Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Training für Trekking/ Bergwandern??
WildIVAN
17.08.2003, 13:09
Hallo Leute,
war vor kurzem in Norwegen und bin bei ner kleinen Trekkingtour in der Vidda und beim besteigen des Galdhöppingens auf den Geschmack gekommen..
Bin prinzipiell recht unsportlich und frage mich jetzt, wie ich mich für längere Trekkingtouren und/oder Bergwanderungen fit bekomme.
Würde mich über ein paar Tipps echt freuen!
Gruß
WildIVAN
@WildIvan
Auf meiner Homepage www.GoOutdoor.de findest Du einen Trainingsplan der genau das sein dürfte was Du suchst. Bei Fragen genügt eine Mail an mich.
Gruß.
Tobias
Moin, das Ganze Trainingszeugs mal aus einer Nichtsportwissenschaftlichen Ecke gesehn:
Jede Art von Sport fördert Kraft und Kondition, daher bringt Radfahren ebenso etwas wie Joggen. Beweg Dich also möglichst viel und laß auch mal den Aufzug links liegen.
Hast Du eine längere Trekkingtour vor Dir (und darfat dann entsprechend Material schleppen) solltest Du möglichst früh vor der Tour Wanderungen unternehmen und auch mal einen schwereren Rucksack durch die Gegend schleppen. Dann ist der Körper nicht ganz unvorbereitet wenn es losgeht. Meiner Meinung nach ist das beste Training für solche Touren immer noch das Wandern da es 100% die gleiche Bewegungsform ist und genau die Muskeln trainiert werden die man auch braucht.
Ansonsten:
Bei Bergtouren gilt eigentlich das gleiche Prinzip, geh aber nach Möglichkeit in hügeliges Gelände um möglichst viele Höhenmeter auf einer "Übungstour" zu schinden.
Willst Du ins hochalpine Gelände solltest Du wissen ab wann Du Höhenprobleme bekommst.
Leute aus dem Flachland haben tw. schon ab 2300 m Probleme, da hilft dann nur eine langsame Steigerung. Soll heißen: mehrere Touren unternehmen und dabei die Höhe langsam steigern.
Auch noch hilfreich (wenn die Tour etwas ausgesetzter ist): einige Stunden Klettertraining. So bekommt man ein Gefühl für den Fels und ist im Gelände sicherer unterwegs.
Und zu guter Letzt: geh nach Möglichkeit als Anfänger nicht alleine auf eine Bergtour sondern häng Dich an erfahrenere Leute ran. Berge sind schön, können aber sehr schnell sehr gefährlich werden.
Alex
-CaRsTeN-
24.08.2003, 12:11
Und zu guter Letzt: geh nach Möglichkeit als Anfänger nicht alleine auf eine Bergtour sondern häng Dich an erfahrenere Leute ran. Berge sind schön, können aber sehr schnell sehr gefährlich werden.
Alex
OT: Meiner Meinung nach sollte man, sobald man in absturzgefährdetes Gelände kommt, immer zu zweit unterwegs sein, insbesondere als Anfänger.
Ansonsten kann ich Becks aus meinen Erfahrungen nur Recht geben (@Tobias: ich habe bisher noch nach keinem Trainingsplan trainiert, da das immer mit Spass verbunden sein sollte und nicht in einen Zwang/Muss ausarten soll ;) Hat seine Vorteile, aber auch Nachteile). Wenn du eine längere Tour mit Rucksack unternehmen willst, dann nimm dir deinen Rucksack, lege ein bisserl Gewicht (möglichst ähnlich zum späteren Gewicht, auch in der Verteilung -> keine Backsteine reinlegen). Ansonsten geht es dir wie mir bei meiner ersten Mehrtagestour: mein Rücken war am ersten Abend so verspannt, dass ich die Hände nicht mehr auf Schulterhöhe heben konnt :bash:
Ansonsten würde ich empfehlen, immer verschieden Sportarten zu kombinieren, so dass ein gleichmäßiger Trainingseffekt eintritt.
gruß
Carsten
Hihi,
Es ist sicher sinnvoll, ein paar Aspekte der Trainingsplanung in die Vorbereitung miteinzuplanen (Stichwort: Superkompensation, findet sich genug beim Googlen), aber der Aufwand mit 'nem Trainingsplan ist sicher nicht nötig (btw, Tobias, das was du als Trainingplan bezeichnest, sind für mich nur ein paar ganz sehr ungenaue Trainingsempfehlungen....) Ich würde mir ein paar Ausdauerdisziplinen suchen, z.B. Radfahren, Laufen und da langsam versuchen längere Strecken zu bewältigen (Fernziel Laufen ca. 1 Stunde, Radfahren 2-3). Eventuell als ausgleuch für den Oberkörper/ Rücken Klettern, Schwimmen o.ä.. Kleinere Wochenendtouren sind sicher als Vorbereitung auch sehr gut. Wichtig beim Ausdauertraining: Nicht zu schnell, sondern eher länger. Die Geschwindigkeit ist ok, wenn du dich dabei noch gut unterhalten kannst.
