höhenangaben: Le Grand-Lemps 460 m, La Côte-St-André 365 m, Faramans 380 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping des Eydoches" direkt am Weg, am Ortsrand von Faramans. Bietet alten Wohnwagen für Wanderer/Pilger an. Schlafsack erforderlich. Für Pilger/Wandergruppen nach Voranmeldung neue Holzhäuser.

Faramans - Clonas (RN 7)

Vom Ortskern führt der Pilgerweg in eine von der Landwirtschaft intensiv genutzte kleine Ebene. Der Anstieg nach Pommier-de-Beaurepaire erfolgt durch einen kleinen Wald. Im Anschluss bietet der Weg nach Revel-Tourdan sehr oft weite Ausblicke in die von der letzten Eiszeit geprägten Ebene von Geoirs. Von Revel-Tourdan geht es hinunter zur D 51 und in einem langzogenen Aufstieg zur Trasse des TGV. Nachdem die Bahnstrecke unterquert ist, steigt die Via Gebennensis zum Wald von Tarvas an. Hier teilt sich die Pilgerroute.

Die längere Strecke folgt dem GR 65 und macht einen Bogen nach Bellegarde-Poussieu und Saint Romain-de-Surieu (Kloster). Am Picknickplatz Le Grand Chêne trifft diese Variante auf den kürzeren Weg.

Die kürzere Strecke führt über sehr gut als Alternativroute gekennzeichnete (gelber Punkt neben der Jakobsmuschel) Waldwege zum Weiler L'Allemane. Am Rastplatz trifft diese um 4 km kürzere Strecke wieder auf den Hauptweg.

Nach Assieu im Tal der Rhône führt ein steiler Waldweg hinab. Am Ortsrand zweigt der Jakobsweg nach Westen in die Obstwiesen ab. Nach der Autoroute du Soleil (Autobahn Lyon - Orange) sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Kreisverkehr an der Nationalstraße 7 (RN 7).

  • Länge: 35 km
  • Höhenangaben: Faramans 380 m, Pommier-de-Beaurepaire 470 m, D 51 hinter Revel-Tourdan 345 m, Abzweigung GR 65 am Bois de Taravas 450 m, Assieu 235 m, Clonas (RN 7) 190 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping de Nations" an der Nationalstraße 7, beim Hôtel du Nations in Clonas. Am Kreisverkehr an der N7, 400 m Richung Süden. Der Platz bietet Wohnwagen für eine Nacht an.

Clonas - St-Julien-Molin-Molette

Abstieg nach St-Julien-Molin-Molette

Vom Kreisverkehr an der RN 7 führt der Weg zunächst an einem Neubaugebiet von Auberives-sur-Varèze vorbei. Im Anschluss durch einen Wald nach Clonas-sur-Varèze. Hinter dem Ortszentrum beginnt der wenig ansprechende Teil dieser Strecke der sich bis zur Brücke über die Rhône hinzieht.

Am anderen Flussufer beginnt in Chavanay einer der schönsten Abschnitte dieser Pilgerstrecke - die Via gebennensis erreicht die Berge des Pilat. An der alten Brücke am Schwimmbad führt der Wanderweg steil den Berg hinauf bis zur Jakobuskapelle über der Stadt. Ein neuer Wegweiser verkündet die verbleibende Entfernung bis Santiago de Compostela: 1631 km. Es geht weiter den Berg hinauf. Bei den ersten Häusern der Siedlung Marzeales biegt der Jakobsweg nach rechts ab und kommt nach weiteren Steigungen nach Bessey. Meist führt die Route in den Ausläufern des Pilat über asphalierte Straßen. Der Auftsieg von Le Bussion (450 m) zum Croix-de-St-Blandine (690 m) erfolgt aber über steile naturbelassene Wirtschaftswege. Vom Aussischtspunkt am Kreuz geht es in einem weiten Bogen durch den Wald, zum Schluss über einen Pfad, zu den ersten Häusern von St-Julien-Molin-Molette.

  • Länge: 28,5 km
  • Höhenangaben: Clonas 190 m, Chavanay 180 m, Croix-St-Blandine 690 m, St-Julien-Molin-Molette 595 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping Le Cotet" in St-Appolinard, etwa 800 m vom Weg weg. Vor dem Anstieg zum Croix-de-St-Blandine.
    "Camping Val Ternay Loisirs" in St-Julien-Molin-Molette. Die Hauptstraße rechts hoch bis zum Ortsende.

