E11

Aus Outdoor Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Route des E11

Der E11 verbindet die Nordseeküste der Niederlande mit der Landschaft der Masuren in Polen. Der Streckenverlauf bleibt überwiegend zwischen 50° und 55° Nord.

Der Europäische Fernwanderweg E11 erreicht auf der Route zwischen diesen Breitengraden eine Gesamtlänge von 2.100 km. Weite Strecken legt dieser Fernwanderweg über vorhandene Radwege zurück. Die Basis für diesen Wanderweg bildet der schon lange vorhandene Wanderweg Niederlande - Harz. Für die Schaffung des E11 wurde dieser Weitwanderweg nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Osten verlängert.

Eine Fortsetzung bis nach Litauen und Russland ist geplant, jedoch in absehbarer Zukunft nicht durchführbar.

Kurzinfo

Nordseeküste - Teutoburgerwald - Berlin - Masuren

Amsterdam (NL) - Apeldoorn (NL) - Weser (D) - Goslar (D) - Elbe (D) - Brandenburg (D) - Oder (D/PL) - Wisla (PL) - Masuren (PL)

Niederlande

In den Niederlanden verläuft der E11 über das System der Lange-Afstandwandelroutes, den niederländischen Weitwanderwegen.

In den Dünen der Nordseeküste bei Den Haag, dem niederländíschen Regierungssitz, beginnt der LAW 3, der Marskramerpad, damit auch der Europäische Fernwanderweg E11. Dieser Wanderweg durchquert das Land in nahezu direkter Richtung von West nach Ost.

Von Den Haag biegt die Route zunächst nach Nordosten über Leiden in Richtung Amsterdam ab. Kurz vor Erreichen der Hauptstadt ändert sich die Streckenführung endgültig nach Osten. Über Breukelen am Loosdrechtse Plassen (See) geht es zum Utrechter Wald. Anschließend ist Amersfoort mit seinem alten Stadtkern das nächste Ziel. Über flache Wege, vielerorts auch Fahrradwege, führt der Marskramerpad weiter nach Deventer an der Ijssel. Hier trifft der holländische Marskramerpad auf den Handelsweg, der aus dem Osnabrücker Land kommt. Die Markierung weiß-rot der niederländischen Weitwanderwege verbinden die beiden alten Hansestädte Deventer und Oldenzaal. Von Oldenzaal, wo der Marskramerpad endet, sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Grenzübergang nach Deutschland.

Das niederländische Teilstück des E11 ist insgesamt 350 km lang.

Deutschland

In Deutschland fallen zunächst auch noch keine nennenswerte Steigungen an. Am Grenzübergang bei Springbiel übernimmt der Töddenweg den E11. Der Tödenweg ist Teil des alten Handelsweg, der von Osnabrück nach Deventer verläuft. Über viele Jahrhunderte diente dieser Handelsweg den Leinenkaufleuten aus dieser Region als Transport- und Handelsroute. Das weiße "T" auf schwarzem Grund löst hier die rot-weiße Markierung der niederländischen Weitwanderwege ab.

Zunächst wird der Wanderweg nach Bad Bentheim geführt. Weiter geht es über Schüttorf und Rheine nach Hopsten. Von diesem ehemaligen Zentrum des Töddenhandels ändert sie die Routenführung wieder nach Osten. Nach dem Überqueren des Mittellandkanals kommt der E11 nach Mettingen. Von hier - jetzt schon im Osnabrücker Land - weiter über Westerkappeln, bis zum Marktplatz mit dem historischen Rathaus in Osnabrück.

Nach Verlassen der Stadt übernimmt der Wittekindsweg, benannt nach dem Sachsenherzog Wittekind (auch Widukind), den Fernwanderweg. Erstmal seit dem Start an der Nordsee fallen Steigungen an. Bei Belm wird der Europäische Fernwanderwegin den Naturpark Wiehengebirge geführt. Auf der Strecke zwischen Bad Essen und Rödinghausen erreicht der Weg den Nonnenstein (274 m), beim Städtchen Lübbecke den Heidbrink (320 m). Von Lübbecke ist es nicht mehr weit bis nach Porta Westfalica an der Weser.

Mit dem Wesergebirgsweg geht es weiter duch den Naturpark Weserberland Schaumburg-Hameln. Nördlich an Hessisch Oldendorf vorbei, steigt der Wanderweg bis zur Hohen Egge (430 m) hinauf. Vor Ankunft in der Rattenfängerstadt Hameln kreuzt der E1 die Trasse des E11. Von Coppenbrügge steigt der Fernwanderweg in den Höhenzug des Ith mit seinen bekannten Kletterfelsen hinauf. Weiter geht die Strecke nach Alfeld und Bad Gandersheim. Hier nimmt die Routenführung über Seesen, Kurs auf den Harz.