Ach ja - auch mit Training darf man sich nicht drüber wundern wenn man an den ersten Tagen komplett erschlagen ist, das geht mir nicht anders. Aber keine Panik, nach 2-3 Tagen biste das Gewicht gewöhnt.
Alex
Hallo!
Natürlich kann man sich auch anders vorbereiten, aber ein Trainingsplan mit Kraft und Audauertraining hat sicherlich die größte Effektivität.
Aber natürlich darf der Spaß an der Sache niemals fehlen.
Gruß.
Tobias
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich auf die Schottland-Tour quasi nicht intensiv vorbereitet habe. Ab und an bin ich mit dem Hund etwas länger raus, aber ansonsten...
Und ich hatte auf der Tour kaum Probleme mit der Kondition, außer ganz steil bergauf, aber da hat die Hitze auch ihre Teile dazu beigetragen. :roll:
Naja, ich muss dazu sagen, dass ich durch die Schule und eine Freundin (sie "zwingt" mich zum Bewegen wegen ihrem Hund) immer in Bewegung bleibe und somit eine gewisse Grundkondition aufgebaut habe, wenn man das so sagen kann.
sue.
-CaRsTeN-
25.08.2003, 18:18
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich auf die Schottland-Tour quasi nicht intensiv vorbereitet habe. Ab und an bin ich mit dem Hund etwas länger raus, aber ansonsten...
Und ich hatte auf der Tour kaum Probleme mit der Kondition, außer ganz steil bergauf, aber da hat die Hitze auch ihre Teile dazu beigetragen. :roll:
Naja, ich muss dazu sagen, dass ich durch die Schule und eine Freundin (sie "zwingt" mich zum Bewegen wegen ihrem Hund) immer in Bewegung bleibe und somit eine gewisse Grundkondition aufgebaut habe, wenn man das so sagen kann.
sue.
Hallo,
du hast so wie sich das anhört ja eigentlich öfter Bewegung und das machst sich dann natürlich auch in der Kondition bemerkbar.
Das geht aber nur so lange gut, bis du entweder viiiiiele Höhenmeter an einem Tag überwinden musst oder bis du in große Höhen kommst. Eine Kombination der beiden Sachen gibt dann wahrscheinlich den Rest :-?
Aber ich kenn das... gute Vorsätze (Ich geh heute trainieren) und am Ende macht man doch nix..
in diesem Sinne ... ich geh mal radeln
Carsten
Flachlandtiroler
26.08.2003, 08:33
Das man sich zwecks Training viel bewegen sollte ist klar -- "viel hilft viel".
Eins ist IMHO noch nicht genannt worden: Wer wirklich viel trainiert, muß sich auch Erholungspausen gönnen, damit der Trainingseffekt überhaupt stattfindet. Auf den Körper hören, sonst droht Übertraining.
Das gilt noch viel mehr während der Höhenanpassung.
Gruß, Martin
@ Martin,
Dieser Prozess nennt sich eben Superkompensation (s.o.) Sorry, wenn ich zu viel mit Fremdwörter um mich werfe. Merkt man nicht immer, wenn man öfter damit zu tun hat....
Gruß
Matthias
Flachlandtiroler
26.08.2003, 14:24
Dieser Prozess nennt sich eben Superkompensation (s.o.) Sorry, wenn ich zu viel mit Fremdwörter um mich werfe. Merkt man nicht immer, wenn man öfter damit zu tun hat....
Das habe ich gelesen. Du hast den Begriff genannt, aber selbsterklärend ist er nicht und mancher fragt ja lieber hier, als sich durch Google zu wühlen 8)
Meine spontane Assoziation zu "Superkompensation" ist so'n Diagramm mit der Leistungskurve unter Einfluß der Trainingszyklen, sieht so aus wie y=x+sin(x).
Daß zwischen den Trainingseinheiten eine belastungsmäßige Pause sein muß, überliest / -sieht man leicht.
Gruß, Martin, der durch seinen Bürojob immer genug [edit]körperliche[\edit] Erholung hat... :sleep:
Menelaos
26.08.2003, 14:37
1) Zwischen Belastung und Anpassungsreaktion des Körpers besteht ein dynamisches Gleichgewicht (Homöostase). Die durch erhöhte Belastung ausgelösten Wiederherstellungsvorgänge verbessern das Leistungsniveau über den Ausgangswert hinaus. (Superkompensation).
2) Die Superkompensation ist die Grundlage für alle Funktions- und Leistungssteigerungen.
3) Eine Superkompensation wird nur dann erreicht, wenn eine kritische Reizschwelle überschritten wird.