St-Julien-Molin-Molette - St-Sauveur-en-Rue

Im Zentrum von St-Julien-Molin-Molette führt der Pilgerweg über die Straße Montée des Anges steil hoch zum Calvaire (Park mit Heiligenfiguren). Zunächst geht es über Wiesenwege weiter aufwärts bis zur Kuppe oberhalb des Orts. Als nächstes durch den fast verlassenen Ort Lampony zum Col du Banchet. Von hier abwärts ins Zentrum von Bourg-Argental. Nach dem langzogenen Anstieg aus diesem Ort verläuft die Via gebennensis auf einer stillgelegten Bahntrasse. Ohne große Steigung geht es bis nach Saint-Sauveur-en-Rue.

  • Länge: 15 km
  • Höhenangaben: St-Julien-Molin-Molette 595 m, Col du Banchet 670 m, Bourg-Argental 565 m, St-Sauveur-en-Rue 775 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble"
  • Campingplatz: "Camping L'Astrée" in Bourg Argental l'Allier, direkt am Pilgerweg
    "Camping des Reignières, in St-Sauveur-en-Rue (Ortsende), dem Pilgerweg folgen bis der Platz in Sicht kommt.

St-Sauveur-en-Rue - Montfaucon-en-Velay

Hochebene bei Les Setoux

In Saint-Sauveur-en-Rue beginnt der lange Anstieg durch den Wald nach Les Setoux. Von der Brücke auf der alten Bahnlinie in der Nähe des Campingplatz', führt die Strecke in den Wald oberhalb des Tals. Dabei wird die einsam im Wald gelegene neu aufgebaute Schutzhütte Abri d'Aiguebelle passiert. Der Pilgerweg steigt bis auf die namenlose Höhe von 1204 m an. Ein neues Wegkreuz mit Höhenangabe ist der einzige Hinweis auf die erreichte Höhe. Vor Les Setoux verlässt der Wanderweg den dichten Wald und kommt auf eine von Wiesen geprägte Hochebene. Von Les Setoux, dem einzigen Ort auf dieser Ebene, geht es schnell wieder ins Tal bei Perrière. Auf dem Weiterweg nach Montfaucon-en-Velay steigt die Route nochmals auf über 1000 m an. Neben kaum befahrenen Landstraßen, wird die Via gebennensis auf dieser Teistrecke überwiegend über Feldwege und breite Waldwege geführt. Der Fernwanderweg bleibt nun für mehrere Etappen im Bereich um die 1000 m.

  • Länge: 27 km
  • Höhenangaben: St-Sauveur-en-Rue 765 m, Anhöhe im Wald 1204 m, Les Setoux 1040 m, Perrière 885 m, Montfaucon-en-Velay 920 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble" bis Coirolles, IGN Top 100 Nr. 50 "Saint-Entienne - Le-Puy-en-Velay"
  • Campingplatz: Auf dieser Etappe nicht vorhanden

Montfaucon-en-Velay - St-Jeures

Dieser Abschnitt der Via gebennensis führt überwiegend über geteerte Verbindungswege zwischen den kleinen Dörfer im Velay. Über die Hauptstraße in Montfaucon verlässt die Pilgerroute den Ort auf der Hochebene. Die D105 wird kurz danach überquert, und die Jakobsroute kommt zur D500 bei La Combe. Auf dem folgenden Streckenabschnitt bis nach Tence ist der Weg verlegt worden. Die Markierungschilder mit der Muschel sind aber in einem ausreichenden Abstand angebracht. Nach halber Wegstrecke kommt Tence am Lignon in Sicht. Durch das Ortszentrum auf dem Hügel geht es zur Steinbrücke über den Lignon. Weiter geht es durch die zersiedelte Landschaft nach Pouzols und langsam den Berg hinauf nach Saint-Jeures.

  • Länge: 20 km
  • Höhenangaben: Montfaucon-en-Velay 920 m, Tence 875 m, St-Jeures 1040 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 50 "Saint-Entienne - Le-Puy-en-Velay"
  • Campingplatz: "Camping Muncipal" in Tence

