E5

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Route des E5

Der Europäische Fernwanderweg E5 beginnt im Nordwesten Frankreichs. Von der Atlantikküste der Bretagne führt die Route über die Alpen nach Verona in Italien. Dieser Fernwanderweg ist über die komplette Distanz von 3200 km gut markiert. Die Überquerung der Alpen - vom Bodensee nach Verona - erfolgt auf einer der ältesten Fernwanderrouten Europas.


Kurzinfo

Atlantik - Champagne - Bodensee - Alpen - Adria

Bretagne (F) - Saint Malo (F) - Elsass (F) - Basel (CH) - Oberstdorf (D) - Memminger Hütte (A) - Südtirol (I) - Verona (I)

Frankreich

An den Klippen des Pointe du Raz in der Bretagne startet der E4 seinen Weg durch Europa. Gemeinsam mit dem E9 und dem französischen Fernwanderweg GR34 bleibt er bis zur Hafenstadt Douarnenez in der Nähe der Atlantikküste. Nach Überschreiten der Auine bei Menez-Hom bleibt das Meer zurück. In Huelgoat trennen sich die beiden europäischen Fernwanderwege. Der E9 zieht weiter zur Kanalküste. Der E5 bleibt im Bauernland der Bretagne mit seinen Wiesen und Kühen. Nur wenige Wälder liegen am Weg nach Pontivy. Der Privatwald Forêt de Paimpont wird an seinen westlichen Rändern umgangen. Hier wendet sich der Fernwanderweg nach Norden zur Kanalküste bei Saint-Malo. Nochmals kommt der E9 dazu. Von der alten Hafenstadt ist es nicht mehr weit bis zur Klosterinsel Mont-Saint-Michel. In der gleichnamigen Bucht verlässt der E5 endgültig die Küstenlandschaft am Ärmelkanal. Der E9 bleibt weiter an der Küste bis nach Polen. Das französische Binnenland ist jetzt endgültig das Ziel des E5.

Chapelle St-They am Pointe du Van/Bretagne

In Richtung Paris bleibt der E4 auf der Strecke des GR22. Bis zur französischen Hauptstadt liegt noch der Parc Regional du Normandie Maine bei Alencon am Weg. Vor Versailles übernimmt der GR11 den E4. Auf seiner Route wird Paris südlich umgangen. Vielfach verliert sich der Weg in den ausufernden Siedlungen und Industriegebieten, bis der Wald von Fonatainebleau erreicht wird. Hier kreuzt der E3, der vom Schwarzen Meer kommt, den Weg des E5. Bei der Mündung der Yonne in die Seine (bei Montereau) steht wieder ein Wechsel des Wanderwegs an.

Die Markierungen des GR2 bleiben bis Sens im Einzugsbereich der Yonne. Die Autobahn A5 (Paris - Dijon) über- oder unterquert der E4 mehrmals. Südöstlich von Troyes sind die Uferwege der Seine für eine kurze Zeit die Begleitung des E4. Der Einzugsbereich dieses Flusses bleibt bis zur Quelle die Umgebung auf dem Weg nach Burgund. Durch die schattigen Wälder dieser Landschaft geht es weiter bis kurz vor Dijon.

In Ste-Foy, 15 km vor Dijon, übernimmt der GR7 den E4. Nun geht es wieder nach Norden bis nach Langres. Die grüne und weite Landschaft um Vittel und Épinal mit ihren Wegen entlang der Wiesen und Felder wird bald durch die ersten Berge der Vogesen abgelöst. Die bisher oftmals flachen Wege werden bald durch die Bergpfade des Ballon d'Alsace (1247 m) abgelöst. Fernsichten bis in die Alpen sind von diesem Berg möglich.

Zum letzten Mal wechselt die Nummer des französischen Weitwanderweges. Der GR5 übernimmt für eine sehr kurze Strecke gemeinsam mit dem E2 die Streckenführung. Bis zur Schweizer Grenze bei Lucelle östlich von Delmont sind es nur noch wenige Tage.

Vom Atlantik bis zur Schweizer Grenze beträgt die Entfernung circa 2100 km.

Schweiz

Laufen/Schweiz

Der Schweizer Jura im Grenzgebiet zu Frankreich wird von einer Vielzahl an Wanderwegen durchzogen. Der E5 ist in der Schweiz bis auf einige Hinweistafeln nicht ausdrücklich gekennzeichnet. Die hervorragende Knotenpunktmarkierung der Schweizer Wandervereinigung ersetzt hier die rot-weiße Markierung der französischen Weitwanderwege. Die gelben Rauten und Hinweisschilder bringen den E5 nördlich von Delémont auf aussichtsreichen Wegen bis in die Nähe der Grenzstadt Basel. Bei Laufen biegt der E5 vorher nach Nordosten ab. Die von Touristen nicht oft besuchte Hügellandschaft der nördlichen Schweiz neigt sich bei Schaffhausen dem Rhein zu. In der seit dem Schwabenkrieg zur Eidgenossenschaft gehörenden Stadt erreicht der E5 den Rheinfall. Ab Stein am Rhein kommt der Europäische Fernwanderweg E4 als Begleitung dazu. Der Untersee mit seinen Uferwegen bleibt auf dem Weg nach Kreuzlingen zurück.