HTH
PS: Mehr gibts bei mir http://www.code-foundation.de/trainingslehre.htm
Flachlandtiroler
26.08.2003, 14:50
ok., ich hab' auch mal gegoogelt ;-)
http://www.hotsport.ch/sportlexikon.ch/a-z/superkompensation.htm
Im Gegensatz zu der gängigen Meinung ist nicht das Training was uns leistungsfähiger macht, sondern die Pause danach.
http://www.hotsport.ch/sportlexikon.ch/a-z/uebertraining.htm
Das Übertraining ist die Folge eines Ungleichgewichtes zwischen Belastung und Erholung/ Regeneration.
@Menelaos: Ich zitiere mal Deine eigene HP
1.4 Prinzip der unvollständigen Erholung
„Eine Ermüdung durch mehrmalige Belastungsreize in der Widerherstellungsphase führt zu einer erhöhten Superkompensation.“
Vor allem im Hochleistungssport à Verbesserung der Ausdauer
Jedoch besteht die Gefahr des Übertrainings à daher sind Belastungspausen zwischendurch sehr wichtig.
Gruß, Martin
Sorry, bin zu oft in diversen Sportforen unterwegs, da wird immer erstmal auf google verwiesen...Aber ihr habt ja aus den tiefen des www auch so was gefunden. Ich versuch trotzdem mal, die 'Sinuskurve' kurz zu erklären:
1 Phase: Belastung: Der Körper wir durch eine (sportliche) Tätigkeit belatest und ermüdet dadurch, die Leistungsfähigkeit geht runter.
2. Phase: Erholung: Der Körper erholt sich von der Belastung, füllt Energiespeicher wieder auf, 'repariert' Muskeln...... Erholung muß allerdings nicht unbedingt Nichtstun sein, gaaaanz leichte bewegung kann erholungsfordernd sein.
3. Phase: Aufbau/ Superkompensation: Der Körper bereitet sich auf die nächste Belastung vor: Energiereserven werden angelegt, Muskeln aufgebaut, Kreislaufsystem angepaßt.....
4. Phase: Rückbildung: Wenn keine weitere Belastung erfolgt, baut der Körper nicht benötigte Resourcen langsam wieder ab.
Ideal wäre es also, am Ende der 3. Phase das nächste Training zu starten, normalerweise aber nicht vor Ende der 2.Phase, da die Leistungsfähigkeit sonst noch weiter sinkt (außer beim Prinzip der unvollständigen Erholung)
Problem ist leider nur, diesen Punkt richtig zu treffen, und dafür ist recht viel Erfahrung nötig. Als Anfänger lieber eine etwas zu lange Pause, sooo schnell geht die Leistungsfähigkeit nicht zurück, als zu kurz.
Hoffe, das war jetzt nicht zu lang....
Gruß
Matthias
Hallo!
Mal was zu den Erholungspausen. Als Anfänger sollte man nach Ausdauer- und Karaftbelastungen 72 Stunden pausieren, Fortgeschrittene etwa 48 Stunden und "Profis" ca. 24 Stunden. Die meisten meiner Kundentrainieren entweder viel zu oft oder viel zu selten. Nicht selten machen sie auch nach jahrelangem Training plötzlich wieder Fortschritte wenn sie mal 2 Tage Trainingspause zwischen den Einheiten machen anstatt einem Tag.
Gruß.
Tobias
Zur Länge der Erholungspausen hatte ich absichtlich nichts gesagt. Die hängt doch von zu vielen Faktoren ab, als daß man da eine allgemeine Aussage machen kann. Im Leistungssport sind die Pausen noch wesentlich kürzer, bei mir im Verein sind auch zwei bis drei Trainingseinheiten am Tag keine Seltenheit (gut, bei denen zählt auch schon 12km Laufen als Erholung.. :ill: )
Für Anfänger ist der Anhaltpunkt mit 2 bis 3 Tagen sicher ganz gut, da kann ich Tobias nur zustimmen, daß da eher zu wenig Pausen gemacht werden....
Gruß
Matthias
Also ich stelle immer wieder fest, dass das Bergwandern an sich ein richtig tolles Training für mich ist. Ich lege einfach langsam los, steigere mich dann nach ein paar Tagen mit den Höhenmetern und bin zum Schluß so fit, dass ich mal eben so bei irgendeinem Volkslauf mitlaufen kann ohne dafür irgendwie speziell trainiert zu haben.
Aber ich muss gestehen, dass bei mir eine gewisse Grundkondition vorhanden ist.
Bisher hatte ich noch nicht so anstrengende Touren vor, dass ich mich darauf wirklich körperlich vorbereitet hätte. Naja, kommt vielleicht noch !?!
vlg
Gwenny
WildIVAN
02.09.2003, 18:23
@ Tobias, Becks, CaRsTeN, Lemming and all
Danke für die Tipps!
Glaube ich werds erstmal mit joggen und nen bisschen Krafttraining versuchen. Am Anfang soll mensch sich ja nicht zuviel vornehmen und nebenbei geh ich eh viel 'normal' zu Fuß.
Gruß
WildIVAN
@WildIVAN
Das ist eine gute Entscheidung, ich hoffe das Du spaß am Training haben wirst. Viel Erfolg!
Gruß.
Tobias
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