Gut auskennen ist relativ. In einigen Gebieten kenne ich mich etwas aus, in anderen Ecken war ich noch nicht. GEA habe ich noch nicht absolviert und werde es wahrscheinlich auch selber nicht machen. Mehrere Gründe sind da für mich persönlich ausschlaggebend: Fernwanderwege (im Hochgebirge müßte ich dazusagen) schrecken mich eher ab, da es nicht nur schöne Abschnitte gibt, sondern auch weniger schöne Verbindungsetappen bzw. Stadtdurchquerungen. Dazu kommt noch, daß Fernwanderwege meistens in verschiedenen Höhenlagen verlaufen, dabei stört mich nicht der Höhenunterschied an sich, aber mich stört, daß ich an einem Tag sowohl in einem sehr niedrig gelegenen Tal als auch über hohe Pässe oder Berge unterwegs bin. Im Hochsommer will ich eigentlich nicht unter 1500m Höhe (2000m wären besser) unterwegs sein und im Frühjahr oder Herbst sind die Fernwanderwege dann durch Schnee nicht empfehlenswert, da sie dann doch über einige hohe Pässe führen. GEA ist von der Routenführung etwas anders, da man dort relativ niedrig unterwegs ist, GEA-Passagen höher als 2000m gibt es in der Toskana eigentlich nicht (mir fällt zumindest gerade kein Paß ein der höher ist und auch die GEA-Gipfel sind mir als niedriger in Erinnerung) und auch in Umbrien kommt man selten mal höher als 1900m (Monti Sibillini mit dem 2476m hohen Mt. Vettore, GEA-Etappe führt über den Abzweig des Gipfelaufstieges auf dem 2240m hohen Sella delle Ciaule),meistens bewegt man sich in Umbrien bei den GEA-Etappen auf Höhen zwischen 900m und ca. 1400m, kann aber auch bis auf 600m herunter gehen. Abruzzen lasse ich mal außen vor (zwei Wochen Abruzzen mit täglich schönen Touren sind machbar), den Rest der Strecke von Ligurien bis Kampanien kenne ich nicht wirklich, weiß nicht, ob es da höhere Weg-Abschnitte gibt, wenn ich mir die Höhen der Berge anschaue, dann glaube ich es nicht.
Ein weiterer Grund für meine Abstinenz der Fernwanderwege in Italien ist, daß ich da früher in den Semesterferien auch den August mit hätte einbeziehen müssen, wenn ich länger als 4 Wochen unterwegs sein wollte. August will ich aber nicht in Italien wandern, da es dann am wärmsten ist und auch in sonst menschenleere Gebiete doch Touristen/Urlauber kommen und ich da äußerst überrascht war, daß es wirkliche Massenanstürme werden konnten. Wie GEA da im August aussieht weiß ich aber nicht, allerdings habe ich da so meine Befürchtungen, denn nach meinen Informationen sind alle Abschnitte problemlos zu gehen und viele Etappen lassen sich als Tageswanderung von einem Parkplatz aus auch absolvieren. Deswegen hatte ich mich gegen eine "Italien-Längstour" entschieden, da ich mir dann entweder die Juli-Wochen (bei mir waren das höchstens drei Wochen) oder den September aussuchen konnte. Für diesen kurzen Zeitraum gab es dann aber so viele "echte" Hochgebirgsziele (wo selbst im August dann nur sehr wenig los ist), daß der Apennin im Prinzip immer hinter
Alpen oder andere Hochgebirge zurückstehen mußte. Apennin ist für mich persönlich so eine Art Lückenfüller geworden. Wenn meine Urlaubszeit so ungünstig fällt, daß über 2000m in den
Alpen oder Pyrenäen oder Abruzzen so viel Schnee liegt, daß meine geplanten Touren nicht empfehlenswert erscheinen, dann rückt der Apennin ins Blickfeld, entsprechend groß sind meine Lücken und ich habe nur punktuell Kenntnis in puncto GEA (davon abgesehen, daß es auch schon ein paar Jahre her ist). Meine Prioritätenliste umfaßte dann diverse Nationalparks (Sibillinische Berge) und weniger bekannte Bergzüge (bspw. Monti Reatini), da gibt es dann auch Touren die mich interessierten, die manchmal keine GEA-Etappen sind.
Bitte nicht falsch verstehen, ich will dir eine Apennin-Längstour nicht ausreden. Wenn du andere Fernwanderwege schon gegangen bist, dann hast du wahrscheinlich schon mit den Umständen, die ich als weniger schön empfinde, zu tun gehabt und kannst einschätzen ob dich das stört oder ob es dir egal ist. Jeder hat so seine Vorstellungen und ich bin nicht so der Fernwanderwegfan. Mir sind da manche Etappen zu "langweilig".
Allgemein gibt es für den Apennin-Höhenweg ein Problem: Landkarten gibt es nicht gerade viele. Kompass bietet zwar für viele Gebiete Umbriens, der Toskana, der Abruzzen und umliegende Gebiete an, aber diese Karten sind auch nicht fehlerfrei. Die "militärischen" IGM-Karten sind zwar recht genau, aber nicht immer aktuell und wirken "veraltet", manche Leute kommen mit den IGM-Karten nicht so gut zurecht. Tabacco beschränkt sich ja leider mehr oder weniger auf Friaul, Dolomiten, Südtirol, Trentino, Venetien und deswegen gibt es meines Wissens keine Tabacco-Karten für den Apennin (bin mir aber nicht sicher). In den Westalpen in Italien gibt es IGC-Karten, gehen bis nach Ligurien, aber ich glaube weiter in den Apenninraum gehen die nicht. Es gibt noch einen italienischen Landkartenverlag, Verlag Edizioni Multigraphic in Florenz. Dort findet man einige Wanderkarten zum Apennin, aber der ganze Apennin wird anscheinend nicht abgedeckt. Ligurien und Toskana wird gut abgedeckt, weiter südlich dann große Lücken.
http://www.edizionimultigraphic.it/ilcatalogo.htm
Habe mit diesen Karten keine große Erfahrung, deswegen fällt mir es schwer ein Urteil abzugeben. Bisher gab es keinerlei Probleme, scheint also durchaus ein empfehlenswertes Kartenwerk zu sein.