Harztour Ultraleicht
56 Stunden und 84 km unterwegs im Hochharz
Ok, über den Threadtitel lässt sich vielleicht streiten. Ob es wirklich als UL bezeichnet werden kann weiß ich nicht (gibt es da eigentlich eine Definition?). Fakt ist mein Ausrüstungsgewicht betrug 5,5 kg, inklusive Verbrauch zu beginn der Tour unter 9 kg.
Freitag 12.09.2008
Bereits um 05:00 Uhr klingelt mein Wecker. Der
Rucksack steht schon gepackt neben dem Bett. Schnell noch gefrühstückt und schon geht‘s los. Um 06:30 Uhr bringt mich die DB über Braunschweig nach Ilsenburg, wo ich um 09:30 Uhr eintreffe.
Ich beginne meinen Weg im
Ilsetal.
Dieser führt mich über die
Ilsenfälle direkt in das Herz des
Harzes. Ich ziehe am
Brocken vorbei Richtung
Scharfsteinklippen.
Dort oben kann ich für einen Moment die Einsamkeit und den herrlichen Augenblick genießen.
Mein Weg führt mich weiter zum
Eckertstausee.
Dort gehe ich einen Teil des Rundweges, ehe ich Richtung
Torfhaus abzweige.
Kurz vor dem Ort genehmige ich mir ein Päuschen und fülle meine Wasserreserven auf.
Weiter geht es, schließlich will ich noch auf die
Wolfswarte. Ich komme durch
Torfhaus und sehe zu, dass ich diesen Ort zügig wieder verlasse. Die Straße durch den Ort ist voll allem von Motorradfahren stark frequentiert, was mit entsprechender Geräuschkulisse begleitet wird.

Der Aufstieg zur
Wolfswarte zieht sich noch einmal ganz schön in die Länge.
Schließlich komme ich bei herrlichster Abendsonne oben an, leider muss ich den grandiosen Ausblick mit einigen Leuten teilen.
Ich mache es mir etwas abseits bequem und genieße mein Abendessen.
Immerhin stecken mir heute gut 24 km in den Beinen.
Nach dem auch die letzten Wanderer die Warte verlassen haben, mache ich mich daran, dort oben mein
Tarptent aufzubauen. Es ist recht windig, aber gut gesichert mit Steinen steht es schließlich.
Gegen 20:00 Uhr krieche ich in meinen
Schlafsack.
Die Nacht ist ziemlich unruhig. Der Wind hat ziemlich zugenommen und pfeift immer wieder mit starken Böen. Ich habe ganz schön bedenken um meine
Tarptent. Bin jedoch echt überrascht, wie unbekümmert es alles einsteckt. Auch den Kondens hält sich in Grenzen. Zwar ist es innen feucht, aber nichts tropft.
Samstag 13.09.2008
Gegen 05:30 Uhr wird es mir dann doch zu heftig mit dem Wind und ich stehe auf. Draußen stelle ich fest, das alles in dichten Nebel gehüllt ist.
In Anbetracht dessen, bin ich vom geringen Kondens im
Tarptent doch etwas beeindruckt. Das Fußende des
Schlafsacks ist zwar etwas feucht, dass liegt allerdings daran, dass dieses das
Tarptent berührte, welches durch den Wind recht stark eingedrückt war.
Im dunkeln packe ich alles zusammen und beginne gegen 06:00 Uhr mit dem Abstieg.
Entlang des
Clausthaler Flutgrabens führt mich der Weg vorbei an den
Oderteichen Richtung
Dreieckiger Pfahl. In einer Schutzhütte mache ich es mir noch einmal bequem und versuche für zwei Stunden etwas zu schlafen. Allerdings muss ich mir sowas wie die Brockenautobahn ausgesucht haben, ständig kamen Leute vorbei.

Von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr sitze ich etwas in der Sonne, trockne meine Sachen und genieße die Sonne und mein Frühstück.
Schließlich geht es weiter Richtung
Eckerloch. Ich entschließe mich noch auf dem Brocken vorbei zu schauen. Welch ein Fehler an einem Samstag! Auf der Brockenstraße ist die Hölle los.
Von der Jack Wolfskin Pseudo-Wanderfraktion bis hin zu den Mammut Extrem K2 Bezwingern ist alles dabei.

Ich mache mir so meine Gedanken und amüsiere mich zum Teil recht köstlich.
Vom
Brocken steige ich über den
kleinen Brocken ab.
An der
Bismarckklippe kann ich mal wieder ein herrliches Panorama bewundern.
An diesem Tag ist es jedoch sehr windig, sodass ich dort nicht länger verweile.
Vorbei an der
Stembelsbuche führt mich mein Weg weiter zum
Molkenhausstern. Dort entschließe ich mich, mir noch die
Zeterklippen anzuschauen.
Hier genieße ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages. Die Nacht verbringe ich in der Hütte am
Molkenhausstern.
Das Abendessen fällt reichlich aus.
Gegen 20:30 Uhr wird es langsam recht kühl, sodass es mich in den
Schlafsack zieht. Nach den heutigen 34 km bin ich zudem recht müde und schlafe schnell ein.
Sonntag 14.09.2008
Gegen 07:30 Uhr werde ich langsam wach. Es ist wieder ziemlich nebelig und recht frisch. Es zieht mich noch einmal zur
Zeterklippe hin. Ich erhoffe mir dort den anbrechenden Tag noch etwas in der Sonne genießen zu können. Leider hält sich der Nebel hartnäckig, sodass mir der Ausblick von gestern Abend heute verwehrt bleibt. Nichts desto trotz mache ich es mir auf einem Felsvorsprung bequem und verbringe dort gut 3 Stunden.
Als das Wetter schließlich ziemlich nach Regen aussieht mache ich mich langsam auf die Socken. Über die
steinerne Renne will ich nach
Wernigerode.
Der Weg führt anfangs recht steil quer durch den Wald, aber im großen und ganzen recht unspektakulär.
Gegen 14:00 Uhr erreiche ich
Wernigerode. Da mein Zug in Richtung Heimat jedoch erst um 17:00 Uhr abfährt, beschließe ich nach
Ilsenburg weiter zu laufen. Damit lässt sich der Trip auch gleich als Rundwanderung verkaufen.

Nach 56 Stunden und 84 km in den Beinen sitze ich wieder im Zug nach Berlin.
Fazit:
Der
Harz ist immer wieder eine Reise wert. Allerdings sollte man die Touristenschwerpunkte meiden.
Ich habe wieder viele schöne Seiten dieses Mittelgebirges erkennen können, habe einige schöne
Biwakplätze entdeckt und konnte den Alltag für ein paar Tage vergessen. Es hat sich also in jeder Hinsicht gelohnt.
Ich werde auch später noch ein paar Meinungen und Gedanken zur Ausrüstung äußern.