Die Straßen dieser Kleinstadt am Bodensee teilen sich für wenige Meter der E1, der E4 und der E5. Der E1 steigt schnell in die flachen Hügel Richtung Gottard an.

Die beiden verbleibenden Fernwanderwege bleiben am Südufer des Bodensees. Über flache Wege durch Romanshorn und Arbon wird in Rheineck die Grenze zu Österreich überquert.

Die Gesamtlänge des E5 in der Schweiz beträgt etwa 340 km.

Deutschland

Auf dem Weg nach Deutschland führt der E5 zunächst kurz durch Österreich. In Bregenz zweigt die alpine Variante des E4 ab. Über Hittisau geht bergauf zum Staufner Haus (1833), das schon in Deutschland liegt. Durch die Nagelfluhkette geht es weiter bis nach Sonthofen. Hier trennen sich E4 und E5. Der E4 bleibt auf seiner Route nach Kreta auf den Wegen des Voralpenlandes. Der E5 wird ab Sonthofen endgültig zu einem alpinen Weitwanderweg. Hinter Oberstdorf ist die Kemptner Hütte das nächste Ziel. Am Unteren Mädelejoch (fast 2000 m) steigt der E5 nach Österreich hinab.

Der Europäische Fernwanderweg E5 erreicht in Deutschland eine Länge von gut 50 km.

Österreich

Zum zweiten Mal kommt der E5 nach Österreich. Die Allgäuer Alpen werden mit dem Abstieg nach Holzgau verlassen. Anfangs durch das Madautal führt der Weg wieder steil aufwärts in die Lechtaler Alpen. Bei der auf 2242 m liegenden Memminger Hütte verläuft für eine kurze Strecke die alpine Variante des E4 mit dem E5 nach Süden. Im bekannten Wallfahrtsort Zams ist der E5 schon wieder alleine unterwegs.

Das zwischen Geigenkamm und Kaunergrat gelegene Pilztal wird in Wenns (1000 m) erreicht. Die Berge überschreiten hier erstmals seit dem Start am Atlantik die Höhe von 3000 m. Über Hang-, Ufer- und Bergwege geht es das Pilztal aufwärts bis nach Mittelberg (1736 m) in den Ötztaler Alpen.

In der Braunschweiger Hütte auf 2760 m ist der höchste Punkt des Fernwanderweges nicht mehr weit. Dieser wird nach dem Aufstieg zum Pitztaler Joch (2995 m) erreicht. Eine Hochtourenausrüstung sollte für einige dieser Strecken im Gepäck sein.

Das Gletschergebiet um den Weißkamm verlässt der Fernwanderweg durch das Timmelstal. Bis zur Grenze nach Italien am Timmelsjoch (2474 m) werden noch mehr als 1000 Höhenmeter überwunden.

Die Allgäuer Alpen liegen an der Grenze zu Italien 175 km zurück.

Italien

Noch 270 km trennen das Timmelsjoch vom offiziellen Endpunkt des E5 in Verona. Annährend 1900 Höhenmeter abwärts überwindet der Fernwanderweg bis nach Sankt Leonhard im Passeiertal. Von dem am Fuß der Heilig Kreuz Spitze (2744 m) und der Hohen Warte (2748 m) gelegenen Ort steigen die Wege und Pfade schnell wieder auf Höhen über 2000 m an. An der Hirzer Spitze (2781 m) vorbei ist Meran das nächste Ziel. In Bozen, der größten Stadt in Südtirol, endet der [[E10|Europäische Fernwanderweg E10].

Das Weißhorn (2314 m) und das Schwarzhorn (2439 m) bleiben nach anstrengenden Bergetappen in Cavalese zurück. Wieder werden die Wege steil. Das Skigebiet mit den zahlreichen Schleppliften auf den Bergen und Hängen bei Levico Terme wird außerhalb der Wintersportsaison nur von wenigen Menschen besucht. Die Brenta wird auf dem Weiterweg zum Campo di Luserna (1549 m) überquert. Im Pasubio sind die Gipfel zum letzten Mal 2000 m und mehr hoch. Noch heute erleichtern in diesem Gebiet viele Militärwege aus der Zeit des Ersten Weltkriegs den Bergbauern und Wanderern das Fortkommen.

Langsam verringert sich die Anzahl der steilen Auf- und Abstiege. In den Monti Lessini (um 1000 m) reicht der Blick zurück auf den 2259 m hohen Cima Carega. Die Hügel östlich von Gardasee und Brennerautobahn sind das letzte Hindernis vor Verona. An der durch Opernaufführungen bekannten Arena endet dieser Fernwanderweg.

Literatur

Allgemeine Info

  • Europäische Fernwanderwege, Übersichtskarte 1:3.500.000, Freytag u. Berndt ISBN 3-7079-0100-9
  • Frank Auerbach (Hrsg.), Europäische Fernwanderwege - Zu Fuß durch Europa - Steiger Verlag ISBN 3-89652-177-2 Vergriffen!
  • Hans Jürgen Gorges, Auf Tour in Europa, Kompass-Verlag ISBN 3813403386
  • Robert Wurst, Auf Europas Großen Wegen: Wandern und Kultur, Styria Graz ISBN 3222123462

Karten

Weblinks

Allgemein

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