Der Europäische Fernwanderweg E11 verläuft am Nordrand dieses Gebirges nach Goslar und Bad Harzburg. Die Städte Wernigerode, Blankenburg, sowie Tahle liegen ebenfalls alle im nördlichen Harzvorland, oder in den Ausläufern des Mittelgebirges. Von Ballenstedt wird die Trasse zur Lutherstadt Eisleben und anschließend bis nach Halle an der Saale weitergeleitet.

Hier an der Saale, wird der E11 wieder direkt nach Norden in Richtung der Elbe geführt. In Dessau liegen zwei UNESCO-Weltkulturerbestätten am Weg: das Bauhaus und die Kulturlandschaft des Gartenreich Dessau-Wörlitz. Durch die englischen Parkanlagen geht es nach Wörlitz, und über Coswig - schon am anderen Elbufer - hinein in den Fläming, zur Brug Rabenstein bei Raben. Mit einer Burg kann auch Belzig, das nächste Etappenziel, aufwarten. Weiter geht der Fernwanderweg über die Belziger Landschaftswiesen nach Ferch am Schwielowsee. Über die Uferwege ist es über Caputh am Templiner See, nicht mehr weit bis nach Potsdam. In der Stadt mit dem Schloss Sanssoucien kreuzt der E10 auf seiner Route von Finnland nach Italien, den E11. Während der E10 die Hauptstadt Berlin in einem weiten Bogen nach Süden oder nach Westen umgeht, nimmt der E11 direkten Kurs auf die Großstadt.

Über die Straßen der Berliner Stadtteile Charlottenburg, Treptow, Friedrichshagen, sowie die der Galopprennbahn Hoppengarten, wird der Weitwanderweg nach Strausberg geführt. Die Feldwege dieser Region bilden einen willkommenen Kontrast zum Trubel in der Hauptstadt.

Letztmalig in Deutschland ändert sich die Wegführung nach Osten. Der Naturpark Märkische Schweiz mit dem Ort Buckow und den vielen Seen, wird auf dem dem Weg nach Seelow und Reitwein an der Oder durchquert. Entlang des Oderufers geht es nach Frankfurt an der Oder.

In dieser Grenzstadt endet der E11 nach über 900 km auf seinen Weg durch Deutschland.

Polen

Über die Brücke geht es zum anderen Oderufer nach Slubice in Polen. Nach den überwiegend gut markierten Wanderwegen in Deutschland, übernehmen nach dem Grenzübertritt die spärlich gekennzeichneten Wege Polens die Weiterführung des E11.

Über die Feld- und Waldwege, durch kleine und kleinste Orte, vorbei an alten Bauernhöfen zieht sich der Europäische Fernwanderweg durch die flache Landschaft Westpolens. In Poznan (Posen) kommt der E11 erstmals seit Frankfurt/Oder wieder in eine große Stadt. Ganz langsam ändert sich nach dem Verlassen der alten Handelstadt die Wegführung von Osten auf Nordosten. In Zentralpolen ist die Wegmarkierung über großen Entfernungen sehr lückenhaft. Der genau und endgültige Streckenverlauf in diesem Landesteil steht auch noch nicht fest. Sehr oft muss auf Landstraßen, gelegentlich sogar auf Fernstraßen ausgewischen werden. Die weitere Route geht hinein nach Masuren. Durch die unendlichen Wälder und vorbei an den unzähligen Seen dieser Landschaft, führt der Fernwanderweg über Torun, Brodnica und Olsztyn bis nach Augustów, wo die polnische Teilstrecke dieses Weitwanderwegs nach etwa 800 km endet.

Im Grenzgebiet nahe der Grenze zu Weißrussland und Litauen endet endet der Europäische Fernwanderweg nach über 2100 km.

Literatur

Allgemeine Info

  • Europäische Fernwanderwege, Übersichtskarte 1:3.500.000, Freytag u. Berndt ISBN 3-7079-0100-9
  • Frank Auerbach (Hrsg.), Europäische Fernwanderwege - Zu Fuß durch Europa - Steiger Verlag ISBN 3-89652-177-2 Vergriffen!
  • Hans Jürgen Gorges, Auf Tour in Europa, Kompass-Verlag ISBN 3813403386
  • Robert Wurst, Auf Europas Großen Wegen: Wandern und Kultur, Styria Graz ISBN 3222123462

Links

Allgemein

Niederlande

Deutschland

Polen