Kanadier

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Der Kanadier

Der Kanadier bzw. Canadier ist ein ein leichtes und wendiges Boot, das ursprünglich von den nordamerikanischen Ureinwohnern zum Jagen in entlegenen Gebieten Kanadas benutzt wurde.

Die Birkenrindenkonstruktion der Indianer wurde mit wenigen Änderungen von den Entdeckern und Händlern, die den Kontinent durchquerten, übernommen. Zu Beginn des 20. Jahrhundert, nachdem die Kanus nicht mehr Teil des harten Arbeitsleben der ersten Siedler waren, wurden sie nun für andere, weniger arbeitsbedingte Zwecke verwendet. Das Freizeitboot war geboren.

Materialkunde

  • Birkenrindenkanus: Sie bestehen aus einem Innengerüst aus z.Bsp. Esche, eine Zwischenlage aus z.Bsp. gespaltenen Red Cedar Holzstreifen und einer äußeren Hülle aus der Rinde einer nordischen Birkenart wozu dicke und alte Stämme benötigt werden. Zum Vernähen der Materialien wird die aufgespaltene Wurzel einer Coniferenart benutzt und die Spalten bzw. Stosskanten der Birkenrinde werden aus einer Mixtur von Harz, Asche und Bärenfett wasserdicht verklebt. Folgender Film erklärt das Meiste :http://www.nfb.ca/film/Cesars_Bark_Canoe



  • Holz: Weiterentwicklung der Birkenrindenboote. Vom Einbaumkanu über leistengeplankte Boote gibt es für jeden Verwendungszweck unterschiedliche Modelle.


  • Aluminium: Das in Amerika bei Kanadiern häufig verbreitete Material weißt im Vergleich zu den heute existierenden Bauststoffen viele Nachteile auf. Aluminiumboote sind schwer, kalt und sehr laut. Vorteile sind nur der recht geringe Preis sowie die Uv-Beständigkeit.


  • GFK: Glasfaser verstärkter Kunststoff (kurz: GFK) ist heutzutage ein weit verbreitetes Material für robuste, zuverlässige und langlebige Kanadier. Bei guten Booten werden Glasfasermatten im Handauflegeverfahren einlaminiert. Dadurch werden schnelle Rumpfformen möglich. Zudem sind Boote aus GFK leicht zu reparieren. Da Gfk-Boote alleine schwerer als Wasser sind sind unbedingt Auftriebskörber notwendig. Bei vielen Modellen werden aus diesem Grund in den Spitzen Styropor oder ähnl. mit einlaminiert.


  • Kevlar: Kevlarfasern sind extrem reißfest und leichter als vergleichbare Fasern. Wie auch bei den GFK- Laminaten sind Kevlarfaser alleine schwerer als Wasser. Auch hier sind deshalb Auftriebskörper notwendig. Boote aus Kevlar zeichnen sich durch schnelle Rumpfformen und ein sehr niedriges Gewicht aus. Nachteilig sind dagegen der oft extrem hohe Preis, die nicht vorhandene UV-Beständigkeit und die nur schwer möglichen Reparaturen. Zudem sind Kevlarboote für Wildwasser mit häufigem Bodenkontakt nicht geeignet.


  • Royalex: Eines der fortschrittlichsten Materiallien im Bootsbau. Kanadier aus Royalex sind sehr stabil, hoch belastbar, unsinkbar, isolierend und leise im Wasser. Im Vergleich zu anderen Booten weisen sie jedoch eine schlechtere Gleitfähigkeit auf, was sich allerdings nur auf Seen oder langsam fliesenden Flüssen bemerkbar macht.


  • PE: Polyethylen ist ein preiswertes, robustes und relativ schweres Material. Gleiche Kanadierformen sind in Kevlar, Kohlefaser oder Royalex deutlich teurer. PE ist sehr robust.


  • Schlauchkanadier: Schlauchkanadier sind Schlauchboote mit mehreren Luftkammern, allerdings länger und schmaler üblich. Das Material besteht üblicherweise aus Gummi, bei höherwertigen Booten kombiniert mit Stoff oder flexiblen Kunststoffschichten um die Robustheit zu erhöhen. Die Boote sind weniger steif als feste Boote und verhältnismäßig windanfällig. Damit haben sie auch schlechtere Fahreigenschaften auf Seen, Kanälen und ruhigen Flüssen. Durch die breite Wandung wird auch das Ladungsvolumen etwas eingeschränkt. Hervorragend geeignet sind sie für Wildwasser.


  • Faltkanadier: Faltkanadier bestehen wie auch Faltkajaks aus einem innen liegenden Gestänge das von einer Bootshaut überzogen ist. Das Gestänge besteht meist aus Aluminium, gelegentlich auch aus Holz. Die Bootshaut ist meist eine sehr robuste Kunststoffplane. Damit ist die Bauweise recht verwandt den ursprünglichen Birkenrindenkanus. Sie sind sehr leicht haben ein geringes Packmaß und sind universell bis hin zu Wildwasser einsetzbar. Das etwas bewegliche Gestänge bewirkt eine im Vergleich zu Festkanadiern geringere Fahrgeschwindigkeit.

Siehe auch

Tipps und Hinweise zur Ausrüstung und Sicherheit für Kandier und Kajak.