St-Jeures - St-Julien-Chapteuil

Beim Verlassen von Saint-Jeures kommen erstmals die charakteristischen Vulkankegel des Velay in Sicht. In einem ständigen Wechsel zwischen Auf und Ab führt der Jakobsweg nach Aurles. Der GR 65 und somit auch die Via gebennensis steigen von diesem Ort über Feldwege die von alten Steinmauern begrenzt werden, zum Schluss über die häufig befahrene D18, nach Raffy (1265 m) dem höchsten Punkt der Via gebennensis, hinauf. Am Ortschild von Queyrières biegt die Pilgerroute nach links, ins Tal Richtung Monedeyres, ab. Auf dem nun folgenden Wegstück trennt sich die Via Gebennensis vom GR 65. Von der Abzweigung bei der Infotafel im Wald führen neben dem Muschelsymbol, die gelben Striche eines lokalen Wanderwegs, sicher nach La Chapuze. Hier trifft der GR 65 wieder auf den Jakobsweg. Bis zur Kirche aus dem 13. Jahrhundert in Saint-Julien-Chateuil ist es dann nicht mehr weit.

  • Länge: 17,5 km
  • Höhenabgaben: St-Jeures 1040 m, Aurles 1000 m, Raffy 1265 m, St-Julien-Chapteuil 805 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 50 "Saint-Entienne - Le-Puy-en-Velay"
  • Campingplatz: "Camping La Croix Blanche" in St-Julien-Chapteuil

St-Julien-Chapteuil - Le-Puy-en-Velay

Der "Montjoie" vor Le-Puy-en-Velay

Die letzte Etappe dieses Pilgerwegs führt zunächst zu den wenigen Häusern von Eynac unterhalb der hoch aufragenden Basaltformation. Auf diesem Weg wird die Route fast ausschließlich über befestigte Nebenwege geführt. Weit hinter der Ortsgrenze von Saint-Germain-Laprade steigt der Wanderweg über einen Wiesenpfad zum kleinen Kreuz auf den Montjoie, dem Berg der Freude, hinauf. Von hier ist das Ziel dieses Pilgerwegs zum Greifen nahe. Noch sind es aber einige Kilometer bis zu dem schon im Mittelalter bekannten Pilgerort.

In einem Bogen geht und weiter zur mehrspurigen Schnellstraße nach Le-Puy. Über einen Weg parallel zu dieser Straße führt der Weg hinunter nach Brives-Charensac. Hier trifft der Europäische Fernwanderweg E3 auf die Pilgeroute. Entlang der Loire erreicht die Via gebennensis die Kirchen von Le-Puy-en-Velay und damit das Ende dieses neuen Pilgerwegs.

Der GR 65 führt von diesem Treffpunkt der Jakobspilger als Via podiensis weiter bis nach Spanien.

  • Länge: 18 km
  • Höhenangaben: St-Julien-Chapteuil 810 m, Saint-Germain-Laprade 640 m, Montjoie 740 m, Le-Puy 650 m
  • Wanderkarte: IGN Top 100 Nr. 50 "Saint-Entienne - Le-Puy-en-Velay"
  • Campingplatz: "Camping municipal de Bouthezard" in Le-Puy
  • Jugendherberge: Le-Puy-en-Velay, für die Aufnahme reicht der Pilgerausweis

Literatur

Le-Puy-en-Velay
  • Birgit Götzmann "Frankreich: Jakobsweg GR 65" Outdoor-Handbuch 128, Conrad-Stein-Verlag ISBN 3-89392-528-7
  • Amis de Saint-Jacques "Chemin de Saint-Jacques de Genève au Puy-en-Velay" Selbstverlag. Das Heft wird jährlich aktualisiert. Bezugsquelle: Versandbuchhandel, siehe bei Links
  • Topo-Guide 650 "Sentier vers Saint-Jacques, Genève - Le Puy", Französische Wandervereinigung ISBN 2-7514-0029-9

Karten

Für den gesamten Weg reichen die Wanderkarten im Maßstab 1:100.000 vollkommen aus:

  • Top 100 Nr. 45 "Annecy - Lausanne" Maßstab 1:100.000 IGN-France ISBN
  • Top 100 Nr. 51 "Lyon - Grenoble" Maßstab 1:100.000 IGN-France ISBN
  • Top 100 Nr. 50 "Saint-Entienne - Le-Puy-en-Velay" Maßstab 1:100.000 IGN-France ISBN

Für den Weg sind auch Wanderkarten im Maßstab 1:25.000 aus der Serie Top 25, oder aus der série bleue des IGN-France, erhältlich. Für die gesamte Strecke sind fünfzehn Karten in diesem Maßstab erforderlich.

Siehe auch

Aragonesischer Weg, Europäischer Fernwanderweg, Grand Randonnée, Lahn-Camino, Navarrischer Weg, Rhein-Maas-Weg, Via Mosana, Via de la Plata

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