Moin nochmal
In einem anderen Thread (Eure Vorschläge sind gefragt) hat Hannes auch ein paar Sachen zu
Patagonien gefragt. Ich beantworte (bzw. versuche es) die einfach mal hier, damit es später auch leichter in der Suche zu finden ist.
Zitat von Hannes1983
Ich habe mal wieder ein paar Fragen, die mir gekommen sind. Ich habe mir deine Buchtipp über Patagonien zugelegt.
- Bist du in Patagonien nur die beschriebenen Wege gelaufen, oder auch Wege, die nicht in dem Buch genannt wurden?
- Ich will vermutlich 3 Monate nach Patagonien gehen. Was meinst du, kann ich die im Buch vorgeschlagenen Routen alle laufen oder wird das Zeittechnisch schwierig?
- Welchen Anflugflughafen sollte ich wählen wenn ich mit Route 1 aus dem Buch anfangen möchte. Ich will dann vom Flughafen mit dem Bus zum Start der Route 1 fahren.
- Ist es schwierig von einer Router zur nächsten Route mit dem Bus zukommen (umsteigen usw?), da die vorgeschlagenen Routen ja doch einige Kilometer auseinander liegen.
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1) Ich war ja 6 Monate da unten (XI.Region Aysen) für meine Diplomarbeit zur Datensammlung. D.h. eigentlich musste ich arbeiten

. Und hatte eigentlich gar keine Zeit, rumzureisen. Aber auch nur eigentlich. Und durch die Arbeit bin ich auch viel mit Kollegen in der Gegend rumgereist, auch mit dem Auto, machmal auch am WE. Einfach Atlas aufgeschlagen und losgefahren. Zu irgendwelchen Seen in den Bergen zum Angeln und Boot fahren usw. Oder ich wurde von den Bauern zum Reiten über die Fincas eingeladen. Also ich kenne die Gegend Aysens auch außerhalb der im Buch beschriebenen Gegenden. In der IX. Region war ich allerdings eher nur in den normalen, von vielen besuchten Nat.parken, halt z.B. Villarica, Huerquehue, Puyehue, Alerce Andino.
2) Hmmh, soweit ich mich erinnere, sind das 12-15 Touren, oder ? Und das ganze in 3 Monaten ? Ich persönlich würde es den Eindrucks-Overkill nennen und nicht machen, aber prinzipiell geht es bestimmt. Sind ja meist nur Touren mit 3-5 Tagen Länge, oder? Ich würde mich auf einige Sachen konzentrieren. Vielleicht 1,2 Berge (Villarica ist technisch sehr einfach, auch entsprechend bevölkert, vielleicht noch den Llaima oder Osorno, Vlc. Tornadore oder Trocador oder so ähnlich ist bestimmt technisch anspruchsvoller, da steiler), dann noch ein paar schöne Genusstrekkingtouren (z.B. Huerquehue, Puyehue oder Parque Pumalin) mit Thermalquellen als Ziel und Kirschbäumen über der Quelle (Huerquehue). Was mich ja persönlich auch nochmal reizen würde, wäre ne Skitour auf dem pat. Inlandseisfeld. Oder eine Tour auf dem Rio Baker, da gibts auch org. Touren (von Coyhaique aus). Und wunderschön sind auch die Fjorde an der Küste südlich von Chiloe (wo ich übrigens gar nicht war).
Also such dir lieber ein paar schöne Sachen raus und konzentrier dich da drauf, als das du alles machen willst. Schließlich bist du erstens im Urlaub und zweitens in
Patagonien, wo der Spruch gilt: Quien se apura, pierde el tiempo - Wer sich beeilt, wird Zeit verlieren.
Es gibt nämlich nicht die perfektesten Verkehrsverbindungen --> 4.
3) Naja, wenn du aus
Neuseeland kommst, landest du erstmal in Santiago. Und wenn ich mich recht erinnere, sind die ersten im Buch beschriebenen Touren oben in der IIX und IX. Region, oder ? Kann man noch fliegen (Osorno oder Temuco), aber Busfahren lohnt sich da eigentlich auch, um langsam Land und Gegend kennen zu lernen. Und da runter gibt es sehr gute Straßen und auch sehr gute Busse. Nebenbei sind Busse um einiges billiger als Flieger.
4) Es gibt ein sehr gutes Bussystem bis Pt. Montt. Und von COPEC, einer Tankstellenfirma gibt es auch ein halbwegs vernünftigen Atlas, den Turistel. Da kann man dann mal ein bisschen planen und checken, wohin die Busse fahren. Auch zwischen den Dörfern und nächstgrößeren Städten gibt es meist mdst. früh und abends einen Bus. Und viele Leute nehmen dich auch auf dem Pickup oder im Auto mit. Wenn du allerdings unorganisierst zum Villarica fährst und dann erwartest, das dich rückzu die org. Touribusse mitnehmen, dann stell dich schonmal auf Wartezeit ein

. Oder bestell vorher schonmal ein Taxi.
Ab Pt. Montt wird es schwieriger. Nach Süden musst du (bzw. der Bus) 2 Fähren (nur Jan. und Febr. in Betrieb) nehmen und damals gab es keinen durchgehenden Bus. Also ist Stückwerk angesagt, oder trampen. Der durchgehende Bus fuhr nur 2x pro Woche über Argentinien (Osorno-Bariloche-Coyhaique 28-30h). Allerdings kann sich das geändert haben, da sie die Straße verbreitert und asphaltiert haben, als ich da war. Es gibt auch Schiffe von Navimag und noch einer Gesellschaft, schau mal hier in die Suche, die habe ich schonmal gepostet.
Von Coyhaique noch weiter südlich gehen auch fast täglich Busse, allerdings war damals noch fast alles Schotterpiste. Und die Carreterra Austral endet irgendwo am Inlandseisfeld. Für die Torres oder Fitz Roy müsstest du wieder über Argentinien oder fliegen. Nach Tortel, einem kleinen Dorf zwischen nördl. und südl. Eisfeld wurde damals eine Straße gebaut, die müsste jetzt auch fertig sein. Allerdings hat Tortel damit wahrscheinlich seine besondere Atmosphere der Abgeschiedenheit verloren. Wir sind in einer kleiner Beechcraft von Don Carlos hingeflogen. Quer übers nördl. Eisfeld, am Cerro San Valentin und am Cerro Castillo vorbei, das war absolut genial.
Dann hattest du im anderen Thread noch nach Ausrüstung gefragt. Tja, kommt drauf an, was du machen willst. Es gibt in Viilarica und Pucon Touranbieter für Bergtouren, die auch das entsprechende Equipment vermieten. Wir waren ohne Steigeisen und Pickel auf dem Villarica, da die Sonne sehr stark schien und der Schnee entsprechend weich war. Außerdem machen 150 Touries eine gute Treppe. Man muss nur den Guardaparques ganz glaubhaft versichern, das man nicht rauf will, sondern nur drumherum

. Wenn du allerdings ne Alleinumrundung oder Besteigung des Fitz Roy oder Cerro Torre planst, dann brauchst du sicherlich einiges aus Dtl. Und Shops da unten kann ich dir jetzt leider nicht empfehlen.
Grüße erstmal, Robert